03.11.2026 | 05:34
GE Vernova, NU E Power, Quanta Services – Der teuerste Engpass der KI
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power Corp.
Ein Stromnetz lässt sich nicht per Software-Update erweitern. Während Technologiekonzerne Milliarden in neue Rechenzentren investieren, fehlen vielerorts Kraftwerkskapazitäten, Netzanschlüsse und leistungsfähige Leitungen. Wie lukrativ dieser Engpass bereits ist, zeigen die jüngsten Quartalszahlen zweier amerikanischer Energieriesen. Gleichzeitig versuchen kleinere Projektentwickler, sich frühzeitig attraktive Standorte und künftige Stromabnehmer zu sichern.
Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NU E Power Corp | CA6699882065 , US36828A1016 , QUANTA SVCS | US74762E1029
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Der Autor
Stefan Feulner
Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.
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GE Vernova – Die Auftragsbücher laufen über
Die Nachfrage nach Kraftwerken und Stromnetzen erreicht eine neue Dimension. GE Vernova meldete Auftragseingänge von rund 29 Mrd. USD für das dritte Quartal. Das entspricht einem organischen Zuwachs von 96 %. Der gesamte Auftragsbestand kletterte auf 197 Mrd. USD. Allein gegenüber dem Vorquartal kamen 20 Mrd. USD hinzu.
Der amerikanische Energietechnikkonzern profitiert von einem Problem, das sich mit dem Ausbau künstlicher Intelligenz verschärft. Rechenzentren benötigen enorme Strommengen, während die vorhandene Infrastruktur vielerorts an ihre Grenzen stößt. GE Vernova liefert dafür Gasturbinen, Netztechnik und Elektrifizierungslösungen.
Der Quartalsumsatz stieg um 27 % auf 12,6 Mrd. USD. Der Nettogewinn erreichte 1,3 Mrd. USD, das bereinigte EBITDA 1,9 Mrd. USD. Gleichzeitig erhöhte das Management die Umsatzprognose für 2026 auf 46,5 bis 47,5 Mrd. USD. Der erwartete freie Cashflow liegt nun bei 16 bis 17 Mrd. USD.
Zudem sorgt eine Übernahme für Aufsehen. GE Vernova will den Hochspannungsspezialisten Trench Group für umgerechnet 9 Mrd. USD kaufen. Der Abschluss ist für Ende 2027 vorgesehen. Trench bringt rund 5 Mrd. USD an Auftragsbestand und Rahmenvereinbarungen mit.
Trotz der Zahlen herrscht unter Analysten keine Einigkeit. RBC Capital erhöhte am 29. Oktober sein Kursziel von 1.225 auf 1.230 USD und bestätigte „Outperform“. JPMorgan senkte dagegen sein Ziel von 1.150 auf 1.035 USD, blieb aber bei „Overweight“.
NU E Power – 503 Megawatt: Wer liefert den Strom für die KI?
Der steigende Strombedarf von Rechenzentren eröffnet Energieentwicklern neue Geschäftsmöglichkeiten. NU E Power positioniert sich in Kanada mit Solar-, Speicher- und Hybridprojekten. Am 19. Oktober meldete das Unternehmen Gespräche mit potenziellen Stromabnehmern für sein Portfolio im Süden Albertas. Die Projekte bei Lethbridge und Hanna umfassen 503,5 MWac Bruttokapazität, davon entfallen 251,75 MWac auf NU E.
Gemeinsam mit Green Harbor Partners sucht das Unternehmen Abnehmer für Strom und erneuerbare Energiezertifikate. Angesprochen werden Rechenzentren, Betreiber von Hochleistungsrechnern und Industriekunden. Neben Solarstrom und Batteriespeichern prüft NU E auch Kombinationen mit Gaskraftwerken, um eine kontinuierliche Versorgung zu ermöglichen. Ein verbindlicher Abnahmevertrag liegt bislang nicht vor.
Die Projekte befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Lethbridge Two mit einer Bruttoleistung von 12,5 MWac (6,25 MWac netto) und Lethbridge Three mit einer Bruttoleistung von 155 MWac (77,50 MWac netto) verfügen über Genehmigungen der Alberta Utilities Commission. Hanna mit einer Bruttoleistung von 336 MWac (168,00 MWac netto) befindet sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Darüber hinaus liefert Lethbridge One mit einer Bruttoleistung von 8,75 MWac (2,19 MWac netto) seit Dezember 2024 Strom. NUE hält einen Anteil von 25 % an dieser Anlage.
Das Unternehmen plant zudem den Erwerb des Hays-Projekts, das eine Solarkapazität von rund 145 MWac in Verbindung mit einem Batterie-Energiespeichersystem (BESS) mit 61,5 MW / 123 MWh umfasst. Nach Fertigstellung wäre dies das erste Projekt im vollständigen Besitz des Unternehmens. Der Erwerb unterliegt weiterhin sieben aufschiebenden Bedingungen. Für Hays liegen bislang noch keine unterzeichneten Netzanschlussvereinbarungen, Stromabnahmeverträge oder Abnahmevereinbarungen vor.
NUE baut zudem seine Personalbasis aus. Das Unternehmen kündigte Pläne an, den ehemaligen MAX Power-Chef Ranjith Narayanasamy nach der Jahreshauptversammlung am 19. November 2026 in den Vorstand zu berufen, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen. Gleichzeitig eröffnete NUE eine Niederlassung in Regina, um weitere Energieprojekte in Saskatchewan zu entwickeln.
Das Geschäftsmodell setzt auf die Entwicklung und Risikoreduzierung von Energieprojekten bis zur möglichen Vermarktung. Wichtig werden nun verbindliche Abnahmeverträge, Netzanschlüsse und die Finanzierung der nächsten Entwicklungsphasen.
Quanta Services – Der Netzausbau wird zur Geldmaschine
Neue Kraftwerke allein lösen das Stromproblem noch nicht. Ohne Leitungen, Umspannwerke und Netzanschlüsse bleibt zusätzliche Erzeugungskapazität für viele Verbraucher unerreichbar. An dieser Stelle verdient Quanta Services sein Geld. Der amerikanische Konzern gehört zu den führenden Dienstleistern beim Bau und der Modernisierung elektrischer Infrastruktur.
Wie groß die Nachfrage inzwischen ist, zeigen die kürzlich veröffentlichten Quartalszahlen. Der Umsatz schoss gegenüber dem Vorjahr um 57 % auf 12,01 Mrd. USD nach oben. Der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu auf 694,9 Mio. USD. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sprang von 3,33 auf 6,06 USD.
Zudem sind die Auftragsbücher prall gefüllt. Zum Ende des dritten Quartals standen Projekte im Gesamtwert von 63,7 Mrd. USD fest. Davon entfallen 41,8 Mrd. USD auf sogenannte Remaining Performance Obligations, also noch ausstehende Leistungen aus festen Aufträgen. Die breiter definierte Auftragsbestandskennzahl umfasst zusätzlich geschätzte Umsätze aus weiteren Vertragsvereinbarungen.
Auch der Mittelzufluss stimmt. Quanta erwirtschaftete einen operativen Cashflow von 1,5 Mrd. USD und einen freien Cashflow von 1,2 Mrd. USD. Für das Gesamtjahr hob das Management seine Umsatzprognose auf 41,3 bis 41,6 Mrd. USD an.
Citi erhöhte das Kursziel von 871 auf 882 USD und bestätigte „Buy“. TD Cowen hob sein Ziel von 785 auf 830 USD an. Auch Evercore ISI wurde optimistischer und setzte die Zielmarke von 800 auf 850 USD herauf.
Fazit
GE Vernova profitiert mit einem Auftragsbestand von 197 Mrd. USD von den massiven Investitionen in Kraftwerks- und Netztechnik. Quanta Services verdient am Ausbau der Strominfrastruktur und verzeichnet ebenfalls Rekordzahlen. NU E Power setzt früher an: Mit einem wachsenden Projektportfolio in Alberta positioniert sich der kanadische Entwickler als potenzieller Stromlieferant für Rechenzentren und Industriekunden. Die laufenden Abnahmegespräche könnten den Projekten zusätzlichen wirtschaftlichen Wert verleihen und neue Wachstumsperspektiven eröffnen.
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