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12.06.2026 | 05:00

Geostrategische Rohstoff-Allianz: Exportkontrollen treffen SpaceX und Rheinmetall – die Wall Street setzt auf Almonty

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Bildquelle: KI

Handelshemmnisse, gekürzte Abbauquoten und ein ab 2027 greifendes gesetzliches US-Import-Verbot für bestimmte kritische Metalle – die traditionellen Rohstoff-Lieferketten des Westens stehen unter Druck. Im Zentrum des Versorgungsengpasses steht Wolfram, das aufgrund seines Schmelzpunktes von 3.422 °C für moderne kinetische Militäranwendungen und hochtemperaturbeständige Legierungen im Luft- und Raumfahrtsektor unersetzlich ist. Da alternative, nicht-chinesische Förderkapazitäten bislang weniger als 10 % des globalen Produktionsvolumens ausmachten, droht westlichen Technologiekonzernen ein handfester Versorgungsnotstand. In dieses Versorgungsvakuum stößt das Wolfram-Schwergewicht Almonty Industries vor und avanciert aufgrund neuer Förderkapazitäten zum Schlüsselspieler und Quasi-Monopolisten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , SPACE EXPLORATION TECHNOLOGIES CORP | US84615Q1031 | NASDAQ: SPCX , RHEINMETALL AG | DE0007030009

Inhaltsverzeichnis:


    SpaceX: Vertikale Integration und unersättlicher Rohstoffhunger

    Das von Elon Musk geführte Raumfahrt-Unternehmen SpaceX steht vor dem größten Börsengang der Finanzgeschichte, in dessen Rahmen man eine Bewertung von bis zu 1,75 Bio. USD anstrebt. Das tief vertikal integrierte Geschäftsmodell gliedert sich in die Kernbereiche Launch Services, satellitenbasierte Breitbandkommunikation über Starlink sowie die erst im Februar vollzogene Fusion mit Musks KI-Unternehmen xAI zur Installation von Rechenzentren im Weltall. Für die Triebwerke und Hitzeschilde seiner Starship-Flotte benötigt SpaceX Legierungen, die enorme Hitze aushalten. Auch mögliche Fusionsreaktoren erfordern Wolfram, das bei den Divertoren dieser Kraftwerke das bevorzugte Material ist. Abseits des Rohstoffbedarfs bekommt SpaceX noch aus anderer Richtung Gegenwind: Die US-Aktionärsvereinigung Council of Institutional Investors kritisiert im Vorfeld des IPOs die geplante duale Aktienstruktur, da Elon Musk über die Class-B-Aktien rund 85 % der Stimmrechte kontrollieren wird und den freien Aktionären damit praktisch kein Mitspracherecht einräumt.

    Rheinmetall: Skalierung bei Munition und volle Auftragsbücher

    Rheinmetall skaliert seine europäische Panzer- und Munitionsproduktion auf Rekordniveaus. Grund ist die enorme Nachfrage. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erreichte der Auftragsbestand satte 73 Mrd. EUR. Der Konzernumsatz wuchs im selben Zeitraum um 8 % auf 1,94 Mrd. EUR und blieb damit unter den Erwartungen, während das operative Ergebnis überproportional um 17 % auf 224 Mio. EUR zulegte. Zur Absicherung dieses historischen Wachstumskurses erweiterte der Aufsichtsrat die Führungsebene unter Armin Papperger bereits Anfang 2025 durch die Neuberufung von Klaus Neumann zum CFO und René Gansauge zum Chief Operations Officer. An der Frankfurter Börse verzeichnete die Aktie zuletzt eine Konsolidierung auf rund 55,5 Mrd. EUR Marktkapitalisierung, was die Analysten von Morningstar Europe aufgrund des intakten Wachstumspfads als fundamentale Unterbewertung einstufen. Zweifel aber bleiben: Rheinmetall braucht Rohstoffe, um bestehende Aufträge abarbeiten zu können.

    Almonty: Das Sangdong-Monopol und die Wandelanleihen-Arbitrage

    Das seit vielen Jahren im Wolframsektor aktive Rohstoffunternehmen Almonty Industries setzt auf die Optimierung von Wolfram-Assets in politisch stabilen Ländern der westlichen Hemisphäre. Noch stärker als bei anderen Rohstoffen kommt es bei Wolfram auf Know-how an. Damit kann Almonty, das sich schon in den 2010er Jahren gegen die chinesische Dumping-Konkurrenz behauptet hat, punkten. Mit dem Produktionsstart der geschichtsträchtigen Sangdong-Mine in Südkorea während der vergangenen Monate hat Almonty das größte bekannte Wolframvorkommen außerhalb Chinas erfolgreich zur Cashcow gemacht und sich über ein 15-jähriges inflationsgeschütztes Abnahmeabkommen mit der Plansee-Gruppe ein strategisches Monopol gesichert. Die nachgewiesenen und wahrscheinlichen Reserven der Sangdong-Mine belaufen sich auf 7.896 kt Erz bei einem Gehalt von 0,47 % Wolframtrioxid, während die abgeleiteten Ressourcen gigantische 52.765 kt umfassen.

    Günstige Gelegenheit? Almonty bleibt einzigartig positioniert.

    Die All-in Sustaining Costs für Sangdong belaufen sich laut historischen Berechnungen auf lediglich 110 USD pro MTU, was etwa der Hälfte der chinesischen Produktionskosten entspricht und bei aktuellen Marktpreisen von über 3.000 USD pro MTU eine hervorragende Marge garantiert. Das zerkleinerte Erz wird über hochmoderne Mühlen des Herstellers Metso aufbereitet, die mit einer Präzisionstoleranz von nur 0,008 mm/m justiert sind. An den Börsen konsolidierte die Aktie zuletzt merklich. Im Spiegel der Rally der vergangenen Monate ist das aber bislang noch kein Beinbruch. Die Bekanntgabe einer massiv überzeichneten Wandelanleihe über 700 Mio. USD löste zuletzt Leerverkäufe durch institutionelle Arbitrageure aus, Die Platzierung liefert Almonty nach Abzug von Gebühren Nettomittel von rund 675,9 Mio. USD – davon entfallen ca. 83 Mio. USD auf Capped-Call-Absicherungen zur Begrenzung der Verwässerung, sodass rund 593 Mio. USD für operative Zwecke und strategisches Wachstum bereitstehen. Mit diesem Kapital will das Unternehmen teure Kredite ablösen und kann weiter wachsen. Neben weiteren Minenprojekten ist auch eine tiefere vertikale Integration denkbar. Kann sich Almonty mit dem frischen Kapital mehr Marktanteile und Marge kaufen, dürften die aktuellen Kurse sogar eine vielversprechende Perspektive bieten.

    Almonty: Weitere Wolfram-Minen und Molybdän-Exploration

    Das Portfolio von Almonty umfasst neben den südkoreanischen Wolfram-Vorkommen die Minen Panasqueira in Portugal sowie die aktuell außer Dienst stehenden Projekte Los Santos und Valtreixal in Spanien. In den USA kaufte man zudem im vergangenen Herbst das Gentung-Browns-Projekt zu, das ab Ende dieses Jahres schrittweise in Produktion geführt werden soll. Im September 2025 startete das Unternehmen zudem ein großes Diamantbohrprogramm über 11.700 Meter im Untertage-Bereich von Sangdong, um die dortigen hochgradigen Molybdän-Lagerstätten im Alfonse-D-Bereich zu verifizieren. Für diese Sparte schloss Almonty bereits einen exklusiven Abnahmevertrag für die gesamte Lebenszeit der Mine mit der südkoreanischen SeAH M&S – einem direkten Zulieferer von SpaceX – zu einer garantierten Preisuntergrenze von 19,00 USD pro Pfund Molybdänoxid.

    Fazit: Beste Ausgangslage für den Quasi-Monopolisten

    Almonty ist eng mit der westlichen Industrie verbunden. Das zeigen die Abnahmeverträge und auch die Beteiligungsstruktur – das österreichische Unternehmen Plansee gehört zum Aktionärskreis und betont in Interviews immer wieder die Zusammenarbeit mit Almonty. Auch dass die KfW-IPEX Bank zu den Finanzierungspartnern gehört und mit dem pensionierten US-General Steven L. Allen als neuen Chief Operations Officer ein Militär ins Management-Team eingestiegen ist, unterstreicht die positive Ausgangslage des Unternehmens. In Zeiten, in denen Wolfram knapp ist und von vielen Branchen dringend benötigt wird, ist Almonty die erste Adresse. Die bereits heute enormen Margen dürften weiter wachsen. Almonty bleibt eine einzigartige Erfolgsgeschichte.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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