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26.09.2022 | 05:10

Hypoport, Saturn Oil + Gas, Deutsche Bank – Knallharte Ansagen der Analysten

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Bildquelle: pixabay.com

Aufgrund der Unsicherheiten in der Weltwirtschaft mit Rezessionsängsten und gesprengten Lieferketten, gepaart mit einer ausufernden Inflation, wird es für Unternehmen immer schwieriger, ihre Prognosen aufrecht zu halten. Jüngstes Beispiel ist der Batteriehersteller Varta, der seine Schätzungen für das Gesamtjahr aufgrund gestiegener Produktionskosten ganz zurückzog. Die Analysten reagierten mit Herabstufungen. Im Gegensatz dazu ist das Gros der Finanzexperten trotz der letzten Korrekturen besonders für den Rohstoffsektor langfristig optimistisch gestimmt.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , HYPOPORT SE NA O.N. | DE0005493365 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008

Inhaltsverzeichnis:


    Saturn Oil & Gas – Optimistische Stimmen

    Geht man nach den Analysten, die das stark wachsende Energieunternehmen Saturn Oil & Gas bewerten, ergibt sich im Vergleich zum aktuellen Kursniveau von 2,42 CAD eine klare 200%-Chance. So sieht das Analystenhaus Velocity Trade Capital in den Kanadiern einen „Outperformer“ mit einem Kursziel von 7,19 CAD, während Eight Capital den aufstrebenden Öl-Produzenten mit einem „Buy“-Rating und einem Kursziel von 7,50 CAD versieht.

    Hervorzuheben ist das rasante Wachstum von Saturn Oil & Gas. Innerhalb von 18 Monaten wurde durch Akquisitionen die Öl- und Gasproduktion von 233 Barrel pro Tag im ersten Quartal 2021 auf heute 12.000 Barrel pro Tag gesteigert. Bis zum Ende des kommenden Jahres soll dann die tägliche Förderquote zwischen 13.950 Barrel und 14.550 Barrel liegen.

    Nach Übernahme der Zielgebiete und der exorbitanten Produktionssteigerung soll das EBITDA in 2023 bei 252 Mio. CAD liegen. Damit kann der Schuldenabbau mit 50% der Überschüsse deutlich forciert werden. Zum dritten Quartal 2024 dürfte dann das für die Akquisitionen aufgenommene Fremdkapital aus der Bilanz gänzlich verschwunden sein.

    Durch das enorme Wachstum hat sich Saturn Oil & Gas zudem für den Handel am OTCQX Best Market in den USA qualifiziert. Dafür müssen Unternehmen hohe finanzielle Standards erfüllen, Best-Practice-Corporate-Governance-Verfahren anwenden und die Einhaltung der geltenden Wertpapiergesetze nachweisen. Das Upgrade ist wichtig, um einerseits die Liquidität in der Aktie zu erhöhen, zum anderen wird es auch den in den USA ansässigen Investoren erleichtert, sich an einem wachsenden kanadischen Energieproduzenten zu beteiligen, der sich für eine verantwortungsbewusste Ressourcenentwicklung einsetzt.

    Weitere Details zur Erfolgsstory von Saturn Oil & Gas können interessierte Anleger am morgigen Dienstag, 27.09.2022 anlässlich des virtuellen 4. International Investment Forum (IIF) erfahren. Kevin Smith, VP Corp Dev, präsentiert das Unternehmen. Die Anmeldung ist kostenlos.

    Hypoport – Weiterer Tiefschlag für die Immobilienbranche

    Die strikte Geldpolitik der Notenbanken mit steigenden Zinsen ist in der Immobilienbranche in Deutschland angekommen. Zu spüren bekam dies mit aller Härte der Finanzvermittler Hypoport, der sich noch im August trotz der erwarteten Zinsschritte an seine Jahresziele mit einem erwartenden Umsatz von 500 bis 540 Mio. EUR und einem operativen Gewinn zwischen 51 Mio. EUR und 58 Mio. EUR klammerte. Dieser musste nun eingestehen, dass der Ausblick „deutlich verfehlt“ werde.

    Grund ist die weiterhin schwache Nachfrage nach Produkten in der privaten und institutionellen Immobilienfinanzierung sowie im Corporate Finance Geschäft. Die stark gestiegenen Zinsen, die wachsenden Inflationsängste sowie Sorgen vor einer tiefen Rezession halten Verbraucher vor entsprechenden Transaktionen zurück. In Folge dessen rechnet das SDAX-Unternehmen für das dritte Quartal mit rückläufigen Erlösen, jedoch solle das Ergebnis vor Zinsen und Steuern „ausgeglichen“ ausfallen.

    Im Zuge dieser Hiobsbotschaft verlor die Hypoport-Aktie unter hohen Volumina rund 50% an Wert. Seit den Höchstständen im September des vergangenen Jahres, als die Aktie bei 612,80 EUR notierte, wurden insgesamt rund 90% an Börsenwert verbrannt. Aktuell notiert der Titel bei 79,30 EUR. Für die Analysten von Hauck Aufhäuser Investment Banking ist selbst dieses Niveau noch zu hoch. Analyst Simon Keller setzte die Aktie nach der verheerenden Gewinnwarnung von „Hold“ auf „Sell“ und senkte das Kursziel von vorher 205 EUR auf aktuell 70 EUR. Im Zuge des kriselnden Immobilienmarktes sollten Anleger bei Hypoport an die alte Börsenweisheit denken: „Greife nie in ein fallendes Messer!“

    Deutsche Bank – Profiteur des Zinsanstieges

    Im Gegensatz zur führenden Plattform im Finanzierungsbereich, Hypoport, profitiert die Deutsche Bank von der strikteren Geldpolitik der Notenbanken. Dies sieht auch die US-Investmentbank Goldman Sachs, die die Frankfurter weiterhin mit einem „buy“-Rating und einem Kursziel von 17,30 EUR einschätzt. Dabei untersuchte Analyst Chris Hallam die europäische Bankenbrache in Hinblick auf den Zinsanstieg sowie der drohenden Rezession. Die Bewertung vieler Branchenwerte sei niedrig. Aufgrund dessen sehe er im Sektor generell viel Potenzial. Die Deutsche Bank gehöre dabei zu den Favoriten.

    Trotz der veränderten Bedingungen hält die Deutsche Bank an den diesjährigen Erlöszielen fest. Dagegen wird das Management für das kommende Jahr etwas vorsichtiger. Der CFO, James von Moltke, mahnte auf einer Konferenz zur Vorsicht. Laut Nachrichtenagentur Reuters äußerte der Finanzchef, dass eine schwierige Zeit auf Privathaushalte und Unternehmen zukomme. Jedoch kompensierte die Zinswende das entgangene Wachstum in der Bank, erklärte Von Moltke und prognostizierte einen Erlössprung von 700 Mio. EUR durch die gestiegenen Zinsen. Dagegen sei das Klima für M&A-Geschäfte und Emissionsberatung eher ungünstig. Jedoch bleibe das Investmentbanking mit einem Umsatz von 2,5 Mrd. EUR im dritten Quartal eine wichtige Konstante.


    Aufgrund der Unsicherheiten in Sachen Rezession, hohe Inflation und steigende Produktionskosten ist es für viele Unternehmen schwierig, ihre am Anfang des Jahres ausgerufenen Prognosen zu halten. Hypoport musste seine Schätzungen für 2022 kassieren, die Deutsche Bank kann dagegen durch das gesteigerte Zinsniveau profitieren. Dagegen erreichte Saturn Oil & Gas bei der Produktion von 12.000 Barrel pro Tag einen Meilenstein, der jedoch bis zu Jahresende mit 12.500 Barrel getoppt werden soll.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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