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09.08.2022 | 05:10

Kaufen nach dem Kursrutsch? Tocvan Ventures, Palantir, Bayer

  • Markt
  • Data
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Bildquelle: pixabay.com

Die Börsen bewegen sich seit ihren Tiefstständen Mitte Juni weiter nach oben, der DAX konnte die Marke von 13.600 mit Leichtigkeit überwinden. Sonniger sieht im heißen August derzeit ebenfalls die Lage am Edelmetall- und Krypto-Markt aus. Ein Grund für die gute Stimmung ist neben den angenehmen Temperaturen der positive Verlauf der Berichtssaison für das zweite Quartal. Dennoch gibt es Ausreißer nach unten, die trotz unter den Prognosen liegendem Zahlenwerk eine mögliche langfristige Kaufchance darstellen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , TOCVAN VENTURES C | CA88900N1050 , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088

Inhaltsverzeichnis:


    Tocvan Ventures – Goldboden gefunden?

    Beim Goldexplorationsunternehmen Tocvan Ventures liegt der Verlust von rund 60% nicht am Verfehlen irgendwelcher Prognosen, sondern vielmehr am gefallenen Basispreis Gold. Dass kleinere Unternehmen in einem länger fallenden Gesamtmarkt underperformen, ist eher die Regel als die Ausnahme. Denn auf der anderen Seite dürften gerade solche Werte den Goldpreis nach oben mehrfach outperformen und wirken daher wie ein Optionsschein im Vergleich zum Gesamtmarkt. Auf fundamentaler Ebene läuft es beim kanadischen Gold- und Silber-Explorer, der zwei aussichtsreiche Projekte im Bundesstaat Sonora in Mexiko besitzt, wie am Schnürchen. Der Aztekenstaat gehört global zu den zehn größten Goldproduzenten mit einer Produktion von rund 102t jährlich und ist mit 6.120t pro Jahr der größte Silberproduzent.

    Das Unternehmen aus Calgary konnte jüngst mit überragenden Bohrergebnissen auf seinem Flagschiff-Projekt Pilar aufwarten. Die Liegenschaft befindet sich Tür an Tür zu mehreren der größten Produzenten wie Fresnillo mit der Mina La Herradura oder die Mine San Francisco von Magna Gold. Nach Abschluss der letzten Bohrphase wurden insgesamt sieben Bohrungen mit einer Gesamtlänge von 1.382m niedergebracht. Die Bohrungen konzentrierten sich auf Step-Out-Ziele sowie neu entdeckte Trends zwischen der Hauptzone und dem Bereich 4-T. Erste metallurgische Ergebnisse wurden aus Säulenlaugentests gewonnen, die sich dafür eignen, um die potenzielle Goldgewinnung in verschiedenen Bereichen des Projekts zu analysieren. Dabei ergab sich bei allen vier Proben eine erstaunliche Goldgewinnung von 86%. Die Gehalte der Erzproben lagen zwischen 0,4 und 5,0 g/t AU, die gemessene Goldgewinnungsrate lag im Bereich von 85 bis bei 96%. Im Vergleich dazu bringt es die benachbarte profitable Colorado-Mine von Argonaut Gold auf gerade einmal 67,6% Gewinnungsrate.

    Um für das nächste Bohrprogramm im Herbst finanziell ausgestattet zu sein, konnte das Investmenthaus Sorbie Bornholm als neuer Ankeraktionär begrüßt werden. Dafür zahlen die Briten 5,125 Mio. CAD in 24 Tranchen über die nächsten zwei Jahre.

    Für Tocvan-CEO Brodie Sutherland ist der Einstieg des strategischen Investors ein Segen, weil zum einen eine weitere Verwässerung der Altaktionäre auf absehbare Zeit vermieden wird und zum anderen die Bohrprogramme für die nächsten zwei Jahre und möglicherweise darüber hinaus nun vollständig finanziert sind. Tocvan Ventures besitzt aktuell einen Börsenwert von 17,63 Mio. EUR. Die Qualität der beiden Liegenschaften ist vielversprechend. Bei einem nachhaltig steigenden Goldpreis könnten die Kanadier deshalb zu den Outperformern zählen.

    Palantir – Die übliche Sache mit den Ergebnisprognosen

    Von Gold zu Daten, die ja bekanntermaßen das Gold der Zukunft darstellen. Im Bereich der Datenanalyse gibt es mit Palantir ein Unternehmen, das sich nicht nur selbst als den Marktführer mit der besten Plattform sieht. Neben Regierungen schwört auch die Privatwirtschaft auf die Technologie des Unternehmens aus Denver. Mit Verkündung der Zahlen wurde der Trend der letzten Quartale fortgesetzt. Wie aus dem Film „und täglich grüßt das Murmeltier“ sackte das Papier nach dem Verfehlen der Analystenprognosen zweistellig in den Keller. Mit 9,80 USD liegt die Aktie damit nahe dem seit Mai ausgebildeten Aufwärtstrend. Sollte dieser durchbrochen werden, winkt ein noch zu schließendes Aufwärts-Gap vom 17. Juni bei 8,25 USD.

    Das Team um den umtriebigen wie umstrittenen CEO Alex Karp verfehlte im zweiten Quartal die Prognosen beim Gewinn je Aktie. Das Unternehmen aus Denver verbuchte demnach ein Minus von 0,01 USD pro Anteilsschein. Der Konsens der Analysten dagegen sah schwarze Vorzeichen mit einem Gewinn je Aktie von 0,031 USD. Der Umsatz kletterte dagegen im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 473 Mio. USD, im Vorjahreszeitraum lagen die Erlöse noch bei 375,6 Mio. USD. Analysten erwarteten im Vorfeld einen Umsatz in Höhe von 465,8 Mio. USD.

    Ebenfalls enttäuscht hatte Palantir bei Verkündung der Prognosen zum laufenden Quartal. Hier rechnet das US-Unternehmen mit rund 475 Mio. USD, während die Finanzexperten 498 Mio. USD an Erlösen sahen. Auch für das Gesamtjahr korrigierte man die Umsatzschätzung auf 1,9 bis 1,902 Mrd. USD. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass größere Aufträge seitens der US-Regierung nicht in den Prognosen berücksichtigt sind. In Anbetracht der unsicheren geopolitischen Lage dürfte Palantir mit seiner Datenanalyse nicht nur von Seiten der US-Regierung immer mehr an Aufmerksamkeit und damit Aufträgen gewinnen. Langfristig bleibt das Unternehmen trotz der schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen und der ambitionierten Bewertung ein potenzieller Vervielfachungskandidat.

    Bayer – Wenig Vertrauen vorhanden

    Die Analysten lobten die Bayer AG wegen der guten Quartalsergebnisse in der vergangenen Woche sowie die Erhöhung der Wachstumsprognosen. Jedoch stehen die Rechtsstreitigkeiten und Rückstellungen aufgrund des Glyphosat-Rechtsstreits noch immer im Weg.

    Auch eine zusätzlich genehmigte Anwendung des Bayer-Medikaments Darolutamid in Kombination mit Docetaxel bei metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs (mHSPC) durch die US-Arzneimittelaufsicht FDA konnte gegen die weiter fallenden Notierungen wirken. Die Analysten der Berenberg Bank haben die Einstufung für Bayer nach Quartalszahlen mit "Buy" und einem Kursziel von 76 EUR wiederholt. Die Ergebnisse des Pharma- und Agrarchemiekonzerns seien im Hinblick auf die Auflösung von Rechtsstreitigkeiten beziehungsweise Konglomerats-Abschlägen gemischt ausgefallen, schrieb Analyst Sebastian Bray.


    Nach den Quartalszahlen ging der Datenanalysespezialist Palantir in den Tauchgang über und verbuchte zweistellige Kursverluste. Langfristig ist der Titel jedoch ebenso interessant wie der Pharmariese Bayer. Durch einen anziehenden Goldpreis hat Tocvan Ventures das Potenzial eines Outperformers.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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    • Westafrika
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