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22.12.2021 | 05:35

Kodiak Copper, Nordex, BYD – Werden Rohstoffe knapp?

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Bildquelle: pixabay.com

Das Institut der Deutschen Wirtschaft hat eine Studie zur Rohstoffsituation der bayrischen Wirtschaft vorgelegt, aber man kann davon ausgehen, dass die Ergebnisse ebenso auf den Rest der Welt zutreffen werden. Durch die neuen Technologien, die gerade beispielsweise in der Automobilbranche Einzug halten, erhöht sich die Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen deutlich. Insgesamt 22 Rohstoffe werden als sehr riskant angesehen. Kupfer liegt zwar nur auf Platz 23, aber die Studie unterstreicht die Bedeutung des Rohstoffs für die Elektrifizierung in vielen Bereichen der Industrie. Sollte die Nachfrage weiterhin stark wachsen, besteht für die deutsche Industrie ein Beschaffungsrisiko. Ein guter Grund sich drei Unternehmen anzuschauen, die mit Kupfer operieren.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , KODIAK COPPER CORP. | CA50012K1066 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

Inhaltsverzeichnis:


    Kodiak Copper – Bohrprogramm 2021 abgeschlossen

    Gute und große Kupferminen zu finden hat sich in den letzten Jahren als sehr schwierig erwiesen. Will man die wachsende Nachfrage zukünftig decken, müsste die Produktion deutlich ausgeweitet werden. Doch ohne neue Vorkommen wird es auf lange Sicht unmöglich, die gesamte Nachfrage zu decken. Kodiak Copper besitzt drei Projekte, von denen nur das Kahuna Projekt kein Kupfer, sondern Diamanten beherbergt. Das Mohave Projekt befindet sich in Arizona, umfasst 10,3qkm und enthält Kupfer, Molybdän, Silber und Porphyr. Das Hauptprojekt heißt MPD, liegt in British Columbia, Kanada, und umfasst 147qkm.

    Dort läuft seit März dieses Jahres ein Bohrprogramm zu dem am 14. Dezember das letzte Update bekanntgegeben wurde. Im Jahr 2021 wurden insgesamt 36 Bohrlöcher mit einer Gesamtlänge von 21.675m niedergebracht. Die neuesten Ergebnisse aus drei Bohrlöchern brachten bis zu 0.37% Kupfer und 0.11 g/t Gold über eine Länge von bis zu 537m hervor. Neben Kupfer wurde Gold und Silber gefunden. Schon mit diesen ersten Ergebnissen - 12 stehen noch aus - konnte man die Gate-Zone erweitern. Insgesamt beträgt die Streichlänge nun 950m bei einer Tiefe von 850m und einer Mächtigkeit von 350m. Trotz schwieriger Bedingungen war das Bohrprogramm von Erfolg gekrönt.

    Für 2022 sind weitere 25.000m Bohrungen geplant, bei denen auch die Dillard, Man und Axe Zonen näher untersucht werden sollen. Diese Ziele weisen ähnliche geophysikalische und geochemische Anomalien auf wie die Gate-Zone. Im ersten Quartal werden die Ergebnisse der anderen 12 Bohrlöcher, 1.755 Bodenproben und 176 Gesteinsproben veröffentlicht. Für einen stetigen Nachrichtenfluss ist somit gesorgt. Die Aktie hatte ihr Jahreshoch am 19. Mai bei 2,34 Kanadischen Dollar, als auch der Kupferpreis sein Hoch markierte. Danach setzte sowohl beim Kupferpreis als auch bei der Aktie eine Konsolidierung ein, die den Kurs der Aktie bis auf aktuell 1,10 CAD drückte. Somit hat die Aktie deutlich stärker konsolidiert als der Kupferpreis und sollte einiges Aufwärtspotential besitzen.

    Nordex – Klimapaket in den USA gescheitert

    Die neue Ampel-Regierung sollte mit ihren Klimazielen Rückenwind für Nordex bringen. Dass dafür Kupfer benötigt wird, erklärt sich von selbst, wenn man sich vor Augen führt, dass eine Windkraftanlage mit der kompletten Infrastruktur 30 Tonnen Kupfer benötigt. In Deutschland sollen in Hinblick auf die geplante Abschaltung der Atom- und Kohlekraftwerke mehr Windparks entstehen. Die Nachfrage wird also zumindest in DE steigen. Anders sieht es in den USA aus, wo Joe Biden mit seinem 2 Billionen Sozial- und Klimapaket gescheitert ist.

    Dort wird zukünftig wohl nicht so viel Geld in Erneuerbare Energien investiert wie von vielen erwartet wurde. Kurz vorher konnte sich Nordex noch einen Großauftrag aus Texas über 41 Turbinen mit einem Gesamtvolumen von 196 Megawatt angeln. Auch wenn die Aufträge aus den USA weniger werden sollten, die Auftragsbücher sind trotzdem voll. Vor allem nach Südamerika wird viel verkauft. Das Manko ist nach wie vor die dünne Marge, die vor allem unter den gestiegenen Rohstoffpreisen leidet. Hier sollte sich das Unternehmen besser für die Zukunft aufstellen und kann dann auch höhere Margen erreichen.

    Die Rahmenbedingungen sind für die Sparte Erneuerbare Energien weltweit positiv. Steigen die Margen, wird auch die Aktie aus ihrer Seitwärtsphase ausbrechen können, in der sie sich seit Anfang September befindet. Das Papier pendelt zwischen 12,64 EUR und 16,90 EUR und notiert aktuell bei 14,27 EUR. Der Test des Tiefs aus Oktober konnte nun zum zweiten Mal vermieden werden und so ist ein Test der 16 EUR wahrscheinlich.

    BYD – baut die Produktion aus

    BYD hat ursprünglich Batterien produziert, mittlerweile wird aber der Geschäftsbereich der Elektrofahrzeuge immer wichtiger. Das Unternehmen hat zwar noch Verbrenner im Angebot, aber der Trend geht zu über 90% in Richtung E-Autos. Das Problem dabei ist der erhöhte Bedarf an Kupfer. Ein Verbrenner braucht etwa 23kg Kupfer, das E-Auto dagegen schon 40kg. Diese 17kg umgerechnet auf die produzierten Fahrzeuge von 2019 würde einem Mehrbedarf an Kupfer in Höhe von 948.600 Tonnen entsprechen, was etwa 5% der weltweiten jährlichen Produktion ausmacht.

    Bei den Elektrobussen wird noch mehr verbaut, aber auch im Elektro-LKW Markt engagiert sich das Unternehmen verstärkt. Am 21. Dezember gab das Unternehmen den Eintritt in den ungarischen Markt bekannt. Bereits am 16. Dezember konnte ein Auftrag über 20 E-LKW aus Mexiko gewonnen werden. Das Ziel für 2022 liegt bei mindestens einer Million verkauften Elektrofahrzeugen. Das wäre ein Meilenstein, den zuvor nur Tesla geknackt hat. Um den Bedarf an Akkus abzudecken wurde am 20. Dezember der Bau einer 15 Gigawatt Fabrik in China für 1,25 Mrd. USD verkündet.

    Das Kapital dafür hat man sich im November durch zwei Kapitalerhöhungen besorgt. Einer der bekanntesten Aktionäre des Unternehmens ist Warren Buffet, der aber schon lange an Bord ist. Durch die Kapitalerhöhungen ist die Aktie unter Druck geraten. Am 23. November notierte der Wert noch bei 41,24 USD. Aktuell ist sie lediglich 31,44 USD wert. Solange die Marke von 30 USD auf Schlusskursbasis nicht unterschritten wird, bleibt der Aufwärtstrend intakt.


    Kupfer wird voraussichtlich in den nächsten zehn Jahren knapp werden. Eine Folge werden Preissteigerungen sein. Kodiak Copper könnte davon profitieren, sofern der Schritt zum Produzenten vollzogen wird. Nordex muss aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, wenn man die Achillesferse Marge loswerden will. BYD ist diversifiziert aufgestellt, aber auch hier wird der Bedarf an Kupfer steigen und sollte vom Management vorausschauend geplant werden.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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