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25.11.2025 | 05:30

Langfristige Megatrends statt kurzer Friedenshoffnungen: Das stabile Fundament von Almonty Industries, Rheinmetall und RENK Group

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  • RENK Group
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Bildquelle: pixabay.com

Die jüngste Nervosität an den Märkten übertrifft die strategische Realität bei weitem. Während kurzfristige Friedenshoffnungen Rüstungswerte unter Druck setzen, treiben langfristige geopolitische Risiken und der Nachholbedarf europäischer Armeen die Auftragsbücher zentraler Zulieferer und Systemanbieter in die Höhe. Die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen, Hochtechnologie und modernster Antriebstechnik bleibt robust, unabhängig von politischen Schlagzeilen. Diese fundamentale Stärke zeigt sich besonders in der Wertschöpfungskette, angefangen beim strategischen Metall Wolfram über die Munitionsproduktion bis hin zu Antrieben für militärische Fahrzeuge. Drei Unternehmen, die diese Kontinuität verkörpern, sind Almonty Industries, Rheinmetall und die RENK Group.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , RENK Group AG | DE000RENK730

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries - baut das Wolfram-Imperium für den Westen aus

    Für westliche Investoren, die auf kritische Rohstoffe setzen, bietet der Wolframmarkt ein klares Narrativ: geopolitische Sicherheit. Almonty Industries stellt sich genau dieser Aufgabe und baut systematisch eine unabhängige Versorgungskette auf. Der jüngst abgeschlossene Zukauf des Gentung Browns Lake Projekts in Montana ist ein strategischer Coup. Dieses fortgeschrittene Projekt, eines der wenigen seiner Art in den USA, könnte bereits Ende 2026 produzieren. Pro Jahr soll die Produktionsmenge dann bei 140.000 t liegen. Almonty sichert sich damit nicht nur eine weitere Produktionsstätte, sondern auch einen direkten Zugang zum wohl wichtigsten strategischen Markt, gestützt durch bestehende Infrastruktur und das Bestreben der US-Regierung, Lieferketten für Verteidigung und Hochtechnologie unabhängiger zu gestalten.

    Die Diversifizierung von Almonty geht weit über diesen einen Schritt hinaus. Das Unternehmen verfolgt mittlerweile eine dreigeteilte Strategie. Während die Panasqueira-Mine in Portugal schon lange produziert und nun durch ein umfangreiches Bohrprogramm weiter ausgebaut wird, nähert sich das Flaggschiff-Projekt Sangdong in Südkorea der kommerziellen Produktion. Zusammen mit dem neuen US-Standbein bildet Almonty so ein länderübergreifendes Netzwerk in verlässlichen Jurisdiktionen. Diese geografische Streuung minimiert operationelle Risiken und maximiert die Flexibilität, um auf regionale Nachfrageschwankungen zu reagieren.

    Die Nachfrage nach Wolfram aus sicheren Quellen wird strukturell hoch bleiben. China, der dominante Produzent, drosselt kontinuierlich seine Exporte, um die eigene Industrie zu versorgen. Gleichzeitig treiben westliche Industriestaaten ihre Bemühungen voran, kritische Lieferketten für Verteidigung, Luftfahrt und Halbleiter zu internalisieren. Diese Politik wird nicht kurzfristig revidiert werden. Für Almonty bedeutet dies eine langfristig stabile Nachfrageumgebung. Das Unternehmen positioniert sich nicht einfach nur als Minenbetreiber, sondern als eine strategische Infrastruktur für die technologische und verteidigungspolitische Souveränität des Westens. Die Analysten sehen Kursziele zwischen 9,57 und 12 USD je Aktie, die aktuell bei nur 5,59 USD an der NASDAQ steht.

    Rheinmetall - warum der aktuelle Rücksetzer eine Chance sein könnte

    Die strategische Neuaufstellung bei Rheinmetall gewinnt zunehmend an Kontur. Mit Volldampf arbeitet das Unternehmen daran, sein Automobilzuliefergeschäft zu verkaufen. Der Plan ist klar, man will sich in einen reinen Rüstungskonzern verwandeln. Dadurch will das Management seine „Vision 2030“ umsetzen. Ab diesem Jahr will man seinen Umsatz auf 50 Mrd. EUR nach oben schrauben. Zum Vergleich 2021 lag der Umsatz bei 10 Mrd. EUR. Das ist eine Hausnummer, die ohne diesen strategischen Fokus kaum zu schaffen wäre. Begleitet werden diese Pläne von einer angestrebten operativen Marge von über 20 %, was den absoluten Wachstumsanspruch unterstreicht.

    Die jüngsten operativen Zahlen untermauern die Dynamik. In den ersten 9 Monaten 2025 legte der Konzernumsatz um 20 % auf 7,5 Mrd. EUR zu, während das operative Ergebnis um 18 % stieg. Besonders bemerkenswert ist der prall gefüllte Auftragsbestand von 64 Mrd. EUR, der für Jahre eine ausgelastete Produktion verspricht. Auch wenn der operative Free Cashflow aktuell durch hohe Investitionen in neue Kapazitäten belastet ist, zeigt diese Ausgabebereitschaft, wie ernsthaft Rheinmetall die massive Nachfrage bedienen will.

    Vor diesem Hintergrund könnte ein aktueller Kursrücksetzer eine Einstiegsgelegenheit bieten. Der fundamentale Ausblick ist robust. Die strategische Fokussierung, der historisch hohe Auftragsbestand und die klare Wachstums Roadmap bilden ein starkes Fundament. Investoren, die von der langfristigen "Zeitenwende"-These im Verteidigungssektor überzeugt sind, erhalten hier möglicherweise die Chance, in ein führendes und zunehmend schlank aufgestelltes Unternehmen zu einem attraktiveren Bewertungsniveau einzusteigen. Derzeit ist die Aktie für 1.466,50 EUR zu haben.

    RENK Group – hier lohnt ein genauer Blick

    Die RENK Group präsentierte für die ersten 9 Monate Zahlen, die auf den ersten Blick kaum besser sein könnten. Der Konzernumsatz legte kräftig um 19 % auf 928 Mio. EUR zu, während das bereinigte EBIT sogar um mehr als 25 % auf 141 Mio. EUR stieg. Die Triebfeder dieses Wachstums ist unverkennbar das Verteidigungsgeschäft. Noch entscheidender ist der starke Auftragseingang, der um 45 % auf 1,25 Mrd. EUR kletterte. Der Gesamtauftragsbestand erreicht mit 6,4 Mrd. EUR ein Rekordhoch und sichert die Auslastung für Jahre. Diese fundamentale Stärke wird bei einer kurzfristigen Schwächephase der Aktie oft übersehen.

    Ein Blick in die Segmente zeigt, wo die Stärken liegen. Vehicle Mobility Solutions (VMS) ist das Powerhouse des Konzerns und wächst mit einer Book-to-Bill-Ratio von 1,6x dynamisch. Auch Marine & Industry legt solide zu. Lediglich das kleinere Segment Slide Bearings kämpft mit dem schwächelnden Industrieumfeld. Die strategische Fokussierung auf die Verteidigungsbranche trägt eindeutig Früchte. Zudem bestätigte der Vorstand die Prognose für 2025 und signalisiert damit weiteres Vertrauen in den Geschäftsverlauf. Das Unternehmen liefert nicht nur harte Zahlen, sondern investiert parallel in moderne Produktionsstrukturen, um die gestiegene Nachfrage effizient zu bedienen.

    Vor diesem Hintergrund kann der aktuelle Kursrückfall eine Gelegenheit sein. Die fundamentale Lage des Unternehmens hat sich nicht verschlechtert, im Gegenteil. Das Orderbuch ist voll, die Gewinne wachsen und das Kerngeschäft mit Verteidigung steht auf soliden Füßen. Das Fundament könnte kaum stabiler sein. Für Anleger mit langem Atem, die sich von Kursschwankungen nicht aus der Ruhe bringen lassen, ist ein solcher Rücksetzer eine echte Chance. Denn hier kann man in ein Unternehmen einsteigen, dessen Zukunftsperspektiven glasklar sind und dessen aktuelle operative Leistung die Börsenbewertung bei Weitem in den Schatten stellt. Momentan kostet eine Aktie 49,23 EUR.


    Trotz der jüngsten Kursrückgänge bleiben die langfristigen Perspektiven für die hier vorgestellten Unternehmen intakt. Almonty Industries baut als Wolfram-Produzent eine kritische Versorgungsinfrastruktur für den Westen auf. Rheinmetall treibt seine strategische Fokussierung auf das Rüstungsgeschäft mit ambitionierten Wachstumszielen voran. Die RENK Group wiederum glänzt mit Rekordaufträgen und profitablem Wachstum in ihrem Kerngeschäft mit Antriebslösungen. Für Investoren, die von der anhaltenden "Zeitenwende" überzeugt sind, bietet die aktuelle Marktnervosität und die damit verbundenen Kursdips möglicherweise Einstiegsgelegenheiten in diese fundamental gut aufgestellten Unternehmen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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