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14.02.2022 | 04:44

Plus 300% in 3 Monaten - wie geht es weiter? Infineon, BYD, BrainChip

  • Technologie
  • Halbleiter
  • E-Mobilität
Bildquelle: pixabay.com

Laut einer Analyse von Goldman Sachs sind 169 Hightech-Branchen vom globalen Chipmangel betroffen. Denn fehlende Mikroprozessoren haben nicht nur der Automobilindustrie heftig zugesetzt. Ob Smartphones, WLAN-Router, Windräder oder medizinische Geräte: Ohne Chips läuft hier nichts. Experten sehen aktuell noch keine Trendwende, denn die Probleme, die zur Krise beitragen, bestehen weiter fort. Welche Tech-Titel sollten jetzt auf die Kaufliste?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: BRAINCHIP HOLDINGS LTD | AU000000BRN8 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004

Inhaltsverzeichnis:


    Das IIF - International Investment Forum öffnet zum zweiten Mal seine Pforten

    Für alle Investorinnen und Investoren bietet sich im Rahmen des diesjährigen IIF - International Investment Forum am Donnerstag, den 17. Februar die Chance, 14 ausgewählte Unternehmen näher kennenzulernen. Pünktlich um 10:00 Uhr CET startet die Session in englischer Sprache. Eine einmalige Registrierung zu dem Event erfolgt für alle Interessierten über diesen Link.

    BrainChip Holdings – Da ist noch einiges in der Pipeline

    Auch dabei ist die mit bis zu 10 Millionen Aktien Umsatz pro Tag bekannte BrainChip Holdings aus Australien. Der Chef des Unternehmens, CEO Sean Hehir, wird um 19:00 Uhr vor die Zuhörer treten und seine Strategie im umkämpften Chipmarkt darlegen.

    Nach einem Plus von über 300% in nur 3 Monaten ist der Kurs zuletzt in eine leichte Konsolidierung getreten. Damit folgt die Tendenz dem großen Trend an der NASDAQ, wo der Technologie-Index NDX bislang 15% vom Hoch abgegeben hat. Tesla, der super-gehypte Vertreter der E-Mobilität verlor im gleichen Zeitraum schon mal 30%. Die Zinswende an den US-Kapitalmärkten hatte zu dieser Korrektur der gutgelaufenen Tech-Titel geführt. Sie ist noch nicht vorüber!

    Gegenläufig zur aktuellen Kurs-Korrektur zeigt sich allerdings der technologische Fortschritt im Hause BrainChip. Das US-Patent- und Markenamt hat dem Unternehmen jüngst das Patent für "Method and a System for Creating Dynamic Neural Function Libraries" erteilt. Es handelt sich um eine Fortsetzung zweier früherer US-Patente. Laut BrainChip schützt dieses Patent die grundlegende Struktur und Funktion eines digitalen Neurons, das aus mehreren Synapsen-Schaltkreisen besteht, welche mit einem Soma-Schaltkreis in Analogie zu einem biologischen Neuron verbunden sind.

    Mit der Erteilung dieses weiteren US-Patents kann BrainChip laut Firmengründer Peter van der Made seinen Abnehmern zeigen, dass seine Technologie bei der "Revolutionierung der künstlichen Intelligenz" eine Vorreiterrolle spielt. Frühere Versuche in diesem Forschungsfeld konnten vergleichbare Ergebnisse noch nicht erreichen. Das Patentportfolio des Unternehmens umfasst derzeit acht in den USA und ein in China erteiltes Patent sowie 21 anhängige Patentanmeldungen in den USA, Europa, Kanada, Japan, Korea, Australien, Brasilien, Mexiko und Israel.

    Zu den prominenten BrainChip-Kunden gehören Organisationen wie die NASA, Valeo, Nanose Medical, Renesas und Ford. Ein Megatrend dürfte sich im Bereich „Autonomes Fahren“ herausbilden, hier sind die Australier mit ihren Technologien schon sehr weit. Die BRN-Aktie wird in Australien, an der NASDAQ sowie in Deutschland aktiv gehandelt. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell rund 1,67 Mrd. EUR. Nehmen Sie den Wert wieder in die Beobachtung, denn die Konsolidierung an der NASDAQ dürfte wegen des Zinsschocks noch etwas weiterlaufen. Technisch sollte es nicht unter 0,80 EUR gehen!

    Infineon – Mit den Quartalszahlen gut 11 EUR unter Hoch

    Die Aktien von Infineon büßten zuletzt fast 27% vom letzten Hoch bei rund 43,8 EUR ein. Ein Grund war sicherlich auch eine kürzlich abgehaltene Pressekonferenz, die einen Ausblick auf die Erwartungen des laufenden Geschäftsjahres bot. "Das Jahr 2022 wird ein starkes Jahr", erklärte der Vorstandsvorsitzende Reinhard Ploss. Der Konzern profitiert derzeit zwar stark von der boomenden Nachfrage nach Chips, die Produktionsfähigkeiten sind aber wegen gestörter Lieferketten immer noch beeinträchtigt. Das drückt auf die Umsätze und belastet die Margen.

    Die Trends rund um Elektrifizierung sowie Digitalisierung sorgen dennoch für volle Auftragsbücher. CO2-Reduzierung und der Wunsch, Dinge intelligent zu machen und sicher zu vernetzen, sind die wichtigen Basistrends in allen technologieorientierten Branchen. Infineon ist ein wichtiger Partner für viele Hersteller, die moderne Chips mit stromsparenden Technologien benötigen. So dürfte der Umsatz im neuen Geschäftsjahr 2021/22 im mittleren Zehnerprozentbereich steigen, wie der Konzern am vergangenen Investorentag mitteilte. Auch die operative Marge im Segmentergebnis soll auf rund 20% zulegen. Dabei geht Infineon aber von deutlich höheren Investitionen bis 2,4 Mrd. EUR aus. Die mittelfristigen Wachstumsziele wurden somit bestätigt, dennoch konnten die hohen Erwartungen der Kapitalmärkte wohl nicht erfüllt werden.

    Von 24 Analysten votieren immer noch 21 positiv, das mittlere Kursziel liegt bei 48,6 EUR – also rund 50% über dem aktuellen Niveau. Damit sich das mittelfristige Chartbild nicht weiter verschlechtert, sollte der Kurs nicht unter 30,50 EUR fallen. Der langfristige Investor nutzt die Chancen in der aktuellen Korrektur. Sichern Sie ihre Bestände aber mit einem engen mit Stop bei 29 EUR ab.

    BYD – Premiere eines neuen E-Crossovers

    Die von dem legendären US-Investor Warren Buffett und seinem Fonds Berkshire Hathaway seit 2008 finanziell unterstützte BYD Company weitet das Produktportfolio im Bereich New Energy Vehicle (NEV) weiter aus. Anfang Februar kündigt BYD „Build Your Dreams“ ein neues NEV-Modell an, das sich nach ersten Entwürfen als ein neuer Crossover-SUV vorstellt. Das Design des Elektroautos ist modern und soll vorwiegend die jüngere Zielgruppe in China ansprechen. Bislang setzt BYD auf das rein elektrisch-betriebene SUV-Modell Han-EV.

    Auch Chinas NEV-Märkte unterliegen einer beschleunigten Konsolidierung, denn der allgemeine Chipmangel schränkt die Lieferfähigkeiten der Hersteller ein. Vorteile sollten weiterhin die lokalen Produzenten haben, denn im Falle BYD ist der Vernetzungsgrad mit Chinas Zulieferer sehr hoch. Niedrige Lagerbestände und die Unterbrechungen der Lieferketten sind heute gerade für europäische Hersteller ein schwieriges Umfeld für die Bewältigung der stark wachsenden Nachfrage.

    Die BYD-Aktie hat zuletzt ebenso stark konsolidiert, das Jahreshoch liegt bei 36,50 EUR. Technisch rückt nun die starke Unterstützung bei 25 EUR ins Blickfeld. Hier sollte der Kurs auch wieder drehen, um nicht weitere Stop Loss-Verkäufe auf sich zu ziehen. BYD dürfte schnell wieder zu den Gewinnern gehören, wenn die Märkte auskonsolidiert haben. Beobachten!


    Hohe Preise, Rohstoffknappheit sowie Lieferkettenprobleme treffen auf die ungebrochene Nachfrage nach energieeffizienten Produkten. Die Wachstumsdynamik bleibt daher in den Tech-Sektoren sehr hoch, allerdings drücken negative Kurstrends auf die Entwicklung der großen Protagonisten. Für die innovative BrainChip ist die hohe Sektor-Dynamik ein willkommenes Umfeld für viel Wachstum.


    Interessenskonflikt

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    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Das kriegerische Jahr 2025 ist für europäische Investoren zumindest mit schönen Portfoliogewinnen zu Ende gegangen. Der EU-Staatenbund hat beschlossen, bis zu 3 Billionen EUR in die Verteidigung zu stecken und den Defense-Anteil am BIP langsam Richtung 5 % zu entwickeln. Das sind gewaltige Investitionen in Sicherheit, die im ersten Augenblick am Konsumenten vorbeigehen. Langfristig schaffen sie aber Sicherheit und vielleicht ein neues Aufwärts-Szenario für die laborierende Wirtschaft auf dem alten Kontinent. Doch alles, was viel Geld kostet ist schuldenfinanziert, denn die fallenden Steuereinnahmen reichen hierfür schon lange nicht mehr aus. D. h. die hohe Inflation wird sich fortsetzen. Anleger sind gut daher weiterhin bedient, die guten Aussichten bei weltweiten Aktien entsprechend in der Vermögensstruktur abzubilden. Auf diesem Paradoxon fußt der Aktienmarkt. Hohe Teuerung heißt, dass die Asset-Bubble weitergeht. Ein Beispiel hierfür liefert Venezuela: DeFacto pleite, da partieller Staats-Default, horrende Inflation, aber der Aktienmarkt plus 1.200 %. Also: Volatil wird es bleiben, dafür sorgen KI-getriebene Handelsmodelle und Algos, die menschliche Gier und Angst längst perfekt vorhersagen können. Viel Glück daher auch in 2026 für Ihre Nerven und die richtige Titelwahl!

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    Das Jahr 2025 geht zu Ende, doch das Schwungrad der Investoren bleibt unter Volldampf. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht auch am Jahresende der Zielkonflikt zwischen Wachstum und der Verfügbarkeit kritischer Rohstoffe. Während Rheinmetall und D-Wave im vergangenen Jahr mit ca. 140 % Rendite einen deutlichen Marker in der Wohlstandsmehrung investierter Anleger vollbrachten, gibt es auch für 2026 aussichtsreiche Protagonisten, die diesmal das Zepter im Staffellauf übernehmen könnten. Mit Hinblick auf die wichtigsten Themen stechen Batteriesysteme ins Auge, denn mit der neuen EU-weiten Förderung der E-Mobilität im nächsten Jahr sollten gerade die zurückgebliebenen Batterietitel wieder auf den Plan kommen. BYD ist einer dieser HighTech-Industriekonzerne, die neben Automobilen auch die gesamte Zulieferkette im Griff haben. Ein wahrer Spezialist in der Adaption perfekter Batteriesysteme ist NEO Battery Materials (NBM). Das Unternehmen verbindet patentgeschützte Silizium-Anodentechnologie mit einer bereits betriebsbereiten Produktion in Südkorea. Auf dem Plan stehen höhere Energiedichten, schnelleres Laden und geringere Kosten als für herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Gleichzeitig öffnen starke Partnerschaften, von der südkoreanischen Verteidigungsindustrie bis hin zu Fortune-500-OEMs, den direkten Zugang zu wachstumsstarken Märkten wie Drohnen, Robotik und E-Mobilität.

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