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26.01.2026 | 05:30

Das kritische Metall: Warum Antimony Resources zum geopolitischen Player aufsteigen könnte

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Bildquelle: pixabay.com

Während sich die Börse um KI-Chips, Edelmetalle und Lithium dreht, formiert sich im Untergrund der globalen Industrie eine weitere Krise. Die Versorgung mit Antimon, einem für Flammschutz, der Verteidigungsindustrie und Halbleiter unverzichtbaren Metall, hängt am seidenen Faden chinesischer Exportpolitik. Dadurch rücken Projekte in stabilen Regionen in den Fokus. Mitten in dieser strategischen Neuausrichtung liefert Antimony Resources aus Kanada bemerkenswerte Bohrresultate. Die Frage ist nicht mehr, ob der Westen alternative Quellen braucht, sondern wie schnell spezielle Projekte wie Antimony Resources sie liefern können.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ANTIMONY RESOURCES CORP | CA0369271014

Inhaltsverzeichnis:


    Die Abhängigkeit: Eine gefährliche Einbahnstraße

    Die Abhängigkeit ist erschreckend, über 70 % der globalen Antimonproduktion stammen aus China, die nächstgrößten Produzenten kommen aus Russland und Tadschikistan. Für westliche Industrienationen bedeutet dies eine gefährliche Verwundbarkeit in ihren Lieferketten. Antimon ist kein Metall, das man einfach ersetzt. Es verleiht Flammschutzmitteln in Elektronik und Baumaterialien ihre Wirksamkeit, härtet Blei in Batterien und ist in militärischen Anwendungen von der Munition bis zur Infrarotoptik unverzichtbar. Die jüngsten chinesischen Exportbeschränkungen haben diese systemische Schwachstelle schonungslos offengelegt und die Preise auf Rekordhöhen getrieben.

    Bald Hill: Mehr als nur vielversprechende Proben

    Genau in diesem Spannungsfeld positioniert sich Antimony Resources mit seinem Flaggschiffprojekt Bald Hill in New Brunswick, Kanada. Was das Unternehmen derzeit vorlegt, ist mehr als nur eine Reihe guter Bohrergebnisse. Es ist der Entwurf für ein mögliches, wirtschaftlich überzeugendes Gegengewicht zur aktuellen Marktkonzentration. Die Daten aus der jüngsten Phase-2-Bohrkampagne sprechen eine klare Sprache. In 5 von 6 ausgewerteten Bohrungen wurden multiple, antimonführende Zonen angetroffen. Eine davon, das Bohrloch BH-25-22, weist sogar 6 individuelle Mineralisierungszonen auf. Die Mächtigkeiten und Gehalte überzeugen. Antimongehalte von 2,07 % über 27,05 m oder 2,75 % über 18,35 m sind keine Seltenheit. Hochgradige Abschnitte wie 11,4 % über 1,65 m unterstreichen das Potenzial.

    CEO Jim Atkinson fasst die Bedeutung dieser Konsistenz zusammen: „Das Vorhandensein mehrerer mächtiger Zonen mit antimonhaltigem Stibnit, die bei den jüngsten Bohrungen entdeckt wurden, wird ein wichtiger Faktor für die endgültige Ressourcenberechnung sein.“ Diese wiederholt gefundenen Mineralisierungen über einen Streifen von 700 m und bis in 400 m Tiefe deuten auf ein robustes und kohärentes System hin. Das ist die Grundvoraussetzung für einen zukünftigen Bergbaubetrieb.

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    Der Vergleich: Ein völlig anderes Wirtschaftlichkeitsmodell

    Um die außergewöhnliche Stellung von Bald Hill zu verstehen, lohnt ein Blick nach Idaho, USA. Dort wird das groß angelegte Perpetua-Projekt entwickelt, oft als nordamerikanischer Benchmark für Antimon zitiert. Die durchschnittlichen Antimongehalte des Gesamtvorkommens liegen dort jedoch im niedrigen einstelligen Prozentbereich, teilweise sogar unter 0,5 %. Die geplante Startphase operiert mit noch geringeren Konzentrationen.

    Damit offenbaren sich zwei grundverschiedene Entwicklungsmodelle. Während das US-Projekt auf einen riesigen, niedriggradigen Körper setzt, der massive Investitionen im hohen dreistelligen Millionenbereich erfordert, verfolgt Bald Hill den Ansatz „klein, aber fein“. Die geschätzten Gehalte von durchschnittlich 3-4 %, mit Spitzenwerten weit darüber, deuten auf einen kompakten, untertägig abbaubaren Körper hin. Die wirtschaftliche Logik ist simpel. Es muss weniger Gestein bewegt und verarbeitet werden, um die gleiche Menge des wertvollen Metalls zu produzieren. Erste grobe Schätzungen des Unternehmens sehen die benötigten Investitionen im Bereich von 200-250 Mio. CAD. Das könnte zu außergewöhnlich niedrigen Produktionskosten führen, was ein echter Wettbewerbsvorteil wäre.

    Vom Potenzial zur Ressource: Der Fahrplan 2026

    Der aktuelle technische Bericht nach NI 43-101 quantifiziert das konzeptionelle Potenzial der bereits definierten Main Zone auf etwa 2,7 Mio. t Material mit einem Antimongehalt zwischen 3–4 %. Das entspräche 81.000 bis 108.000 t enthaltenem Antimon, was einer Verdopplung gegenüber der letzten Schätzung von 2014 gleichkommt. Das Unternehmen betont jedoch zu Recht, dass dies noch keine wirtschaftliche Ressource darstellt, sondern ein Zielkorridor für die anstehende Exploration.

    Und genau hier wird der Fahrplan für 2026 entscheidend. Das Unternehmen ist voll finanziert, nachdem es Ende 2025 knapp 9,5 Mio. CAD eingeworben hat. Dieses Kapital soll ein aggressives 10.000 m Bohrprogramm mit bis zu 3 Bohranlagen ermöglichen. Das Ziel ist klar. Die Datenlage soll so verdichtet werden, dass noch in diesem Jahr oder Anfang 2027 eine erste offizielle Ressourcenschätzung vorgelegt werden kann. Dieser Meilenstein würde die Spekulationen in belastbares Zahlenmaterial überführen und das Projekt auf eine neue Bewertungsstufe heben.

    Standortvorteil: Mehr als nur Geologie

    Parallel dazu arbeitet das Management bereits an der nächsten Hürde, den Genehmigungen. „Im Laufe des Jahres 2026 werden wir weiterhin mit Beratern zusammenarbeiten, um die Ressourcenberechnungen zu erörtern, die wir hoffentlich Ende 2026 oder Anfang 2027 abschließen können. Im Rahmen dieser Beratung wird auch ein Fahrplan für die Genehmigungsverfahren einschließlich einer Umweltverträglichkeitsprüfung entwickelt. Diese Arbeiten haben bereits begonnen.“, so Atkinson. Nachdem diese Ziele erreicht werden, spielt der Standort des Projekts einen weiteren Trumpf aus. Die Provinz New Brunswick hat eine eigene „Critical Minerals Strategy“ ausgerufen und signalisiert aktive Unterstützung für Projekte, die in diese Strategie passen. Ein kooperativer Regierungsansatz kann im sonst oft langwierigen Genehmigungsmarathon einen erheblichen Zeitvorteil bedeuten.

    Das Potenzial: Noch lange nicht am Ende

    Doch das Potenzial von Bald Hill endet nicht an den Grenzen der Main Zone. Feldteams haben südlich und westlich der Hauptzone zwei weitere antimonführende Strukturen identifiziert. Die neu entdeckte „West Zone“ (auch Marcus Zone genannt) wurde während routinemäßiger Wegearbeiten gefunden. Dieser Glücksfall unterstreicht das Explorationspotenzial des gesamten Konzessionsgebiets. Diese Zonen werden 2026 erstmals angebohrt. Zudem erstreckt sich ein 2 km langer geochemischer Anomaliekorridor über das Grundstück, dessen Mitte nahezu unerforscht ist. Die Geschichte von Bald Hill könnte also durchaus noch weitere Kapitel erhalten.

    Die Aktie notiert aktuell bei 0,67 CAD.

    Chart Antimony Resources, Stand 25.01.2026, Quelle: Refinitiv

    Die Konvergenz mehrerer mächtiger Trends macht Antimony Resources zu einer bemerkenswerten Geschichte. Ein kritisches Metall mit struktureller Angebotsknappheit trifft auf ein Projekt mit außergewöhnlich hohen Gehalten in einer unterstützenden Jurisdiktion. Der voll finanzierte, transparente Fahrplan bis zur Ressourcenschätzung bietet Anlegern eine klare Roadmap. Sollte das Team die anvisierten Meilensteine erreichen, positioniert es sich nicht nur als Explorationserfolg, sondern als strategischer Baustein für eine unabhängigere westliche Industrie mit allem, was das für die Bewertung bedeuten könnte.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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