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26.08.2021 | 05:45

Rebound kurzfristig oder langfristig? Lang + Schwarz, Nel Asa, GSP Resource

  • Kupfer
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Bildquelle: pixabay.com

Keine Hauptversammlung, keine Dividende, die Steuerfandung im Haus und Vertrauensverlust. Heftiger hätte die Nachricht von Lang & Schwarz am Dienstag wohl kaum ausfallen können. Entsprechend ging auch die Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als 35% in die Knie. Am Mittwoch dann der Rebound mit einem zweistelligen Kursplus. Doch die mögliche Verstrickung des Börsenmaklers in den CumEx-Skandal wird die Anleger sicher länger bewegen. Deutlich zulegen konnte am Mittwoch auch die Aktie von Nel. Sie profitierte von einem Auftrag und der insgesamt freundlichen Stimmung im Wasserstoff-Sektor. Schon länger wieder aufwärts geht es beim Kupfer-Spezialisten GSP Resource. Denn der Rohstoff ist bald knapp. Bei der Frage, wie nachhaltig der Rebound jeweils ist, sollte man sich die Details anschauen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: LANG+SCHWARZ AG NA | DE0006459324 , GSP RESOURCE CORP. | CA36249G1090 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Inhaltsverzeichnis:


    Lang & Schwarz - mit CumEx Vertrauen verspielt?

    Der Vorstand von Lang & Schwarz hat am Dienstagabend bekannt gegeben, die für den 26. August 2021 geplante ordentliche Hauptversammlung abzusagen. Auch die Dividende und der Aktiensplit sind vorerst vom Tisch. Denn am 23. August (abends) hat man den Zwischenbericht einer Steuerprüfung erhalten. Geprüft werden die Geschäfte der Jahre 2007 bis 2011 in Bezug auf die Kapitalertragsteueranrechnung. Damit scheint das Unternehmen in den CumEx-Skandal zu rutschen. Lang & Schwarz schließt eine Mehrfacherstattung von Kapitalertragssteuern oder ähnliches aus. Dennoch sei es möglich, dass die Verantwortlichen nachträglich steuerlich anders beurteilt werden. In diesem Falle wären wohl bis zu 61 Mio. EUR fällig. Der Vorstand entschloss sich daher aus dem Gewinn des ersten Halbjahres eine Rückstellung von 45 Mio. EURzu bilden. Ist der Betrag durchaus noch überschaubar, so ist das Vertrauen erstmal weg. Denn erst wenige Tage zuvor hatte man sich noch für „das beste Halbjahr der Firmengeschichte“ gefeiert. Auch wenn der Zwischenbericht der Steuerfahndung da noch nicht vorlag, darf zumindest die Frage gestellt werden, ob Lang & Schwarz nicht schon früher über die Ermittlungen hätte berichten sollen. Auch das Vertrauen von Kunden könnte unter den Ermittlungen leiden. Es ist also wahrscheinlich, dass der Rebound eher kurzfristig war und die Aktie vorerst volatil sein wird.

    GSP profitiert vom knappen Kupfer

    Einen solideren Rebound hat die Aktie von GSP Resource in den vergangenen Wochen vollzogen. Um gute 25% ging es in rund 4 Wochen auf 0,28 kanadische Dollar (CAD) für die Aktie des Kupfer-Spezialisten nach oben. Der Grund ist nachhaltig: Kupfer ist knapp und die Preise steigen. So warnte bereits der Chef des Münchener Wirtschaftsforschungsinstitutes Ifo, Clemens Fuest, gegenüber dem Handelsblatt: „Wenn die Rohstoffpreise in der Breite in den kommenden Jahren weiter deutlich steigen, kann das zum Problem werden.“ Für die US-Investment Bank Goldman Sachs ist Kupfer der Favorit im Rohstoffsektor, noch vor Gold. Kupfer sei für sie das entscheidende Metall für den Umbau zu einer grüneren Wirtschaft. Zudem gäbe es speziell in China Probleme in der Produktion und damit eine Verknappung des Angebots.

    Davon profitiert GSP Resource (GSP). Die Kanadier besitzen zwei Projekte in British Columbia. In beiden Gebieten wurde bereits in der Vergangenheit Kupfer abgebaut. Damals allerdings noch mit Lore und Spitzhacke. Die Chancen stehen also gut, mit modernen Produktionsmethoden attraktive Mengen aus dem Boden zu holen. Zur Finanzierung der Exploration hat man gerade eine kleine Kapitalerhöhung erfolgreich platziert. Beim Flaggschiff-Projekt, der Alwin Mine, läuft derzeit das Bohrprogramm. Schon Ende August sollen die Ergebnisse vorliegen. Interessant: Die Highland Valley Copper Mine von Teck Resources befindet sich in direkter Nachbarschaft. Sollten die Bohrergebnisse also positiv ausfallen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der große Konkurrent ein Übernahmeangebot macht. Daneben wurde im Mai das Olivine Mountain-Projekt gekauft. Bisher wurden zwei Funde gemeldet, das Asp-Vorkommen mit 3,51% Kupfer und etwas Silber über 3,4m und das Hop-Vorkommen mit 7,49% Kupfer, 23 g/t Gold und 89,5 g/t Silber.

    Die GSP-Aktie notierte Anfang Juni bereits bei 0,46 CAD. Bei erfolgreichen Bohrergebnissen beim größeren Projekt, sollte diese Marke wieder erreicht werden können. An den positiven Rahmenbedingungen für Kupfer sollte sich jedenfalls so schnell nichts ändern.

    NEL winken Aufträge aus Großbritannien

    Im Rebound befindet sich auch die Aktie von Nel. Das Unternehmen profitiert derzeit von der wieder freundlichen Stimmung gegenüber Unternehmen aus dem Wasserstoff-Universum. Zudem macht der Rahmenvertrag mit dem Beratungs- und Ingenieurunternehmen Wood Hoffnung. Der neue Partner beschäftigt rund 40.000 Mitarbeiter und bietet in mehr als 60 Ländern Beratungs-, Projekt- und Betriebslösungen an. Gemeinsam will man Wasserstoffprojekte in unterschiedlichsten Ländern realisieren. Inzwischen hat der Nel-Partner ein Darlehen in Höhe von rund 500 Millionen EUR gesichert. Mithilfe des Darlehens sollen die Chancen der Energiewende genutzt werden und unter anderem Wasserstoffprojekte entwickelt werden. Als Kooperationspartner sollte Nel davon profitieren können. Neue Aufträge sind auch nötig, denn die letzten Quartalszahlen hatten enttäuscht.


    Alle drei Aktien sind im Rebound-Modus. Aufgrund der anhaltenden Untersuchungen dürfte dieser bei Lang & Schwarz eher kurzfristig sein und die Aktie volatil bleiben. Bei Nel regiert weiterhin die Hoffnung, denn die operativen Zahlen dürften noch schwach bleiben. GSP profitiert von der Kupferknappheit und die Spannung auf die Bohrergebnisse steigt.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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