04.08.2026 | 04:26
Rohstoffaktien mit Potenzial: Endeavour Silver, Almonty Industries und Agnico Eagle im Fokus!
Zinsen, Anleiherenditen und der Ölpreis: Gerade wird vieles an den Kapitalmärkten ganz schön in Bewegung gebracht. Die Federal Reserve hat zwar vergangene Woche die Zinsen nicht erhöht. Dennoch ist der Druck vom Markt groß. Diese Woche startete mit steigenden Anleiherenditen für die Märkte. Das verteuert die Refinanzierung des US-Schuldenbergs, der in diesen Tagen die Marke von 40 Billionen USD überschritten hat! Die USA können sich höhere Zinsen grundsätzlich nicht leisten. Für die Metalle ist das eine angenehme Situation und eine Chance für Anleger. Denn viele Rohstofftitel haben mit der Korrektur seit Jahresanfang deutlich verloren. Wir blicken deshalb auf die Aktien von Agnico Eagle, Almonty Industries und Endeavour Silver!
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , ENDEAVOUR SILVER CORP. | CA29258Y1034 , AGNICO EAGLE MINES LTD. | CA0084741085
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Agnico Eagle: Starkes Quartal und viel Cashflow!
Agnico Eagle gilt als das bestgeführte Unternehmen der Goldbranche. Dennoch musste auch deren Aktie im Zuge der Korrektur beim Goldpreis kräftig Federn lassen. Vom Top bei fast 350 CAD ging es in mehreren Etappen bis auf 191 CAD runter. Aktuell pendelt der Titel über der Marke von 200 CAD. Das ist ein Verlust von mehr als 40 %. Dass dieser so nicht gerechtfertigt ist, zeigen die Zahlen zum zweiten Quartal. Trotz der niedrigeren Goldverkaufspreise hat man 3,07 USD je Aktie Gewinn erreicht. Damit schlug man den Analystenkonsens um 16 Cent. Insgesamt förderte der Konzern 855.816 Unzen Gold in drei Monaten. Mit AISC-Kosten von 1.459 USD je Unze steht Agnico hervorragend da und liegt auch unter dem Branchenschnitt.
Beim Free Cashflow wurden mit 1,33 Mrd. USD ein neuer Bestwert für ein zweites Quartal erreicht. Das Geld wird zu guten Teilen an die Aktionäre weitergereicht. Die Kanadier zahlten 0,45 USD je Aktie als Dividende und kauften 2,23 Mio. Aktien zurück. Für das Gesamtjahr erwartet das Management eine Produktion von 3,3 Mio. Unzen Gold. Der Wert liegt am unteren Rand der eigenen Guidance, was an dem Erdrutsch auf der Vorzeigemine Canadian-Malartic liegt.
Charttechnisch sieht es bei der Agnico-Aktie gar nicht so schlecht aus. Der Kurs bewegt sich aktuell knapp unter den kurz- bis mittelfristigen Durchschnitten bei 210 bis 215 CAD. Ein nachhaltiger Ausbruch über die Marke von 215 CAD würde ein Kaufsignal generieren. Danach würde der nächste Widerstand erst bei 250 CAD auftauchen. Nach unten muss die Unterstützung bei etwa 198 CAD halten. Ein Rutsch darunter würde ein klares Verkaufssignal auslösen. Langfristig orientierte Investoren können solch eine Korrektur für den Einstieg nutzen. Die nächste Unterstützung liegt allerdings erst auf Höhe des 52-Wochen-Tiefs um 171 bis 175 CAD.
Almonty Industries: Hoch mit den Q2-Zahlen?
Wolfram ist eines der Highflyer-Metalle der vergangenen Jahre. Allein seit Jahresbeginn ist der Preis von unter 1.000 USD auf mittlerweile rund 3.000 USD pro metrischer Tonnen-Einheit (MTU, 10 kg) in Rotterdam gestiegen. Und das hat seinen Grund: Wolfram ist für Rüstungsunternehmen wie für Raketen im Weltraum nahezu unersetzlich. Das Metall hat mit 3.422 °C den höchsten Schmelzpunkt. Aufgrund der hohen Dichte wird es kratzfest und hart, bleibt aber dennoch spröde. Diese Eigenschaften machen Wolfram so wertvoll. Der hohe Preis hat aber auch seinen geopolitischen Grund: Wie bei fast allen Spezialmetallen dominiert auch hier China den Weltmarkt. Beijing steht für etwa 80 % der globalen Förderung und hat die Exporte in westliche Länder stark beschränkt; manche meinen, dass derzeit gar nichts geliefert wird.
Von den enormen Preissteigerungen und der Abhängigkeit von Importen aus China profitiert die Aktie von Almonty Industries. Das Unternehmen fährt seit dem Frühjahr die Sangdong-Mine in Südkorea hoch. Sie beherbergt eines der hochgradigsten Wolfram-Vorkommen der Welt und gilt als der einzige, relevante westliche Anbieter. Aufgrund der hohen Grade sind die Produktionskosten laut Unternehmen extrem niedrig. So rechnet Almonty mit Kosten von 100 bis 127 USD je MTU. Das verspricht enorm hohe Margen.
Die Zahlen zum zweiten Quartal werden in der zweiten August-Woche erwartet. Wenn alles nach Plan läuft, dürften die Anleger einen Vorgeschmack darauf bekommen, welche hohen Gewinne das Unternehmen einfahren kann. Die Analysten der Bank of America sind extrem optimistisch. Sie erwarten für dieses Jahr einen Umsatz von 670 Mio. CAD. Im ersten Quartal wurden gerade einmal 33 Mio. CAD eingefahren.** Schon im kommenden Jahr soll das EBITDA auf 1,21 Mrd. CAD steigen. Darüber hinaus hat Almonty mehrere historische Minen in den USA übernommen und will diese zügig in Produktion bringen. Damit könnte das Unternehmen seine Quasi-Monopolstellung in der westlichen Welt zementieren.
Die Aktie von Almonty Industries hat ihre Heimat inzwischen verlassen und die dortigen Listings beendet. Nachdem der Hauptsitz in die Vereinigten Staaten verlegt wurde, ist die Notierung in New York der wichtigste Handelsplatz. Daneben wird das Papier auch rege in Frankfurt gehandelt.
Seit dem April-Hoch hat sich die Aktie an der Nasdaq nahezu halbiert. Hier könnte unseres Erachtens ein Ende des Abwärtstrends mit den Zahlen zum zweiten Quartal anstehen. Der Markt unterschätzt, wie wichtig Wolfram für die Militärindustrie ist und welch starke Position Almonty Industries inne hat.
Endeavour Silver: Kosten sollen wieder sinken!
Der Absturz beim Silberpreis hat auch die Aktie von Endeavour Silver hart getroffen. Vom Top bei 14 USD zu Beginn des Jahres hat sich der Wert nahezu halbiert. Nun legten die Kanadier mit zwei operierenden Minen in Mexiko (Guanaceví & Terronera) und einer in Peru (Kolpa) die Zahlen für das zweite Quartal vor. So hat das Unternehmen beim Gewinn je Aktie positiv überrascht. Mit 0,15 USD je Aktie liegt man zwei Cent über dem Analystenkonsens. Insgesamt produzierte Endeavour Silver zwischen April und Juni 1,94 Mio. Unzen Silber und 10.474 Unzen Gold. Zusammen ergibt das 3,44 Mio. Unzen Silberäquivalent und einem Wachstum von 36 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Mit einem Cash-Polster von 236,6 Mio. USD steht man bilanziell gut da.
Allerdings sind die Kosten deutlich gestiegen, was dem Markt nicht schmeckt. So lagen die sogenannten AISC mit 36,89 USD je produzierter Unze über dem Vorjahr. Hier wirkten sich vor allem höhere Royalties sowie steigende Kosten für Fremdmaterial aus. Allerdings gibt es auch Positives. So wird der Betrieb auf Kolpa hochgefahren und der Durchsatz konnte gegenüber dem ersten Quartal erhöht werden. Dort werden vor allem Blei, Zink und Kupfer abgebaut.
Die Aktie von Endeavour Silver pendelt seit einigen Wochen zwischen 7 und 8 USD. Im Jahresverlauf sollen die Kosten laut Management sinken, was das Papier unterstützen könnte. Sollte der Silberpreis wieder mitspielen, könnte charttechnisch ein Ausbruch erfolgen. Das ist aber momentan sehr spekulativ.
Fazit: Es könnte nun eine Phase der Dollar-Schwäche auf die Märkte zukommen. Gold und Silber sollten hiervon profitieren. Agnico Eagle als Top-Qualitätsunternehmen sowie Endeavour Silver, das einen hohen Hebel auf den Silberpreis hat, wären zwei mögliche Investments in solch einer Phase. Bei Almonty Industries unterschätzt der Markt noch die Chancen bei Wolfram und die Abhängigkeit des Westens von chinesischen Lieferungen. Mit der Vorlage der Quartalszahlen könnte die Aktie ausbrechen.
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