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26.05.2026 | 04:40

Space-Hype, Rohstoffknappheit und Chip-Boom: Die Aktien von OHB, Strategic Resources und Infineon im Check!

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Bildquelle: AI

Am 12. Juni will Elon Musk Geschichte schreiben. Mit SpaceX steht der größte Börsengang aller Zeiten bevor. Andere Weltraum-Aktien profitieren bereits vom Hype um die Falcon-Raketen und Dragon-Raumschiffe aus Kalifornien. OHB ist auch deshalb derzeit der Top-Performer auf dem deutschen Kurszettel. Der Krieg, teure Energie und Rohstoffe im Zentrum der Geopolitik machen Strategic Resources wiederum interessant. Die Kanadier stehen vor dem nächsten wichtigen Schritt. Und nicht zuletzt lohnt sich ein Blick auf die Aktie von Infineon. Der deutsche Chipkönig hat in diesen Wochen etwas fast Historisches geschafft! Und auch operativ läuft es dank KI blendend!

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: OHB SE O.N. | DE0005936124 , STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004

Inhaltsverzeichnis:


    OHB: Space-Hype in Bremen!

    Die Aktien von OHB sind der Highflyer in Deutschland schlechthin. Noch Ende 2024 gab es die Papiere für um die 50 EUR. „Otto Hydraulik Bremen“ galt eher als Langweiler auf dem deutschen Kurszettel. 2023 fühlte sich die Gründerfamilie Fuchs von der Bewertung an der Börse enttäuscht und diskutierte laut Medienberichten sogar ein „going private“. Heute stellt sich das als Vorabend vor dem Hype dar. Die Aktie hat sich binnen drei Jahren verfünfzehnfacht. In Internetforen wird das Papier gehypt, SpaceX sorgt dabei für die Hintergrundmusik. Denn der Börsengang des Raumfahrtunternehmens von Elon Musk elektrisiert viele Retail-Anleger auch hierzulande. Angestrebt wird eine Bewertung von 1,75 Billionen USD. Insgesamt will Musk 75 Mrd. USD einsammeln. Es wäre der größte IPO aller Zeiten und es spricht wenig dagegen, dass es nicht klappt.
    Doch wie beim Hype um SpaceX, sollte man auch bei OHB einen Blick auf die Bewertung werfen. Denn vor Kurzem meldete OHB die Zahlen für das erste Quartal 2026: Demnach stieg die Gesamtleistung um 15 % auf 279,3 Mio. EUR. Unterm Strich verdienten die Hanseaten 9,9 Mio. Euro, immerhin ein Plus von starken 150 %. Rechnet man den Gewinn je Aktie (0,52 EUR) aufs Jahr hoch, käme dabei ein KGV von aktuell etwa 300 heraus. Doch in der OHB-Aktie wird nicht die Gegenwart, sondern die Zukunft gehandelt. So erreichte der Auftragsbestand per Ende März ein neues Rekordniveau von 3,354 Mrd. EUR, ein kräftiges Plus von 45 % gegenüber dem Vorjahr. Neben der Raumfahrt profitiert die Gesellschaft auch von Deals im Verteidigungssektor (Rheinmetall, Helsing), wo gerade in Europa derzeit die Gelder reichlich fließen. Mit Blick darauf wird die hohe Bewertung wieder etwas relativiert.
    Da OHB bisher operativ liefert und SpaceX den Hype in den kommenden Wochen weiter anheizen dürfte, könnte die Rallye bei OHB noch eine Weile weitergehen und der Börsenwert von aktuell rund 11,55 Mrd. EUR muss nicht das letzte Wort sein. Aber klar ist auch: OHB wird „priced for perfection“. Gibt es mal operativ einen Dämpfer oder der Hype um den Sektor lässt nach, kann es sehr schnell zu Gewinnmitnahmen kommen. Noch nicht investierte Anleger sollten das vor einem Einstieg unbedingt beachten!

    Strategic Resources: Eisenpellets für die Stahlgiganten!

    Der von Trump angezettelte Zollkrieg mit Freund und Feind hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Stahl-, Eisen und Kohleindustrie. Wer kann heute noch sicher, langfristig und vernünftig liefern? Und das zu einer hohen Qualität? Dies gilt aber nicht nur im Stahlsektor, sondern auch überall dort, wo strategische Metalle wie Vanadium oder Titan gefragt sind. In diesem geopolitischen Umfeld bewegt sich der Rohstoffexplorer und Developer Strategic Resources. Denn mit Blackrock verfügt es über ein Vorkommen, das hochreines Eisen mit Titan und Vanadium vereint. Noch dazu befindet sich das Projekt in der kanadischen Provinz Québec, wo es billigen und sauberen Strom aus Wasserkraft (Industriepreis: 0,04 USD!) sowie eine etablierte Mining-Struktur gibt.
    Doch Strategic Resources will mehr sein als ein reines Rohstoffunternehmen. Denn das Projekt Blackrock ist nur der Anfang. Neben der Exploration und dem Abbau der Mineralien befindet sich auf der Liegenschaft bereits eine Aufbereitungsanlage. BlackRock überzeugt dabei mit einer besonderen Geologie. Das Erz dort ist ein Vanadium-Titan-Magnetit. Das hochreine Eisen fällt bei der Verarbeitung quasi nebenbei an. Dafür gibt es auf dem Weltmarkt höhere Preise als für Standardmaterial. Strategic Resources rechnet laut seiner Machbarkeitsstudien mit einer jährlichen Produktion von 526.000 Tonnen Roheisen. Der nächste Schritt ist die Herstellung von verarbeiteten Eisenpellets. Deshalb will das Management eine Pelletieranlage im Hafen von Saguenay (Québec) bauen. Jährlich sollen dort 4 Mio. Tonnen an Eisenpellets hergestellt werden. Dabei geht es um sogenannte Direct Reduction (DR) Grade Pellets. Sie sind für moderne Elektrolichtbogenöfen in der Stahlindustrie nötig, um sauberen „grünen Stahl“ herzustellen. Der große Vorteil ist der Standort. Saguenay hat einen Tiefseehafen, mit dem über den St. Lorenz-Strom der US-amerikanische, wie der europäische Markt beliefert werden können.

    Partner Javelin gibt Sicherheit und Geld

    Um diese Vorhaben finanzieren zu können, hat sich Strategic Resources mit Javelin Global Commodities einen großen Partner an Bord geholt. Solange auf Blackrock noch nicht produziert wird, wird Javelin Strategic Resources exklusiv mit hochgradigem Eisenerz beliefern. Dies ist als Ausgangsmaterial für die geplante Pelletanlage nötig. Zudem wird der Partner 100 % der produzierten Eisenpellets sowie künftiges Roheisen aus dem Blackrock-Projekt erwerben und vermarkten, was den Investments von Strategic Resources eine hohe ökonomische Sicherheit gibt. Nicht zuletzt schiebt Javelin das Projekt auch mit viel Geld an und hat Strategic Resources eine Betriebsmittel-Kreditlinie in Höhe von 150 Millionen USD eingeräumt.
    Nun will Strategic Resources den nächsten Schritt machen. Obwohl der Börsenwert derzeit nur bei rund 18 Mio. CAD liegt, plant man eine Kapitalerhöhung im Volumen von 10 Mio. CAD. Demnach sollen bis zu 40 Mio. Aktien zu 0,25 CAD platziert werden. Für Investoren gibt es obendrauf als Schmankerl auch noch einen Warrant (Ausübungspreis: 0,40 CAD). Auffällig: Die Aktie notiert aktuell deutlich über dem Platzierungspreis, was ein starkes Signal des Marktes ist. Das Geld wird für die letzten Planungen zum Bau der Pelletieranlage benötigt. Wer langfristig anlegt, findet mit Strategic Resources eine Aktie, die in diesem geopolitischen Umfeld top positioniert ist, um zu einem großen Konzern zu werden.

    Infineon: Das Allzeithoch winkt!

    Falls sich noch jemand erinnert: Am 13. März 2000 ging Infineon an die Börse. Vom Ausgabepreis von 35 EUR gab es zum Start einen Verdoppler auf 70 EUR. Die Aktie der Abspaltung von Siemens notierte nur drei Monate später sogar bei 93,40 EUR, dem bis heute gültigen Allzeithoch. Doch danach folgte der komplette Absturz. Erst das Platzen der Internet-Blase, dann die Finanzkrise: 2009 mutierte die Aktie zum Penny Stock, der Kurs fiel unter 1 EUR.
    Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Die Aktie von Infineon hat jüngst die 70 EUR-Marke überschritten und damit ein Dekadenhoch markiert. Bis zum Allzeithoch fehlen noch etwa 20 %. Im September 2025 begann der rasante Aufstieg, seither hat sie sich in etwa verdoppelt. Und die Zahlen zum ersten Quartal bestätigen auch operativ den Trend: So konnte man den Umsatz um 6 % auf 3,8 Mrd. EUR verbessern, der Gewinn je Aktie stieg von 0,18 EUR im Vorjahresquartal auf nunmehr 0,23 EUR. Die Zahlen fielen insgesamt sehr solide aus, doch der Ausblick schob das Papier dann an. Denn Infineon hat einen massiven Auftragsbestand von satten 25 Milliarden EUR in den Büchern. Laut Management reichen die Kundenaufträge teilweise bis weit in das nächste Geschäftsjahr hinein. Der Treiber sind vor allem KI-Rechenzentren: Der Bedarf an den Energieversorgungschips (Power Management) für Künstliche Intelligenz ist enorm, CEO Jochen Hanebeck bezeichnete die Nachfrage als „extrem robust“. Auch wenn es in der anderen Sparte Automobile nicht ganz so gut läuft: Infineon hat die Jahresprognose 2026 angehoben. Erwartet wird nun ein „signifikantes“ Umsatzwachstum auf über 16 Mrd. EUR. Zudem werden für den Free Cashflow nun 1,65 Mrd. statt zuvor 1,4 Mrd. EUR erwartet.
    Die Aktie von Infineon sollte ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Solange der KI-Boom in den Vereinigten Staaten läuft, wird das Papier mit hochgezogen. Die Analysten sind weiter bullisch für die Titel und raten fast unisono zum Einstieg. Zuletzt hatte J.P. Morgan die europäische Halbleiterbranche empfohlen und sieht derzeit eine günstige Lage, da es keine hohen Lagerbestände gebe, und speziell beim Blick auf Speicherbausteinen seien sie sogar „sehr mager“. Daher gelte die Einstufung „Overweight“ für die Aktie von Infineon.


    Fazit: Bei OHB gibt es derzeit den Spacex-Hype, dafür aber eine hohe Bewertung. Der Börsengang des Muskschen Unternehmens sollte den Bremern weiter Rückenwind geben. Bei Strategic Resources zeigt die aktuelle Finanzierung das Vertrauen des Marktes. Mit hochreinem Eisen und billigem Strom können die Kanadier bald ins Rampenlicht der Börse rücken. Infineon zeigt sich operativ (KI!) wie charttechnisch stark. Die Analysten sind bullisch, die Chips begehrt. Es wäre typisch für die Börse, wenn die Aktie nun das Allzeithoch aus dem Jahr 2000 anpeilt!


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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