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10.01.2022 | 05:10

Steinhoff, Almonty Industries, Morphosys – Immer näher am Ziel

  • Rebound
  • Rohstoffe
Bildquelle: Almonty Industries

Kommt es beim kriselnden internationalen Handelskonzern Steinhoff doch noch zum Happy End? Nachdem der Vergleich wohl Ende Januar mit Erfolg ad acta gelegt werden dürfte, geht es um das Fortbestehen des hochverschuldeten Unternehmens, das nun anstrebt, seine gut laufenden Tochterunternehmen zu vergolden. Dagegen stehen die Zeichen bei Almonty Industries klar auf Wachstum. Mit dem Megaprojekt in Südkorea wird das Unternehmen einer der wichtigsten Player für die Produktion von Rohstoffen für die Energiewende, mit deutlichem Aufwärtspotenzial.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: STEINHOFF INT.HLDG.EO-_50 | NL0011375019 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034

Inhaltsverzeichnis:


    Steinhoff sucht Cash

    Nachdem Steinhoff mit den früheren Tekkie-Town-Eignern sowie Trevo Capital eine Übereinstimmung gefunden hat, dürfte auch das Western Cape High Court am 24.Januar genug Argumente für die Anerkennung des Hauptvergleichs haben, um diesen abzusegnen. Somit sind die ersten Hürden genommen, der Deutsch-Südafrikanische Konzern kann sich folglich auf die Verringerung der horrenden Schuldenlast von rund 10 Mrd. EUR konzentrieren.

    Dabei besitzt das Unternehmen noch einige Assets, die diese zumindest teilweise reduzieren könnten. Nachdem im vergangenen Jahr die polnische Tochter Pepco aufs Warschauer Parkett geschickt wurde, könnte nun Mattres Firm das nächste Asset sein, was gehoben werden soll. Knapp 50% beträgt die Beteiligung von Steinhoff, nun wurde das Erstregistrierungsformular S1 bei der SEC eingereicht. Dieses Formular wird von der US-Finanzaufsicht benötigt, wenn Wertpapiere der Unternehmen an einer nationalen Börse notiert werden sollen. Mattres Firm erzielte zum Halbjahr einen Umsatz von 1,69 Mrd. EUR.

    Die Schadensersatzforderungen dürften der Vergangenheit angehören, die hohe Verschuldung und die extreme Zinslast bleiben jedoch weiterhin vorhanden. Ein möglicher IPO dürfte dies nur etwas abmildern. Somit bleibt Steinhoff ein riskantes Spiel mit dem Feuer.

    Almonty Industries – Ziel in Reichweite

    Gute Nachrichten gibt es für alle, die die Aktie von Almonty Industries seit längerem auf der Watchlist stehen haben. Obwohl der Bau der Sangdong-Mine an der Lagerstätte Almonty Korea Tungsten schnell voranschreitet, bewegt sich der Aktienkurs kaum und bietet somit die Chance, am Erfolg von einem der größten Wolframprojekte der Welt teilhaben zu können.

    Rund 50% der weltweiten Wolfram-Versorgung außerhalb Chinas produziert dann nach Unternehmensangaben Woulfe Mining, eine 100%-Tochtergesellschaft von Almonty. Der Börsenwert liegt aktuell bei 125,36 Mio. EUR, der Aktienkurs notiert in Frankfurt mit 0,67 EUR rund 25% unter seinem Höchstkurs des vergangenen Jahres.

    Die Rahmenbedingungen für den Start sind herausragend, denn die Nachfrage nach Wolfram ist höher denn je. Von der Energie- und Lichttechnik über Raumfahrt bis hin zur Telekommunikations- und Medizintechnik wird das seltene Metall benötigt. Der Nachteil: rund 80% kommen auch hier aus China. Das Potenzial der Sangdong-Mine nach Vollauslastung liegt bei 1,2 Mio. t Gestein, während am Anfang lediglich rund die Hälfte ausgeschöpft wird.

    Neben dem Abbau von Wolfram bietet sich auf der Lagerstätte zusätzliches Potenzial durch ein größeres Molybdän-Vorkommen, das in diesem Jahr näher erkundet werden soll. Zusätzlich besitzt Almonty Industries mit zwei weiteren Projekten in Spanien und Portugal großes Potenzial. Fakt ist, je näher das Unternehmen an die Produktion kommt, desto heißer glüht der Wolfram-Draht.

    Anleger stoßen Morphosys ab

    Das Leiden der Morphosys-Aktionäre geht weiter. Obwohl das Unternehmen aus Planegg bei München für das laufende Jahr weitere Zuwächse mit dem wichtigen Krebsmedikament Monjuvi in den USA anstrebt, verbilligte sich die Aktie und notiert mit 30,53 EUR auf dem billigsten Stand seit 2013. Dabei wurde kürzlich die markante Unterstützung bei 32,90 EUR mit hohem Volumen durchbrochen, was für die charttechnische Situation nichts Gutes verheißt.

    Mit Monjuyi sollen die Netto-Erlöse auf 110 bis 135 Mio. USD anwachsen. Im vergangenen Jahr erzielte Morphosys mit dem Mittel laut vorläufiger Zahlen 79,1 Mio. USD in den Vereinigten Staaten. "Wir erwarten für 2022 nachhaltiges Wachstum", sagte Morphosys-Chef Jean-Paul Kress zu dem Präparat. Dabei soll die Bruttomarge bei 75 bis 80% liegen.

    Ebenfalls wachsen sollen bei den Münchnern die Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Für dieses Jahr geht das Management von 300 bis 325 Mio. EUR aus. Die Gründe für die höheren Kosten liegen laut dem Unternehmen bei den laufenden Phase-3-Zulassungsstudien. Dagegen sollten zahlungswirksame Umsätze aus Meilensteinzahlungen im Jahr 2022 nicht zu erwarten sein.


    Während Steinhoff um das nackte Überleben kämpft, gehen die Bauarbeiten bei Almonty Industries munter weiter. Die Produktion rückt näher und dürfte bald das Potenzial weiter aufzeigen. Bei Morphosys dagegen ist aktuell äußerste Vorsicht geboten.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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    Ein weiterer Feiertag für CEO Lewis Black von Almonty Industries. Während die Tech-Hausse den NASDAQ 100-Index über 30.000 hievt, wird der Wolfram-Hersteller aufgrund umsatz- und bewertungsrelevanter Größen nach dem Juni-Verfall in den Russell 1000 Index aufgenommen. Verbunden damit ist auch die Mitgliedschaft im etwas breiteren Russell 3000-Index, wie aus der Liste von FTSE Russell hervorgeht. Das hat weitreichende Komplikationen! Indexbasierte ETFs müssen innerhalb einer gewissen Zeit die Gewichtungen ihrer Assets nach den abzubildenden Indices adjustieren. Meint für die bislang nicht vertretene Almonty-Aktie eine zusätzliche Nachfrage von institutioneller Seite. Als wäre der Sturm um den einzig relevanten, börsennotierten Wolfram-Titel nicht schon groß genug. Die Party dürfte also munter weitergehen!

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    • Sangdong

    Noch 2024 gab es die Aktie von Almonty Industries für unter 1 USD das Stück. Inzwischen wird der Titel für rund 19 USD gehandelt, wobei die runde Marke von 20 USD zeitweise bereits genommen wurde. Nun befindet sich das Unternehmen nach dieser fulminanten Wachstumsphase vor dem nächsten Schritt. Zum einen wurde Mitte März in Südkorea die Sangdong-Mine offiziell eröffnet, die nun künftig die westliche Welt mit dem wichtigen Rohstoff Wolfram versorgen kann. Zum anderen aber steht in wenigen Tagen der Börsengang von SpaceX mit einer Bewertung von 1,75 Bio. USD an – eine Zahl, wie von einem anderen Stern. Dann könnte so manchem Anleger aufgehen, dass Wolfram, dessen Weltmarkt klar von China dominiert wird, auch für die Raumfahrt unentbehrlich ist. Und genau dieses Produkt gibt es in großen Mengen eigentlich nur von Almonty Industries.

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    Mit extremen Volatilitäten in 2026 bleibt eine Sache klar: Gold dient als Depot-Stabilisator. Denn in einem Umfeld steigender Inflation, anziehender Zinsen und galoppierender Rohstoffpreise haben sich Edelmetalle bislang hervorragend geschlagen. Mit dem Iran-Konflikt mussten vor allem Reise- und Touristiktitel abgeben, denn sie litten unter sinkender Reiselust, kleinerer Haushaltsbudgets und letztlich unter den hohen Treibstoffpreisen. Wer aber über den Tellerrand hinausblickt, erkennt: Krisen sind eine temporäre Erscheinung, die angstgetriebenen Bewertungsabschläge somit mittelfristige Kaufanreize. Für risikobewusste Anleger ergeben sich in diesen Szenarien Investitionsmöglichkeiten, die man unter normalen Umständen nicht erwarten darf. So notiert die Deutsche Lufthansa rund 30 % unter ihrem Buchwert und TUI wird mit einem KGV von etwa 5 gehandelt. Alles irrational? In aktueller Sicht nicht, langfristig aber definitiv. Hier gilt wohl das Motto: Kaufen, wenn die Kanonen donnern!

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