11.11.2025 | 05:30
Stetige Erträge in unsicheren Zeiten: Die Renditepläne der Deutschen Telekom, RE Royalties und der Allianz
In unsicheren Zeiten sehnen sich Anleger nach Beständigkeit. Eine clevere Strategie setzt auf Unternehmen, die nicht nur wachsen, sondern eine verlässliche Dividende ausschütten. Dieses passive Einkommen bietet eine wertvolle Stütze, unabhängig von täglichen Marktschwankungen und schützt zudem vor Kaufkraftverlust. Wir werfen einen detaillierten Blick auf drei etablierte Unternehmen, die dieses Versprechen einlösen: die Deutsche Telekom, RE Royalties und die Allianz.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
DT.TELEKOM AG NA | DE0005557508 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 , ALLIANZ SE NA O.N. | DE0008404005
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Deutsche Telekom - starke Basis, günstige Bewertung!?
Die Deutsche Telekom steuert auf das Jahresende 2025 mit einer interessanten Mischung aus stabilen Fundamentaldaten und einer auffällig schwachen Aktienperformance zu. Die jüngsten Quartalszahlen zeichnen ein Bild der Kontinuität. Das Unternehmen hält an seiner Prognose für ein bereinigtes EBITDA von mehr als 45 Mrd. EUR und einem Gewinn je Aktie von rund 2,0 EUR fest. Analysten erwarten mit etwa 1,97 EUR eine ähnliche Größenordnung. Doch die Anleger scheinen die robusten operativen Daten zu ignorieren. Ein Grund für die Skepsis ist das Vorhaben "Project Kuiper" von Amazon, ein Satelliteninternet-Netzwerk, das Ende 2025 starten soll, sowie Gerüchte über extrem günstige Mobilfunkangebote für Prime-Mitglieder, die die etablierten Geschäftsmodelle von Konzernen wie der Deutschen Telekom und ihrer US-Tochter T-Mobile US langfristig unter Druck setzen könnten.
Treibende Kräfte für die Zukunft sind zwei strategische Investitionsfelder. Einerseits pumpt der Konzern über 1 Mrd. EUR in den Aufbau eines europäischen KI-Rechenzentrums, einer Partnerschaft mit NVIDIA. Selbst in stürmischen Zeiten baut die Deutsche Telekom ihr Geschäft weiter aus. Kräftig vorangetrieben wird der Glasfaserausbau, der dem Konzern ein wichtiges zweites Standbein verschaffen soll. Positiv ist, dass das Mobilfunknetz der Telekom in Deutschland zur Spitzenklasse gehört, untermauert durch einen erneuten Sieg im Netztest 2025. Das ist ein echtes Marketingargument, um sich von seinen Wettbewerbern abzusetzen. Die große Aufgabe bleibt jedoch, diese operativen Stärken auch in eine bessere Bewertung an der Börse zu übersetzen.
Für Anleger, die auf regelmäßige Erträge setzen, liefert die Telekom-Aktie ein überzeugendes Fundament. Das Unternehmen setzt seit Jahren auf eine verlässliche Dividendenpolitik und schüttet traditionell 40-60 % des bereinigten Gewinns je Aktie an seine Aktionäre aus. Für 2025 erwarten Marktbeobachter eine Dividende von 0,90 EUR pro Aktie. Bei aktuellem Kurs ergibt das eine solide Dividendenrendite von rund 3,4 %. Ergänzend laufen Aktienrückkäufe mit einem Volumen von bis zu 2 Mrd. EUR. Diese Kombination aus Dividendenzahlung und Kapitalrückgabe macht das Investment für langfristig denkende Aktionäre attraktiv. Derzeit ist die Aktie für 26,57 EUR zu haben.
RE Royalties - das Perpetuum Mobile der Projektfinanzierung
Stellen Sie sich eine Maschine vor, die einmal mit Kapital gefüttert, fortan stetig Erträge produziert und sich dabei selbst antreibt. Genau dieses Prinzip verkörpert das Geschäftsmodell von RE Royalties. Das Unternehmen finanziert Solar-, Wind- und Wasserkraftprojekte und erhält neben der Rückzahlung der Kredite auch einen kleinen Prozentsatz ihrer langfristigen Stromverkaufserlöse. Um ihre Bilanzen schuldenfrei zu bekommen sind die Kreditnehmer bestrebt, ihre Darlehen möglichst rasch zurückzuzahlen, um die Zinslast zu drücken und schuldenfrei zu werden. Dieses zurückfließende Kapital ist dann der Treibstoff für die nächste Investitionsrunde.
Damit dieses finanzielle Perpetuum Mobile nicht ins Stottern gerät, setzt das Unternehmen auf maximale Stabilität. Es finanziert fast ausschließlich bereits laufende Anlagen mit etablierter Technologie, deren Erträge durch langfristige Stromabnahmeverträge gesichert sind. Das Risiko von Bauverzögerungen oder Technologiepannen wird so umgangen. Dieser Fokus auf betriebsbereite Infrastruktur wirkt wie ein Schwungrad. Es sorgt für vorhersehbare Cashflows, unabhängig von der Börsenstimmung oder kurzfristigen politischen Schlenkern.
Der messbare Output dieser Maschine ist die Dividende. Die stabilen, wiederkehrenden Royalty-Einnahmen speisen die Ausschüttungen an die Aktionäre. RE Royalties schüttet konsequent eine vierteljährliche Dividende von 0,01 CAD aus, die bei dem aktuell niedrigen Kurs eine beachtliche Dividendenrendite von über 13 % generiert. Diese Dividende ist damit kein künstliches Konstrukt, sondern das direkte Ergebnis des geschilderten Kreislaufs. Sie wird von den operativen Erträgen der finanzierten Energieprojekte gespeist und unterstreicht die Fähigkeit des Modells, beständige Erträge zu generieren. Die Aktie notiert aktuell bei 0,29 CAD.
Allianz - vor Quartalszahlen: Starke Erwartungen, solider Rahmen
Mitte November legt die Allianz wieder ihre Zahlen vor. Genauer gesagt am 14. November, dann werden die Quartalszahlen für das 3. Quartal 2025 erwartet. Die Analysten schätzen den Gewinn je Aktie auf durchschnittlich 7,21 EUR. Das wäre ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr. Beim Umsatz ist man pessimistischer. Es wird ein leichter Rückgang auf rund 19,76 Mrd. EUR prognostiziert. Spannend wird sein, wie der Konzern diese scheinbar gegenläufigen Entwicklungen erklären wird.
Nicht nur die Quartalszahlen selbst, sondern auch die zugrundeliegende operative Performance verdient Beachtung. Die Allianz hat in den letzten Quartalen mehrfach bewiesen, dass sie ihr Kerngeschäft effizient managen kann. Im 2. Quartal 2025 erzielte das Unternehmen einen operativen Gewinn von 4,4 Mrd. EUR, ein Rekordwert. Diese solide Basis aus den verschiedenen Geschäftsbereichen, von der Sach- bis zur Lebensversicherung, gibt dem Konzern Stabilität. In einem schwierigen Marktumfeld mit regulatorischen Herausforderungen und digitalem Wettbewerb ist das keine Selbstverständlichkeit.
Für Anleger, die auf beständige Erträge setzen, spielt die Dividende eine zentrale Rolle. Die Allianz hat hier eine klare Linie: Sie schüttet traditionell etwa 60 % des bereinigten Jahresüberschusses an ihre Aktionäre aus. Konkret erwarten die Marktbeobachter für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von etwa 16,80 EUR je Aktie. Damit setzt der Konzern seinen Kurs fort, die Ausschüttungen schrittweise zu erhöhen. Zusätzlich plant die Allianz, im Zeitraum 2025 bis 2027 mindestens 15 % des Jahresüberschusses durch Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückzugeben. Diese doppelte Strategie macht das Investment besonders interessant. Die Aktie kostet momentan 356,00 EUR, was zu einer Dividendenrendite von rund 4,7 % führt.
In unsicheren Zeiten bieten diese drei Unternehmen verlässliche Dividenden als solide Stütze für jedes Portfolio. Die Deutsche Telekom kombiniert eine attraktive Ausschüttung von 3,4 % mit Zukunftsinvestitionen in KI und Glasfaser, kämpft aber mit Bewertungszweifeln angesichts neuer Wettbewerber. RE Royalties liefert mit seinem einzigartigen Modell der Projektfinanzierung für erneuerbare Energien spektakuläre Erträge und mehr als 13 % Dividendenrendite. Die Allianz hingegen steht für berechenbare Qualität und plant für 2025 eine weiter steigende Dividende, gestützt auf starke operative Erträge.
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