Menü schließen




27.01.2026 | 04:00

Trump 3.0 und Gold bei 5.000 USD! Kritische Metalle weiter im Raketen-Modus mit Almonty, Rheinmetall, DroneShield und CSG

  • Rüstungsindustrie
  • Strategische Metalle
  • Kritische Rohstoffe
  • Defense-Sektor
  • IPO
Bildquelle: pixabay.com

Der US-Präsident Donald Trump präsentiert sich in Davos auf internationaler Bühne und erntet Kopfschütteln. Mit der eingängigen Staats-Parole „America First“ macht der mächtigste Mann der Welt keinen Hehl daraus, welche Prioritäten aus US-Sicht gesetzt werden. Für die internationale Staatengemeinschaft bedeutet dies ein Verlust an transatlantischem Vertrauen und die bittere Gewissheit, dass man im Notfall allein mit Diktatoren und autokratischen Systemen zurechtkommen muss. Ein Paradebeispiel für die nun vollständig umgesetzte Zeitenwende, die von Klaus Schwab als „The Great Reset“ bereits 2020 in Davos proklamiert wurde. Aus geopolitischer Unsicherheit entstehen Zwänge und verunsicherte Investoren. Sie stürzen sich immer mehr auf wahre Werte, die im Rohstoffbereich vermutet werden. Die nächste Raketenstufe zündet also für kritische Metalle, Gold und Silber – ein Dauerthema seit Wochen. Hier ein paar Tipps für risikobewusste Anleger.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2 , CSG NV | NL0015073TS8

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – Schon wieder ein neues Hoch

    Die Almonty-Aktie folgt einem gewissen Muster. Der Titel ist äußerst gefragt und wird gerade von großen institutionellen Investoren vom Markt absorbiert. Grund ist die schon fast alternativlose Positionierung des Unternehmens im Bereich Wolfram und Molybdän. CEO Lewis Black hat die gesamte Brisanz eines völlig außer Rand und Band geratenen Sektors der kritischen Metalle vielfach verbal beschrieben. Im Endeffekt lässt sich alles auf den Satz: „Kein Material – Bänder still!“ verdichten. So war auch gestern wieder ein Almonty-Tag mit fast zweistelligen Gewinnen, in den Zeitungen wird man den neuen US-Rare Metals Deal als Begründung heranziehen. Man könnte aber kürzer sagen: Zu wenig Almonty-Aktien für diese gigantische Nachfrage! Die Rally dürfte ungebremst weitergehen, trotz deutlich tieferer Brokerschätzungen. Aber das eine sind fundamentale Ableitungen, das andere sind Knappheitsnöte. Bilanzen sind daher erst mal nicht wichtig, Lieferverträge umso mehr. In einigen Tagen werden die zuständigen Analysten wie Lemminge neue Kursziele ausrufen. Da können sie sicher sein!

    CEO Lewis Black referierte auf dem letzten 17. International Investment Forum (www.ii-forum.com) am 3. Dezember ganz ohne Präsentation. Der Eindruck gestaltete sich damit umso intensiver. Hier geht´s zum Video.

    https://www.youtube.com/watch?v=3jor7goNPj4&t=49s

    IIF-Moderatorin Lindsay Malchuk zeigt die Facetten des Wolfram-Deals in Montana in diesem Video.

    https://youtu.be/CDgG7rkTUuY

    Rheinmetall – Fällt die 2.000 EUR Marke nun?

    Ein vergleichbarer Fall und eine ebenso erstaunliche 2.000 % Bewegung wie bei Almonty Industries, gab es im Zeitraum 2022 bis 2025 in der Rheinmetall-Aktie. Mit dem Unterschied, dass Rheinmetall sukzessive in eine bereits ordentliche Bewertung von ca. 83 Mrd. EUR hineinwachsen muss, immerhin hatte das Unternehmen in 2024 erst 9,7 Mrd. EUR Umsatz auf der Uhr. Auf der jüngsten Handelsblatt-Tagung „Sicherheit und Verteidigung 2026“ sprach CEO Papperger von erwarteten 80 Mrd. EUR Auftragseingang allein in diesem Jahr. Anleger können also gespannt sein, welche Zahlen Rheinmetall nun für 2025 vorweisen kann. Analysten schätzen einen Umsatz von 12,4 Mrd. EUR, der sich bis 2029 auf etwa 35 Mrd. EUR erhöhen soll. Erst mit Eintritt dieser Erlösgröße würden wir Rheinmetall als fair bewertet ansehen, denn aktuell handelt die Aktie ein KGV von 67 verglichen mit einer Wachstumsrate von 20 bis 25 %. Dass der Titel permanent an der 2.000 EUR-Marke scheitert ist also kein Wunder, sondern blanke Mathematik. Warten sie auf eine ordentliche Konsolidierung bis unter 1.500 EUR und springen sie dann konsequent auf den Rüstungszug auf. Achtung: Seit Monaten gibt es bei Rheinmetall keine Aufwertung mehr. Die 2025er Zahlen kommen spätestens am 11. März, wenn es Gutes zu vermelden gibt, entsprechend früher per adhoc. Vorsicht an der Bahnsteinkante!

    DroneShield – Droht hier schon wieder Ungemach?

    Nach über 170 % Neuanstieg seit der Korrektur auf unter 0,90 EUR scheint die Aktie von DroneShield ihre gigantische Aufwertung aus dem Jahr 2025 noch einmal wiederholen zu wollen. Im Gegensatz zu vielen Branchendiensten raten wir von diesem Titel eher ab, denn die nächste Umsatzhürde für die üppigen Gratisaktien an die Belegschaft steht an und in der letzten Woche gab es einen deutlichen Einbruch im Momentum. Technische Signale, die für diesen volatilen Titel sehr wertvoll sind. Fundamental bezahlen Investoren derzeit für geschätzte 310 Mio. AUD Umsatz in 2026e bereits einen Preis von 4,3 Mrd. AUD Marktwert. Faktor 14! Auf Rheinmetall angewendet wäre das ein Kurs von etwa 3.800 EUR. Rette sich wer kann!

    CSG – Tschechische Rüstung in Amsterdam notiert

    Mit der Aktie von CSG NV wurde am Freitag in Amsterdam der größte Börsengang eines Rüstungsunternehmens überhaupt vollzogen. Es ist zugleich das mächtigste IPO seit VW, die Porsche-AG an die Börse brachte. Und es ist äußerst erfolgreich! Der tschechische Industriekonzern Czechoslovak Group (CSG) und der Hauptaktionär Michal Strnad bringen Aktien im Gesamtwert von 3,8 Mrd. EUR an den Markt. Erste Notizen jagten den Titel mit 32 % Plus über den Emissionspreis von 25 EUR. Gestern ging es dann noch einmal auf 36,70 EUR nach oben, späte Nachmittagskurse lagen allerdings schon wieder bei 33,60 EUR. Der tschechische Milliardär Strnad cashte ganze 2,55 Mrd. EUR ein, im Zuge der Notiz sollen auch 750 Mio. EUR an Wachstumskapital für die Firma platziert werden. Es sieht so aus, als wenn die Papiere ohne Probleme abgegeben werden könnten, denn die Nachfrage im Rüstungs-Sektor lässt historische Deals möglich werden. Auch hier stellen wir fest: Der Umsatz in 2024 lag laut Emissionsprospekt vollkonsolidiert bei 5,2 Mrd. EUR und soll bis Ende 2026 auf etwa 7,6 Mrd. EUR steigen. Mit einer Marktbewertung von 35 Mrd. EUR wird auch hier bereits ein Umsatz-Multiple von 4,6 angewendet. Mit welchen Höherbewertungen die Neu-Aktionäre also in diesem Fall rechnen, steht in den Sternen. Der Titel sollte sich in den nächsten Wochen wieder schnell bei 25 EUR oder darunter einfinden. Also, Laptop aufklappen und die richtige Taste drücken!

    Die Aktie von Almonty ist derzeit nicht zu bremsen, der Chart ist abermals nach oben ausgebrochen. Die Rüstungstitel Rheinmetall und DroneShield können sich zwar gut behaupten, das technische Momentum weist aber nach unten. Quelle: LSEG vom 26.01.2026

    Der US-Präsident schickt die Börsen mit seinen Verkündungen in die Volatilitätsfalle. Zuerst werden Zölle angekündigt, später wieder fallen gelassen. Lange war Europa ein transatlantischer Verbündeter, heute sind die 770 Mio. Einwohner des alten Kontinents in den Augen Donald Trumps wohl nur noch meinungslose Ja-Sager ohne Geltung für das Weltgeschehen. Kritische Metalle und Rüstungstitel schwanken in diesem Umfeld sehr stark. Wohl dem, der hier die Nerven behält!


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 26.01.2026 | 05:30

    Das kritische Metall: Warum Antimony Resources zum geopolitischen Player aufsteigen könnte

    • Antimony Resources
    • Lieferketten
    • Antimon
    • Rüstung
    • Flammschutz
    • Rüstungsindustrie
    • Halbleiter
    • kritische Rohstoffe

    Während sich die Börse um KI-Chips, Edelmetalle und Lithium dreht, formiert sich im Untergrund der globalen Industrie eine weitere Krise. Die Versorgung mit Antimon, einem für Flammschutz, der Verteidigungsindustrie und Halbleiter unverzichtbaren Metall, hängt am seidenen Faden chinesischer Exportpolitik. Dadurch rücken Projekte in stabilen Regionen in den Fokus. Mitten in dieser strategischen Neuausrichtung liefert Antimony Resources aus Kanada bemerkenswerte Bohrresultate. Die Frage ist nicht mehr, ob der Westen alternative Quellen braucht, sondern wie schnell spezielle Projekte wie Antimony Resources sie liefern können.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 22.01.2026 | 04:00

    Die Nato wackelt - ist Silber das neue Gold? Traumrenditen mit Silver North, neuer Schub für Rheinmetall und TKMS

    • Gold und Silber
    • Edelmetalle
    • Kritische Metalle
    • Rohstoffe
    • Defense-Sektor
    • Rüstung

    Die geopolitischen Verwerfungen bringen tiefe Vertrauensgräben zwischen den Supermächten zum Vorschein. So erinnert das US-Vorgehen um Grönland längst überkommener Kolonialzeiten und brüskiert die betroffenen Politakteure. Weil durch diesen rüden Umgang auf der internationalen Bühne auf keine politische Instanz mehr vertraut werden kann, fallen auch alte Bündnisstrukturen über Bord. So ist mit dem Wackeln des transatlantischen Bündnisses NATO eine neue Qualität und Eskalationsstufe erreicht. Was das für die Kapitalmärkte kurzfristig zu bedeuten hat, bleibt noch unklar. Sichtbar ist jedoch die schon beinah tägliche Aufwertung von Gold und Silber, sowie ein weiterer Bewertungsschub für die Rüstungstitel. Am Horizont baut sich auch ein steigendes Zins-Szenario auf. Alles keine guten Nachrichten, Investoren sollten ihre Portfoliostrukturen auf Schwachstellen überprüfen. Hier ein paar Ideen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 21.01.2026 | 05:00

    Kernfusions-Fantasie bei Almonty, Chevron, Cenovus Energy: Warum Wolfram der Schlüssel zur unendlichen Energie ist

    • Kernfusion
    • Divertor
    • Wolfram
    • Kritische Rohstoffe

    Wenn Investoren bisher an Wolfram dachten, sahen sie vor ihrem geistigen Auge meist gehärteten Stahl für panzerbrechende Munition oder Hochleistungsbohrer für die Industrie. Doch diese Wahrnehmung ist im Begriff, sich fundamental zu wandeln. Neueste physikalische Durchbrüche in der Kernfusion, insbesondere beim chinesischen Experimentalreaktor EAST – oft als „künstliche Sonne“ bezeichnet – rücken das hochschmelzende Metall ins Zentrum einer Energierevolution. Während Öl-Multis wie Chevron und Cenovus Energy mit Rekordgewinnen die Gegenwart verwalten, entsteht im Hintergrund ein neuer Markt für Materialien, die extremsten Bedingungen standhalten müssen. In diesem Szenario avanciert Almonty Industries vom klassischen Bergbauunternehmen zum strategischen Technologie-Enabler – schließlich gibt es ohne Wolfram keine Fusionsenergie. Für Anleger, die über den Tellerrand der fossilen Welt hinausblicken, eröffnet sich hier eine Chance, die weit über den zyklischen Rohstoffhandel hinausgeht.

    Zum Kommentar