27.01.2026 | 04:00
Trump 3.0 und Gold bei 5.000 USD! Kritische Metalle weiter im Raketen-Modus mit Almonty, Rheinmetall, DroneShield und CSG
Der US-Präsident Donald Trump präsentiert sich in Davos auf internationaler Bühne und erntet Kopfschütteln. Mit der eingängigen Staats-Parole „America First“ macht der mächtigste Mann der Welt keinen Hehl daraus, welche Prioritäten aus US-Sicht gesetzt werden. Für die internationale Staatengemeinschaft bedeutet dies ein Verlust an transatlantischem Vertrauen und die bittere Gewissheit, dass man im Notfall allein mit Diktatoren und autokratischen Systemen zurechtkommen muss. Ein Paradebeispiel für die nun vollständig umgesetzte Zeitenwende, die von Klaus Schwab als „The Great Reset“ bereits 2020 in Davos proklamiert wurde. Aus geopolitischer Unsicherheit entstehen Zwänge und verunsicherte Investoren. Sie stürzen sich immer mehr auf wahre Werte, die im Rohstoffbereich vermutet werden. Die nächste Raketenstufe zündet also für kritische Metalle, Gold und Silber – ein Dauerthema seit Wochen. Hier ein paar Tipps für risikobewusste Anleger.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2 , CSG NV | NL0015073TS8
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Almonty Industries – Schon wieder ein neues Hoch
Die Almonty-Aktie folgt einem gewissen Muster. Der Titel ist äußerst gefragt und wird gerade von großen institutionellen Investoren vom Markt absorbiert. Grund ist die schon fast alternativlose Positionierung des Unternehmens im Bereich Wolfram und Molybdän. CEO Lewis Black hat die gesamte Brisanz eines völlig außer Rand und Band geratenen Sektors der kritischen Metalle vielfach verbal beschrieben. Im Endeffekt lässt sich alles auf den Satz: „Kein Material – Bänder still!“ verdichten. So war auch gestern wieder ein Almonty-Tag mit fast zweistelligen Gewinnen, in den Zeitungen wird man den neuen US-Rare Metals Deal als Begründung heranziehen. Man könnte aber kürzer sagen: Zu wenig Almonty-Aktien für diese gigantische Nachfrage! Die Rally dürfte ungebremst weitergehen, trotz deutlich tieferer Brokerschätzungen. Aber das eine sind fundamentale Ableitungen, das andere sind Knappheitsnöte. Bilanzen sind daher erst mal nicht wichtig, Lieferverträge umso mehr. In einigen Tagen werden die zuständigen Analysten wie Lemminge neue Kursziele ausrufen. Da können sie sicher sein!
CEO Lewis Black referierte auf dem letzten 17. International Investment Forum (www.ii-forum.com) am 3. Dezember ganz ohne Präsentation. Der Eindruck gestaltete sich damit umso intensiver. Hier geht´s zum Video.
https://www.youtube.com/watch?v=3jor7goNPj4&t=49s
IIF-Moderatorin Lindsay Malchuk zeigt die Facetten des Wolfram-Deals in Montana in diesem Video.
Rheinmetall – Fällt die 2.000 EUR Marke nun?
Ein vergleichbarer Fall und eine ebenso erstaunliche 2.000 % Bewegung wie bei Almonty Industries, gab es im Zeitraum 2022 bis 2025 in der Rheinmetall-Aktie. Mit dem Unterschied, dass Rheinmetall sukzessive in eine bereits ordentliche Bewertung von ca. 83 Mrd. EUR hineinwachsen muss, immerhin hatte das Unternehmen in 2024 erst 9,7 Mrd. EUR Umsatz auf der Uhr. Auf der jüngsten Handelsblatt-Tagung „Sicherheit und Verteidigung 2026“ sprach CEO Papperger von erwarteten 80 Mrd. EUR Auftragseingang allein in diesem Jahr. Anleger können also gespannt sein, welche Zahlen Rheinmetall nun für 2025 vorweisen kann. Analysten schätzen einen Umsatz von 12,4 Mrd. EUR, der sich bis 2029 auf etwa 35 Mrd. EUR erhöhen soll. Erst mit Eintritt dieser Erlösgröße würden wir Rheinmetall als fair bewertet ansehen, denn aktuell handelt die Aktie ein KGV von 67 verglichen mit einer Wachstumsrate von 20 bis 25 %. Dass der Titel permanent an der 2.000 EUR-Marke scheitert ist also kein Wunder, sondern blanke Mathematik. Warten sie auf eine ordentliche Konsolidierung bis unter 1.500 EUR und springen sie dann konsequent auf den Rüstungszug auf. Achtung: Seit Monaten gibt es bei Rheinmetall keine Aufwertung mehr. Die 2025er Zahlen kommen spätestens am 11. März, wenn es Gutes zu vermelden gibt, entsprechend früher per adhoc. Vorsicht an der Bahnsteinkante!
DroneShield – Droht hier schon wieder Ungemach?
Nach über 170 % Neuanstieg seit der Korrektur auf unter 0,90 EUR scheint die Aktie von DroneShield ihre gigantische Aufwertung aus dem Jahr 2025 noch einmal wiederholen zu wollen. Im Gegensatz zu vielen Branchendiensten raten wir von diesem Titel eher ab, denn die nächste Umsatzhürde für die üppigen Gratisaktien an die Belegschaft steht an und in der letzten Woche gab es einen deutlichen Einbruch im Momentum. Technische Signale, die für diesen volatilen Titel sehr wertvoll sind. Fundamental bezahlen Investoren derzeit für geschätzte 310 Mio. AUD Umsatz in 2026e bereits einen Preis von 4,3 Mrd. AUD Marktwert. Faktor 14! Auf Rheinmetall angewendet wäre das ein Kurs von etwa 3.800 EUR. Rette sich wer kann!
CSG – Tschechische Rüstung in Amsterdam notiert
Mit der Aktie von CSG NV wurde am Freitag in Amsterdam der größte Börsengang eines Rüstungsunternehmens überhaupt vollzogen. Es ist zugleich das mächtigste IPO seit VW, die Porsche-AG an die Börse brachte. Und es ist äußerst erfolgreich! Der tschechische Industriekonzern Czechoslovak Group (CSG) und der Hauptaktionär Michal Strnad bringen Aktien im Gesamtwert von 3,8 Mrd. EUR an den Markt. Erste Notizen jagten den Titel mit 32 % Plus über den Emissionspreis von 25 EUR. Gestern ging es dann noch einmal auf 36,70 EUR nach oben, späte Nachmittagskurse lagen allerdings schon wieder bei 33,60 EUR. Der tschechische Milliardär Strnad cashte ganze 2,55 Mrd. EUR ein, im Zuge der Notiz sollen auch 750 Mio. EUR an Wachstumskapital für die Firma platziert werden. Es sieht so aus, als wenn die Papiere ohne Probleme abgegeben werden könnten, denn die Nachfrage im Rüstungs-Sektor lässt historische Deals möglich werden. Auch hier stellen wir fest: Der Umsatz in 2024 lag laut Emissionsprospekt vollkonsolidiert bei 5,2 Mrd. EUR und soll bis Ende 2026 auf etwa 7,6 Mrd. EUR steigen. Mit einer Marktbewertung von 35 Mrd. EUR wird auch hier bereits ein Umsatz-Multiple von 4,6 angewendet. Mit welchen Höherbewertungen die Neu-Aktionäre also in diesem Fall rechnen, steht in den Sternen. Der Titel sollte sich in den nächsten Wochen wieder schnell bei 25 EUR oder darunter einfinden. Also, Laptop aufklappen und die richtige Taste drücken!

Der US-Präsident schickt die Börsen mit seinen Verkündungen in die Volatilitätsfalle. Zuerst werden Zölle angekündigt, später wieder fallen gelassen. Lange war Europa ein transatlantischer Verbündeter, heute sind die 770 Mio. Einwohner des alten Kontinents in den Augen Donald Trumps wohl nur noch meinungslose Ja-Sager ohne Geltung für das Weltgeschehen. Kritische Metalle und Rüstungstitel schwanken in diesem Umfeld sehr stark. Wohl dem, der hier die Nerven behält!
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