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05.09.2025 | 03:45

Trump unter Druck, die Börse taumelt – Technisch richtig mit BYD, Almonty und Palantir für neue 100 % positionieren!

  • HighTech
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Bildquelle: pixabay.com

Die Börsen befinden sich in einer weiteren Bubble, anders als zur Tech-Blase in 2000 sind Anleger aber auf die anstehende Korrektur vorbereitet. Denn die Warnzeichen könnten größer nicht sein: Inflation, Kriege, zahlreiche Konflikte, explodierende Zinsen und Defizite sowie Zoll-Schranken und Handelskriege! Wer hier kurzfristiges Wachstum sieht, liegt falsch. Aber noch hält sich der Markt an den Megatrends Künstliche Intelligenz und Rüstung fest. Zugegeben hier konnten 1.000 % und mehr verdient werden, gut für diejenigen, die diese Trends ausgeritten haben. Doch Vorsicht: Das Shiller KGV für den S&P 500 stiegt in der letzten Woche über 40 – normal ist ein Korridor von 12 bis 25. Wo wird dennoch weiter gefeiert? Wir geben ein paar Hinweise.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

Inhaltsverzeichnis:


    Palantir - Das Wachstums- und Bewertungs-Wunder

    Gutes Wachstum aber hohe Bewertung. Palantir Technologies sorgt seit Monaten mit neuen Projekten und Aufträgen im öffentlichen Sektor Großbritanniens für viel Aufmerksamkeit. Jüngstes Beispiel ist ein Jahresvertrag über 500.000 GBP mit dem Stadtrat Coventry, bei dem KI-Systeme von Palantir künftig die Bearbeitung von Fällen im Sozialwesen, Kinderschutz und bei Kindern mit Förderbedarf unterstützen sollen. Die Pilotphase zeigte bereits, dass die Software Sozialarbeiter merklich entlastet, indem sie Dokumentationen transkribiert und Fallakten automatisch zusammenfasst. Nun soll die Lösung auf weitere Verwaltungsbereiche ausgedehnt werden, um die Datenintegration und Servicequalität spürbar zu erhöhen.

    Diese Entscheidung ist aber längst nicht unumstritten. Gewerkschaften, Lehrerverbände und etliche Kommunalpolitiker kritisieren den Einsatz von Palantir-Technologie angesichts ethischer Bedenken und rufen nach einem sofortigen Vertragsende. Besonders die Rolle Palantirs bei US-Abschiebungen und in sicherheitsrelevanten Militärprojekten, wie etwa für die israelische Armee, wird als problematisch erachtet. Auch Befürchtungen um Datenschutz und die Automatisierung sensibler sozialer Entscheidungen klingen immer wieder an. Trotz der Kritik betonen Rathaus und Palantir, dass alle Datenschutzstandards eingehalten werden und die Entlastung der Fallarbeiter und Effizienzgewinne das Projekt rechtfertigen. Auch im Verteidigungsministerium wird Palantirs Software eingesetzt, wie Verträge über mehrere Jahre und mehr als 75 Mio. GBP Umfang zeigen. Gleichzeitig engagiert sich das Unternehmen in weiteren Pilotprojekten zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in Polizei und Verwaltung. Auch in der EU gibt es bereits einige Referenz-Projekte.

    Für Anleger zeigt die starke Auftragslage und Palantirs wachsende Präsenz in Europa ein gutes Wachstumsmodell mit weiterer Beschleunigung. Ob der US-KI-Konzern damit ein KGV von 212 und eine Umsatzbewertung von 80 rechtfertigt, muss sich zeigen. Vom Top bei 162 EUR im August hat der September schon mal 20 % abgeschnitten. Spannend, wie das weitergeht!

    Almonty Industries – Vorbereitung auf den nächsten Sprung

    Wie gefragt Wolfram von der westlichen Industrie sein muss, zeigt ein Blick auf ein jüngstes IPO an der Börse von Hongkong. Große internationale Nachfrage führte zu einem Bewertungssprung bei Jiaxin International Resources bereits am ersten Tag der Notiz, ein deutliches Signal für die enorme Marktdynamik bei Wolfram-Aktien. Der Kurs explodierte zum Ausgabepreis um 177 %, die Marktkapitalisierung beträgt damit aus dem Stand rund 614 Mio. USD und 1,2 Mrd. HKD (153 Mio. USD) wurden für das kasachische Boguty-Projekt eingesammelt. Analysten vermuten, dass die jüngste Kursversechsfachung von Almonty Industries zu dieser Euphorie geführt hat. Nüchtern betrachtet spiegelt die Begeisterung der Investoren jedoch primär den Zugang zu asiatischen Rohstoffprojekten mit starker China-Beteiligung wider und zeigt damit die großen geopolitischen Abhängigkeiten auf.

    Für Anleger, die sich gegen diese Risiken absichern und gezielt auf Diversifizierung setzen wollen, bietet Almonty Industries ein klar überlegenes und alternatives Profil. Das Sangdong-Projekt in Südkorea steht für westliche Kontrolle, Lieferkettensicherheit und den Aufbau strategischer Wolframreserven außerhalb des chinesischen Machtbereichs. Durch politische Unterstützung, Subventionen und die Einbindung erfahrener Industriekonzerne wie Deutsche Rohstoff AG und Plansee wird eine stabile Versorgung nach westlichen Standards garantiert. Almonty ist als einziger aussichtsreicher Wolframlieferant im Nasdaq- und europäischen Börsenumfeld positioniert, was den Bewertungsfokus weg von asiatischer Angebotsdominanz lenkt. Nach den jüngsten Gewinnmitnahmen zeigt sich im Chartbild eine Stabilisierung im Bereich 6 CAD. Insgesamt acht LSEG-Analystenbewertungen mit bis zu 9,00 CAD Kursziel zeigen, dass die Party in Almonty schnell wieder Fahrt aufnehmen kann. Das erfolgreiche IPO von Jiaxin International Resources spielt der unabhängigen Almonty in die Karten, denn westliche Industrien bevorzugen als Quelle von kritischen Metallen eher die EU und Südkorea, vor einem chinesisch domnierten Kasachsstan. Almonty liefert mit Sangdong ein Musterbeispiel geopolitisch unabhängiger Rohstoffstrategie!

    Mehr über das Wolfram-Geschäft im letzten Interview von GBC-Analysten Greiffenberger mit Stockhouse: https://stockhouse.com/opinion/interviews/2025/07/28/building-assets-producing-critical-minerals-and-slashing-dependency-on-china

    BYD – Aktuelle Absatzschwäche für den Einstieg nutzen

    BYD reagiert auf die weltweiten Absatzeinbrüche und rudert zurück! Chinas führender Hersteller von Elektroautos reagiert auf die aktuellen Marktveränderungen mit einer spürbaren Anpassung seiner Absatzambitionen. Statt wie ursprünglich geplant 5,5 Mio. Fahrzeuge im Jahr 2025 zu verkaufen, peilt das Unternehmen nun nur noch rund 4,6 Mio. Autos an, das niedrigste Wachstum seit fünf Jahren. Dieses neue Ziel wurde bereits im Juli an Zulieferer und innerhalb des Konzerns kommuniziert, eine offizielle Stellungnahme blieb bislang aus. Besonders im Segment der kleinen E-Autos verliert BYD Marktanteile, während Konkurrenten wie Geely ihre Absätze teils drastisch steigern und eigene Ziele anheben.

    Die Produktion bei BYD wurde an mehreren Standorten bereits zum zweiten Mal in Folge zurückgefahren, denn hohe Lagerbestände und aggressive Preiskämpfe drücken auf die Margen. Aktuell scheint der chinesische Markt gut gesättigt, das führte im zweiten Quartal zu einem Gewinnrückgang von 30 %, ebenso viel verlor die Aktie nun seit dem Höchststand im Mai trotz der Ausschüttung von Gratisaktien. Die Expansion der vergangenen Jahre, in denen BYD seine Verkäufe verzehnfachte und weltweit zur Branchenspitze aufschloss, scheint aktuell zu einem Ende zu kommen. Der Fokus liegt weiterhin auf dem chinesischen Markt, wo circa 80 Prozent der Verkäufe stattfinden. Die schwache Entwicklung im inländischen Immobiliensektor und die rapide steigende Konkurrenz dämpfen die Nachfrage aber spürbar. Das Management ist verunsichert, denn bislang gelang es im laufenden Kalenderjahr bis Ende August nur die Hälfte des ursprünglichen Jahresziels zu erreichen. Analytisch ist die Bewertung nun auf ein 2026e KGV von 11 zurückgekommen. Für langfristige Anleger, die an die E-Mobilität glauben, eine gute Einstiegsbasis. Technisch sollte die Konsolidierung im Bereich 10,50 bis 11,50 EUR stoppen, sonst droht Ungemach.

    Feiern können in den letzten 6 Monaten die Aktionäre von Palantir und Almonty. Während es hier erst jüngst zu kleineren Konsolidierungen kommt, mehren sich bei BYD die schlechten News. Quelle: LSEG vom 04.09.2025

    Die Börse ist keine Einbahnstraße mehr. Palantir Technologies konnte mit seinem Q2-Zahlenwerk die Analysten Erwartungen übertreffen, fiel im Kurs aber 20 % zurück. Almonty Industries präsentierte einen Sturmlauf von 1,20 auf 8,40 CAD und konsolidiert aktuell ebenso. Voll unter die Räder geriet aber BYD – hier gibt es schlechte Verkaufszahlen und einen starken Kursrückgang zu vermelden. Alle drei Aktien sind aber mittelfristig auf hohes Wachstum vorprogrammiert.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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