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20.04.2022 | 04:44

Twitter, Alibaba, Triumph Gold – Inflationsschutz: Goldene Zeiten für gute Aktien!

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Bildquelle: pixabay.com

Die Inflation galoppiert, an den Anleihemärkten kommt es zum sogenannten „Steepening“. Eine steiler werdende Renditekurve geht historisch oft mit einem Höchststand am Aktienmarkt in den folgenden 9-15 Monaten einher, nachdem die Renditekurve ein zyklisches Minimum erreicht hat. Das letzte Zinstief war im August 2019 mit -0,50% im zehnjährigen Bereich erreicht worden, es konnte sich bis zum Oktober 2020 sogar dort halten. Der DAX erreichte sein Alltime-High im November 2021 mit über 16.300 Punkten, also 13 Monate nach dem vorherliegenden Zinstief, dann folgte eine 25%-Korrektur nach unten bis auf 12.400 Punkte. Wenn die Inflation und der Zinsanstieg sich nicht abmildern, sieht es mau aus für die Aktienmärkte. Selektion bleibt daher Trumpf!

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027 , TRIUMPH GOLD CORP. | CA8968121043 , TWITTER INC. DL-_000005 | US90184L1026

Inhaltsverzeichnis:


    Zinsanstieg – Die 10-jährige Bundesanleihe kratzt an der 1%-Rendite-Marke

    Deutsche Bundesanleihen haben in den letzten Wochen dramatisch an Kurswert eingebüßt. Parallel dazu fiel der Terminkontrakt Bund-Future in der sechsten Woche in Folge. Zu Beginn der Ukraine-Krise markierte der Kontrakt noch Kurse von über 171%, gestern ging es dann deutlich unter 154%. Die Umlaufrendite der 10-jährigen Bundesanleihen sprang allein im April von 0,26 auf 0,96%, die Hypothekenzinsen für 10-jährige Zinsbindung explodierten auf über 2% im Neugeschäft. Dies ist der höchste Stand seit sieben Jahren. Belastet werden die Rentenkurse vor allem durch die wachsenden Inflationssorgen. Für überteuerte Aktien und Immobilien steigt das Risiko nun spürbar an.

    Triumph Gold – Das kann auch mal sehr schnell gehen

    Ein inflationäres Umfeld ist oft gepaart mit stärkerem Anlegerinteresse in Edelmetallen. Denn die schleichende Geldentwertung wird vom Konsumenten als Enteignung empfunden, sind wir doch seit gut 15 Jahren mit sehr niedrigen Teuerungsraten verwöhnt. Angesichts weltweit explodierender Geldmengen und Verschuldungshöhen war der aktuelle Inflationsschub allerdings ein Thema mit Ansage. Freilich haben die Kriegshandlungen in der Ukraine für weltweite Rohstoffknappheit und starke Verteuerungen bei Energie und Lebensmittel gesorgt. So ein Phänomen kann sich aber lang halten, auch wenn die Gründe durch einen überraschenden Friedensschluss auch mal wieder wegfallen sollten.

    Mit einem Vorzeigeprojekt im Yukon-Territorium macht die kanadische Triumph Gold Corp. auf sich aufmerksam. Die Liegenschaft Dawson Range beherbergt drei erstklassige Mineralvorkommen im ausgedehnten Abschnitt der Big Creek-Verwerfungszone. Neben Gehalten von bis zu 2 g/t Gold und 1,57 g/t Silber über 4,5m sowie geringere Gehalte um 0,5 g/t für beide Elemente über 46m, deuteten die letzten Ergebnisse auf eine Möglichkeit des kostengünstigen Laugungsbergbaus hin, was die Förderkosten sehr geringhalten könnte. Neben Gold lässt sich in der Zone auch industriell förderbares Kupfer finden. Gerade für Kupfer stehen die Aussichten auf Sturm. Triumph wird seine Explorationsarbeiten auch in 2022 weiter fortsetzen, wir erwarten hier gute Ergebnisse.

    Große Aktivität ist in der TIG-Aktie derzeit nicht zu spüren, was den Neueinsteigern aktuell zugute kommt. Denn wenn wie von Goldman Sachs prognostiziert, ein perfektes Gold-Szenario Richtung 2.500 USD je Unze vor uns liegt, dann dürften gerade die zurückgebliebenen Explorerwerte zum Sprint ansetzen. Die TIG-Aktie notiert aktuell zwischen 0,09 bis 0,10 CAD, damit ist alles zusammen mit nur 13 Mio. CAD bewertet. Wer an den Goldausbruch glaubt, ist hier richtig aufgehoben.

    Twitter – Giftpille für Elon Musk

    Ein offener Schlagabtausch ist zurzeit bei Twitter zu beobachten. Nachdem Elon Musk allen freien Aktionären eine Kaufofferte im Gegenwert von 54,20 USD offeriert hatte, gab es negative Reaktionen aus dem Vorstand. Musk hatte sich in den vergangenen Wochen einen Bestand von 9,2% an Twitter über den Markt zusammengekauft. Nun möchte er das Unternehmen von der Börse nehmen. Nicht ganz so im Sinn der mehrheitlichen Besitzer, denn sie wittern noch viel mehr „Value“ in der beliebten Social Media-Aktie. Als Vorschlag für Gegenmaßnahmen möchte der Vorstand ab Beteiligungshöhen von 15% weitere Aktienkäufe per Satzung erschweren.

    Musk sieht in der Twitter-Plattform das Potenzial für freie Meinungsäußerung zu allen Themen der Zeit. Diesem Zweck folgend muss das Unternehmen seiner Meinung nach neu aufgestellt werden. Mittlerweile haben sich auch strategische Investoren wie Alphabet zu Wort gemeldet und Beteiligungsgesellschaften wie Apollo oder Thoma Bravo bekunden ebenso Interesse. Das könnte noch spannend werden um Twitter. Die Aktie feiert mit 50% Plus in nur vier Wochen eine technische Erholung, die noch eine Weile anhalten könnte. Bleiben sie investiert mit einem Sicherheits-Stop bei 38 EUR.

    Alibaba – Management erhöht Aktienrückkaufprogramm

    Der chinesische Tech-Riese Alibaba gehört zu den Technologieunternehmen, die sich in den letzten 15 Monaten am schlechtesten entwickelt haben. Während die Aktie seit Jahresbeginn um etwa 20% gesunken ist, ist sie von ihrem Allzeit-Hoch im Oktober 2020 fast 70% entfernt. Im Vergleich dazu hat der S&P 500 seit seinem Allzeit-Hoch zu Jahresbeginn gerademal um etwa 8% korrigiert.

    Es spricht einiges dafür, dass die chinesischen Aufsichtsbehörden mit ihren Untersuchungen hinsichtlich Daten- und Kundenschutz sowie Kartellfragen bald zu einem Ende kommen, denn Alibaba wurde bereits mit einer beträchtlichen Kartellstrafe belegt. Die Tochtergesellschaft Ant Group wurde sogar aufgefordert, einige ihrer Kredit- und Darlehensgeschäfte auszugliedern. Zusätzlich stehen China-Aktien wegen der Missachtung von US-Prüfungsvorschriften noch immer im Feuer. Und nun noch der erneute Lockdown. Ziemlich viel Argumente für die schwachen Kurse der letzten Monate.

    Summa summarum sind wir aber Meinung, dass mit dem Ausverkauf im März bereits Vieles eingepreist sein sollte. Bei einem aktuellen Kurs von 85 EUR wird Alibaba mit einem KGV von 11 für 2022e gehandelt. Das Management scheint auch der Meinung zu sein, es hat vor kurzem sein Aktienrückkaufprogramm von 15 auf 25 Mrd. USD aufgestockt. Unter 90 EUR Einsammeln!


    Die Inflation bleibt allgegenwärtig, die Rentenkurse fallen. In einem solchen Umfeld wird es für die Aktien schwer. Einige NASDAQ-Titel wie Twitter oder Alibaba sehen technisch recht gut aus, dem Junior-Goldwert Triumph sollte die aktuelle Geldentwertung in die Karten spielen, das Projekt jedenfalls ist vielversprechend.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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