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14.09.2022 | 04:44

Up and away! Lufthansa, TUI, Viva Gold, Aston Martin – Turnaround-Aktien starten durch!

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Bildquelle: pixabay.com

Die kriegerischen Aktivitäten in der Ukraine scheinen nun in eine wichtige Phase zu gehen. Offenbar sind die Widerstandskräfte in der Lage, dem russischen Aggressor wieder wichtige Landabschnitte abzuringen. Wir sollten zwar nicht von einem schnellen Kriegsende träumen, aber ein Funken Hoffnung bleibt. Angesichts weiterhin hoher Inflationsdaten suchen Anleger vorwiegend nach Stabilität, stark schwankende Aktien- und Kryptopreise sind die täglichen Begleiter geworden, selbst die Immobilienmärkte sind angesichts steigender Zinsen und explodierender Baukosten nicht mehr vor Korrekturen geschützt. Damit richtet sich der Fokus auf Titel, die schon eine lange Leidensstrecke hinter sich gebracht haben.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ASTON MARTIN LAG.GLB.HLDG | GB00BN7CG237 , VIVA GOLD CORP. | CA92852M1077 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000 , LUFTHANSA AG VNA O.N. | DE0008232125

Inhaltsverzeichnis:


    Das neue Gold – Kunst, Sportwagen und Oldtimer

    Für die meisten Anleger verliefen die letzten drei Jahre sehr gemischt. Am meisten Erfolg hatte man mit den allseits beliebten FAANG-Aktien, welche selbst nach einer zwischenzeitlichen Korrektur von bis zu 50% wieder an die alten Stärken anknüpfen. Die normalen Standardwerte erlebten ein Auf und Ab, zwischendrin gab es Haussen im Bereich der Digitalisierung und starke Momentum-Trends im Bereich Greentech wie z.B. Wasserstoff.

    Ein gewichtiger Punkt könnte der Assetklasse Aktien aber mittelfristig Probleme machen. Zum einen haben sich die KGV-Bewertungen binnen 5 Jahren von im Schnitt 13,5 auf 18,5 entwickelt, zum anderen sind aber die Zinsen im zehnjährigen Bereich aus dem Nullbereich in eine Zone von 1,5 bis 5,0% vorgestoßen. Staaten mit hoher Verschuldung haben wieder Refinanzierungsprobleme, damit steigen die Zinsanforderungen der Kapitalgeber weiter. In diesem hoch-inflationären Umfeld haben sich alternative Anlageklassen relativ gut gehalten. Kunst, Weine und gewisse Oldtimer-Sammlermodelle legten selektiv stark an Wert zu, da sie nicht beliebig weitervermehrt werden können. Allerdings sind deren zukünftige Wertentwicklungen auch an die Kaufkraft der wohlhabenderen Bevölkerungsschicht gebunden.

    Die englische Sportwagenschmiede Aston Martin, bekannt als Wunderfahrzeug des britischen 007-Agenten James Bond, hat eine Rosskur durchlebt und entging im Jahr 2020 nur knapp der Pleite. Ein kompletter Modell-Relaunch und der Einstieg von Mercedes Benz rettete die Nobelmarke vorerst über den Berg, nun gibt es wieder eine große Kapitalerhöhung um 575,8 Mio. GBP. Ziel ist die Senkung der hohen Verschuldung und der Ausbau neuer Geschäftsfelder. Weil derzeit nur wenige Investoren nachlegen wollen, erfolgte die Bezugsrechtsemission zu einem Abschlag von 79% auf den Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Im Ergebnis der letzten Transaktionen hält Saudi-Arabien künftig 16,7% an Aston Martin, Yew Tree 18,3% und Mercedes-Benz 9,7%. Ob das den Aktienkurs irgendwann auf Trab bringt, bleibt fraglich, denn die neue Modellpalette muss erst betuchte Käufer finden.

    Viva Gold – Gute Aussichten in Nevada

    Seit Jahren besitzen die Zentralbanken der USA und Deutschland die größten Goldreserven weltweit. Auch die Goldbestände anderer entwickelter Staaten wie Frankreich, Italien, Schweiz oder Japan sind seit Jahren praktisch unverändert. Zum ersten Mal seit rund 20 Jahren sind die Goldreserven der Notenbanken zum Halbjahr 2022 weltweit leicht um 88t gesunken. Das Ranking der größten Goldkäufer in 2021 führte mit gut 90t Thailand an, gefolgt von Indien. Die größten Goldverkäufe tätigten in diesem Jahr die Philippinen mit rund 31t. Die Goldbestände von Privaten müssen sich also sukzessive erhöht haben, das berichten zumindest die teilweise ausverkauften Händler physischer Ware. Wie sich die Goldbesitzverschiebungen in der Zeit geopolitischer Konflikte entwickelt haben, dürfte schon bald von höchstem Interesse sein.

    In unsicheren Zeiten gibt es auch für Goldreserven in der Erde eine spezielle Nachfrage. Hier liegt der Charme in der zukünftigen Verfügbarkeit, die dann gezogen werden kann, wenn es nötig wird. Allerdings führten die Preisrückgänge von über 2.000 auf unter 1.700 USD in den letzten Monaten auch zu Ausverkaufsbewegungen in den Explorer-Aktien. Der top-aufgestellte kanadische Explorer Viva Gold besitzt ein 4.250 Hektar großes Grundstück in Nevada. Es liegt innerhalb der historisch bekannten Walker Lane, in der sich auch Kinross, Coeur Mining, Augusta und Centerra betätigen. In den letzten Jahren gab es z.B. mit der Bullfrog Mine auch spektakuläre Übernahmen in diesem Bezirk.

    Im firmeneigenen Gebiet Tonopah gab es aus dem laufenden Bohrprogramm nun ein paar Ergebnisse zu verkünden. Identifiziert wurde eine verdeckte Goldlagerstätte mit Vererzungen von bis zu 19,9 g/to AU auf 1,5m, die unter dem Schotter des Talbodens liegt und nicht zu Tage tritt, was bedeutet, dass alle geologischen und strukturellen Informationen entweder durch Bohrlöcher oder durch geophysikalische Methoden erfasst werden müssen. „Die in diesem Programm erfassten Daten liefern die Informationen, die zur Durchführung der geotechnischen Studie erforderlich sind, um eine Vormachbarkeitsstudie (PFS) für das Projekt zu erstellen", sagte James Hesketh, CEO und President. Diese Voruntersuchungen werden jetzt durchgeführt, die PFS dürfte dann im Jahr 2023 in Angriff genommen werden.

    Die Viva Gold-Aktie (VAU) wird in Kanada und Frankfurt gehandelt. Mit 91,6 Mio. ausstehenden Aktien beträgt der Marktwert aktuell nur 6,4 Mio. CAD, über die Hälfte des Kapitals ist aber in fester Hand. Mit dem nächsten Pick-Up bei Edelmetallen dürfte es hier wieder deutlich aufwärts gehen.

    TUI und Lufthansa – Kommen nun Anschlussbuchungen für den Winter?

    Bei TUI und Lufthansa wird man drei Kreuze machen, wenn der Sommer vorbei ist. Zum einen gab es natürlich aufgrund der vielen COVID-Nachholeffekte eine wahre Buchungswelle zu bewältigen, auf der anderen Seite mangelte es beiden Unternehmen an Ressourcen, vor allem an Mitarbeitern. Denn während der Pandemie hatten sich viele Mitarbeiter umorientiert und dem Tourismus den Rücken gekehrt. Im Fall von Lufthansa hat sich nun auch die Pilotengewerkschaft Cockpit zu einem Streik hinreißen lassen, der gerade am Ende der Urlaubszeit für weitere Verunsicherungen im Ablauf führte.

    Ob sich die beiden Touristikriesen mit dem gezeigten Service in diesem Jahr mit Ruhm bekleckert haben, wird sich in den anschließenden Buchungszeiträumen für den Winter und das Frühjahrsgeschäft zeigen. Verlorenes Gepäck, Flugverspätungen und unerwartete Stornierungen führen aktuell nicht gerade zur Kundenbindung, viele Menschen werden nun wohl wieder den Urlaub zu Hause genießen oder wegen der hohen Spritkosten auf die Bahn umsteigen. Flug- und Fernreisen hatten den Erholungssuchenden in 2022 mehr Stress als Entspannung gebracht, das widerspricht dem Prinzip „Urlaub“. Denn immerhin sollen diese 2-3 Wochen die verdiente Auszeit für den anstrengenden Job und den Ruheanker für Familien liefern. Diesen Anspruch hat die Branche gänzlich verfehlt.

    Die Aktien von TUI und Lufthansa befinden sich somit auch unter Dauerdruck und selbst die Bilanzen bekommen die vielen Regressforderungen der Kundschaft zu spüren. Trotz aller Kritikpunkte scheinen die unteren Umkehrzonen in den Kursen nun ausgebildet. Lufthansa hat im Bereich 5,50 EUR einen Boden gefunden, bei TUI lag das zyklische Tief noch kürzlich bei 1,43 EUR. Beide Werte schicken sich, ihre Anleger zurückzugewinnen, aus technischer Sicht sind Rückkäufe wahrscheinlich. Wie hoch es gehen kann, wird die nächste Buchungssaison zeigen.


    Die Aktienanlage unterliegt schwierigen Umständen. Zum einen gehen die Zinsen und die Inflation weiter nach oben und der Euro bleibt schwach. Die Kaufkraft der Konsumenten reduziert sich im historischen Zeitablauf damit immer mehr. Mit einer gewissen Verzögerung werden die Unternehmensgewinne daher sukzessive nach unten tendieren. Endet der Ukraine-Krieg schnell, bestehen kurzfristige Kaufanreize, den anstehenden Konjunkturabschwung wird dies aber nicht verhindern. Anlagen in Edelmetalle und Bergbauunternehmen können das Portfoliorisiko senken.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    • Westafrika
    • Mali
    • Reserven
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