06.11.2025 | 03:45
Uuuups! Palantir stürzt ab, Empire Brand Building liefert und Teamviewer nun Minus 50 %
Was für ein tägliches Auf und Ab! Am Dienstag gab es einen kurzen Ausverkauf bei den beliebten Tech-Werten. So stürzte Oklo um 12 % ab, D-Wave erwischte es mit 14 % und Palantir hat seit Bekanntgabe der Q3-Zahlen knapp 40 USD oder kumuliert 60 Mrd. USD verloren. Der NASDAQ 100-Index brachte es in 48 Stunden auf ein Minus von 1 Billion USD – genau diese Summe würde Elon Musk in einigen Jahren bekommen, wenn die Tesla-Aktie eine Kapitalisierung von 8,5 Bio. USD erreicht und gleichzeitig Auslieferungszahlen sowie gewisse Robotik- und AI-Meilensteine geliefert würden. Eine utopische Zahl, aber was sind heutzutage schon viele Nullen auf dem Papier. Eine Geld-Illusion, welche starker Inflation unterliegt und an die Zeit der Weimarer Republik erinnert. Kommt wieder eine Weltwirtschaftskrise wie 1929? Einige Börsen-Gurus sehen den „Großen Crash“, der alles zum Einstürzen bringt, immer näherkommen. Doch noch ist es nicht soweit, die Kurstafel blinkte gestern ja schon wieder ordentlich grün. Hier einige Ideen für nervenstarke Anleger.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
EMPIRE BRAND BUILDING AG | CH0597194171 , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088 , TEAMVIEWER AG INH O.N. | DE000A2YN900
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Palantir Technologies – Top Zahlen, aber Flüsterschätzung verfehlt
Was für ein Abverkauf! Die Aktien von Palantir Technologies gerieten nach dem Q3-Bericht von CEO Alexander Karp extrem unter Druck und fielen gestern weiter. Obwohl das Unternehmen die Erwartungen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn übertroffen hatte. Der tiefere Grund für die negative Marktreaktion sind offen geäußerte Bewertungsbedenken von Analysten sowie die Bekanntgabe einer großen Short-Spekulation durch den bekannten Investor Michael Burry („Big Short 2008“).
Palantir ist seit jeher ein Aufreger sowie ein stark kontroverses Unternehmen, weil es seine Datenanalytiken auch bei Militär, Polizei und Regierungen zur Überwachung einsetzt. Zudem klüngelt Alex Karp mit US-Präsident Trump sowie dem umstrittenen Investor Peter Thiel. Er bezeichnete Palantir kürzlich als das erste Unternehmen, das komplett „anti-woke“ sei, eine klare politische Positionierung, die nach der Bürgermeisterwahl in New York nicht mehr so gut ankommt.
Fernab von gesellschaftlicher Positionierung mahnen Experten aber seit Monaten die irrationale Bewertung des Unternehmens an. Palantir weist derzeit ein KGV 2026e von mehr als 250 auf, während der Nasdaq-Primus Nvidia „nur“ auf 35 kommt. Da hilft auch das gigantische Wachstum von über 40 % wenig. Befürworter von Palantir sehen das Unternehmen in den nächsten 5 Jahren in die Bewertung „hineinwachsen“. Fraglich ist nur, warum man als Aktionär heute schon Zahlen aus dem Jahr 2030 bezahlen sollte. Short-Seller wie Michael Burry haben gewaltige Put-Optionen aufgebaut. Ob das gut geht? Bis dato waren Umkehr-Spekulationen auf den explodierenden Kurs ziemlich erfolglos! Alex Karp bezeichnet die Aktionen des Short Sellers Burry als „Marktmanipulation“. Irgendwer muss die Rechnung am Ende bezahlen, aber bis jetzt liegen die Long-Spekulanten klar vorne und lächeln über das ganze Gesicht!
Empire Brand Building AG – Skalierbare Plattformstrategie mit Investorenmehrwert
Das E-Commerce-Unternehmen Empire Brand Building positioniert sich als digitaler Markeninkubator, der Nischen-Plattformen auf einer zentralen Infrastruktur bündelt und skalierbar ausrollt. Gute Ideen hat das Management: Mit seinem jüngsten Schritt ersetzt man Aktionärs-Benefits durch ein strukturiertes 5 % Cashback-Programm. Sehr innovativ und eine klare Brücke zwischen Kapitalmarkt und Markenwelt. Dieser Mechanismus bindet Investoren enger an das operative Ökosystem, erhöht die Touchpoints der Aktionäre mit den Shops und schafft damit reale, messbare Kundennähe.
Die Cashback-Logik ist gekoppelt an einen Mindestbestand von 100 Aktien sowie an die Vorlage eines Kaufbelegs. Eher eine Premium-Community will man schaffen, statt nur ein reines Marketing-Goodie zu platzieren. Strategisch stärkt dies die Loyalität wachsender Anlegergruppen, die zu den wichtigsten Markenbotschaftern werden. Zugleich professionalisiert die Formalisierung des Benefit-Prozesses die Kapitalmarktkommunikation und schärft das Corporate-Governance-Profil. Insgesamt ein gutes Awareness-Paket für den deutschen Nebenwert.
"Mit dem neuen Benefit-Programm möchten wir unsere Aktionäre näher an die Markenwelt der Empire Brand Building AG heranführen und sie zugleich für ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen belohnen", sagt Verwaltungsratspräsident und CEO Philip Färfers.
Cashback gilt gezielt für Familienmarktplatz.de, CleoTess.de und Squerk.com, also den Kernbereichen mit hoher Lifetime-Value-Perspektive und deutlichem Upselling-Potenzial. Durch die Integration des Investor-Relations-Teams in den Prüfungsprozess wird zudem eine eigene Datenhoheit aufgebaut, was langfristig die Grundlage für präzisere KPI-Analysen zum Shareholder-Commerce bildet. Neben dieser kapitalmarktstrategischen Komponente verfolgt EBB weiterhin ein Portfolio-Scaling-Modell über zentrale IT, Marketing und Produktentwicklung, womit bedeutende Kostenvorteile und Time-to-Market-Effekte realisiert werden.
Analystenmodelle sehen bereits signifikante Umsatz- und EBITDA-Expansion in den kommenden Jahren, was den strategischen Pfad bestätigt. Für Investoren entsteht somit ein hybrides Investmentnarrativ: E-Commerce-Roll Up, Community-Play und Kapitalmarktinnovation in einem. Insgesamt bleibt die Aktie eine erfrischende Wachstumsstory, mit einem zunehmend robusten Fundament für Wertschöpfung aus Community, Skalierung und Markennähe. Spannend!
Teamviewer – Ein rabenschwarzes Jahr mit satter Halbierung
Ein negatives Performance-Beispiel liefert Teamviewer. Das Unternehmen musste seinen Ausblick für 2026 aufgrund von Problemen mit dem kürzlich erworbenen 1E-Geschäft senken. In Q3 lag das Umsatzwachstum von 1E bei minus 8 %, bei den wiederkehrenden Umsätzen ging es ebenso um 2 % nach unten. Das ist für eine Wachstums-Story wie Teamviewer ziemlich enttäuschend. Konsequent wurde die Pro-forma-Prognose für den 1E-Umsatz in 2025 um 12 % gekürzt, die Erlösprognose der Gruppe für 2026 auch nochmals um 6 %. Ohne 1E zeigt das Unternehmen mit 18 % ARR-Wachstum in Q3 im Enterprise-Bereich recht gute Leistungen, während andere Sektoren weiter schwächeln. Immerhin wurde die EBITDA-Marge für 2025 von 43 % auf 44 % leicht angehoben. Analysten zeigten sich trotzdem enttäuscht, da mit dem 1E-Zukauf weitere Probleme erwartet werden. Die Hamburger Privatbank Berenberg hat das Kursziel für Teamviewer jüngst von 14 auf 11 EUR gesenkt, aber das Rating auf "Hold" belassen. Der LSEG-Konsens zeigt immer noch eine 12-Monatserwartung von 11,50 EUR, einige Analysen sind aber seit Monaten nicht aktualisiert. Vielleicht gibt Oddo mit 7,50 EUR und einem „Neutral“-Rating eine gute Maßgabe vor. Wir behalten Teamviewer auf der Watchlist, würden aber Käufe vorerst zurückstellen.

Die Börse ist nach wie vor getrieben von starker Investitionsneigung in die Trendthemen KI, HighTech und Rüstung. Immerhin gab es hier in den letzten Tagen die ersten Rücksetzer. Das schafft für viele flexible Anleger eine neue Investitionsmöglichkeit. Der deutsche Nebenwert Empire Brand Building überrascht mit Neuerungen und kann im Konzert der E-Commerce-Titel gut mithalten. Die Aktie ist einen näheren Blick wert.
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