Menü schließen




04.01.2021 | 04:50

Vale, Almonty Industries, Glencore: Rohstoff-Aktien für 2021

  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Obwohl die Nachrichten in erster Linie von der Pandemie und den Folgen des Lockdowns bestimmt werden, dreht sich die Wirtschaft weiter. Auch wenn viele Dienstleister unter der Pandemie und dem dadurch ausgelösten Strukturwandel leiden, sieht die Situation für Produzenten ganz anders aus: Hersteller von Elektrogeräten oder auch Elektroautos sitzen auf vollen Auftragsbüchern und richten den Blick in eine rosige Zukunft. Diesen Optimismus spüren auch Bergbau-Konzerne: Seit Ausbruch der Pandemie geht es für die Rohstoffpreise nach oben. Auch machen
Projekt-Finanzierer und Großinvestoren selbst in Zeiten der Krise keinen Rückzieher oder zeigen sich abwartend. Für Privatanleger ist das ein gutes Signal – im Rohstoffsektor ist etwas zu holen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: CA0203981034 , BRVALEACNOR0 , JE00B4T3BW64

Inhaltsverzeichnis:


    Vale ist kein Selbstläufer

    WKN: 897136 ISIN: BRVALEACNOR0 Symbol: CVLC
    Selbst der Kurs des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale bewegte sich in den vergangenen Monaten nach oben. Obwohl der Cashflow rückläufig ist und auch die Umsätze schwächeln, schaffte es der Konzern wieder in die Gewinnzone. Insbesondere in den Bereichen Eisenerz und Nickel lief es für Vale gut. Vor allem letzterer Rohstoff profitiert von der steigenden Nachfrage nach Elektromotoren. Vale will sich bei der Produktion von Nickel ein möglichst großes Stück vom Kuchen abschneiden.

    Dass Rohstoffunternehmen nicht ausschließlich von Förderkosten und Marktpreisen abhängen, zeigt das Beispiel von Vale. Nachdem der Konzern von einem brasilianischen Gericht für den Dammbruch von Brumadinho Anfang 2019 verantwortlich gemacht wurde, bestehen noch immer Milliardenforderungen gegen das Unternehmen. Zwar fordert Vale seinerseits Geld, doch sind derartige Rechtsstreitigkeiten für den Kurs einer Aktie immer Gift. Zwar legte die Aktie auf Sicht von einem Jahr um rund 25% zu, doch belasten die Begleitumstände den Kurs.

    Neben dem Rechtsstreit hat Vale eine im Branchenvergleich eher geringe Eigenkapitalquote und auch nicht die beste Kostenstruktur. Ein Selbstläufer ist die Aktie daher nicht. Fallen aber die juristischen Auseinandersetzungen einmal weg, könnte das ein Katalysator für steigende Kurse sein.

    Almonty Industries: Wolfram-Hoffnung außerhalb Chinas

    WKN: A1JSSD ISIN: CA0203981034 Symbol: ALI
    Während Unternehmen wie Vale einen bunten Strauß an Rohstoffen fördern und so für alle Eventualitäten gewappnet sind, setzt Almonty Industries ausschließlich auf Wolfram. Neben zwei bestehenden Minen in Spanien entwickelt Almonty in Südkorea die größte Wolfram-Mine außerhalb Chinas und wird damit zu einem bedeutenden Player für das Industriemetall. Auch Wolfram profitiert von der Elektrifizierung der Mobilität und wird in erster Linie in Ladestationen eingesetzt. Schon heute kommen rund 30% der Nachfrage aus der Automobilindustrie. Andere Nachfrage-Quellen sind die Minenindustrie, der Energiesektor, die Luftfahrt und der Bausektor. Laut der Europäischen Union und dem US-Kongress zählt Wolfram zu den kritischen Industriemetallen, deren Bestand für Industrienationen gesichert werden sollte.

    Die geplante Wolfram-Mine von Almonty Industries in Südkorea untermauert den Anspruch des Landes, seinen Einfluss rund um die Produktion von Prozessoren, Speicherchips, LEDs oder LCDs noch weiter auszubauen. Die Sangdong-Mine liegt rund 190 Kilometer südöstlich von Seoul entfernt und soll 2022 in Produktion gehen. Die Mine glänzt mit hohen Wolfram-Gehalten, einer langen Produktionszeit von niedrigen Kosten. Sämtliche behördlichen Genehmigungen wurden erteilt und mit der deutschen KfW ein potenter Finanzierungspartner gefunden. Die Aktie legte auf Sicht von einem Jahr um rund 50% zu. Aus charttechnischer Sicht befindet sich der Wert in einer Konsolidierungsformation, die jenseits von Kursen von 0,81 CAD nach oben aufgelöst werden könnte.

    Glencore: Böser Bube mit Potenzial

    WKN: A1JAGV ISIN: JE00B4T3BW64 Symbol: 8GC
    Wenn es um Industriemetalle geht, denken Anleger oftmals auch an die Aktie von Glencore. Seitdem der ehemalige Rohstoffhändler 2013 mit Xstrata fusionierte, ist das neue Unternehmen auch an der Förderung von Rohstoffen aller Art beteiligt. Glencore musste im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres Umsatzeinbußen hinnehmen, was in erster Linie an den sinkenden Ölpreisen lag. Wie auch bei Vale sieht sich Glencore immer wieder Vorwürfen ausgesetzt: Dabei geht es neben Umweltverstößen immer wieder auch im Korruption. In einer Welt, in der sich auch Rohstoffunternehmen zunehmend an Nachhaltigkeitskriterien messen lassen müssen, sind das neben den damit verbundenen juristischen Risiken keine guten Nachrichten.

    Die Aktie büßte in der ersten Jahreshälfte 2020 deutlich ein und holte dafür gegen Ende des Jahres umso klarer auf. Auf Sicht von zwölf Monaten steht keine große Rendite zu Buche: nach oben ging es gerade einmal um 2,6%. Blickt man allerdings aus langfristiger Perspektive auf den Kurs, so könnte Glencore seinen seit Mitte 2018 intakten Abwärtstrend nach oben verlassen haben. Die Aktie rund um Kupfer, Nickel, Zink, Aluminium oder auch Öl und Kohle sowie Agrarprodukte, könnte 2021 Potenzial entwickeln. Risiken sind aber dennoch nicht vom Tisch.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 24.02.2026 | 05:00

    Rohstoff-Investments: Warum Globex Mining der Geheimtipp neben Barrick Mining und MP Materials ist

    • Beteiligungsgesellschaft
    • Rohstoffe
    • Kritische Metalle
    • Edelmetalle
    • Royalties

    Die Weltwirtschaft verzeichnet eine fundamentale Verschiebung von einer Ära des Freihandels hin zur Ökonomie des Mangels. Rohstoffe sind nicht länger bloße Handelsgüter, sondern Instrumente der nationalen Sicherheit und Ausdruck der geopolitischen Macht. Die Ankündigung der US-Regierung, einen exklusiven Rohstoff-Handelsblock zu schaffen, demonstriert das. Gleichzeitig hat die Internationale Energieagentur (IEA) das Zeitalter der Elektrifizierung ausgerufen, in dem die Nachfrage nach Kupfer, Seltenen Erden, Lithium und Antimon durch den Ausbau globaler Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und die Dekarbonisierung der Industrie auf historische Höchststände steigt. S&P Global prognostiziert bis 2040 ein Kupferdefizit von 10 Mio. t. China kontrolliert weiterhin über 50 % der raffinierten Kupferproduktion und dominiert die Lieferung für 19 von 20 kritischen Mineralien. Diese Konzentration zwingt westliche Staaten und Investoren zum Umdenken. Wir stellen bislang wenig beachtete Optionen vor.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 23.02.2026 | 05:30

    BYD treibt die Nachfrage, Group Eleven Resources und Hecla Mining sind die heimlichen Stars des Rohstoffjahres

    • BYD
    • Group Eleven Resources
    • Hecla Mining
    • Elektromobilität
    • Elektrofahrzeuge
    • Zink
    • Silber
    • Kupfer
    • Irland
    • Rohstoffe

    Die Zinkrally gewinnt an Fahrt: Während die Lagerbestände dahinschmelzen und die Nachfrage aus der Energiewende explodiert, testen die Preise ein Drei-Jahres-Hoch. Anleger wittern Morgenluft, denn die Kombination aus strukturellen Lieferengpässen und geopolitischen Förderprogrammen verspricht anhaltenden Rückenwind für den Industriemetall-Markt. Wer jetzt die richtigen Positionen hält, könnte von der Verknappung profitieren. Zudem gibt es eine Angebotslücke bei Silber. Wir werfen einen Blick auf drei Unternehmen, die in diesem Umfeld besonders im Fokus stehen, wie der Elektroautopionier BYD als Treiber der Nachfrage, der Explorer Group Eleven Resources mit seinem Zink-, Silber- und Kupferprojekt sowie der Silber-Zink-Produzent Hecla Mining.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 12.02.2026 | 04:00

    Kritische Rohstoffe werden knapp! Silber im neuen Anlauf zu 100 USD mit Silver North, Nordex und Siemens Energy

    • Silber
    • Energiewende
    • Alternative Energien
    • Klimaschutz
    • Rohstoffe

    Der Januar brachte die Situation um kritische Metalle zum Kochen. So erreichten Kupfer, Wolfram sowie Palladium neue Bestmarken und auch die Edelmetalle waren stark gefragt. Auguren vermuten markante Verwerfungen bei Derivaten, die zu erstaunlichen Aufwertungen von Silber und Gold führten. Silber zählt zwar systematisch zu den Edelmetallen, hat sich aber in den letzten 10 Jahren zum gefragten Industriemetall gemausert. Denn seine extrem guten elektrischen Eigenschaften, Wärmeleitfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit machen es in HighTech- und Rüstungsanwendungen unersetzbar. Im Bereich Alternative Energien wird Silber seit langer Zeit eingesetzt, die geforderten Mengen übersteigen das Angebot um den Faktor 1,5. Und dann wären da noch die Spekulanten, auch sie wollen ein Stück vom kuchen für sich. Damit ist die Blickrichtung klar gen Himmel gerichtet. Welche Portfolio-Veränderungen sind sinnvoll?

    Zum Kommentar