09.09.2025 | 06:00
Vom Erz bis zur Energie: Wie BYD, Power Metallic Mines und Siemens Energy von der Energiewende profitieren
Die weltweite Energiewende entfacht nicht nur Hoffnung, sondern auch einen Wettlauf um knappe Rohstoffe. Nickel, Kobalt, Kupfer, Lithium und Seltene Erden werden zum Rückgrat von Batterien und Windturbinen, während geopolitische Spannungen um Lieferketten die Preise in die Höhe treiben. Wer sich hier rechtzeitig positioniert, könnte von der Umverteilung globaler Kräfte profitieren. Besonders spannend wird es bei Unternehmen, die entweder den Zugang zu diesen Ressourcen sichern, Technologien zur Nutzung entwickeln oder an der Wertschöpfungskette entscheidend mitwirken, wie etwa BYD, Power Metallic Mines und Siemens Energy.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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BYD - navigiert durch turbulentes Fahrwasser
Die jüngsten Quartalszahlen von BYD zeigen ein gemischtes Bild. Zwar legte der Umsatz im zweiten Quartal respektable 14 % auf rund 201 Mrd. CNY zu, doch der Nettogewinn brach überraschend um 30 % ein. Dieser erste Gewinnrückgang seit über 3 Jahren ist vor allem dem erbitterten Preiskampf auf dem chinesischen Heimatmarkt geschuldet. Um Marktanteile zu halten, opfert der Konzern vorübergehend seine Marge. Diese Entwicklung hat auch die Anleger verunsichert und zu Kursrückgängen geführt.
Als Reaktion auf den Margendruck passt BYD seine Strategie an. Intern wurde das Absatzziel für dieses Jahr mehrfach nach unten korrigiert und liegt nun bei mindestens 4,6 Mio. Fahrzeugen. Dies deutet auf eine vorsichtigere Planung hin. Parallel dazu wurde die Produktion zuletzt 2 Monate in Folge gedrosselt, um Überbestände zu vermeiden und die Kosten besser zu steuern. Der Fokus verschiebt sich von purem Wachstum um jeden Preis hin zu einer effizienteren Steuerung.
Trotz der kurzfristigen Schwierigkeiten treibt BYD seine langfristigen Pläne voran. Ein Schlüsselelement ist die weitere Internationalisierung. Ein gutes Beispiel ist der Aufbau eines eigenen Produktionswerks in Malaysia, das 2026 an den Start gehen soll. Diese lokale Präsenz soll helfen, Kosten zu senken und Fahrzeuge besser an regionale Vorlieben anzupassen. Solche strategischen Investitionen in Wachstumsmärkte, gepaart mit hohen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, sollen die Grundlage für die nächste Wachstumsphase legen. Die Aktie hat seit Ende Mai in der Spitze rund 35 % verloren und notiert derzeit bei 11,535 EUR.
Power Metallic Mines - mehr als nur ein Rohstoffexplorer
Power Metallic Mines, ein kanadisches Explorationsunternehmen, richtet den Blick mit seinem Flaggschiff NISK auf eine der aussichtsreichsten polymetallischen Lagerstätten in Québec. Der Standort bietet deutliche Vorteile wie ein politisch stabiles, bergbaufreundliches Umfeld, gute Anbindung über Straßen, eine nahegelegene Gemeinde und ein Flughafen. Besonders ins Gewicht fällt der direkte Anschluss an das Netz von Hydro Québec, der günstigen, kohlenstoffarmen Wasserkraftstrom sicherstellt. Das ist ein Plus in Zeiten steigender Energiekosten und strenger Nachhaltigkeitsanforderungen.
Das NISK-Projekt überzeugt vor allem durch seine breite Rohstoffbasis. Neben den Batteriemetallen Nickel und Kobalt sind auch Kupfer sowie Platingruppenmetalle wie Platin und Palladium vertreten. Diese Kombination mindert die Abhängigkeit vom Preis eines einzelnen Metalls und bedient mehrere Zukunftsmärkte – von Elektromobilität bis Wasserstofftechnologie. Erste mineralogische Befunde weisen darauf hin, dass die Metalle überwiegend in grobkörnigem Chalcopyrit und Cubanit vorliegen. Das spricht für eine konventionelle sulfidische Aufbereitung und damit für eine effiziente Gewinnung.
Parallel treibt das Unternehmen den Aufbau seines Führungsteams voran: Mit Seamus O’Regan, dem früheren kanadischen Energieminister, zieht ein politisch versierter Kenner in das Board of Directors ein – mit wertvollen Kontakten in regulatorische und indigene Kreise, die in Genehmigungsverfahren helfen können. Operativ ist Power Metallic Mines solide aufgestellt. Die Explorationsarbeiten sind bis Ende 2026 finanziert. Ein derzeit umfangreiches Bohrprogramm mit mehreren Geräten liefert laufend neue Daten für eine zeitnahe Neubewertung der Gesamtressource und dürfte regelmäßigen Nachrichtenfluss erzeugen. Die Aktie notiert aktuell bei 1,41 CAD.
Siemens Energy - zwischen Rekordaufträgen und Herausforderungen
Die operative Dynamik bei Siemens Energy ist ungebrochen. Das jüngste Quartal brachte einen Rekordauftragseingang von 16,6 Mrd. EUR und ein Umsatzplus von 13,5 %. Besonders die Bereiche Gas Services und Grid Technologies legten kräftig zu. Diese Stärke speist sich aus der globalen Nachfrage nach Energieinfrastruktur, angetrieben durch Trends wie Rechenzentren und den Netzausbau. Trotz dieses Schwungs bleibt das Windgeschäft unter Siemens Gamesa eine Baustelle und drückt weiterhin auf die Gesamtmargen.
Strategisch positioniert sich das Unternehmen gezielt in Wachstumsmärkten. Der Milliardenauftrag für das Ostsee-Stromdrehkreuz „Bornholm Energy Island“ unterstreicht die Kompetenz in großen Infrastrukturprojekten. Investitionen in neue Fertigungskapazitäten, etwa für Transformatoren, sollen Engpässe lösen und die Lieferketten stabilisieren. Die Partnerschaft mit Eaton zur Versorgung von Rechenzentren zeigt, wie Siemens Energy neue Anwendungsfelder für seine Kerntechnologien erschließt.
Finanziell hat sich das Blatt gewendet. Die vorzeitige Rückzahlung der Staatsgarantien ebnete den Weg für eine Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen bereits ab 2025. Diese neu gewonnene Flexibilität unterstreicht die gefestigte Kapitalstruktur. Für Investoren bleibt der Ausblick trotzdem gespalten. Während das Kerngeschäft brummt erfordert die anhaltende Restrukturierung bei Siemens Gamesa weiterhin Geduld. Die langfristige Ertragskraft hängt maßgeblich davon ab, ob die Kostenwende im Windsegment gelingt. Seit Mitte August konsolidiert die Aktie. Momentan ist sie für 87,76 EUR zu haben.
Die Energiewende belohnt strategische Weitsicht, doch jedes Unternehmen meistert eigene Herausforderungen. BYD opfert kurzfristig Margen im heimischen Preiskrieg, um mit Internationalisierung und Forschung langfristig zu wachsen. Power Metallic Mines punktet mit seiner vielseitigen NISK-Lagerstätte in einer bergbaufreundlichen Region und profitiert von den Rohstoffrestriktionen durch China. Siemens Energy glänzt mit Rekordaufträgen im Kerngeschäft, muss aber die anhaltenden Probleme bei Siemens Gamesa in den Griff bekommen. Insgesamt bleiben alle drei Player trotz unterschiedlicher Ausgangslagen entscheidende Treiber der Transformation.
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