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23.12.2025 | 05:00

Vom Verlag zum Daten-Konzern: Warum Aspermont die Bewertungslücke zu Glacier und Informa schließen muss

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Bildquelle: KI

An der Börse herrscht eine klare Zweiklassengesellschaft, wenn es um die Bewertung von Informationsanbietern geht. Klassische Medienhäuser, die von Werbeeinnahmen abhängen, werden oft mit niedrigen einstelligen Multiplikatoren gehandelt. Datenanbieter hingegen, die ihre Kunden über Abonnements und proprietäre Datenbanken binden, genießen die hohen Bewertungen des Tech-Sektors. Aspermont, der australische Marktführer für B2B-Informationen im Rohstoffsektor, vollzieht derzeit genau diese lukrative Transformation. Ein Blick auf die Konkurrenz offenbart, wohin die Reise gehen kann: Während die kanadische Gesellschaft Glacier Media zeigt, wie man Nachrichten und Daten profitabel verknüpft, liefert der britische Gigant Informa den Beweis, dass spezialisierte B2B-Informationen ein Milliardengeschäft sind. Aspermont adaptiert diese Erfolgsmodelle derzeit aggressiv, wird vom Markt aber noch immer wie ein alter Zeitungsverlag bewertet. Dabei hat das Unternehmen längst bewiesen, dass es zahlungskräftige Kunden im B2B-Segment überzeugen kann.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ASPERMONT LTD | AU000000ASP3 , INFORMA PLC LS-_001 | GB00BMJ6DW54 , GLACIER MEDIA INC | CA3763941026

Inhaltsverzeichnis:


    Die Blaupause aus Kanada: Der Erfolgsweg von Glacier Media

    Dass die Transformation vom reinen News-Outlet zum unverzichtbaren Werkzeug für Entscheider funktioniert, hat Glacier Media aus Kanada bis 2023 eindrucksvoll gezeigt. Das Unternehmen hatte früh verstanden, dass Reichweite allein noch kein Geschäftsmodell ist, sondern der Trichter für höherwertige Verkäufe. Mit dem Portal „Mining.com“ sammelte Glacier die breite Aufmerksamkeit der Branche ein, um diese Nutzer dann in das hochpreisige Ökosystem von „Mining Intelligence“ zu konvertieren. Diese Kombination aus medialer Reichweite als Türöffner und tiefen Daten als Umsatztreiber hat das Geschäftsmodell zu einer festen Größe gemacht, an der kaum ein Profi aus der Branche vorbeikommt – gerade in Nordamerika.

    Aspermont spiegelt dieses Modell nun auf einer globalen Ebene. Mit Traditionsmarken wie dem „Mining Journal“ oder dem „Mining Magazine“, die teilweise seit über 100 Jahren bestehen, verfügt das Unternehmen über eine Markenautorität, die sich Konkurrenten nicht erkaufen können. Doch statt sich auf diesem Erbe auszuruhen, nutzt Aspermont seine Glaubwürdigkeit, um die neue Data-Services-Sparte auszurollen, die Investoren und Minenbetreibern genau jene Entscheidungsgrundlagen liefert, für die sie bereit sind, hohe wiederkehrende Abonnementgebühren zu zahlen. Der strategische Schwenk weg vom einmaligen Werbedollar hin zum stetigen Abonnement-Erlös ist der Schlüssel zur Neubewertung der Aktie. Im vergangenen August gewann Aspermont Rio Tinto als Kunden für seinen KI-Dienst Mining IQ – der Bergbau-Gigant lässt sich das Abonnement 550.000 AUD für sechs Monate kosten. An der Börse eingepreist ist dieses Geschäft bislang noch kaum.

    Informa: B2B-Daten als Milliardengeschäft

    Wer verstehen will, wie viel Potenzial in der Nische der B2B-Informationen steckt, muss den Blick nach London richten. Informa ist der unbestrittene Gigant der Branche und beweist, dass Fachinformationen, Weiterbildung und Events extrem stabile Margen generieren. Der Konzern verbindet Käufer und Verkäufer in spezialisierten Märkten und monetarisiert jede Interaktion. Informa zeigt, dass in einer komplexen Welt kuratiertes Wissen und der Zugang zu Netzwerken keine austauschbare Ware ist, sondern ein Premium-Produkt, das auch in Krisenzeiten nachgefragt wird.

    Aspermont baut im Rohstoffsektor derzeit die fokussierte Version dieses Modells auf. Mit seinem Event-Arm und der Datenbank-Sparte schafft das Unternehmen ein Ökosystem, das die gesamte Wertschöpfungskette des Bergbaus abdeckt. Während Informa als Generalist viele Branchen bedient, nutzt Aspermont seine Tiefe im Mining-Sektor, um eine Dominanz aufzubauen, die für Wettbewerber kaum zu durchbrechen ist. Das Ziel ist klar: Aspermont strebt danach, im Rohstoffsektor eine ähnlich dominante spezialisierte Daten- und Content-Plattform zu werden wie Informa auf globaler Ebene – wenn auch mit Fokus auf eine einzelne Industrie.

    Die Bewertungslücke als Chance

    Der Kapitalmarkt hat diesen fundamentalen Umbau bisher nur in Ansätzen honoriert. Investoren stecken Aspermont oft noch in die Schublade der klassischen Verlage, übersehen dabei aber, dass die Erlösqualität durch den Ausbau der Daten-Sparte („Data-as-a-Service“) massiv gestiegen ist. Während reine Datenanbieter wie Informa oft mit dem 25- bis 35-fachen ihres Gewinns bewertet werden, handelt Aspermont noch zu einem Bruchteil dieser Multiplikatoren.

    Diese Diskrepanz ist für aufmerksame Anleger die eigentliche Story. Wenn es dem Management gelingt, den Anteil der wiederkehrenden Daten-Umsätze weiter zu steigern, muss der Markt die Bewertung zwangsläufig anpassen. Die Kombination aus der operativen Blaupause von Glacier Media und dem strategischen Skalierungspotenzial von Informa macht Aspermont zu einem hybriden Investment, das die Sicherheit etablierter Marken mit der Wachstumsfantasie eines Tech-Wertes verbindet. Solange diese Transformation noch nicht vollständig im Kurs eingepreist ist, bleibt die Aktie eine Wette auf die erfolgreiche Metamorphose vom Leser zum Nutzer. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 20 Mio. AUD bietet die Aktie noch viel Aufwärtspotenzial. Der Kurs schwankt im deutschen Handel um 0,005 EUR – Investoren sollten ihre Orders daher eng limitieren. Perspektivisch würde der Aktie eine Konsolidierung der ausstehenden Anteile guttun. Operativ und strategisch ist Aspermont längst mehr als ein Pennystock.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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