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29.10.2021 | 05:10

XPeng, Graphano Energy, K+S - Die Angst vor der Leere

  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Es herrscht Mangelwirtschaft in allen Bereichen. Neben der Chip-Knappheit, die vor allem die Automobilindustrie belastet, wird auch Metall, Kunststoff und sogar Verpackungsmaterial für die Geschenke zu Weihnachten knapp. Auch beim Technologie-Giganten Apple besteht die Sorge, ob das wichtige Schlussquartal von Lieferstörungen aufgrund der fragilen globalen Lieferketten bewahrt werden kann. Ein Ende dieser Problematik ist auf längere Sicht nicht zu erkennen, vielmehr verstärkt der Mangel an Rohstoffen aufgrund der Energiewende diesen Umstand noch.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: Graphano Energy Ltd. | CA38867G2053 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888 , XPeng Inc ADR | US98422D1054

Inhaltsverzeichnis:


    Graphano Energy – Am Puls der Zeit

    Gegenüber anderen Metallen wie Kupfer oder Lithium fristete Graphit bisher ein Schattendasein und findet in der Investmentwelt noch wenig Beachtung. Graphit ist eine stabile Form von Kohlenstoff und zeichnet sich durch extrem hohe Hitzebeständigkeit und Widerstandskraft aus, deshalb wird das Metall hauptsächlich in der Stahlindustrie gebraucht, zum Beispiel für die Verkleidung von Brennöfen, um sie gegen die Hitze widerstandsfähig zu machen. Die höchste Nachfrage dürfte in Zukunft jedoch aus der Elektromobiliäts-Branche kommen, da Graphit ein essenziell wichtiges Element für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien ist.

    Demnach prognostizierten Analysten der Schweizer Großbank UBS, dass bei einem 100%igen Wechsel auf batteriebetriebene Fahrzeuge die Nachfrage nach Graphit um rund 264% steigen wird. Bisher nimmt die Elektromobilität nur rund 20% der weltweiten Graphitnachfrage ein. Somit besteht auch bei diesem Metall die Gefahr eines deutlichen Nachfrageüberhangs. Ebenfalls problematisch ist die Abhängigkeit von China, das für rund 70% der Graphit-Produktion verantwortlich ist.

    In Nordamerika ist die Graphit-Produktion dagegen kaum vorhanden. Diesem Problem will sich die US-Regierung stellen, und erließ eine Verordnung zur Sicherung aller nordamerikanischen Lieferketten für sämtliche Materialien von strategischer Bedeutung. Profitieren könnte davon das junge Unternehmen von Graphano Energy, das durch eine Abspaltung vom Mutterunternehmen Managnese X Energy entstand. Manganese widmet sich dem für die Kathode der Batterie wichtigen Mangan. Graphano Energy ist für das Anodenmaterial zuständig. Das Unternehmen feierte erst Ende September sein Börsendebüt in Toronto und Frankfurt und weist aktuell einen Börsenwert von knapp 3,5 Mio. EUR auf.

    Das Explorationsunternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, Graphit mit seiner hochmodernen, umweltfreundlichen Bergbautechnologie zu fördern und in Batteriequalität auf den Markt zu bringen. Dabei grenzt das Lac Aux Bouleaux-Projekt südlich an die Graphitmine Lac des Iles von TIMCAL in Quebec an, bei der es sich um eine Lagerstätte mit einer jährlichen Produktion von 25.000t handelt. Die Infrastruktur ist erstklassig, zudem ist in der Region in den Gesteinen der Grenville-Provinz das Metall weit verbreitet und wurde in einer Reihe von Lagerstätten zwischen Mount Laurier im Norden und dem Ottawa River im Süden kommerziell abgebaut.

    Im Rahmen des Phase 1-Programms wurden bereits 83 Schürf- und Schlitzproben entnommen und drei Zielgebiete im östlichen Teil des Grundstücks identifiziert. Bereits Mitte Oktober begann das Phase 2- Explorationsprogramm, das die Schürfarbeiten in Richtung Westen des Grundstücks ausweiten soll. Die Arbeiten dürften rund zehn Wochen dauern, so dass Neuigkeiten bereits Anfang des neuen Jahres erwartet werden.

    XPeng – Voll in Bewegung

    Es geht Schlag auf Schlag bei XPeng, einem chinesischen Automobilunternehmen, an dem nicht nur Alibaba, sondern auch die Staatsfonds von Abu Dhabi und Katar beteiligt sind. Zum einen kündigte das Unternehmen den Marktstart seiner elektrischen Oberklasse-Limousine XPENG P7 in Norwegen an. Eine Standard-Version bekommt der Käufer mit Hinterrad-Antrieb für rund 53.300 USD, während die Allrad-Version bei 60.400 USD beginnt.

    Der XPENG P7 ist mit einem leistungsstarken 80-kWh-Batteriepaket ausgestattet und hat eine Reichweite von bis zu 530 km, mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,5 Sekunden. Die norwegische Version des P7 wird durch das fortschrittliche Fahrerassistenzsystem XPILOT 2.5 und das XPENG-eigene Fahrzeugbetriebssystem Xmart OS mit englischer Benutzeroberfläche und intelligentem Sprachassistenten unterstützt.

    Zum anderen wagt der Autobauer neben der europäischen Expansion auch den Versuch, in die Luft zu gehen. Im Rahmen des jährlich stattfindenden Tech Day, bei dem auch die neueste Version des Fahrerassistenzsystems Xpilot 4.0 vorgestellt wurde, gab die Unternehmensführung bekannt, bis 2024 mit dem HAT Aero ein fliegendes Auto in Serie produzieren zu wollen. Dabei soll es mit dem Flugauto möglich sein, mit eingeklappten Rotoren zudem auf der Straße fahren zu können. HAT Aero ist eine Tochtergesellschaft von Xpeng, die laut Angaben von CNBC in der vergangenen Woche 500 Mio. USD von einer Reihe externer Investoren, darunter namhafte Risikokapitalfirmen, erhalten haben soll.

    Auf aktueller Basis um 45,00 USD erscheint die Aktie gut unterstützt und bietet durch die Visionen des Managements noch erheblichen Spielraum nach oben.

    K+S – Der Ausbruch naht

    Technisch steht die K+S kurz vor einem Kaufsignal. Der nachhaltige Bruch des Widerstandsbereichs bei 15 EUR würde ein Trading-Potential von mehr als 30% generieren. Die Analysten von Kepler Chevreux sind nach der Veröffentlichung der starken zahlen auf jeden Fall bullish gestimmt. So erhöhten diese das Kursziel für den Düngemittelhersteller von 22,00 EUR auf nunmehr 28,00 EUR, also knapp 100% entfernt vom aktuellen Kurs.

    Das Paket mit erfreulichem Zahlenwerk sowie einem starken Zukunftsausblick konnte sich auch sehen lassen. So hob das Management die Prognose für das operative EBITDA im Gesamtjahr 2021 auf rund 630 Mio. EUR von bisher geschätzten 500 Mio. EUR bis 600 Mio. EUR erneut an. Auch Warburg Research nahm dies zum Anlass, um K+S von „hold“ auf „buy“ hochzustufen. Beim Kursziel sind die Analysten jedoch verhaltener und setzen dieses von 9 EUR auf 17 EUR hoch.


    Die Knappheit von Rohstoffen ist eines der größten Probleme der heutigen Zeit. Durch den Bruch der Lieferketten kommt es zu Versorgungsengpässen und stark steigenden Preisen bei den jeweiligen Materialien. Graphano Energy versucht, Nordamerika mit dem für die Batterie-Entwicklung nötigen Graphit zu versorgen. Durch das florierende Geschäft dürfte sich der Düngemittelhersteller K+S weiter gut entwickeln, auch bei XPeng sieht die Zukunft durch Innovationen rosig aus.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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