27.03.2026 | 04:20
Almonty Industries: Der Wolfram-Dominator für den Westen
Ob im Golfschläger, dem Röntgengerät, einem Sägeblatt oder in Abrahams-Panzern: Wolfram ist überall in unserer Welt vertreten und kaum ersetzbar. Das macht das Metall attraktiv und schiebt es in den Fokus von Krieg und Geopolitik. China kontrolliert hier rund 80 % des Weltmarktes, zusammen mit Russland und Nordkorea steigt diese Dominanz sogar auf rund 95 %. Im kalten Krieg zwischen den USA und der Volksrepublik ist Wolfram daher zu einer heißen Waffe geworden. Almonty Industries ist der Ausweg für die westliche Allianz. Die Kanadier haben gerade ihre erste Mine in Südkorea hochgefahren und befinden sich auf einem massiven Expansionskurs. Der Rücksetzer der Aktie bietet eine Chance für strategische Investoren.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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China dominiert jede Menge Metalle im Abbau wie in der Verarbeitung. Besonders kritisch ist die Lage aber bei Wolfram. Denn zusammen mit Russland und Nordkorea bestimmt Beijing hier mit 95 % das Geschehen am Weltmarkt. Im Zuge des Kriegs am Golf und der Ukraine ist Wolfram noch mehr in den Fokus der Märkte gerückt. Es hat den höchsten Schmelzpunkt aller Metalle (3.422 °C) und eine extrem hohe Dichte, die fast der von Gold entspricht. Diese Eigenschaften machen es extrem kratzfest und hart, aber spröde. Deswegen wird es in der Werkzeug- und Metallindustrie, der Rüstung, in der Medizin oder auch am Kopf eines Golfschlägers so geschätzt.
Almonty Industries: Der Wolfram-Dominator im Westen
Almonty Industries ist es nun gelungen, sich eine dominante Position bei der Wolfram-Produktion für die westliche Welt aufzubauen. Die Kanadier haben die historische Sangdong-Mine in Südkorea wieder in Betrieb. Diese war bis in die 1990er Jahre eine der größten Wolframminen der Welt, wurde aber wegen des extremen Preiswettbewerbs mit China aufgrund ihrer mangelnden Wirtschaftlichkeit geschlossen. Nun aber hat der Konflikt zwischen den Supermächten nicht nur die Preise nach oben katapultiert, sondern Wolfram zu einem echten, wertvollen Asset gemacht. Sangdong hat inzwischen die erste Bauphase abgeschlossen und die Produktion von Konzentraten aufgenommen. Und jetzt wird auch schon die Erweiterung in Angriff genommen. Almonty-Boss Luis Black geht davon aus, dass diese zweite Phase im Jahr 2027 abgeschlossen sein wird. Dann soll die Kapazität auf bis zu 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr steigen, wodurch Sangdong potenziell jährlich über 460.000 Tonnen produzieren könnte. Laut Angaben des Unternehmens könnte Almonty dann etwa 40 % des weltweiten Wolfram-Bedarfs außerhalb Chinas, Russlands und Nordkoreas abdecken.
Präsent auf allen Kontinenten
Doch die Expansion geht noch weiter. Almonty hatte 2016 die Panasqueira-Mine in Portugal übernommen. Dieses Bergwerk produziert seit fast 130 Jahren fast durchgehend Wolfram mit einem hohen Konzentrationsgrad. Sie ist zwar deutlich kleiner als Sangdong, doch hier plant Almonty bereits die Expansion und sieht selbst beträchtliches Aufwärtspotenzial für die Produktion. Nicht zuletzt wurde nun auch der Schritt in die USA gemacht. Almonty hat das Gentung-Projekt Ende 2025 für 10 Mio. USD übernommen und strebt bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 den Produktionsstart an. Das Ziel ist es, die US-Verteidigungsindustrie direkt zu beliefern. Das Erreichen einer solch schnellen Produktion ist durchaus möglich, denn das Vorkommen befindet sich in einem historischen Wolfram-Distrikt in Beaverhead County im Bundesstaat Montana. Schon während des Zweiten Weltkriegs und des Koreakriegs wurde von dort die nationale Reserve der Vereinigten Staaten beliefert. Die bekannte Browns Lake Mine war dort einer der produktivsten Standorte, bevor sie 1966 schloss. Gentung gilt als Brownfield-Projekt, was den Neustart beschleunigt. Die Ressource wird auf rund 7,5 Mio. Tonnen Erz mit einem Gehalt von 0,315 % Wolframtrioxid (WO3) taxiert. Ganz nebenbei kann dort als Beiprodukt Granat gewonnen werden, was in der Industrie als Strahlmittel genutzt wird. Zudem existiert aufgrund der Historie bereits die nötige Infrastruktur mit Straßen, Wasser und Energie.

Nach dem Listing an der Nasdaq ist dies nun der operative Schritt in die Vereinigten Staaten. Zudem will das Unternehmen auch den Sitz dorthin verlagern. Denn in den USA warten die großen Abnehmer auf Almonty Industries. Das Kriegsministerium hatte bereits beschlossen, dass ab 2027 keine Rohstoffe in Waffen verwendet werden dürfen, die in chinesischen Lieferketten gewonnen wurden. Das ist eine Herausforderung für die US-Militärindustrie, die bei Unternehmen wie Almonty bereits Schlange steht. Mit einem Produktionsstart in Montana wäre Almonty also auch hier in der Pole Position und dann sogar auf drei Kontinenten vertreten.
Bullische Analysten
Für Investoren bedeutet der Aufbau von Lieferketten außerhalb des chinesisch-russischen Machtbereichs die Chance auf stabile und sichere Erträge in der Zukunft. Almonty könnte also bereits in weniger als zwei Jahren zum wichtigsten westlichen Wolfram-Lieferanten aufsteigen. Dementsprechend bullisch sind auch die Analysten. Die Bank of America (BofA) sieht Almonty Industries als "führendes westliches Vehikel" für Wolfram positioniert und hat in einer neuen Studie aus dem März 2026 ein Kursziel von 20 USD ausgegeben und rät zum Kauf. Angeführt werden als Argumente das strukturelle Angebotsdefizit am Markt sowie der höhere Wolfram-Preis. Dieser ist auf Jahressicht um mehr als 250 % gestiegen. Die BofA-Analysten gehen davon aus, dass sich das hohe Preisniveau aufgrund der chinesischen Exportbeschränkungen und sinkender Erzgrade in China dauerhaft etablieren wird. Das Institut sieht Almonty in einer starken Verhandlungsposition für weitere langfristige Abnahmeverträge.
Die aktuelle Situation bietet eine Einstiegschance für Investoren. Denn die Aktie hatte im Zuge des Kriegs am Persischen Golf rund ein Viertel an Wert verloren. Dabei dürfte vor allem Panik ein schlechter Ratgeber gewesen sein. Denn bei solchen Liquiditätsevents an den Börsen werden schnell Gewinne bei Aktien mitgenommen. Da sich die Papiere von Almonty Industries binnen fünf Monaten etwa vervierfacht hatten, fiel sie dem Cashbedarf von Marktteilnehmern zum Opfer. Das aber bietet Chancen für alle jene, die hier noch auf den fahrenden Zug springen wollen.
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