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13.03.2026 | 05:20

Almonty Industries: Analysten-Kursziele steigen weiter, jetzt schon auf 25,80 USD – Das steckt hinter den neuen Kurszielen

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Bildquelle: pixabay.com

Es geschieht nicht oft, dass ein jahrzehntelang stabiler Rohstoffmarkt grundlegend aus den Fugen gerät. Doch genau das erleben wir derzeit beim Wolfram. China drosselt die Exporte, das US-Verteidigungsministerium verbietet chinesisches Wolfram ab 2027, und die Preise schnellen auf historische Höchststände. Inmitten dieses perfekten Sturms steht ein Unternehmen, das seit Jahren still und beharrlich an einer westlichen Alternative gebaut hat: Almonty Industries. Während die Welt nach Lösungen sucht, hat der kanadische Produzent seine Sangdong-Mine in Südkorea gerade in Betrieb genommen, genau zur richtigen Zeit am genau richtigen Ort.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072

Inhaltsverzeichnis:


    Ein Markt erwacht aus dreißigjährigem Dornröschenschlaf

    Drei Jahrzehnte lang bewegte sich der Wolframpreis in einem engen Korridor. China, das mehr als 80 % der weltweiten Förderung kontrolliert, hielt die Preise durch Subventionen und eine gelenkte Exportpolitik künstlich stabil. Investitionen in neue Minen außerhalb Chinas waren wirtschaftlich schlicht unattraktiv. Wer hätte schon dreistellige Millionenbeträge in ein Projekt stecken sollen, wenn der Preis keine Rendite versprach? Diese Gleichung hat sich fundamental verschoben. Seit Februar 2025 gelten in China strenge Exportlizenzen und verschärfte Produktionsquoten. Peking hat zudem Dual-Use-Verbote eingeführt, die den Handel zusätzlich verkomplizieren. Die Folge war ein Preisschock historischen Ausmaßes.

    Lag der Preis für Ammoniumparawolframat (APT), die wichtigste Handelsform, im Oktober 2025 noch bei durchschnittlich 648 USD je MTU, schnellte er bis Januar 2026 auf über 1.200 USD empor. Mitte Februar notierte er vielerorts bei 1.775 USD, mit Spitzenwerten von bis zu 1.900 USD. Was hier stattfindet, ist keine zyklische Teuerung, sondern eine strukturelle Neubewertung, die den Markt auf Jahre hinaus prägen wird.

    Die geopolitische Dimension

    Doch der Preisschub ist nur eine Seite der Medaille. Die eigentliche Sprengkraft für die Investmentstory liegt in der geopolitischen Neuordnung westlicher Lieferketten. Hinter den Kulissen läuft seit geraumer Zeit ein Umdenken. Ein internes Papier des Pentagons offenbart die Dringlichkeit. Noch vor den jüngsten Eskalationen im Nahen Osten erging eine dringende Anfrage an die Industrie, die Lieferungen von 13 kritischen Mineralien zu erhöhen. Wolfram stand ganz oben auf der Liste.

    Der Grund ist offensichtlich. Wolfram ist aufgrund seiner außergewöhnlichen Härte und Dichte für moderne Waffensysteme unverzichtbar, von panzerbrechender Munition über Fahrzeugpanzerungen bis hin zu Flugzeugkomponenten. Die intensive Nutzung dieser Systeme, insbesondere im Ukraine-Krieg und nun im Iran, hat die strategischen Reserven des Westens erheblich dezimiert. Ab dem 1. Januar 2027 darf für US-Verteidigungsbeschaffungen kein Wolfram mehr verwendet werden, das in China, Russland, Iran oder Nordkorea gewonnen wurde. Für westliche Produzenten öffnet sich damit ein strategisches Fenster, das in der Rohstoffbranche seinesgleichen sucht. Wer jetzt liefern kann, sichert sich nicht nur Marktanteile, sondern wird Teil der nationalen Sicherheitsinfrastruktur.

    Sangdong: Das Herzstück einer neuen Versorgungsachse

    In dieses Spannungsfeld hinein erreichte Almonty im Dezember 2025 einen entscheidenden Meilenstein, als der erste LKW mit Erz auf das Aufbereitungslager der Sangdong-Mine in Südkorea rollte. Was unspektakulär klingen mag, ist in Wahrheit ein historischer Moment. Die größte Wolframlagerstätte außerhalb Chinas nimmt ihren Betrieb auf.

    Die Dimensionen sind beeindruckend. Sangdong wird nach vollständigem Hochlauf voraussichtlich etwa 80 % der nicht-chinesischen Wolframproduktion stellen können. Die Mine ist auf eine Lebensdauer von über 90 Jahren ausgelegt, entspricht höchsten ESG-Standards und ist hoch automatisiert. In Phase I soll eine Jahresproduktion von rund 230.000 MTU Wolframtrioxid-Konzentrat erreicht werden. Parallel dazu treibt das Management bereits die Planung für Phase II voran, die das Fördervolumen auf bis zu 1,2 Mio. t Erz pro Jahr verdoppeln und die Produktion auf etwa 460.000 MTU Konzentrat steigern soll.

    Die Vermarktungsseite ist dabei komfortabel. Almonty hat langfristige Abnahmeverträge mit harten Mindestpreisen abgeschlossen. Ein bindendes Abkommen mit Tungsten Parts Wyoming und Metal Tech sichert mindestens 40 t Wolframoxid monatlich für Raketen, Drohnen und Munition. Initial 3 Jahre, doch das Abkommen ist automatisch verlängerbar. Für Molybdän, das zweite Standbein in Sangdong, hat die südkoreanische SeAH Group die Abnahme von 100 % der Produktion zugesagt.

    Das Werk in Sangdong, Südkorea

    Drei Kontinente, eine Strategie

    Doch Almonty wäre schlecht beraten, sich allein auf das koreanische Vorzeigeprojekt zu verlassen. Das Unternehmen verfolgt einen breiter angelegten Diversifikationsansatz, der die Position als führender westlicher Wolframproduzent weiter untermauert.

    In Europa betreibt Almonty die Panasqueira-Mine in Portugal, eine der am längsten kontinuierlich betriebenen Wolframminen der Welt. Hier läuft ein umfangreiches Bohrprogramm mit rund 14.000 m, das die Erschließung einer tieferen, gehaltsreicheren Zone vorantreibt. Ziel ist eine Ausbringung von bis zu 124.000 MTU jährlich bei höheren Erzgehalten und eine deutliche Verlängerung der Betriebsdauer. Panasqueira liefert bereits heute Material an US-Verteidigungsabnehmer und generiert stabile Cashflows.

    Parallel dazu nimmt das Gentung-Projekt in Montana Gestalt an. Die Übernahme dieser Liegenschaft im Jahr 2025 erweitert die geografische Präsenz des Unternehmens in den Vereinigten Staaten. Bereits in der 2. Jahreshälfte 2026 soll Gentung produktionsreif sein, mit einer prognostizierten Spitzenförderung von etwa 140.000 MTU pro Jahr. Ein 15-jähriger Abnahmevertrag deckt über 90 % der ersten Phase für US-Verteidigungsabnehmer ab und positioniert Almonty als ersten heimischen Produzenten seit einem Jahrzehnt.

    Finanzielle Stabilität und starkes Management

    Jahrelang musste Almonty mit knappen Kassen und hohen Investitionsausgaben kämpfen. Das hat sich grundlegend geändert. Zwei Kapitalerhöhungen im Jahr 2025 spülten dem Unternehmen brutto über 219 Mio. USD in die Kassen. Der Börsengang an der Nasdaq im Juli brachte rund 90 Mio. USD ein, eine weitere, aufgestockte Platzierung im Dezember folgte mit 129,4 Mio. USD.
    Diese Mittelzuflüsse haben die Bilanz gestärkt und verschaffen dem Management den nötigen Spielraum, um den Hochlauf in Sangdong und die anderen Erweiterungen ohne finanziellen Druck zu bewältigen.

    Das neu formierte Managementteam unterstreicht den Anspruch auf Professionalität. Mit Brian Fox als CFO, Steven L. Allen, einem Bronze-Star-Träger, als COO und Guillaume Wiesenbach de Lamaziere als Chief Development Officer hat Almonty Führungspersönlichkeiten gewonnen, die Erfahrung aus großen Finanzhäusern und militärischer Logistik mitbringen. Die unabhängigen Board-Direktoren General Gustave F. Perna und Alan Estevez, beide mit herausragender Expertise in nationaler Sicherheit, öffnen Türen in Washington.

    Analysten entdecken das Potenzial

    Die Entwicklung ist auch den Analystenhäusern nicht verborgen geblieben. Seit Mitte Februar steigen die Kursziele kontinuierlich an. Besonders bemerkenswert ist die jüngste Einschätzung von Cantor Fitzgerald, die das Kursziel auf 25,80 USD anhoben. Die Begründung liegt in den längerfristig hohen Preisniveaus bei Wolfram und die angespannte Versorgungslage bei Verteidigungsgütern. Auch GBC Research hob sein Kursziel auf 20,89 USD an, die Bank of America folgt mit 20,00 USD.
    Aktuell notiert die Aktie bei 22,28 USD.

    Chart Almonty Industries an der NASDAQ, Stand: 11.03.2026, Quelle: Refinitiv

    Almonty Industries steht an einem historischen Wendepunkt. Was über Jahre als spekulatives Entwicklungsprojekt galt, ist heute ein systemrelevanter Baustein westlicher Versorgungssicherheit. Mit der Produktionsaufnahme in Sangdong, den langfristigen Abnahmeverträgen und der geografischen Diversifikation über drei Kontinente hat sich das Unternehmen eine einzigartige Position geschaffen. Die Kombination aus struktureller Marktverknappung, geopolitischer Neuordnung und operativer Umsetzungskraft schafft einen seltenen Hebel für wachstumsorientierte Investoren. Wer an die Zukunft kritischer Rohstoffe außerhalb Chinas glaubt, kommt an Almonty nicht vorbei.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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