12.03.2026 | 05:00
Atomkraft-Comeback in der EU! Satte Renditen mit American Atomics, Amazon und E.ON
Seit dem EU-Atomgipfel vor wenigen Tagen in Paris ist klar: Die Kernenergie ist in Europa wieder salonfähig. Auf dem Treffen bezeichnete die Europäische Kommission die einstige Abkehr von der Kernkraft als strategischen Fehler und leitete eine umfassende Offensive für kleine modulare Reaktoren (SMRs) ein. Laut EU-Strategie soll bis zum Jahr 2050 eine SMR-Kapazität von bis zu 53 GW aufgebaut werden, um die anhaltend hohen Strompreise zu senken und die drohende Abwanderung der Industrie zu stoppen. Gleichzeitig treibt ein neuer Faktor die globale Stromnachfrage: Künstliche Intelligenz (KI). Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass der Anteil von Kernenergie und erneuerbaren Energien am weltweiten Strommix bis 2030 auf 50 % steigen wird. Den Energiehunger der KI-Rechenzentren wollen Tech-Giganten wie Amazon zunehmend selbst stillen. Von diesem historischen Strategieschwenk profitieren dürfte auch E.ON durch den Betrieb stabiler Netze. An der Quelle des neuen Booms agiert jedoch das aufstrebende Explorationsunternehmen American Atomics, das nach dringend benötigtem Uran sucht und eine strategische Lücke in der Lieferkette schließt. Wir zeigen, wo Anleger die attraktivsten Chancen finden.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 , AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067 , E.ON SE NA O.N. | DE000ENAG999
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Amazon sichert sich Kernenergie für KI-Rechenzentren
Der Technologiegigant Amazon beweist derzeit, dass die Grenzen zwischen Tech- und Energieunternehmen verschwimmen. Das rasante Wachstum der Cloud-Sparte AWS, die im vierten Quartal des vergangenen Jahres ein Umsatzplus von 24 % auf 35,6 Mrd. USD verbuchte, und der unersättliche Energiebedarf für KI-Anwendungen zwingen den Konzern dazu, neue Wege zu gehen. Um die 24/7-Versorgung seiner enormen Rechenzentren künftig verlässlich abzusichern, kündigte das Management für das laufende Jahr gewaltige Sachinvestitionen in Höhe von rund 200 Mrd. USD an. Dabei verlässt sich Amazon längst nicht mehr nur auf Verträge für Wind- und Sonnenenergie, sondern investiert in Gaskraftwerke und Kernkraft. Beim Projekt "Cascade Advanced Energy Facility" im US-Bundesstaat Washington finanziert der Konzern mit rund 334 Mio. USD die Entwicklung von zwölf Hochtemperatur-Gasreaktoren des Partners X-energy. Durch diese direkte finanzielle Beteiligung sichert sich Amazon exklusive Abnahmerechte für den erzeugten Strom und schützt sich effektiv vor Preisschwankungen am Strommarkt. Die langfristige Vision ist gewaltig: Bis 2039 plant das Unternehmen, insgesamt 5 GW an neuer Nuklear-Kapazität in den USA ans Netz zu bringen, was Amazon nicht nur zum Technologie-, sondern auch zum echten Energie-Schwergewicht machen würde.
E.ON liefert das smarte Netz für die Zukunft
Während Amazon auf der Erzeugerseite die Nachfrage treibt, steht der Infrastruktur-Konzern E.ON vor der Herkulesaufgabe, die europäische Energiearchitektur für eine dezentrale, nuklear-gestützte Zukunft umzubauen. Als größter Verteilnetzbetreiber Europas mit rund 51 Mio. Kunden agiert E.ON als Rückgrat der Energiewende. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte der Konzern ein Rekord-EBITDA von 9,8 Mrd. EUR, getrieben durch ein starkes Netzgeschäft. Um die Stromnetze für die zunehmende Einspeisung tausender neuer und dezentraler Energiequellen wie künftigen SMR-Flotten fit zu machen, hat E.ON seinen Investitionsplan für die kommenden Jahre auf 48 Mrd. EUR aufgestockt. Davon fließen allein 40 Mrd. EUR in die Modernisierung und Digitalisierung der Infrastruktur. Das Unternehmen setzt dabei stark auf intelligente Technologien und hat bereits 30.000 digitale Ortsnetzstationen in Betrieb genommen, um komplexe Lastflüsse in Echtzeit optimal zu steuern. Für Investoren bietet E.ON als reiner Netzbetreiber eine enorme Berechenbarkeit, da das direkte operative Risiko eigener Kernkraftwerke nach dem Atom-Ausstieg des Konzerns die Bilanz nicht mehr belastet.
American Atomics punktet direkt an der Quelle
Spekulativer als E.ON, aber mit deutlich mehr Aufwärtspotenzial ausgestattet, positioniert sich American Atomics. Ganz am Anfang der nuklearen Wertschöpfungskette steht der Rohstoff Uran, dessen Bedarf laut Daten der IEA bis 2030 um 28 % auf über 83.000 t steigen wird. Das kanadische Explorationsunternehmen sucht gezielt nach neuen Vorkommen in politisch sicheren US-Bundesstaaten wie Utah und Colorado. Auf dem Big-Indian-Projekt in Utah nutzt das Management modernste 3D-Modelle, um unentdeckte Ressourcen in einem historischen Uran-Distrikt zu erschließen. Das Nuvemco-Projekt in Colorado verspricht zudem die Gewinnung von Vanadium, das für stationäre Großbatterien benötigt wird. American Atomics ist jedoch weit mehr als ein klassischer Explorer, denn das junge Unternehmen plant in Kooperation mit CVMR den Bau einer hochmodernen, modularen Veredelungsanlage. Diese auf Gasphasen-Metallurgie basierende Technologie soll Uranerz in einem hermetisch versiegelten Prozess ohne toxische Abfälle direkt in hochreine Verbindungen umwandeln. Dies ist der entscheidende und lukrative Vorab-Schritt für die Produktion von sogenanntem HALEU-Brennstoff, der für die neue Generation der kleinen SMR-Reaktoren zwingend benötigt wird und bei dem der Westen bislang im großen Stil von Russland abhängig ist.

Geringe Bewertung bietet Einstiegschance
Für Anleger ergibt sich bei American Atomics derzeit eine besonders spannende Ausgangslage: Während bekannte Branchengrößen wie NexGen Energy an der Börse bereits mit Milliarden bewertet werden, bringt American Atomics aktuell lediglich eine Marktkapitalisierung von rund 15 Mio. CAD auf die Waage. Diese extrem niedrige Bewertung spiegelt das frühe Stadium der Projekte wider, bietet aber im Zuge des aktuellen Uran-Bullenmarktes einen massiven Hebel für risikobereite Investoren. Nachdem das Unternehmen Anfang dieses Jahres frisches Kapital einsammeln konnte und ein Uplisting an das US-amerikanische OTCQB-Segment vollzog, rückt die Aktie nun verstärkt in den Fokus professioneller Anleger. Erkennt der breite Markt erst einmal das enorme strategische Potenzial einer rein westlichen, abfallfreien Uran-Veredelung für die kommenden SMR-Reaktoren, könnte die Aktie von American Atomics vor einer Neubewertung stehen. Zusammen mit Basisinvestments wie E.ON und dem Cloud-Riesen Amazon können Anleger so ein krisenfestes und gleichermaßen renditestarkes Portfolio rund um das Comeback der Kernenergie aufbauen.
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