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06.04.2022 | 05:10

Ballard Power, dynaCERT, Plug Power – Wasserstoff wichtiger denn je

  • Wasserstoff
  • Brennstoffzellen
Bildquelle: pixabay.com

Die Folgen sind bereits jetzt unübersehbar, spätestens wenn man an der Tanksäule steht und die horrenden Erhöhungen der letzten Wochen betrachtet. Deutschland zahlt den Preis aufgrund der zu großen Abhängigkeit von einem Lieferanten, in diesem Falle Russland. Fakt ist auch, dass die Bundesrepublik zu langsam in Bezug auf die Energiewende fährt. Eine Beschleunigung muss nun zwingend her, die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie ist bereits als das fehlende Puzzleteil identifiziert worden und wird aufgrund der aktuellen geopolitischen Spannungen umso wichtiger.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BALLARD PWR SYS | CA0585861085 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

Inhaltsverzeichnis:


    Kappen, so schnell wie möglich

    Bereits vor der Invasion und dem Einmarsch in die Ukraine war die Abhängigkeit von russischem Öl, Gas und Kohle, wie auch Agrar- und anderen Produkten bekannt. Deutschland ist in Sachen Energie abhängig von starken Partnern. Der Umstieg von fossilen Energieträgern zu erneuerbaren wie Wind, Sonne oder Wasserstoff war bereits beschlossene Sache, dürfte jedoch noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern. Nun muss alles jedoch ganz schnell gehen. Durch immer härtere Sanktionen gegen das vor kurzem noch wichtigste Exportland für Deutschland, schreit es förmlich nach Alternativen.

    Wasserstoff als Puzzleteil

    Schon vor dem Ukraine-Konflikt setzte die Politik große Stücke auf Wasserstoff, vor allem Grünen. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie soll das Ziel verfolgt werden, klimafreundlich hergestellten Wasserstoff, insbesondere aus erneuerbaren Energien und seine Folgeprodukte als Schlüsselelemente der Energiewende zu etablieren, um Dekarbonisierungs-Prozesse in bestimmten Bereichen vollenden zu können. Für ausgewählte Projekte stellte die deutsche Bundesregierung Mitte 2021 insgesamt 8 Mrd. EUR zur Verfügung. Auch international subventionieren Regierungen aussichtsreiche Wasserstoffprojekte. In Kanada steht mit der Strategie „Dezember 2020“ die Vision, dass sauberer Wasserstoff bis 2050 30% des Energiebedarfs des Landes deckt.

    Das lange Warten auf den Durchbruch

    In Kanada produzeiert und vertreibt dynaCERT seit mehr als 15 Jahren eine Technologie, um die CO2-Emissionen deutlich drosseln zu können, ohne dass es für Fuhrparkunternehmen erhebliche Umrüstkosten entstehen. Mit dem patentierten Elektrolysesystem „HydraGEN“ ist es bei großen Dieselmotoren möglich, durch die Zufuhr einer geringen Menge von Wasserstoff, den CO²-Ausstoß um rund 19% ohne Leistungsverlust zu reduzieren. Diese Technologie wurde bereits in mehr als 400 schweren Fahrzeugen zum Probelauf eingesetzt. Zudem wurde von dynaCERT eine intelligente Software entwickelt, die Daten wie Emissionseinsparung oder Kraftstoffverbrauch dokumentiert und analysiert. In diesem Zusammenhang sollen zukünftig Zertifikate für das eingesparte CO² erstellt werden, die an den Energiebörsen zu barer Münze gemacht werden können - sobald die Zertifierung des Verfahrens abgeschlossen ist.

    Anfang der Woche wurden die Ergebnisse für das Gesamtjahr 2021 veröffentlicht. Dabei war das vergangene Jahr weiterhin durch die weltweiten COVID-19-Beschränkungen und die Beschränkungen der Händler des Unternehmens, Installationsdienste anzubieten, erheblich beeinträchtigt. Der Umsatz im Gesamtjahr belief sich deshalb auf lediglich 757.002 CAD.

    Insgesamt betrug der Kassenbestand zum Jahresende 8,34 Mio. CAD. DynaCERT hatte Mittelabflüsse aus dem operativen Cashflow in Höhe von 8,66 Mio. CAD was auf einen Nettoverlust in Höhe von 16,32 Mio. CAD zurückzuführen ist, der durch nicht zahlungswirksame Anpassungen in Höhe von 7,38 Mio. CAD beeinflusst wurde. In Folge der enttäuschenden Zahlen sackte der Wert auf 0,155 CAD ab, konnte sich dann jedoch unter hohem Volumen im Bereich von 0,16 CAD stabilisieren. Der Börsenwert beträgt aktuell 45,93 Mio. EUR. Dass die patentierte Technologie innovativ ist, steht außer Frage, jedoch warten die Marktteilnehmer auf den Durchbruch und den Gang in die Kommerzialisierung. Auf aktuellem Niveau ist ein Einstieg hochspekulativ.

    Erholung bei den Big Playern

    Aus technischer Sicht hellen sich die Chartbilder der großen Wasserstoff- bzew. Brennstoffzellenplayer weiter auf. Plug Power konnte über den Widerstand bei 29,78 USD ausbrechen und besitzt nun Anschlusspotenzial bis in den Bereich um 33,18 USD. Langfristig ist der Branchenführer, wie in einem Report erläutert, mit großen Vorschusslorbeeren ausgestattet. Nach insgesamt 24 Jahren ohne Gewinn sollten Anleger zumindest gewarnt sein, wenn die ausgegebenen Visionen nicht in vollem Umfang eintreten sollten.

    Kurzfristig positiv sieht die technische Situation ebenfalls beim kanadischen Pendant, Ballard Power, aus. Mit dem nachhaltigen Durchbruch aus dem Widerstandsbereich bei 12,96 USD wäre der Weg zum nächsten Widerstand bei 14,53 USD frei.


    Aufgrund des Ukraine-Konflikts wird der Schrei nach Alternativen zur Energiegewinnung, die die Abhängigkeit zu Russland abschwächen, laut. Wasserstoff oder Brennstoffzellen sind die Zukunft, die Aktien der Marktführer Ballard Power und Plug Power besitzen Trading-Potenzial. dynaCERT stabilisiert sich trotz schwacher Zahlen und bietet eine hochspekulative Einstiegsgelegenheit.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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