01.06.2026 | 04:15
KI und Rechenzentren beflügeln Plug Power und Nel ASA? RE Royalties und Nordex unter der Lupe!
Steigende Öl- und Gaspreise prägten das Börsen-Szenario der letzten Monate. Doch nun deutet sich in Nahost eine Entspannung an. Die Rohstoffmärkte preisen den Druckablass schon ein, obwohl noch gar keine politischen Lösungen vorliegen. Heißt für die Gewinner der letzten Stunde eine Verschnaufpause und für Titel, die noch nicht gelaufen sind, eine Chance auf frisches Anlegergeld. Nachhaltige Energie-Erzeugung ist ein geflügeltes Wort, denn z. B. ist in der Windenergie höchst strittig, ob die weite Zerstörung und Verdichtung von Freiflächen und Wald insgesamt positive Beiträge liefert, insbesondere wenn mittlerweile ein kostenintensiver Stromüberschuss anfällt, den der Steuerzahler aufgrund langfristiger Förderzusagen an die Investoren ausschütten muss. Die Erzeugung von grünem Wasserstoff ist bei hohen Energiepreisen sogar tragbar, langfristig muss die Technologie aber noch mindestens 50 % günstiger werden. Im Sturm dieser Entwicklungen steht RE Royalties mit einem innovativen Finanzierungsansatz, der Energieprojekte fördert. Es lohnt sich, die Analyse zu vertiefen.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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RE Royalties – Mit innovativen Konzepten weiter voran
Das Finanzierungs-Chaos in Berlin legt die Schwachstellen der europäischen Energiepolitik offen. Denn die Energiewende benötigt nicht nur neue Technologien, sondern vor allem intelligente Finanzierungsmodelle. Eine dauerhafte Subventionierung über den Steuerzahler kann nicht die Lösung sein. Brummt man doch die Zukunft der Energieversorgung der Allgemeinheit auf, während Kapitalbesitzer sich um Fördermittel reißen und das Strompreisniveau künstlich erhöhen. Völlig neu gedacht, hat RE Royalties in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Nische geschaffen. Das kanadische Unternehmen agiert nicht als Betreiber von Wind- oder Solarparks, sondern stellt Projektentwicklern Wachstums-Kapital zur Verfügung. Im Gegenzug partizipiert man über langfristige umsatzabhängige Vergütungen an deren wirtschaftlichem Erfolg. Dadurch entsteht ein Geschäftsmodell, das stabile Cashflows mit den Perspektiven des globalen Ausbaus erneuerbarer Energien verbindet. Inzwischen umfasst das Portfolio mehr als 120 Beteiligungen in den Bereichen Solarenergie, Windkraft, Wasserkraft, Batteriespeicherung und Energieeffizienz und zählt damit zu den breit diversifizierten Plattformen seines Segments. Seit der Unternehmensgründung wurden über 80 Mio. CAD in zahlreiche Transaktionen investiert, aus denen mehr als 130 einzelne Projekte hervorgegangen sind.

Wie COO Peter Leighton auf dem letzten International Investment Forum klar gemacht hat, denkt man nun noch einige Schritte weiter und hat dazu eine strategische Überprüfung eingeleitet. Dabei werden unterschiedliche Optionen geprüft, von Partnerschaften über neue Finanzierungsstrukturen bis hin zu möglichen Unternehmens- oder Beteiligungstransaktionen. Solche Prozesse wirken für die Unternehmensbewertung häufig als Katalysator, insbesondere wenn das bestehende Geschäftsmodell bereits bewiesen hat, dass es nachhaltig Erträge generieren kann. Die Beauftragung eines renommierten Finanzberaters unterstreicht den Anspruch, sämtliche Möglichkeiten sorgfältig auszuloten. Das könnte spannend werden!
Für das bisher gestemmte Finanzierungsvolumen erscheint die aktuelle Bewertung von lediglich 17,5 Mio. CAD lag sehr niedrig, zumal sich die durchschnittliche interne Rendite des Portfolios um hohe 19 %-Marke bewegt. Und die Investitionspipeline wächst munter weiter. Bereits kurzfristig stehen potenzielle Projekte im zweistelligen Millionenbereich zur Diskussion, während zusätzliche Opportunitäten mit einem Volumen von rund 200 Mio. CAD geprüft werden. Vor allem der US-Markt entwickelt sich dabei zu einem wichtigen Wachstumstreiber. Während viele Unternehmen der Energiewende noch hohe Investitionen schultern und auf künftige Gewinne hoffen, generiert RE Royalties bereits heute vertraglich abgesicherte Einnahmen. Sehr spannend und vielleicht auch ein Ideenpool für die wilden Subventionsmodelle aus Berlin!
COO Peter Leighton erläutert auf dem 19. International Investment Forum seine Strategie für das laufende Jahr. Hier geht´s zum Video.
Nordex – Rückenwind für die nächste Wachstumsphase
Nordex zählt weiterhin zu den großen Profiteuren des europäischen Windenergiebooms. Trotz einer Konsolidierung von rund 15 % innerhalb weniger Wochen bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt, nachdem sich die Aktie auf Jahressicht bereits mehr als verdoppelt hat. Fundamental gibt es bislang kaum Anzeichen für eine Abschwächung. In Q1 stieg der Umsatz um 10,6 % auf 1,59 Mrd. EUR, das Ergebnis je Aktie legte auf 0,23 EUR zu. Für das Gesamtjahr rechnen Analysten unvermindert mit einem Gewinn von rund 1,88 EUR je Aktie. Während viele Investoren guter Dinge bleiben, merken Andere, dass ein 2026e KGV von 27,4 schon ein gehöriger Schluck aus der Bewertungs-Pulle ist.
Das Management bleibt expansiv und setzt unvermindert auf Auslandsinvestitionen, nachdem der Standort in Hamburg seit Jahren einem Schrumpfungsprozess unterliegt. Neu installiert ist nun eine Rotorblattfertigung im türkischen Menemen bei Izmir. Das Werk verfügt über eine Kapazität von bis zu 1.200 Einheiten jährlich und stärkt die Kostenposition sowie die Versorgung wichtiger Absatzmärkte in Osteuropa und dem Nahen Osten. Gleichzeitig festigt Nordex seine starke Stellung in der Türkei, wo das Unternehmen mit rund 34 % Marktanteil zu den führenden Anbietern zählt. Operativ profitieren die Hamburger derzeit von stabilen Turbinenpreisen, kontrollierbaren Lieferketten und einer höheren Produktionsauslastung. Die Deutsche Bank verweist zudem auf ein weiterhin günstiges Marktumfeld und bestätigt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 59 EUR. Entscheidend werden nun die Q2-Zahlen Ende Juli sein, welche Aufschluss darüber geben, ob eine Margenverbesserung weiterhin einzupreisen ist. Wenn nicht, würde mit 51,50 EUR im Hoch ein langer Aufschwung enden, immerhin hat sich die Aktie seit Anfang 2024 glatt verfünffacht!
Plug Power und Nel ASA – Geht es jetzt los mit Wasserstoff für Rechenzentren?
Starke Ausschläge waren zuletzt auch bei den beiden Wasserstoff-Protagonisten Plug Power und Nel ASA zu beobachten. Beide Konzerne litten in den letzten 3 Jahren unter sinkenden Auftragsvolumina, schwierigen Refinanzierungsbedingungen und einem Wiedererstarken fossiler Brennstoffe der Ära Trump. Ein kurzfristiges Aufwertungs-Szenario boten die explodierenden Ölpreise von bis zu 120 USD im Mai. Trotz Verdoppelung seit Januar, legte Plug Power Ende letzter Woche dann noch einen überraschenden 20 %-Sprung aufs Parkett. Der unmittelbare Auslöser war schnell identifiziert. So erhielten die New Yorker einen Auftrag für das 30-MW-Barrow-Green-Hydrogen-Projekt in Großbritannien, bei dem das Unternehmen Elektrolyseure für die jährliche Lieferung von rund 100 GWh grünen Wasserstoff an den Industrieriesen Kimberly-Clark liefert.
Ein Riesenauftrag, trotzdem dürfte der eigentliche Kurstreiber eine Nachricht der Konkurrenz sein: Der US-Brennstoffzellenhersteller Bloom Energy hat eine umfangreiche Partnerschaft für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren angekündigt, was die Marktstimmung auf den gesamten Wasserstoff- und Brennstoffzellensektor aufheizte. Damit wuchs die Hoffnung, dass auch andere Branchenplayer vom explosionsartigen Energiebedarf der KI-Infrastruktur profitieren könnten. Trotz dieser positiven Dynamik bleiben die Amerikaner noch bis 2028 in der operativen Verlustzone.
Von der insgesamt knisternden Stimmung konnte auch der norwegische Elektrolyse-Pionier Nel ASA profitieren. Ganze 50 % Zugewinn in nur zwei Wochen lässt nun die Charttechnik wieder aufblühen. Schön zeigt sich im Bild eine lange Bodenbildungsphase zwischen 0,175 und 0,255 EUR. Mit dem explosiven Ausbruch Richtung 0,368 EUR bis Ende letzter Woche schalteten Volumen- und Momentum-Ampeln auf Grün. Weit hinter sich gelassen haben die beiden Unternehmen nun die Analystenwelt. Es gibt kaum Kaufempfehlungen und die 12-Monats-Durchschnittsziele auf der Plattform LSEG suggerieren Verlust-Potenziale zwischen 15 und 40 %. Wenn das mal nicht zu 100 % in die andere Richtung läuft! Warten sie für Neueinstiege eine Konsolidierungswelle ab, aktuell ist wohl ein Quäntchen zu viel KI-Euphorie im Spiel.
Anleger haben es derzeit nicht leicht! Während Chip-Titel durch die Decke gehen, gibt es viele Titel, die auf Dauer wenig Performance lieferten. Dazu gehörten lange Plug Power und Nel ASA, sie konnten aber in Reaktion auf die Nahost-Krise und neuer KI-Fantasie ordentlich durchstarten. Bei Nordex scheint der Gipfel mittlerweile überschritten. Hingegen kommt das innovative Finanzierungshaus RE Royalties spürbar voran. An dieser Portfolio-Zusammenstellung zeigt sich: 100 % ist machbar – alle Auswahltitel haben diesen Wert in den letzten Monaten geschafft!
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