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29.08.2022 | 04:44

Deutschland wird zur Wüste: Desert Gold, BASF, K+S – Chancen im Agrar- und Gold-Sektor

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Bildquelle: pixabay.com

Deutschland erlebt den besten Sommer seit Jahrzehnten, das lässt viele jubeln, die Landwirte aber mehr und mehr verzweifeln. Nicht dass wir uns schlechtes Wetter wünschen, nein - es geht schlichtweg um die Ausgewogenheit des Klimas, denn ein gewisser Niederschlag zur richtigen Zeit ist für unsere Böden eben lebenswichtig. Jedoch ließen sich die Zahl der Regentage in diesem Sommer an einer Hand abzählen, manche Landstriche bekamen gar nichts ab vom wertvollen Nass. Landwirte werden deshalb im Schnitt 30% weniger Ernte einfahren, bei manchen Früchten droht der Totalausfall. Das hat weniger mit dem Klimawandel zu tun, sondern mehr mit der Versteppung, die durch menschliche Eingriffe schon seit Jahrhunderten herbeigeführt wird.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111

Inhaltsverzeichnis:


    Versteppung seit der Römerzeit

    Zur Römerzeit war das Gebiet des heutigen Deutschlands ein großes Sumpf- und Auengebiet, die Feuchtigkeit der Böden reichte bis in große Tiefen. Die Täler waren versumpft und schlichtweg nicht begehbar. Seit dieser Zeit haben die Landbewohner den vorherrschenden Schwammboden immer mehr trockengelegt und das entzogene Wasser ist heute Bestandteil der Ozeane. Die Erde versteppte und komprimierte sich immer mehr, wenn es heute regnet, werden nur noch 20% des Wassers überhaupt aufgenommen, in tiefere Bodenschichten gelangt es wegen fehlender Durchlässigkeit nicht mehr. Die Folge: Überschwemmungen und plötzliche Fluten wie im Ahrtal 2021. Das Agrarjahr 2022 steht unter der Überschrift „Trockenheit 3.0“, denn seit der gewaltigen Dürre aus 2018 kommt das Wasser nicht mehr dort an, wo es dringend gebraucht wird. Mit Winterweizen und Raps hatte die Landwirtschaft noch Erfolg, bei Mais, Zucker, Kartoffeln und anderen jetzt reif werdenden Ackerkulturen sieht es im Dürrejahr 2022 ganz anders aus. Gerade die für die Fütterung von Tieren wichtigen Pflanzen werden im laufenden Jahr wohl nur sehr geringe Erträge bringen, so steht es im Erntebericht 2022 der Bundesregierung.

    BASF – Hohe Dynamik im Bereich Agricultural Solutions

    Abseits des traditionellen Chemiegeschäfts hat sich die BASF Gruppe über einen Zukauf von Bayer in den letzten Jahren einen interessanten Sektor für die Landwirtschaft aufgebaut. Wie wichtig dieses Engagement ist, zeigen die ständig fallenden Flächenerträge weltweit, die durch Wassermangel und Schädlinge hervorgerufen werden.

    Ein entscheidendes Werkzeug für „Bessere Erträge“ sind Innovationen aus den Bereichen Züchtung, Saatgut, Pflanzenschutz und Digitalisierung. Diese Innovationen müssen heutzutage jedoch nicht nur für einen hohen Ertrag sorgen und die Qualität sicherstellen, sie leisten auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. BASF unterstützt die Ziele der „Gemeinsame Agrarpolitik der EU“ (GAP) aktiv, denn bereits seit 2013 arbeitet der Konzern mit Landwirten sowie unabhängigen Experten aus dem Natur- und Umweltschutz im BASF Farm Netzwerk zusammen, um nachhaltige Lösungen zu finden. Im Ziel geht es darum, die Biodiversität zu steigern, ohne dass fruchtbares und für die Nahrungsmittelproduktion wichtiges Ackerland verloren geht.

    Der Geschäftsbereich Agricultural Solutions läuft zum Halbjahr 2022 mit 21,8% Umsatzzuwachs auf 5,86 Mrd. EUR sehr stark. Auch die operativen Ergebnisse legten über 20% zu. Die BASF-Aktie leidet aber nach wie vor unter dem Gas-Damoklesschwert. Mit aktuell 40,90 EUR ist man nicht mehr weit vom 3-Jahrestief bei 38,50 EUR entfernt. Langfristig ist der Dividenden-Wert viel zu billig.

    Desert Gold Ventures sucht nach Wüstengold

    Der kanadische Explorer Desert Gold Ventures (DAU) kennt sich mit trockenen Böden aus. In unmittelbarer Nachbarschaft zu großen Minengesellschaften wie Allied Gold, Barrick oder Endeavour hat man mit den letzten Bohrungen in der Zone Barani East bereits Funde über 12,4 g/t auf einer Länge von 45m vorweisen können. Eine detaillierte Überprüfung der Metallurgie und der Abbaubarkeit der Goldoxidressourcen, die mit der höhergradigen Lagerstätte Barani East beginnt, ist im Gange.

    CEO Jared Scharf ist überzeugt, schon in den kommenden Monaten den Beweis zu liefern, dass ein Minenbetrieb auf dem 440 qkm großen SMSZ-Projekt einen hohen ökonomischen Erfolg verspricht. In 2022 sollen dafür insgesamt 20.000m an Bohrungen durchgeführt werden. Der Major B2 Gold ist in Mali bereits mit der Fekola Mine sehr erfolgreich und produzierte in 2021 ganze 567.795 Unzen Gold mit niedrigen operativen Kosten von nur 449 USD pro Unze. Das spricht für ein günstiges Umfeld in dem westafrikanischen Staat, der durch die Schaffung von Arbeitsplätzen mittelfristig mehr politische Stabilität erfahren könnte.

    Die Desert Gold-Aktie wird in Kanada und Deutschland gehandelt. Wie bei allen Explorern bewegt sich der Wert zurzeit eher am unteren Ende der 12-Monats-Zone von 0,06 bis 0,19 CAD. Zuletzt gab es mit +20% auf knapp 10 Cent wieder starkes Interesse in der Aktie, ein Zeichen, dass womöglich weitere gute Bohrergebnisse anstehen.

    K + S – Dank Sanktionen auf gutem Kurs

    Die Kali & Salz AG (K+S) zählt bisher eindeutig zu den Krisengewinnern, denn während Standardaktien aus dem DAX seit November 2021 im Schnitt um 20% gesunken sind, haben K+S in der gleichen Zeit eine gigantische Rallye aufs Parket gelegt. Da waren zum einen die deutlich anziehenden Kalipreise, zum anderen natürlich die Sanktionen gegen russische und weißrussische Kali- und Salzhersteller.

    Mit 36,40 EUR erreichte die Aktie im April 2022 auch ihren Höchststand, das war ein Anstieg von 200% zu den Sommerkursen von 2021. Zwischenzeitlich konsolidierte der Kurs um fast 50% nach unten, Stütze bieten die jüngst veröffentlichten Halbjahreszahlen. Im ersten Halbjahr 2022 zog der Umsatz um 94,8% auf 2,72 Mrd. EUR an, der Vorsteuergewinn verbesserte sich gar von 376 auf 963 Mio. EUR. K+S profitierte hier vor allem von den stark gestiegenen Verkaufspreisen, während die Absatzmenge sogar leicht sank. Ähnlich wie bei anderen Rohstoffen fehlen dem Weltmarkt derzeit die russischen Liefermengen, eine gänzliche Rückkehr an den Markt ist wohl auch nach Kriegsende zweifelhaft.

    K+S reduzierte seine Nettofinanzverbindlichkeiten derweil um 38,8% drastisch und erhöhte so die Eigenkapitalquote von 47,9 auf 65,2%. Im Gesamtjahr rechnet man nun mit einem EBITDA zwischen 2,3 und 2,6 Mrd. EUR, dabei kalkuliert das Unternehmen eine 25% geringere Gasverfügbarkeit und massiv erhöhte Gaskosten mit ein. Ab 2023 könnten LNG-Lieferungen die Erdgaslücke für den Konzern langsam schließen, die Kosten werden aber wahrscheinlich auf hohem Niveau verharren. Mit einem KGV 2023e von 4,1 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,8 ist die Aktie nun wieder günstig. Sammeln sie Stücke zwischen 21 und 24 EUR für das Langfristdepot.


    Die Verteuerungen im Rohstoffbereich haben auch die Agrar-Industrie belastet. Dennoch ist der Bedarf von Agri Tech spürbar angewachsen. Der Wassermangel als Folge der anhaltenden Dürren wird hier zur langfristigen Herausforderung. Anleger sollten im Depot immer auf ein ausgewogenes Chance-Risiko-Profil achten. Das beinhaltet auch die Investition in Gold und Rohstoffunternehmen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    • Gold
    • Westafrika
    • Mali
    • Reserven
    • Produktion

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