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18.03.2022 | 04:44

Die China Aktien Rallye - Alibaba, Hong Lai Huat, Tencent, Baidu: Kaufen oder Verkaufen?

  • China
  • Asien
  • Internet
  • Immobilien
Bildquelle: pixabay.com

Was für ein Rebound! Monatelang trommelten die Drohungen der SEC auf die chinesischen ADRs an der NASDAQ ein. Fehlende Transparenz, willkürliche staatliche Eingriffe und fehlerhafte Bilanzierung könnten die Investment-Ziele der US-Bürger negativ beeinflussen. Cathie Wood mit ihrer Investmentfirma ARK hat frühzeitig reagiert und schon Mitte 2021 zum Ausstieg bei den chinesischen Tech-Titeln geblasen, doch auch ihr ARK Innovation ETF liegt mit vom Hoch über 50% im Minus. Den Vogel abgeschossen hat allerdings die Alibaba-Aktie, die bis Mitte März 2022 um ganze 75% vom Hoch abgestürzt war. In der Folge des Ausverkaufs machte der Aktien-Index Hang Seng seinen größten positiven Tagessprung der letzten 15 Jahre und gewann in der Spitze 11%. Ist das nun der Turnaround? Wir schauen genauer hin…

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: HONG LAI HUAT GROUP LIMITED | SG1EE1000009 , ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027 , TENCENT HDGS ADR/1DL-0001 | US88032Q1094 , BAIDU INC.A ADR DL-_00005 | US0567521085

Inhaltsverzeichnis:


    Alibaba – Das Revival der China-Tech Aktien

    Um gut 30% schießt die Alibaba-Aktie allein am Mittwoch nach oben – ein Zugewinn von 60 Mrd. USD Marktkapitalisierung in einer Bewegung. Sowas gab es vor kurzem als Facebook in der Gegenrichtung abstürzte. Zur Wochenmitte erholten sich in Hongkong und China vor allem Techwerte auf breiter Front. Zuvor hatte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, dass sich die Regierung eine Stabilisierung der Börsen wünscht. Als Maßnahme kündigte der stellvertretende chinesische Ministerpräsident Liu He marktfreundliche Maßnahmen der Regierung an.

    China will sich bessern und seine Wirtschaft beleben, statt sie übermäßig zu kontrollieren. Das soll die latenten Risiken im Immobiliensektor entschärfen und zu einer gesunden Entwicklung der internetbasierten Industrie führen. Alle Richtlinien mit erheblichen Auswirkungen auf die Kapitalmärkte sollten im Voraus mit der Finanzverwaltung koordiniert werden, um Stabilität und Konsistenz aufrechtzuerhalten, sagte der stellvertretende Premierminister Liu.

    Gespräche zwischen chinesischen und US-Regulierungsbehörden über in den USA notierte chinesische Unternehmen haben anscheinend tatsächlich Fortschritte gebracht. Denn die Regulierungsbehörden arbeiten an konkreten Kooperationsplänen zur Angleichung der Transparenzrichtlinien. "Das ist zumindest für den Moment recht positiv, da Liu einige wichtige Bedenken auf dem Markt angesprochen hat, insbesondere im Hinblick auf das Durchgreifen der Regulierungsbehörden", sagte Ting Lu, Chefökonom für China bei der japanischen Investmentbank Nomura.

    Alibaba steht schon länger unter der Beobachtung chinesischer Behörden, die insbesondere im Tech-Sektor mit Reformen durchgreifen wollen, um die Macht von Unternehmen und ihrer Eigentümer zu begrenzen. Im vergangenen Jahr hatte das Bruttoinlandsprodukt in China noch um 8,1% zugelegt, die Regierung hatte nur mit 6% gerechnet. Das Land rechnet nun mit einem verminderten Wirtschaftswachstum in 2022 von nur noch 5,5%.

    Technisch gesehen könnte man das Gap-Reversal bei Alibaba als Abschluss des langen Abwärtstrends interpretieren. Ob es für einen Turnaround reicht, zeigen die nächsten Wochen. Spekulative Anleger steigen mit Stop 73 EUR auf aktuellem Niveau 84 bis 88 EUR ein und bleiben wachsam.

    Hong Lai Huat – Tolle Zahlen für 2021 und eine Dividendenankündigung

    Die Region Asien bleibt insgesamt auf einem steilen Wachstumspfad. So haben die Ökonomien von China, Singapur und Indonesien in 2021 ein Wachstum von 4,5 bis 8,1% erreichen können. Noch ist der Wohlstand nicht mit dem Westen vergleichbar, doch die entwickelten Zonen rund um die Metropolen können bereits seit Jahren eine hohe Dynamik vorweisen. Gerade der Immobilienmarkt boomt sowohl in China wie auch in Hongkong, Singapur und Japan.

    Dicht dahinter wächst aber auch Kambodscha sehr auffällig. Die Hong Lai Huat Group ist ein Immobilienentwickler mit operativem Schwerpunkt in Kambodscha, man hat sich dort in den letzten Jahren eine gute Pipeline aufgebaut. Gelistet und mit Standort in Singapur operiert man aus der aufstrebenden Region einer asiatischen Großstadt mit westlicher Ausprägung.

    Ende Februar gab es gute Zahlen für das Jahr 2021 zu berichten. Wegen anziehender Immobilienverkäufe in Kambodscha kam es zu einer markanten Ertragswende. Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen stieg auf 6,1 Mio. SGD gegenüber einem Verlust von 7,8 Mio. SGD im Vorjahr. Der Umsatz explodierte regelrecht um 132% von 7,2 auf 16,7 Mio. SGD, die Bruttomarge erreichte dabei ganze 62%. Die Netto-Liquidität kletterte so auf über 20 Mio. SGD, das ist eine gute Basis für weitere aussichtsreiche Neu-Projekte in 2022. Die Gruppe erklärte ferner eine Dividende von 0,002 SGD, was einer Ausschüttungsquote von ca. 32% des Jahresüberschusses für die Eigentümer entspricht.

    Herr Ong Jia Jing, der General Manager und Executive Director der Hong Lai Huat Group, nahm dazu wie folgt Stellung: "Unsere Gruppe ist mit ihrer Ertragserholung weiterhin auf Kurs und verzeichnete gute Immobilienverkäufe in Kambodscha. Wir behalten das Kostenmanagement weiter strikt im Griff und konzentrieren uns auch künftig auf unsere Wachstumsstrategie, um unsere Geschäftserholung schneller voranzubringen." Im Februar 2022 hat die Gruppe das größte Landwirtschaftszentrum ("Agri-Hub") von Kambodscha und Singapur auf den Weg gebracht. Die Aktie profitiert von der asiatischen Wachstumsdynamik und ist in Singapur für etwa 0,09 SGD erwerbbar, in Frankfurt ist der Handel etwas dünn.

    Tencent und Baidu – Im Windschatten nach oben

    Noch einen analytischen Blick auf die zwei Internet-Giganten Tencent und Baidu. Beide Titel stehen ebenfalls auf der Kritikliste der chinesischen Behörden und waren ähnlich wie Alibaba in den USA abgestraft worden. Es mehren sich nun die Zeichen für eine Rückkauf-Bewegung.

    Tencent hat mit dem letzten Absturz bis 33,80 EUR wieder das Niveau von Herbst 2019 erreicht. Dann ging es in einem Zug auf 47 EUR nach oben, eine stattliche Tagesrendite von 35%. Tencent strukturiert seine Online- und Spielebeteiligungen neu, nachdem der chinesische Regulator gegen einige Geschäftsmodelle erneut vorgehen möchte. Mit den aktuellen Schätzungen beträgt das KGV nun ca. 17,7 auf Basis 2023e. Die Analystengemeinde votiert bei 54 Einzelwertungen mit 48 zum Kauf, das ist ein stattliches Commitment zum ehemaligen Börsenliebling Tencent.

    Bei Baidu ging es zuletzt bis auf 92,60 EUR nach unten, der Rebound trug die Aktie wieder auf 137 EUR, ein satter Aufschlag von 40%. Als chinesisches „Google“ wächst das Unternehmen konstant mit 15-20% im Jahr und notiert auf Basis der Schätzungen für das Jahr 2023 mit einem KGV von 13,8. Technisch ist die 100 EUR-Marke eine Bastion, der Ausverkauf der vergangenen Tage und der starke GAP-Rebound dürfte die langfristige Umkehr markieren. Tencent und Baidu sind klare Käufe, aber wegen der amerikanischen ADR-Thematik auch nur für risikobewusste Anleger geeignet.


    Die richtige Börsenstrategie in einer politischen Krise mit starken ökonomischen Dämpfungswirkungen zu finden, ist kein einfaches Unterfangen. Deshalb gilt es, sich an fundamentalen Wachstumskennzahlen zu orientieren. Diese weisen bei den China Tech-Werten klar nach oben und auch der Immobilienmarkt im Kambodscha steht wahrscheinlich erst am Anfang einer langfristigen Aufwärtsentwicklung.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Mit 14 Monaten steilem Aufstieg der NASDAQ von über 100 % feierten die Börsianer die neue Ära der KI-Rechenzentren und der damit verbundenen Chip-Phantasie. Zur allgemeinen Euphorie gesellte sich auch noch die Schließung der Straße von Hormus, die gerade im HighTech-Sektor die Preise durch die Decke katapultierte. So rechnet man jetzt beim CPU-Produzenten AMD mit einer Umsatzverdoppelung bis 2028, das EBIT soll sich sogar verdreifachen. Anscheinend glauben die Haussiers, dass diese neuen Knappheitspreise nun auch weiterhin für die nahe Zukunft gelten. Da aber die Rohstoff- und Energiepreise derzeit eher erodieren, dürften die Produktionskosten alla long auch wieder sinken. Damit wäre dann ein Preiswettbewerb wahrscheinlicher, als eine Fortsetzung des ungewöhnlichen Hypes. Vorsichtige Anleger treten daher bei gut gelaufenen Titeln wie Infineon, AMD und Siemens Energy eher auf die Bremse, zugunsten weniger hoch bewerteter Themen. Hier eine paar Fakten zum Sektor.

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    • Wolfram
    • China
    • Almonty Industries
    • Waffen
    • Krieg
    • Sangdong

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    • Wolfram
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    • Lieferketten

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