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29.06.2026 | 04:00

Gold, Rüstung, Raumfahrt – jetzt rotieren die Sektoren! SpaceX, OHB, Desert Gold, Rheinmetall und TKMS

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Bildquelle: Pixabay

Die Börsen zeigen sich auch Ende Juni erstaunlich robust, doch der Hochglanzlack wird an einigen Stellen stumpf. So verblasst die Hausse bei Luft- und Raumfahrt, im Bereich Rüstung werden nach vielen Monaten der Zuwächse nun spürbar Gewinne mitgenommen. Mithin nähern sich die Bewertungen nun endlich den Fundamentaldaten. Für rationale Anleger sind Hypes schwer zu fassen, aber es besteht immerhin die Gewissheit, dass überbewertete Titel, dann fallen, wenn Kursziele ohne Grund in Mond-Regionen angepasst werden. Wie bei Elon Musks überzogener Anfangsbewertung hat die Ausstiegsglocke wohl auch bei Rheinmetall ziemlich stark geläutet. Analysten hatten sich im Herbst mit ihren Kurszielen Richtung 2.200 EUR gegenseitig überboten, jetzt wird schmerzlich zurückgerudert. Kursrückgänge von 20 % in ein paar Handelsstunden für den Rüstungs-Star, für SpaceX immerhin 30 % Abschlag vom Höchstniveau. Doch es gibt weitere heiße Kandidaten für eine engere Betrachtung: OHB mit einer tiefen Kapitalerhöhung und TKMS schnappt sich einen großen Marineauftrag. Alles kursbewegend – wir rechnen nach!

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF , OHB SE O.N. | DE0005936124 , SPACE EXPLORATION TECHNOLOGIES CORP | US84615Q1031 | NASDAQ: SPCX , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , TKMS AG & CO KGAA | DE000TKMS001

Inhaltsverzeichnis:


    SpaceX -Ein leuchtendes Börsendebüt für Elon Musk

    Kurs-Kapriolen sind derzeit an der Tagesordnung. So konnte SpaceX nach erfolgreicher Platzierung von 555 Mio. Aktien zu 135 USD in den ersten drei Tagen nochmals 60 % auf rund 218 USD zulegen. Die Marktkapitalisierung erreichte erstaunliche 2,83 Bill. USD. Damit hatte Elon Musk im ersten Anlauf die 50 Jahre alte Microsoft im Wert überflügelt. Dann war erst mal Schluss, aktuell ist der visionäre Blockbuster-Titel wieder zu 150 USD im Angebot. Spannend sind allerdings folgende Ereignisse zum Börsenstart: Gleich am zweiten Tag der Notiz schob Elon Musk eine 25 Mrd. USD schwere Anleiheemission hinterher und erhöhte den Kassenstand auf über 100 Mrd. USD. xAI wurde vollständig integriert, damit fokussiert sich der Konzern nun massiv auf künstliche Intelligenz und Rechenzentrums-Infrastruktur. Das Management hat darüber hinaus Pläne dargelegt, mit der Satelliten-Technologie von Starlink eigene Mobilfunktarife in den USA anzubieten und so zum direkten Konkurrenten für klassische Netzbetreiber zu werden. SpaceX hatte ⁠in 2025 für sein Starlink-Satelliten-Netzwerk Funkfrequenzlizenzen vom Telekonzern EchoStar ⁠für rund 19,6 Mrd. USD erworben. Damit wäre der Raumfahrt- und KI-Konzern in der Lage, rasch einen leistungsstarken und ⁠erschwinglichen Direktdienst für Mobilfunkgeräte aufzubauen. Was das alles zusammen wert sein könnte – wer weiß das schon? Erste Analysten auf der Plattform LSEG taxieren das 12-Monatskursziel für SpaceX im Schnitt auf 255 USD – also 3,3 Billionen USD Börsenwert. Na dann!

    OHB – Nach dem Kurssturz nun die Kapitalerhöhung

    In Deutschland haben Investoren derzeit die „Micro SpaceX“ OHB aus Bremen im Visier. Mit 6,5 Mrd. EUR Marktkapitalisierung ist der europäische Raumfahrt- und Satelliten-Spezialist zwar 240-mal kleiner als Elon Musks Wunderwerk, immerhin ist das Unternehmen aber bereits profitabel. Im Zuge der SpaceX-Euphorie schoss der Aktienkurs im Mai auf 688 EUR nach oben. In der letzten Woche wurde dann eine Kapitalerhöhung bekannt und drückte den Kurs mit vorangegangenen Gerüchten in nur 4 Wochen um 60 % nach unten. Mit der bekannt gemachten Bezugsrechts-Kapitalerhöhung will das Unternehmen nun bis zu 500 Mio. EUR einnehmen. Der Bezugspreis der neuen Aktien liegt bei 300 EUR, vorgesehen sind bis zu 1,7 Millionen neue Aktien. Das Bezugsangebot im Verhältnis 45:4 läuft noch bis 8. Juli, ein Teil der neuen Aktien stammt aus der Kapitalerhöhung, ein weiterer Teil aus dem Bestand des Großaktionärs KKR. Der US-Investor will dabei bis zu 1,228 Mio. Aktien abgeben und reduziert seinen Anteil nach der Transaktion auf etwas mehr als 20 %. Gründerfamilie Fuchs bleibt dagegen Mehrheitsaktionär und will ihre Kontrolle weiterhin behalten. Nach allen Maßnahmen steigt der Freefloat von 8 auf ca. 26 %. Der Preis fiel in einem schwachen Marktumfeld am Freitag auf Kurse um 270 EUR. Nun hat OHB eine volle Kasse, zuletzt aufgesprungene Aktionäre hatten allerdings etwas Pech mit dem Timing. So ist Börse – sie gibt und nimmt!

    TKMS – Da hat Rheinmetall wohl mit Zitronen gehandelt

    Noch eine Kurzmeldung zur thyssenkrupp-Beteiligung TKMS. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass das Verteidigungsministerium das große Fregattenprojekt F126 zusammen mit Rheinmetall stoppt und stattdessen kleinere Fregatten vom Typ MEKO A-200 DEU bei TKMS ordern möchte. Der Einzelpreis der deutlich kleineren Fregatte liegt mit 1,6 Mrd. EUR nur bei etwa der Hälfte der Großfregatte F126. Der aktuelle Plan sieht zunächst vier Schiffe vor, mit einer Option auf vier weitere. TKMS nennt als Ziel für die erste Auslieferung das Jahr 2029. Der ursprüngliche Generalunternehmer, die niederländische Damen-Werft, geriet in erhebliche Finanzierungs- und Zeitprobleme, unter anderem ausgelöst durch IT-Schwierigkeiten bei der Konstruktionssoftware. Bis zum offiziellen Stopp wurden bereits rund 2,3 Mrd. EUR an Steuergelder in das Projekt investiert, Rheinmetall geht mit der kürzliche übernommenen Werft NVL als alternativer Generalunternehmer leer aus. Der verlorene Auftrag hat ein geschätztes Volumen von rund 12 Mrd. EUR. Analysten bewerten das Aus als schweren Rückschlag für die ambitionierten Umsatzziele von Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Konklusiv verlor der Düsseldorfer Konzern über 20 % im Kurs auf rund 940 EUR, hingegen feierten TKMS-Aktionäre kurzfristig knapp 20 % Aufwertung. Dieser Aufschlag reduzierte sich zum Ende der Woche aber wieder gegen Null. Wie gewonnen so zerronnen!

    Desert Gold – Mit Vollgas Richtung Produktion in West-Afrika

    Das Gegenteil von einem Flop liefert Desert Gold. Der Gold-Developer hebt sich im westafrikanischen Goldsektor deutlich von den klassischen Explorationsunternehmen ab, da der operative Fokus mittlerweile klar auf dem bevorstehenden Produktionsstart liegt. Das Haupt-Projekt SMSZ erstreckt sich über rund 440 Quadratkilometer entlang der geologisch bedeutsamen Senegal-Mali-Scherzone und grenzt unmittelbar an aktive Förderstandorte etablierter Konzerne wie Barrick Mining und B2Gold. Mali bietet als Jurisdiktion trotz politischer Herausforderungen einen etablierten Bergbaurahmen mit langjähriger Produktionshistorie, was die Genehmigungsprozesse für lokale Minenprojekte tendenziell beschleunigt. Trotz bereits nachgewiesener Ressourcen wurde bislang nur ein Bruchteil des Landpakets systematisch exploriert, was erhebliches Erweiterungspotenzial für künftige Reserven-Erhöhungen offenlässt.

    Auf dem Teilprojekt Barani East sind die infrastrukturellen Vorbereitungen für das Betriebsgelände weit fortgeschritten: Flächen für Anlagen, Lager und Werkstätten wurden bereits erschlossen, nun liegt der Fokus auf der modularen Verarbeitungseinheit. CEO Jared Scharf kommentiert die Fortschritte: „Die Vorbereitungen am Standort Barani East schreiten gut voran. Die Anlieferung des technischen Geräts vom Hafen in Dakar bis zum Standort erwarten wir für Ende Juni 2026, vorbehaltlich der üblichen Logistik- und Zollabfertigung.“

    IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit CEO Jared Scharf über den fortschreitenden Minenaufbau in Mali und den Chancen in der Elfenbeinküste.

    https://youtu.be/dd2rbdGuZDo

    Für die Inbetriebnahme werden wenige Wochen kalkuliert, dann geht es los! Die auf 200 bis 240 Tonnen Tageskapazität ausgelegte Anlage lässt sich modular erweitern, wodurch der initiale Kapitalbedarf begrenzt bleibt und operative Flexibilität bei der Einbindung weiterer Lagerstätten gewährleistet wird. Somit können die Erkundungen auf anderen Teilflächen fortgesetzt werden. Auch dort dürfte genug mineralisiertes Oberflächenmaterial für gefunden werden. Doch Desert Gold besitzt auch Claims in der benachbarten Elfenbeinküste, welche sich zunehmend zu einem attraktiven Explorationsstandort mit verbesserter Infrastruktur und wachsendem Investoreninteresse entwickelt. Die Arbeiten dort werden intensiviert, wenn in Mali erster Cashflow produziert wird.

    Für Investoren ist wichtig: Wegen der Eigenfinanzierungsmöglichkeiten in Sichtweite, sollte es keine weitere Verwässerung der Aktionäre mehr geben. Bei rund 360 Mio. ausstehenden Aktien errechnen sich aus der vorliegenden PEA bei Goldpreisen jenseits der 4.000 USD-Marke Nettobarwerte von über 150 Mio. USD, die Marktkapitalisierung liegt aktuell jedoch lediglich bei rund 24 Mio. USD. Analysten von GBC Research sehen erhebliches Aufwärtspotenzial und taxierten das Kursziel jüngst auf 0,93 CAD – gut 8-mal höher als des aktuelle Handelsniveau von etwa 0,11 CAD. Die gegenwärtige Volatilität des Goldpreises schafft gute Möglichkeiten zum Einsammeln!

    Im 12-Monats-Rückblick können Desert Gold wie auch TKMS zweistellige Gewinne verbuchen. Shooting-Star OHB konnte über 130 % zulegen, während Rheinmetall fast 40 % abbaut. Quelle: LSEG Refinitiv vom 26.06.2026

    Die Sommer-Rotation nimmt an der Börse immer mehr Form an. Während der HighTech-Sektor nur noch von den Chipwerten getragen wird, bauen KI- und IT-Technologie sukzessive ab. Der Rohstoffsektor und insbesondere kritische Metalle und Edelmetalle bleiben im Brennpunkt. So dürfte Desert Gold nach Produktionsbeginn im Sommer richtig durchstarten. SpaceX hingegen sollte sich den fundamentalen Realitäten annähern und hat damit beachtlichen Abwertungsbedarf. Im Rüstungs-Sektor ist die Party wohl erst mal vorbei.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Antimony Resources Corp.

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