20.03.2026 | 05:08
Goldpreis: Rücksetzer bietet Investoren Chancen bei Pan American Silver, Kobo Resources und Agnico Eagle Mines
Gold musste im Zuge des US-Kriegs am Golf einen Rücksetzer unter die Marke von 5.000 USD hinnehmen. Dennoch bewegt sich der Preis des Edelmetalls weiter auf hohem Niveau und deutlich über den Kosten der Produzenten. Analysten rechnen weiterhin mit Preisen über 5.000 USD im Laufe des Jahres. Der Trend zum Debasement, also die Flucht aus dem Dollarraum, sollte sich ohnehin in den kommenden Jahren fortsetzen. Dies bietet Chancen für Anleger auf Goldaktien zu setzen, die derzeit wieder unter den Rekordkursen der vergangenen Wochen notieren.
Lesezeit: ca. 6 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
AGNICO EAGLE MINES LTD. | CA0084741085 , KOBO RESOURCES INC | CA49990B1040 , PAN AMER. SILVER CORP. | CA6979001089
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Goldpreis gibt nach
Der Goldpreis hat seit Kriegsbeginn am Persischen Golf einen Teil seiner Gewinne seit Jahresbeginn eingebüßt. Dies ist vor allem auf einen stärkeren Dollar zurückzuführen. Der Greenback hat von Repatriierungen der US-Investoren profitiert. Für alle anderen außerhalb des Dollar-Raums bleibt Gold die erste Wahl als sicherer Hafen. Zum einen setzt sich der Trend zur De-Dollarisierung in vielen Ländern strukturell fort, zum anderen will sich kaum noch jemand von Washington erpressen lassen, wenn es hart auf hart kommt. Dass Präsident Trump keine Rücksicht auf Freund und Feind nimmt, hat er im Laufe des nun dreiwöchigen Kriegsgeschehens eindrücklich unter Beweis gestellt.
Hinzu kommt, dass es nun offen ist, ob die Federal Reserve auf einen Zinssenkungskurs einschlägt. Auf seiner jüngsten Sitzung hat Fed-Chef Powell dies in Frage gestellt. Bekannt ist aber, dass Donald Trump unbedingt niedrigere Zinsen und einen (wieder) niedrigen Ölpreis möchte. Zumindest Ersteres dürfte er von seinem Wunschkandidaten Kevin Warsh erwarten, der im Mai den Posten des Fed-Präsidenten übernehmen soll. Allerdings muss seine Nominierung noch vom Kongress genehmigt werden. Zudem könnten die Kriegsauswirkungen schon bald zu einem verstärkten Quantitative Easing der Notenbank führen. Auch die ohnehin immer mehr lahmende US-Wirtschaft ist von hohen Energiepreisen betroffen. Hinzu kommen die Lieferketten-Probleme bei Düngemitteln und Helium, dass beispielsweise von der Chip-Industrie benötigt wird.
Rücksetzer bei Gold als Chance
Anleger sollten den Rücksetzer beim Goldpreis unter die Marke von 5.000 USD als Chance begreifen, um auf niedrigerem Niveau in attraktive Aktien einsteigen zu können. Denn die Produzenten fahren weiterhin hohe Gewinnmargen und Cashflows ein. Auch wenn die steigenden Energiepreise die Kosten um 100 bis 200 USD je Unze steigern dürften, wie Analysten schätzen, notiert Gold auch im laufenden Q1 merklich über dem Niveau des Vorquartals. Der Zugewinn beim Goldpreis macht bisher die gestiegenen Kosten wett. Dementsprechend dürften die Produzenten weiter hohe Gewinnmargen einfahren und für dieses Quartal neue Rekordergebnisse melden.
Agnico Eagle Mines: Der Kostenkönig!
Zu den Top-Werten im Sektor zählt bereits seit Jahren Agnico Eagle Mines. Die Kanadier sind dank geschickter Übernahmen wie jene von Kirkland Lake deutlich aufgestiegen und haben 2025 erstmals Barrick Mining als zweitgrößten Goldproduzenten der Welt abgelöst. Nur noch Newmont rangiert von dem Unternehmen aus Toronto. Das Management gilt als das Beste im Goldsektor und hat die Kosten im Griff. Dies zeigen auch die Zahlen zum vierten Quartal 2025. So hat Agnico Eagle Mines erneut Höchstwerte erreicht. Der Free Cashflow stieg auf einen neuen Rekordwert von rund 4,4 Mrd. USD. Je Aktie fuhr man einen Gewinn von 8,76 USD ein. Beim Nettogewinn erreichte der Konzern mit 4,5 Mrd. USD ebenfalls einen neuen Bestwert; er lag mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Bei der Produktion gelang mit einer Förderung in Höhe von 3,45 Mio. Unzen Gold der Sprung auf Branchenplatz zwei. Dabei profitierte Agnico natürlich auch vom gestiegenen Goldpreis. So wurde 2025 ein durchschnittlicher Verkaufspreis von 3.454 US-Dollar pro Unze erzielt, fast 1.100 USD mehr als im Jahr davor. Im Q4 wurde mit einem realisierten Verkaufspreis von 4.162 US-Dollar je Unze ein absoluter Bestwert eingefahren. Beeindruckend sind auch die niedrigen Kosten: Agnico musste im Q4 lediglich 1.564 US-Dollar je Unze (AISC) aufwenden.
Das Geheimnis des Erfolgs ist neben dem Management vor allem das Portfolio an Minen. So setzt Agnico Eagle Mines auf sichere Jurisdiktionen wie Kanada, Finnland, Australien, und Mexiko. Das erklärt auch die schon seit Jahren hohe Bewertung des Unternehmens im Vergleich zur Konkurrenz: Qualität hat halt seinen Preis. Dafür werden die Anleger mit einer sukzessive steigenden Dividende belohnt. Das Management kündigte zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm an. Klar ist aber auch: Wer so viel Cash einfährt, schaut nach Übernahmen. Das Management bestätigte bereits, dass man auf Einkaufstour gehen werde.
Kobo Resources: Der Wachstumswert aus Westafrika
Neben etablierten Goldproduzenten sollten Anleger ihr Portfolio im Goldbereich auch mit Junior Explorationsfirmen diversifizieren. Sie bieten naturgemäß die höchsten Chancen, kommen aber entsprechend mit höheren Risiken daher. Daher gilt es junge Unternehmen zu finden, die auf aussichtsreichen Projekten sitzen. Dazu zählt auch Kobo Resources. Das Unternehmen hat sich eine starke Position in der Elfenbeinküste aufgebaut. Das Land gilt als einer der besten Standorte Afrikas, um Goldvorkommen zu entdecken und überzeugt mit einer hohen politischen Stabilität – im Gegensatz zu Nachbarn wie Mali oder Burkina Faso.
Das Hauptprojekt von Kobo Resources ist das vollständig unternehmenseigene Kossou Goldprojekt. Es gilt als eine der spannendsten Neuentdeckungen in der Region. Denn zum einen liegt es nur rund 20 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Yamoussoukro. Zum anderen profitiert es von der bestehenden Infrastruktur mit Straßen, Wasser und Energie, da es unweit des Kossou-Staudamms liegt. Dieser liefert eine stabile Strom- und Wasserversorgung. Nicht zuletzt: Das Kossou-Projekt befindet sich in direkter Nachbarschaft zu der Yaouré-Goldmine des australischen Goldproduzenten Perseus Mining. Der war schon in der Vergangenheit mit zahlreichen Übernahmen in Afrika aufgefallen.
Kobo Resources Liegenschaft umfasst rund 147 km² und befindet sich vollständig im berühmten Birimian-Grünsteingürtel. Auf dem Areal wurde bereits eine starke geochemische Bodenanomalie identifiziert, die sich über eine Länge von etwa neun Kilometern erstreckt. Dementsprechend scheint großes Potenzial zu bestehen, dass durch die bereits getätigten Bohrungen auch bestätigt wird. So zeigte das 20.000 Meter umfassende Bohrprogramm aus dem vergangenen Jahr hohe Goldgrade, die bereits an der Oberfläche beginnen. So kam beispielsweise Bohrloch KTR030a auf 6,42 Gramm Gold über eine Länge von 28 Metern. Ein Teilabschnitt von 5 Metern wies sogar 18,04 Gramm Gold auf. Noch im laufenden ersten Quartal will das Unternehmen eine Ressourcenstudie vorlegen.
Neben den hohen Goldgraden aber überzeugt auch die Struktur des Unternehmens. Kobo Resources ging erst vor drei Jahren per RTO an die Börse in Toronto. Die Insider und das Management halten noch immer 49,3 % der Aktien. Daneben ist auch der bekannte Schweizer Investor Gold2000 eingestiegen, dem 5,4 % der Anteile gehören. Zuletzt sammelte das Unternehmen zudem noch knapp 290.000 CAD über eine Finanzierung bei der Bohrfirma Rockstone Drilling ein, die auch die Bohrarbeiten unterstützt. Aktuell kommt Kobo Resources auf einen Börsenwert von rund 38 Mio. CAD. Mit der Vorlage der neuen Ressource könnte eine Neubewertung des Unternehmens anstehen. Die Analysten von Hallgarten scheinen von Kobo Resources überzeugt zu sein. In einer ausführlichen Studie gaben sie Ende Februar ein 12-Monats-Kursziel von 0,85 CAD für die Aktie aus. Damit hätte der Wert das Potenzial für mehr als eine Verdopplung.
Pan American Silver: Silber und Gold in einer Aktie
- Auch der Silberpreis musste zuletzt Federn lassen. Dabei ist die strukturelle Lage weiterhin mehr als schwierig. So befindet sich der Markt bereits seit fünf Jahren im Angebotsdefizit, wie die Daten des Silver Institutes zeigen. Fakt ist auch: Silber ist nicht nur ein Anlagemetall, sondern auch ein Industriemetall. Aufgrund der hohen Leitfähigkeit kommt es vor allem in der Solarindustrie (Solarpaste) und bei Batterien zum Einsatz. Doch auch der Krieg spielt eine Rolle. Die Tomahawk-Rakete der US-Amerikaner kommt auf 0,5 bis 1 Kilogramm Silber.
Wer auf Silber (und Gold) setzen will, kommt an Pan American Silver nicht vorbei. Die Kanadier haben in den vergangenen Jahren ihr Portfolio massiv ausgebaut und sind heute einer der größten Silberproduzenten der Welt. Für das abgelaufene vierte Quartal meldete das Unternehmen mit 1,11 USD Gewinn je Aktie deutlich mehr als der Markt erwartet hatte. Für 2025 standen 2,54 USD zu Buche. Die hohen Silber- und Goldpreise machten sich auch beim Free Cashflow bemerkbar, der 2025 auf 1,33 Mrd. USD stieg. Pan American Silver will diese Jahr 25 bis 27 Mio. Unzen Silber fördern und bei den Kosten unter 19 USD je Unze bleiben (AISC). Dazu sollen dann noch 750.000 Unzen Gold kommen. Das Unternehmen verfügt per Jahresende über einen Cashbestand von satten 1,3 Mrd. USD. Daher wird in der Branche schon gemunkelt, dass Pan American Silver auf Einkaufstour gehen könnte. Das Geld reicht aber auch noch, um für das Q4 eine Quartalsdividende von 0,18 USD (+29 %) zu zahlen und ein neues Aktienrückkaufprogramm aufzulegen.
Fazit: Mit Agnico Eagle können Anleger auf eines der Schwergewichte der Branche setzen. Gutes Kostenmanagement verbindet sich hier mit Minen in sicheren Jurisdiktionen. Kobo Resources ist ein Wachstumswert, der langfristig hohes Potenzial bietet. Kurzfristig dürfte die erste Ressourcenstudie für Bewegung in der Aktie sorgen. Nicht zuletzt können Anleger mit Pan American Silver auf Silber und Gold setzen. Wichtig ist: Ein ausgewogenes Portfolio im Goldsektor reicht von cashflow-starken Produzenten bis zu wachstumsstarken Explorern.
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