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07.05.2026 | 04:41

Profiteure der Geopolitik: Kinross Gold, Standard Uranium und Lynas Rare Earths!

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  • Lynas Rare Earths
Bildquelle: AI

Der Konflikt am Persischen Golf hat viele geopolitische Themen verdrängt, aber auch einige Problemfelder zu Tage gefördert. Klar ist: Die Welt baut neue Lieferketten auf, insbesondere der Westen. Lynas Rare Earths sitzt dabei in einer Pole Position bei Seltenen Erden als größter Produzent außerhalb Chinas. Standard Uranium kann wiederum vom Boom der Energie-Nachfrage profitieren und dem Schwenk vieler Länder zurück zur Nuklearenergie. Nicht zuletzt meiden immer mehr Länder und Notenbanken den Dollar. Wer will sich schon von Washington erpressen lassen? Dementsprechend befinden sich Goldproduzenten wie Kinross Gold in einem Sweet Spot, wie auch die jüngsten Quartalszahlen zeigen.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: STANDARD URANIUM LTD. | CA85422Q8487 | TSXV: STND , OTCQB: STTDF , KINROSS GOLD CORP. | CA4969024047 , LYNAS CORP. LTD | AU000000LYC6

Inhaltsverzeichnis:


    Kinross Gold: Die Cash-Maschine

    Kinross Gold entstand 1993 durch den Zusammenschluss von drei Firmen (Plexus Resources Corporation, CMP Resources Ltd. und 1021105 Ontario Corp.). Das Ziel war es, unterkapitalisierte Bergbauprojekte zu bündeln und gemeinsam profitabler zu werden. Nach mehr als drei Jahrzehnten kann man dies getrost als gelungen bezeichnen. Das Unternehmen betreibt mehrere Goldminen in Brasilien, Chile und den USA. Zudem hat man mit der Tasiast-Mine in Mauretanien eine richtige Cash-Cow im Portfolio. Die riesige Lagerstätte verfügt über eine Verarbeitungsanlage mit einem Durchsatz von 24.000 Tonnen Erz pro Tag! 2025 wurden hier mehr als 600.000 Unzen abgebaut, Tasiast überzeugt zudem durch die niedrigsten Kosten im Konzern.
    Kinross Gold hat Ende April starke Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Das Unternehmen aus Toronto steigerte seinen Umsatz massiv auf 2,41 Mrd. USD, im Vorjahr waren es lediglich 1,5 Mrd. USD. Der Gewinn je Aktie wurde auf 0,71 USD mehr als verdoppelt. Besonderes Highlight: Der Free Cashflow des Unternehmens stieg auf einen Rekordwert von rund 840 Mio. USD. Dies ist das vierte Quartal in Folge mit einem starken Cashflow, was die solide Kassenlage unterstreicht. So liegen die langfristigen Schulden bei 738 Mio. USD, während man 2,2 Mrd. USD an Cash besitzt. Vor drei Jahren waren die Schulden noch etwa dreimal so hoch.
    Kinross ist in einer starken Finanzposition, um bestehende Minen auszubauen und zu modernisieren. Zudem hat man mit Great Bear in Kanada ein erstklassiges Projekt, das als einer der künftigen Eckpfeiler des Unternehmens gilt. Mit Lobo-Marte in Chile (im Genehmigungsprozess) und Curlew in den USA verfügt man zudem über zwei weitere Projekte, die für die Zukunft des Konzerns stehen und Wachstumschancen darstellen.
    Die Aktie von Kinross hatte sich binnen dreier Jahre in der Spitze versiebenfacht. Aktuell notiert der Wert aber etwa 30 % unter dem Top. Auch die guten Quartalszahlen konnten gegen das aktuell schwierige Börsenumfeld nicht helfen. Daher sehen wir derzeit hier vor allem eine Chance für langfristig orientierte Anleger, Stücke auf niedrigerem Niveau einzusammeln. Dabei sollte der Goldpreis eine wichtige Rolle spielen: Die Deutsche Bank hatte jüngst in einer Studie einen Preis von 8.000 USD je Unze ausgerufen, für den Fall, dass die Welt sich weiter aus dem Dollar zurückzieht. Die aktuellen Kursziele der Analysten für die Aktie liegen etwa 30 % und 40 % über dem aktuellen Kurs. Gelobt wird die starke Bilanz und die Kostendisziplin des Managements.

    Standard Uranium: Der Vorarbeiter der Atom-Industrie

    Die Welt will wieder mehr Atomkraftwerke bauen. Allein in China befinden sich mehrere Dutzend im Bau. Auch Länder wie die USA haben die Kraft des Atoms wieder für sich entdeckt. Hier ist es vor allem der KI-Boom, der einen Ausbau der Energieinfrastruktur notwendig macht. Dementsprechend hat sich die Lage auch beim Rohstoff Uran in den vergangenen Jahren drastisch verändert. Nach einer langen Phase niedrigerer Preise mit einem Tief im Mai 2021 bei rund 30 USD pro Pfund kam in den Folgejahren der Wendepunkt. Als ein Startsignal gilt der Markteintritt des Sprott Physical Uranium Trust, der physisches Uran vom Markt aufkaufte. Die Neubewertung der Kernkraft als CO₂-arme Grundlastquelle und die Versorgungsängste mit dem Beginn des Ukraine-Kriegs schoben den Preis kurzzeitig sogar auf mehr als 100 USD. Aktuell liegt er etwa 15 % darunter, doch die Nachfrage sollte in den kommenden Jahren weiter steigen. Ein Vorteil für nordamerikanische Firmen ist der Beschluss der USA, Uranimporte aus Russland auf Null herunterzufahren. Vor dem Ukraine-Krieg machten diese rund 16 % aller Importe aus.
    Standard Uranium ist einer der Profiteure dieses neuen Booms. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren Dutzende Projekte im berühmten Athabasca-Becken in der kanadischen Provinz Saskatchewan gesichert. Man sieht sich als Projekt-Generator, der die Grundlagenarbeit erledigt und aussichtreiche Liegenschaften dann an Partner weitergibt, die das Explorationsrisiko und die Kosten tragen. Doch 2026 könnte ein Wendepunkt für das Unternehmen sein. Denn Standard Uranium investiert nun massiv selbst in zwei Projekte.
    Im Vordergrund steht dabei das Flaggschiff-Projekt Davidson River. Es befindet sich strategisch in der Nähe von Weltklasse-Vorkommen wie Arrow von NexGen und Triple R von Fission Uranium, ist aber noch unterexploriert. Das soll sich mit einem umfangreichen Bohrprogramm in diesem Frühling/Sommer ändern. Das Unternehmen plant 8.000 bis 10.000 Meter Diamantbohrungen. Dabei werden zwei Bohrgeräte gleichzeitig eingesetzt. Dank einer Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr sind die Arbeiten bereits finanziert. Vorbereitend wurden 2025 KI-gestützte 3D-Modelle entwickelt, um präzise Zielgebiete entlang der vier Hauptkorridore zu identifizieren.
    Standard Uranium meldete zudem jüngst positive Nachrichten vom Corvo-Projekt im östlichen Athabasca-Becken. Dieses wird zusammen mit dem Partner Aventis Energy entwickelt, der sich verpflichtet hat, über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt 6 Mio. CAD in die Exploration zu investieren. Corvo hat bereits hochgradige Ergebnisse geliefert und zeigt das Potenzial des Geschäftsmodells von Standard Uranium. Denn: Hier bezahlt der Partner die Exploration, während Standard Uranium bei Erfolgen vom Upside profitiert.
    Das Unternehmen kommt derzeit auf einen Börsenwert von rund 13 Mio. CAD. Gute Bohrergebnisse vom Flaggschiff-Projekt Davidson sowie Partnerschaften wie auf Corvo könnten die Aktie aus ihrer langjährigen Seitwärtsbewegung nach oben treiben. Die 200-Tage-Linie befindet sich bei 0,11 CAD. Gelingt hier ein Ausbruch könnte es schnell zum Mehrjahres-Widerstand bei 0,15 CAD gehen. Die Aktie des Explorers ist etwas für risikobewusste Investoren, die auf einen Ausbruch setzen wollen.

    Lynas Rare Earths: In der Pole Position

    Lange Jahre war Lynas Rare Earths der einzige westliche Produzent von Seltenen Erden. Die Australier verfügen mit Mt Weld über ein Vorkommen in ihrer Heimat, wobei die Seltenen Erden in Malaysia verarbeitet werden. Den Rest des Marktes kontrolliert weitgehend China, sowohl hinsichtlich des Abbaus als auch der Verarbeitung. Da insbesondere schwere Seltene Erden bei vielen Militäranwendungen unersetzlich sind, hat sich die Situation am Markt drastisch geändert. Vor allem die USA wollen unabhängig von Beijing werden. Dementsprechend profitiert vor allem Lynas hiervon.
    Das gerade abgelaufene März-Quartal (Q3 des Geschäftsjahres 2026) war für Lynas Rare Earths eines der stärksten seiner Unternehmensgeschichte. Vor allem die hohe Nachfrage und die gestiegenen Preise machten sich in der Bilanz bemerkbar. So fuhr Lynas einen Bruttoumsatz von 265 Mio. AUD ein, was mehr als einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Der durchschnittliche Verkaufspreis für alle Produkte lag bei 84,60 AUD/kg. Besonders wichtig: Der Preis für NdPr (Neodym-Praseodym) stieg im Vergleich zum Vorquartal um 25 %. Lynas verfügte per Quartalsende über liquide Mittel von etwa 1,07 Mrd. AUD, was die finanzielle Basis für das künftige Wachstum darstellt. Bereits im März gelang es, erstmals Samarium-Oxid zu produzieren. Doch es wurden auch wichtige strategische Schritte getan. So konnte die Betriebslizenz für die Verarbeitungsanlage in Malaysia um 10 Jahre verlängert werden. Zudem verlängerte man das Abkommen mit dem japanischen Partner Jare um 12 Jahre. Es sichert Lynas eine Abnahme von 5.000 Tonnen NdPr pro Jahr zu einem Mindestpreis von 110 USD/kg. Zudem konnten Absichtserklärungen mit den USA geschlossen werden. Die US-Industrie leidet besonders unter der Dominanz Chinas am Markt. Derzeit weiß niemand, ob die Chinesen im Angesicht des Kriegs am Persischen Golf überhaupt noch liefern.
    Als größter westlicher Produzent von Seltenen Erden ist Lynas Rare Earths der größte Profiteur vom Drang der USA nach dem Aufbau westlicher, von China unabhängiger Lieferketten. Die Aktie hat sich seit Anfang 2024 mehr als vervierfacht und notiert derzeit nur knapp unter dem Zehnjahreshoch. Das Geschäftsmodell ist durch die Vereinbarung von Mindestpreisen gut abgesichert. Die Konkurrenz ist zudem gering, da viele neue Projekte erst in den kommenden Jahren – falls überhaupt - in Produktion kommen sollen. Wer von einem dauerhaften geopolitischen Konflikt zwischen den USA und China ausgeht, sollte die Aktie von Lynas in Betracht ziehen.


    Fazit: Mit Kinross Gold setzen Anleger auf einen starken Produzenten. Der Goldpreis sollte auch in den kommenden Jahren von einer De-Dollarisierung der Welt profitieren. Standard Uranium ist ein aussichtsreicher Explorer und Projekt-Generator in Kanada. Mit dem neuen Bohrprogramm auf dem Flaggschiff-Projekt könnte die Aktie die jahrelange Seitwärtsphase beenden und ausbrechen. Lynas Rare Earths ist in einer starken Position, um vom Aufbau westlicher Lieferketten für Seltene Erden zu profitieren. Vereinbarungen mit Mindestpreisen sichern hier die Gewinne für viele Jahre.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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