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01.03.2023 | 04:44

GreenTech im Fokus: BASF, Meta Materials, Nordex, JinkoSolar – Jetzt in die Klimawende 2.0 investieren!

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Bildquelle: pixabay.com

In der täglichen Presse beschäftigen uns neben den schrecklichen Bildern aus der Ukraine auch die ungelösten Fragen zur Energiewirtschaft der Zukunft. Dass der Weg über Innovationen sowie erneuerbare Energien führt, ist beschlossene Sache, das zugrunde liegende Tempo wird aber für eine schnelle Kehrtwende nicht ausreichen. Die Abkehr vom Verbrennungsmotor ist ebenso zu diskutieren wie eine Verdammung der Kernenergie. Findige Forscher machen sich daher ganz neue Gedanken über Technologiekonzepte, welche weite Bereiche des Lebens verändern werden. Die Umsetzung der Lösungen wird aber viel Geld kosten und sie benötigt knappe Rohstoffe. Was sollten Anleger derzeit im Fokus haben?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Meta Materials Inc. | US59134N1046 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111

Inhaltsverzeichnis:


    Nordex und JinkoSolar– Voll auf der grünen Welle

    Zwei bekannte Vertreter des Sektors „Alternative Energien“ sind der Windkraftanlagenbauer Nordex und der Solarpanel-Experte JinkoSolar. Während Nordex nach einigen Gewinnwarnungen und trotz steiler Erholungs-Rally auf 12-Monatssicht immer noch 4% im Minus liegt, hat JinkoSolar nach einer Berg- und Talfahrt seit Mitte 2022 zwar 40% verloren, kann aber wegen der herausragenden Auftragslage noch ein Kursplus von 11% vorweisen.

    Nach Kursverdoppelung seit Oktober 2022 stehen die Zeichen bei Nordex derzeit auf Konsolidierung. Mit einem neuen 80 MW Neuauftrag aus dem Baltikum gehen die Aufträge aber weiterhin durch die Decke. Jüngst haben die Hamburger die Serienfertigung einer neuen 6 MW-starken Turbine des Typs N163/6.X gestartet. Die Nachfrage für die neue Turbine ist EU-weit sehr groß. In den Niederlanden, Finnland, Estland, Deutschland und der Türkei ist man an den neuen Turbinen interessiert. In diesen Ländern gibt es einige schwächere Windstandorte und begrenzte Ausbauflächen sowie teilweise begrenzte Netzkapazitäten, die eine Turbine mit einer flexibel konfigurierbaren Leistung im 6-MW-Bereich benötigen. Im aktuellen Umfeld sollte sich der Kurs der Nordex-Aktie technisch im Bereich 13 bis 15 EUR halten können. Ein Gewinn auf Konzern-Ebene wird erst für das Jahr 2024 erwartet.

    Bei JinkoSolar zeigt sich die Auftragslage überzeugend. Jüngst konnte eine 300 MW-Anlage in Saudi-Arabien in trockene Tücher gebracht werden. Ein gutes Zeichen ist, dass der Golfstaat neben seinen üppigen Öl- und Gasreserven auch den Ausbau von regenerativen Energien vorantreibt. Einzig Goldman Sachs bemängelt die niedrige Marge des chinesischen Panel-Herstellers, denn auf Holding-Ebene verdoppelte man im letzten Quartal zwar den Umsatz und erzielte durch Einnahmen aus Subventionen einen kleinen Gewinn, alles jedoch mit geringer Marge. Das Rating lautet daher auf „Sell“ mit Kursziel 41 USD, aktuell notiert das Papier bei 53,2 USD. JinkoSolar könnte nach einer 15%-Konsolidierung wieder zum Einstieg locken.

    Meta Materials – Spannung vor den Jahreszahlen

    Für die Veredelung von Oberflächen und der Schaffung spezieller, umwelt-technologischer Eigenschaften braucht es neue patentierte Verfahren. Denn zur Energieeinsparung ist es nötig, industrielle Prozesse zu optimieren und Wirkungsgrade zu steigern, gerade im Hinblick auf Verbrauchswerte und Klimafreundlichkeit. Bei dem kanadischen Unternehmen Meta® Materials dreht sich alles um Hightech-Anwendungen im Bereich Oberflächenbeschichtung auf Glas, Baukörper und sonstigen Gestaltungselementen. Zum Beispiel entwickelt das Unternehmen sinnvoll verbaute Antennen und Tarnkappen für Rüstungsgüter. Das Produkt metaAIR® beispielsweise schützt Crew und Besatzung eines Flugzeugs vor Blendung und Irritation durch Laserstrahlen, die auf das Cockpit treffen.

    Mit seinen innovativen Entwicklungen steht META®-Materials immer wieder im Fokus der produzierenden Industrie. Gemeint sind Lösungen für 5G-Netzwerke, E-Mobilität, autonomes Fahren und vieles mehr. Jüngst schloss das Unternehmen einen Vertrag im Bereich der Nano-Optik für die Sicherheit von Banknoten mit einer G10-Notenbank. Der Kontrakt hat eine Laufzeit von 10 Jahren und umfasst ein mögliches Umsatzvolumen von 41,5 Mio. USD. Das adressierbare Marktsegment für die gefragten Authentifizierungslösungen für Banknoten und den Markenschutz wird laut Expertenschätzung auf 1,32 Mrd. USD im Jahr 2022 taxiert und kann bis 2026 auf 1,55 Mrd. USD anwachsen.

    "META® entwickelt eine weltweit einzigartige metamaterielle nano-optische Technologie und ein Anti-Fälschungsmerkmal für unseren G10-Zentralbankkunden", sagte George Palikaras, Präsident und CEO. "Wir freuen uns über die Fortschritte bei diesem prestigeträchtigen und wichtigen Vertrag mit Meta Materials, dem größten in der Geschichte der Entwicklung von Sicherheitsmerkmalen für Banknoten. Für 2023 plant META® die weltweite Markteinführung seiner einzigartigen meta-materiellen, nano-optischen Technologie KolourOptik®, welche multi-direktionale Bewegung, 3D-Stereotiefe, hohe Auflösung und mehrere Farben kombiniert." Eine perfekte Technologie, um Banknoten fälschungssicherer zu gestalten. Die Aktie ist zuletzt etwas zurückgekommen, könnte aber mit Blick auf die Veröffentlichung der Jahreszahlen 2022 am 17.März wiedermal positiv überraschen.

    Meta Materials ist nach der außerordentlichen Performance hinter die internationale Vergleichsgruppe zurückgefallen und verspricht nun viel Potenzial. Quelle: Refinitiv Eikon: 27.02.2023

    BASF – Fehlstart nach Gewinnwarnung

    Nach den enttäuschenden Zahlen für 2022 und einem verhaltenen Ausblick wird erwartet, dass die Rosskur für BASF doch größer ausfallen wird als von vielen Experten vermutet. CEO Dr. Martin Brudermüller will am größten Chemie-Standort Europas wegen der hohen Energiekosten nicht nur eine der beiden Ammoniak-Anlagen schließen, viel wichtiger sind das Aus für die große, moderne TDI-Produktion sowie die Ausdünnung der europäischen Vorproduktstrecken für Polyamid. Alle Maßnahmen treffen den Bereich „Materials“, einen der größten Konzernsektoren.

    Begründet wird das Vorgehen mit den stark gesunkenen Ergebnissen der beiden wesentlichen Kunststoff-relevanten Bereiche „Chemicals“ und „Materials“, die in 2022 zusätzliche Energiekosten von 3,2 Mrd. EUR verkraften mussten. Neue EU-Regularien im Zusammenhang mit der Erreichung der Klima-Neutralität in 2050 dürften auch eine Rolle spielen, gewisse energieträchtige Prozessschritte in das Ausland zu verlagern. BASF möchte in den nächsten 5 Jahren ganze 10 Mrd. EUR in China investieren. Aus Klimasicht ist diese Vorgehensweise ein globales Nullsummenspiel, nur in Deutschland und Europa gehen mit solchen Aktionen wertvolle Arbeitsplätze verloren.
    Zusätzliche 500 Mio. EUR will BASF vom Jahr 2025 an jährlich in zentralen Bereichen außerhalb der Produktion einsparen, davon sind vornehmlich 2.600 Stellen in Deutschland betroffen. Durch Anlagenschließungen und Verlagerungen sollen die Fixkosten zusätzlich um 200 Mio. EUR sinken. Der BASF-Kurs ist nach den Ankündigungen auf ca. 48 EUR abgerutscht. Die Bewertung ist mit einem KGV 2024e von 9,2 zwar niedrig, die kurzfristigen Aussichten begeistern dennoch nicht. Beobachten!

    Für die Erreichung der hochgesteckten Klimaziele der EU sind gewaltige Anstrengungen nötig. Neben staatlichen Investitionen sind hier auch die Fähigkeiten privater Unternehmen gefragt. Nordex und JinkoSolar schwimmen oben auf der grünen Welle und Meta Materials zeigt sich weiterhin sehr innovativ. Beim Chemieriesen BASF stehen wohl noch einige Quartale der Konsolidierung ins Haus.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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