02.09.2026 | 05:00
Gute Nachrichten von Zefiro Methane, Bayer und Disney: Drei interessante Aktien im News-Check
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Zefiro Methane
An der Börse führen viele Wege zum Erfolg. Zefiro Methane profitiert von der Sanierung alter Öl- und Gasquellen in Nordamerika, Bayer arbeitet sich aus dem Schatten der Glyphosatklagen heraus und Disney liefert mit Filmen, Freizeitparks und Streaming wieder Wachstum. Drei völlig unterschiedliche Geschäftsmodelle – aber bei allen drei Aktien hat sich die Nachrichtenlage zuletzt spürbar verbessert. Wir haben uns die Titel näher angeschaut.
Lesezeit: ca. 6 Min.
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Autor:
Lars Winter
ISIN:
ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , DISNEY (WALT) CO. | US2546871060
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Lars Winter
Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.
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Zefiro Methane: Potenzieller Kursverdreifacher
Auf dem nordamerikanischen Kontinent schlummert ein gewaltiges Umweltproblem. Millionen stillgelegte oder verwaiste Öl- und Gasbohrungen wurden nie ordnungsgemäß verschlossen. Aus vielen dieser Quellen entweicht Methan. Das Treibhausgas ist über einen Zeitraum von 20 Jahren betrachtet wesentlich klimaschädlicher als CO₂. Verantwortliche Betreiber existieren häufig nicht mehr, weshalb der Staat einspringen muss.
Genau hier setzt Zefiro Methane an. Über die operative Tochter Plants & Goodwin, kurz P&G, verschließt das Unternehmen alte Bohrlöcher, führt Messungen durch und übernimmt komplette Sanierungsprojekte. Das Besondere: P&G ist bereits seit 1970 in diesem Spezialmarkt tätig und verfügt damit über Erfahrung, Genehmigungen, Personal und Ausrüstung, die sich nicht über Nacht aufbauen lassen.
Dass aus der interessanten Idee inzwischen ein belastbares Geschäft wird, zeigen die Zahlen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 steigerte Zefiro den Umsatz um 36 % auf 33,2 Mio. USD. Der Bruttogewinn hat sich auf 10,7 Mio. USD mehr als verdoppelt. Beim bereinigten EBITDA standen 4,25 Mio. USD zu Buche. Alle drei bisherigen Quartale des Geschäftsjahres waren auf bereinigter EBITDA-Basis profitabel.
Allein im dritten Quartal kletterten die Erlöse um 58 % auf rund 11 Mio. USD. Der Bruttogewinn verbesserte sich sogar um 153 %. Gleichzeitig sank die Gesamtverschuldung innerhalb eines Quartals von 12,3 auf 8,2 Mio. USD. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Umsatz von mehr als 40 Mio. USD. Zefiro erzielte die Fortschritte trotz einmaliger Kosten von 652.000 USD aus einem Streit mit dem früheren Management.
Für zusätzlichen Schub soll die im Mai übernommene Ausrüstung von Viking Well Service sorgen. Zefiro zahlte dafür 4,3 Mio. USD und erweiterte damit Flotte und geografische Reichweite. Das Management stellt aus der zusätzlichen Kapazität rund 10 Mio. USD Jahresumsatz in Aussicht. Inzwischen ist Zefiro in 13 US-Bundesstaaten aktiv gewesen.
Eine aktuelle Dokumentation über Zefiro Methane finden Sie hier:
https://youtu.be/3MrjCUk5_QU
Auch der Auftragsnachschub stimmt. Das Ohio-Projekt Wood 12F umfasst 37 Bohrlöcher und besitzt ein Volumen von etwa 4,5 Mio. USD. Hinzu kommt ein auf drei Jahre angelegter Rahmenvertrag im Volumen von 19,6 Mio. USD. Außerdem erhielt P&G drei weitere staatlich finanzierte Ohio-Projekte: Für das Verschließen von zwölf Quellen sollen im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres insgesamt rund 2,4 Mio. USD erlöst werden. Auffällig ist die geringe Konkurrenz. Bei zwei der drei Ausschreibungen trat neben P&G lediglich ein weiterer Bieter an. Die Aufträge werden aus einem US-Infrastrukturprogramm finanziert, das insgesamt 4,7 Mrd. USD für die Sanierung verwaister Bohrlöcher vorsieht.
Neben öffentlichen Auftraggebern gewinnt Zefiro verstärkt Energiekonzerne als Kunden. Für einen großen Erdgasproduzenten wurden nach einem bereits ganzjährig eingesetzten Bohrgestänge zwei weitere Anlagen mobilisiert. Die Kombination aus staatlichen Sanierungsprogrammen und privaten Aufträgen verbreitert die Basis und reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Fördertöpfen.
Noch gar nicht vollständig eingepreist ist in der aktuellen Börsenbewertung das Geschäft mit CO₂-Zertifikaten. Durch das Verschließen undichter Bohrlöcher verhindert Zefiro künftige Methanemissionen. Diese Einsparungen können nach einer Verifizierung in Emissionszertifikate umgewandelt und verkauft werden. Das Geschäft ruht derzeit weitgehend, könnte nach der Einführung einer überarbeiteten Berechnungsmethode aber ab der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2026/27 wieder anlaufen. Da hierfür kaum zusätzliche operative Kosten anfallen, winken überdurchschnittlich hohe Margen.
Der Augsburger Finanzdienstleister GBC Research erwartet weiterhin kräftiges Wachstum. Für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2025/26 kalkulieren die Analysten mit einem Umsatz von 45,18 Mio. USD und einem EBITDA von 3,73 Mio. USD. Im laufenden Geschäftsjahr sollen die Erlöse auf 57,92 Mio. USD steigen. Beim EBITDA wird mit einem Sprung auf 10,02 Mio. USD gerechnet. 2027/28 könnten bereits 66,85 Mio. USD Umsatz und 12,22 Mio. USD EBITDA erreicht werden.
GBC hat die Aktie mit „Kaufen“ und einem Kursziel von 1,50 USD beziehungsweise 2,12 CAD in die Bewertung aufgenommen. Ausgehend vom aktuellen Aktienkurs von 0,43 USD oder 0,60 CAD ergibt sich rechnerisch ein Potenzial von über 250 %. Dass die Aktie von Zefiro damit ein potenzieller Kursverdreifacher ist, klingt spektakulär. Wenn es dem Unternehmen allerdings gelingt, die jüngste Dynamik in nachhaltiges Wachstum und stabile Gewinne zu übersetzen, wären solche Kurssprünge nicht völlig aus der Luft gegriffen. Der Markt dürfte die Aktie dann völlig neu bewerten. Auch wenn das Papier auf Jahressicht bereits mehr als 100 % zugelegt hat, könnte sich der Titel in den kommenden Monaten durchaus nochmals verdreifachen. Die Aktie bleibt aber sehr spekulativ. Trotzdem verbessert sich das Chance-Risiko-Profil: Umsatz und Bruttogewinn steigen, das EBITDA ist positiv, die Verschuldung sinkt und die größere Flotte schafft die Grundlage für den nächsten Wachstumsschritt. Für risikobereite Anleger bleibt die Aktie eine spannende Beimischung.
Bayer: Der Befreiungsschlag nimmt Konturen an
Bei Bayer stand zuletzt weniger das operative Geschäft als die juristische Großbaustelle Glyphosat im Mittelpunkt. Nach einer für den Konzern günstigen Entscheidung des Obersten US-Gerichts hat sich das Risiko weiterer Milliardenbelastungen jedoch deutlich reduziert. Damit rücken endlich wieder Zahlen, Pipeline und Konzernumbau in den Vordergrund.
Auch operativ gab es einen Lichtblick. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz währungs- und portfoliobereinigt um 2,2 % auf 10,87 Mrd. EUR. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 1,9 % auf 2,14 Mrd. EUR und lag damit deutlich über der Konsensschätzung von 1,94 Mrd. EUR. Besonders das Agrargeschäft profitierte von der höheren Nachfrage nach Saatgut, das auf das Unkrautvernichtungsmittel Dicamba abgestimmt ist. Zugleich senkte Bayer die Prognose für die Nettoverschuldung 2026 von 32 bis 33 Mrd. EUR auf 29 bis 30 Mrd. EUR.
Hilfreich ist der Verkauf einer Minderheitsbeteiligung am Geschäft mit langfristig wirkenden Verhütungsmitteln an Apollo für 3 Mrd. EUR. Vorstandschef Bill Anderson verschafft sich damit finanziellen Spielraum. Nach der internen Abtrennung des US-Glyphosatgeschäfts wächst zudem die Fantasie auf weitere Verkäufe oder Abspaltungen.
Bayer ist noch kein sorgenfreier Qualitätswert. Analysten bleiben dennoch ausgesprochen optimistisch: Aktuell raten 19 Banken und Researchhäuser zum Kauf, lediglich 4 Analysten vergeben Halte-Voten. Verkaufsempfehlungen gibt es derzeit nicht. Das mittlere Kursziel von knapp 58 EUR eröffnet rund 20 % Potenzial. Diese Rendite erscheint auf den ersten Blick überschaubar, doch wenn Rechtsrisiken, Schulden und Konzernkomplexität gleichzeitig zurückgehen, ist eine Neubewertung möglich. Für Langfristanleger bleibt die Bayer-Aktie als Beimischung interessant.
Disney: Die Gewinnmaschine läuft wieder
Der US-Unterhaltungskonzern Disney zeigt, wie wertvoll starke Inhalte sein können, wenn Filme, Streaming, Freizeitparks und Merchandising ineinandergreifen. Im dritten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um 7 % auf 25,25 Mrd. USD. Das bereinigte Ergebnis je Aktie legte um 28 % auf 2,06 USD zu und übertraf damit die Erwartungen. Unterhaltung und Freizeitparks entwickelten sich stark, während das Sportgeschäft rund um ESPN wegen höherer Kosten und schwächerer Werbung noch bremste.
Der Konzern profitiert sowohl vom Erfolg neuer Kinofilme als auch von steigenden Streaming-Erträgen. Disney+ und Hulu haben die verlustreiche Aufbauphase hinter sich gelassen und entwickeln sich zunehmend zu Ergebnisbringern. Auch die Parks bleiben trotz hoher Eintrittspreise erstaunlich robust.
Das Management hält daher nicht nur am Jahresausblick fest, sondern erhöhte das geplante Aktienrückkaufvolumen erneut auf 9 Mrd. USD. Der Umsatz der Freizeit- und Erlebnissparte wuchs um 10 %, während der operative Gewinn des Konzerns um 21 % zulegte. Disney ist damit wieder mehr als eine Turnaround-Wette. Die Aktie bietet eine Kombination aus starken Marken, steigenden Streaming-Gewinnen und umfangreichen Rückkäufen. Auch bei Disney ist die Analysten-Gilde sehr zuversichtlich: 31 Banken und Researchhäuser empfehlen die Aktie zum Kauf, zwei stufen sie mit „Halten“ ein. Lediglich ein Institut rät zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel von knapp 128,50 USD signalisiert ein Aufwärtspotenzial von rund 20 %. Kursrücksetzer an schwachen Tagen bleiben eine Option für interessierte Neueinsteiger.
Fazit: Drei Geschichten, drei Risikoklassen
Zefiro Methane liefert die größte Wachstums- und Kursfantasie, besitzt aber auch das höchste Risiko. Der Spezialist verwandelt ein milliardenschweres Umweltproblem zunehmend in ein profitables Geschäft. Bayer ist die klassische Turnaround-Spekulation: Operativ läuft es besser, die Schulden sinken und der juristische Nebel lichtet sich. Disney wiederum bietet die höchste Qualität des Trios. Der Unterhaltungskonzern zeigt, dass Streaming, Parks und Inhalte wieder gemeinsam Gewinne produzieren. Wer spekulativ an der Börse agiert, setzt auf Zefiro. Wer auf eine Neubewertung hofft und konservativer anlegen möchte, nimmt Bayer. Wer dagegen Wachstum mit starken Marken verbinden will, greift zu Disney.
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