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05.08.2024 | 04:45

Im Kampf gegen den Krebs – 100 % Performance möglich: Bayer, Vidac Pharma, Evotec, BioNTech und CureVac

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Bildquelle: pixabay.com

Die FED macht dem BioTech-Sektor wieder mit tieferen Zinsen Hoffnung. Schon im September soll es soweit sein. Das ist wichtig für die nahe Zukunft, denn die Kurse hinken der NASDAQ-Performance im Jahr 2024 dramatisch hinterher. Können die umfangreichen Forschungen aber zu günstigeren Konditionen finanziert werden, sollte das auch den Börsennotierungen auf die Beine helfen. In den Geschäftsmodellen gibt es einige gute Nachrichten, Selektion ist jetzt Trumpf. Wir helfen bei der Auswahl interessanter Titel und nennen die Einstiegslevels.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CUREVAC N.V. O.N. | NL0015436031 , VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026

Inhaltsverzeichnis:


    Bayer und Evotec – Der Turnaround lässt auf sich warten

    Und doch wieder ein Rückschritt. Noch vor ein paar Tagen hatten sich Ausbruchskanäle gebildet, doch jetzt wieder der Rücksetzer bei Bayer und Evotec. Der Leverkusener Pharma-Gigant kämpft seit langer Zeit mit Klagen aus den USA wegen des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat. Doch aktuell scheint alles auf dem Tisch und andere News machen sich auf den Weg. Letzte Woche ging es um positive Neuigkeiten aus dem Healthcare-Bereich. Denn Bayer hat bei der Food and Drug Administration (FDA) einen Zulassungsantrag für das Medikament Elinzanetant zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer vasomotorischer Symptome im Zusammenhang mit der Menopause beantragt. In klinischen Studien hat der Wirkstoff, die auch als Hitzewallungen bekannten vasomotorischen Symptome, signifikant reduzieren können. Weitere Zulassungsanträge für das Medikament sollen noch eingereicht werden. Morgen berichtet das Unternehmen über das zweite Quartal. Experten tippen im Schnitt auf einen Quartalsgewinn von 0,92 EUR je Aktie. Spannend!

    Die Aktie von Evotec hatte im Juli bereits wieder an der 10 EUR-Marke geschnuppert, dann wieder der Einbruch auf 8,15 EUR. Hier müssen wir noch eine Woche warten, bis der neue CEO Dr. Christian Wojczewski vor die Kameras tritt. Die Analysten sind nicht sehr gut gestimmt. Die US-Investmentbank Morgan Stanley streicht ihre Kaufempfehlung, votiert mit „Neutral“ und reduziert das Kursziel dramatisch von 28 auf 12 EUR. Skeptisch auch die Deutsche Bank, hier heißt es „Hold“ mit einem Kursziel von 10 EUR. Positiver sind Warburg und RBC mit Kurszielen von 16 EUR gestimmt. Ob sich das operative Geschäft jetzt schon drehen lässt? Fraglich. Behalten Sie Bayer und Evotec auf der engen Watchlist, wenn es dreht geht es sehr schnell!

    Vidac Pharma – Neue Ergebnisse zeigen Schlagkraft

    Unter den BioTech-Nebenwerten machte Vidac Pharma zuletzt von sich reden. Aktuell hat das britisch-israelische Unternehmen vielversprechende Ergebnisse seiner Studien mit dem aussichtsreichen Wirkstoff VDA-1275 in mehreren Maus- und humanen zellulären Organoidmodellen solider Tumore in einem Fachbeitrag veröffentlicht. Der Beitrag ist zur unabhängigen Begutachtung eingereicht worden. Die zugehörige Studie veranschaulicht, dass VDA-1275 eine statistisch signifikante Wirksamkeit als Monotherapie sowie synergistische Effekte in Kombination mit zwei Standard-Krebstherapien aufwies und darüber hinaus eine immunologische Reaktion hervorrief.

    Die wichtigsten Ergebnisse der Studie waren die Wiederingangsetzung der Apoptose, eine geringere Vermehrung von Krebszellen und die Reduktion bei den für Tumore typischen hyperglykolytischen Stoffwechsel, der den Hauptbrennstoff für die schnelle Vermehrung von Krebszellen produziert. VDA-1275 löst eine immunologische Reaktion aus, indem es antitumorale Makrophagen induziert und tumorfördernde Makrophagen hemmt und antitumorale Gedächtniszellen fördert. Insgesamt hat sich das Überleben bei Mäusen in einem Darmkrebsmodell auf statistisch signifikante Weise erhöht und es zeigte sich eine synergistische Wirkung in Kombination mit weit verbreiteten Krebsmedikamenten in einem 3D-Organoidmodell für menschlichen Leberkrebs.

    "Diese Ergebnisse liefern Hinweise darauf, dass VDA-1275 als eigenständiges Medikament oder in einer Kombinationstherapie eingesetzt werden könnte, die eine wirksamere und sicherere Behandlung von Patienten mit soliden Tumoren ermöglichen könnte. Die kleinen Moleküle von Vidac zielen auf die abnorme Positionierung des HK2-Enzyms ab, das eine zentrale Ursache für Krebs ist, nicht aber auf seine alltägliche, gutartige Verwendung im Zellstoffwechsel. Das bedeutet, dass unsere Medikamente weniger Nebenwirkungen haben könnten", sagte CEO Max Herzberg.

    Eine aktuelle Studie von Sphene Capital hat die Vidac Milestones auf eine plausible Linie gebracht und sieht einen Launch des Wirkstoffs VDA-1102 in den Jahren 2027 und 2028. Das setzt den Trigger für Umsätze im hohen zweistelligen Bereich bis zu 287 Mio. GBP in 2030. Auf den Barwert diskontiert ergibt das ein 12- bis 24- Monatskursziel von 4,90 EUR. Die Aktie entwickelte sich im Juli zu einem der besten BioTech-Werte auf der deutschen Kurstafel. Der Kurs sprang von 0,18 auf 0,34 EUR – nahezu ein Verdoppler. Das ist aber wohl erst der Anfang!

    BioNTech und CureVac – Nun reagiert CureVac

    Wochenlang war die Presse gefüllt mit Gerichtsterminen über den Streit zwischen BioNTech und CureVac. Nun ist der U.S.-Prozess zwischen CureVac und BioNTech/Pfizer vom Bezirksgericht in Virginia auf den 3. März 2025 festgelegt worden. Die Klage geht zurück auf wesentliche Patentverletzungen im Zeitraum der Corona-Pandemie. Die Partner BioNTech und Pfizer konnten mit dem weltweit vertriebenen Impfstoff Comirnaty Milliarden-Umsätze und Gewinne erzielen, während CureVac schon damals auf die angebliche Patentverletzung pochte. Nun werden die Themen einzeln verhandelt, ein Ergebnis ist wohl nicht vor Mitte 2025 zu erwarten.

    Die Zeit der Tübinger wird aber wohl recht knapp. Um die Kassen erstmal zu füllen, hat man vom Bundes-Kartellamt nun die Genehmigung erhalten, die Lizenzrechte für diverse mRNA-Grippe- und Covid-19-Impfstoffe an den britischen Pharmakonzern GSK zu verkaufen. Die Vakzine wurden auf der Grundlage von Kooperationsabkommen zwischen Curevac und GSK entwickelt. Aktuell laufen noch einige klinische Studien. Gegen Zahlungen von bis zu 1,45 Mrd. EUR und eine Umsatz-Beteiligung geht die Lizenz nun an GSK. Eine Vorauszahlung von 400 Mio. EUR hilft CureVac kassentechnisch über den Berg. Zuletzt wurde mitgeteilt, dass im Rahmen eines Konzernumbaus fast jede dritte Stelle gestrichen wird. Im Ergebnis will man sich in Tübingen wieder mehr auf Forschung und Entwicklung konzentrieren.

    Weder BioNTech noch CureVac laden mit 75,50 EUR bzw. 3,17 EUR zum Einstieg ein. Die BioNTech-Aktie ist derzeit mit 17,6 Mrd. EUR an der Börse zu seinen Cash-Reserven bewertet. CureVac hat nach einem kurzen technischen Ausbruchsversuch bei 4,45 EUR wieder rund 30 % verloren. Eine regelmäßige Beobachtung beider Titel macht Sinn, irgendwann startet der Zug aus dem Bahnhof.

    Noch ist bei den BioTech-Protagonisten keine Besserung in Sicht. Immerhin scheinen die Tiefstkurse aber hinter uns zu liegen. Bayer und BioNTech sehen schon recht gut aus. CureVac, Evotec und Vidac Pharma bieten gerade spekulativen Investoren viel Raum. Quelle: Refinitiv Eikon vom 05.08.2024

    Die Sommerpause neigt sich dem Ende und schon stehen Zinssenkungen im Raum. Das könnte insbesondere für den BioTech-Sektor ein Revival mit sich bringen. Wer sich jetzt positioniert, sollte über Standard- und Nebenwerte ausreichend streuen, das senkt das Risiko und schafft Raum für Rendite.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Die Auseinandersetzungen im Nahen Osten gehen weiter. Mit den ersten Gesprächen zwischen USA und dem Iran vollzogen die Börsen eine Blitz-Anpassung nach oben. So konnte der deutsche Leit-Index DAX 40 Anfang der Woche innerhalb von nur 10 Minuten ganze 1.600 Punkte zulegen. Das Niveau halten konnte er allerdings nicht, gestern ging es wieder auf 22.600 Punkte zurück. Nun stellt sich die Frage, ob die Konfliktparteien tatsächlich eine tragfähige Lösung erzielen können. Ganz unbeeindruckt von der Großwetterlage machen sich im LifeScience-Sektor einige Nachrichten breit, die für die eine oder andere Kursdynamik verantwortlich sind. Gut, wenn es gelingt, den Fokus am Tagesgeschehen vorbei auf andere ertragreiche Sektoren zu richten. Hier einige Ideen.

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