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08.01.2024 | 04:45

Jahresauftakt mit GreenTech-Hype! Liefern BYD, Klimat X Developments, Plug Power und Freyr Battery jetzt?

  • Klimaschutz
  • CO2
  • Emissionsrechte
  • GreenTech
Bildquelle: pixabay.com

Mit dem Jahr 2024 steht die nächste Bewährungsprobe für GreenTech-Aktien an. Im vergangenen Anlagejahr waren sie bei haussierenden Börsen die größten Verlustbringer im Depot. Die schlimmsten Negativrenditen fuhren Plug Power mit Freyr Battery und Plug Power mit 70 bis 80 % ein, aber auch BYD und Klimat X mussten leicht Federn lassen. Mit den Beschlüssen von Dubai und neuen Klimaschutz-Regierungsprogrammen könnte es allerdings im neuen Jahr wieder aufwärts gehen. Wer kann aber die begehrten Staatsaufträge reinholen? Wir analysieren die Chancen und Risiken.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: KLIMAT X DEVELOPMENTS INC | CA49863L1067 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , Freyr Battery | LU2360697374

Inhaltsverzeichnis:


    BYD – Rekordzahlen zum Jahresanfang

    „Build your Dreams“ (BYD) ist seit langem ein Kerninvestment der Berkshire Hathaway Holding von Star-Investor Warren Buffett. Auch wenn in 2022 und 2023 die Beteiligungshöhe etwas zurückgefahren wurde, besitzt die Börsenlegende aus Omaha immer noch einen stattlichen Anteil. In der zeitlichen Betrachtung lernt der geneigte Anleger die Bedeutung des Worts „langfristig“. Denn mit den ersten 250 Mio. USD im Jahr 2008 verdiente der Fonds bis 2023 stattliche 7 Mrd. USD, das Investment hat sich also nahezu verdreißigfacht.

    Das chinesische Konglomerat hatte zu Jahresanfang bekannt gegeben, dass man in 2023 über 3 Mio. Fahrzeuge mit alternativen Antrieben produziert hat. Tesla meldete hingegen einen Ausstoß von 1,84 Mio. an reinen Elektro-Fahrzeugen. Damit ist BYD zwar in der Gesamtsicht vorne, Tesla bleibt aber der Weltmarktführer auf der E-Bühne. Obwohl BYD die 3-Mio.-Marke überschritten hat, blieb der Jahresabsatz dennoch leicht hinter den Erwartungen der Analysten von 3,05 Mio. Fahrzeugen zurück. Damit konnte sich der Wert über die letzten 12 Monate mit -4 % nur knapp behaupten. Mit einer Marktkapitalisierung von 71 Mrd. EUR ist BYD im letzten Jahr aber eindrucksvoll am größten europäischen Autobauer VW vorbeigezogen. Die Wolfburger bringen nach allerlei Problemen in der E-Mobilität nur noch 56 Mrd. EUR auf die Waage.

    Bei einem aktuellen BYD-Kurs von 24,50 EUR rechnet sich das KGV 2024e zu 18,5. Die Umsätze wachsen sehr stetig mit etwa 13 bis 17 % per annum. Damit bleibt BYD einer der wachstumsstärksten Fahrzeugwerte auf dem Kurszettel. Wenn das Jahr 2024 konjunkturell einigermaßen läuft, wird der chinesische Marktführer wahrscheinlich positiv überraschen können. Einsammeln unter 25 EUR mit Stop 22,50 EUR!

    Klimat X Developments – Step by Step weniger CO2

    Eins muss einmal gesagt werden: Klimaschutz geschieht nicht durch tagelanges Debattieren und finaler Lippenbekenntnissen von über 200 Teilnehmerstaaten. Denn der COP28-Event in Dubai allein verursachte durch die enormen Energieaufwendungen für Kühlung, Sicherheit und Transport für tausende von Teilnehmern wahrscheinlich so viel schädliches Klimagas, wie die gesamte EU mit aller Anstrengung in einem Quartal vermeiden könnte. Dennoch sind solche Konferenzen notwendig, um die Staatengemeinschaft auf den gemeinsamen „Klima-Nenner“ einzuschwören.

    In Afrika gibt es rühmliche Beispiele, wie die privat organisierte Öko-Bewirtschaftung von Wald-, Land- und Seeflächen zu positiven Effekten führen kann. Der industrielle Flächenverbrauch an Urwald und Mangroven hat in den afrikanischen Ballungsräumen zu einem starken Schwund von ungenutztem Land geführt. Das kanadische Unternehmen Klimat X Developments wirkt diesen Trends entgegen und renaturiert Kompensationsflächen, welche von lokalen Landbesitzern entgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Durch die Verrechnung dieser Karbongutschriften lassen sich handelbare Zertifikate erschaffen, die es industriellen Unternehmen ermöglichen, eine mittelfristige Schadstoffreduzierung einzuleiten. Das kostet Zeit, denn die Veränderung von industriellen Prozessen in Richtung „Grüne Kreislaufwirtschaft“ geht über viele Jahre und verschlingt Unsummen an Investitionen.

    Als Partner der Industrie und Anbieter von „Vermutzungsrechten“ hat Klimat X in Sierra Leone, Ghana, Surinam und Mexiko bereits erste Projekte in Gang gesetzt und auch schon starke Finanzierungspartner gewinnen können. In Sierra Leone stellt die BP Carbon Trading Ltd., eine Tochter des British Petroleum Konzerns, eine Summe von 2,5 Mio. USD für die Renaturierung bereit. Die Validierung dieser Vorhaben wird durch das weltbekannte Institut VERRA durchgeführt. Ein positiver Bescheid wird hier bis Mitte 2024 erwartet. Klimat X hat aber noch deutlich mehr in der Planung. So sollen mittelfristig über 50.000 ha Regenwald wiederhergestellt werden, dies liefert gemäß aktuellen Validierungen mehr als 35 Mio. t an Kohlenstoffgutschriften.

    Durch die sprunghafte Nachfrageentwicklung nach Emissionsrechten, wird laut der Boston Consulting Group eine Marktverachtfachung bis zum Jahr 2030 erwartet. Ein perfekter Nährboden für die noch kleine Klimat X Development-Aktie. Sie hat in 2023 etwas unter der allgemeinen Investitionszurückhaltung gelitten, konnte aber in der ersten Handelswoche wieder großes Interesse auf sich ziehen. Die noch geringe Marktkapitalisierung von rund 10 Mio. CAD sollte risikobewusste Anleger mittelfristig mit Kursaufschlägen belohnen.

    Plug Power und Freyr Battery – Ist das Tal der Tränen nun passé?

    Plug Power und Freyr Battery färbten die 2023er-Depotauszüge ihrer Anhänger tiefrot. Die Krisenstimmung könnte aktuell kaum größer sein. Auf der Plattform Refinitiv Eikon trauen sich nur noch 10 von 29 Analysten eine Kaufempfehlung auszusprechen. Dafür erscheint das 12-Monatsdurschnitts-Kursziel von 14,76 USD durchaus ambitioniert, denn es liegt aktuell knapp 250 % über dem Kurs vom letzten Freitag bei 4,27 USD. Ein Hoffnungsschimmer: Nach diversen Gewinnwarnungen und über 70 % Kursverlust avisiert der schillernde CEO Andy Marsh für 2026 schwarze Zahlen. Doch Achtung: Von knapp 700 Mio. USD Kassenbestand waren zum 30.09.2023 nur noch 110 Mio. USD übrig. Bleibt die Burnrate bei 250 bis 350 Mio. USD pro Quartal konstant, dann wären die Konten bereits seit November ordentlich angespannt. Eine stark verwässernde Kapitalerhöhung zum Jahresstart ist daher zu erwarten. Weiter beobachten!

    Bei Freyr Battery liest sich das Buch ähnlich. Herbe Verluste von 80 % im Aktienkurs und eine seit Quartalen schwache Bilanz. Mit einer aktuellen Burnrate von 50 Mio. EUR im Quartal reicht der Cashbestand zwar noch bis ins Jahr 2025 hinein, für größere Investitionen wie dem Bau des Batteriewerks im norwegischen Mo I Rana braucht es aber zusätzliche Mittel. Experten schätzen, dass der erste Gewinn im Jahr 2028 erzielt werden kann. Immer unter Voraussetzung, dass die nun begonnen Projekte in die Absatz- und Vertriebslandschaft für Energiespeicher und E-Mobilität ab dem ersten Launch in 2026 passen.

    Tom Jensen, Mitbegründer und CEO des Unternehmens weist eindringlich darauf hin, dass eine wirkliche Energiewende im Bereich der erneuerbaren Batterien nur mit der Entwicklung hocheffizienter Speichersysteme einher gehen kann, denn die unregelmäßigen Stromlieferungen müssen gespeichert werden und ggf. nachts oder bei Windstille wieder abgegeben werden können. Die Industrie braucht hier noch einige Jahre Entwicklungsarbeit. Ob die Norweger das Zeug haben, in diesem Markt zu bestehen, darf der kritische Anleger bei einer Kurszehntelung seit Mitte 2022 durchaus anzweifeln. Vorsicht: Eine große Kapitalerhöhung ist auch hier zu erwarten.

    Plug Power und Freyr Battery schießen den Vogel in der Negativperformance ab. BYD und Klimat X verlieren zwischen 25 und 50 %, können sich aber zum Jahresende stabilisieren. Das Setup für 2024 scheint aussichtsreich. Quelle: Refinitiv Eikon vom 05.01.2024

    Augen zu und durch hilft bei GreenTech-Aktien wenig, denn sie leben von öffentlichen Investitionsprogrammen. Wenn sie kommen ist die Auftragslage gut, ansonsten nicht, denn privates Interesse ist in diesem defizitären Investmentmarkt eher selten gesehen. Während Plug Power und Freyr Battery wieder mal frisches Geld benötigen, kann BYD seine Wachstumsprogramme spielend aus dem Cashflow bezahlen. Der kleine Kanadier Klimat X Developments hat mit BP einen großen Partner an Land gezogen. Dieses Beispiel könnte eine Blaupause für die nächsten größeren Projekte darstellen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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