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21.11.2025 | 05:00

Kanada gibt bei Batteriemetallen Gas: Graphano Energy, Nouveau Monde Graphite, Umicore

  • Batterie
  • Kanada
  • Förderung
  • Graphit
Bildquelle: KI

Kanada positioniert sich derzeit als wichtiger Hub für kritische Rohstoffe im E‑Mobilitätszeitalter. Bei einem Treffen der G7-Energieminister kündigte der Energieminister des Landes, Jonathan Wilkinson, vor zwei Wochen ein Programm zur Beschleunigung von Projekten im Umfang von 6,4 Mrd. CAD an, um die Entwicklung heimischer Lithium-, Nickel-, Kobalt-, Graphit- und Seltene-Erden-Reserven voranzutreiben. In Kanada bereits mit dabei sind internationale Konzerne wie Rio Tinto oder Umicore. Im besonderen Fokus steht unter anderem Graphit. Auch wegen der chinesischen Dominanz erwartet BloombergNEF mit einer Vervierfachung der Nachfrage bis 2030 - es ist also Eile geboten. Wir zeigen, welche Unternehmen profitieren könnten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: Graphano Energy Ltd. | CA38867G2053 , NOUVEAU MONDE GRAPHITE | CA66979W1077 , UMICORE S.A. | BE0974320526

Inhaltsverzeichnis:


    Industrie schließt Abnahmevereinbarungen für Graphit

    Das kanadische Unternehmen Nouveau Monde Graphite betreibt die Matawinie-Mine und produziert dort in einer ersten Phase Graphitflocken. Für die zweite Phase hat man erst kürzlich Abnahmevereinbarungen geschlossen und neben dem kanadischen Staat Panasonic Energy und Traxys als Abnehmer gewinnen können. Damit ist es gelungen, fast die gesamte Produktion von Phase 2 vorab zu verkaufen. Dieser Schritt gibt Nouveau Monde Planungssicherheit. Obwohl das Unternehmen aufgrund der Investitionen zuletzt schwache Quartalszahlen inklusive Verlusten ausgewiesen hat, zeigen Investoren Interesse. Das unterstreicht die wachsende Bedeutung von Graphit-Projekten.

    Graphano Energy punktet mit Geologie und einer Kooperation

    Ein Graphit-Projekt in Kanada treibt auch Graphano Energy erfolgreich voran. Lac-Aux-Bouleaux /Lac-Saguay-Projekt in Québec liegt direkt neben der produzierenden Graphitmine Lac-des-Îles des Unternehmens Northern Graphite und kann bestehende Infrastruktur vor Ort zurückgreifen. Dazu haben beide Unternehmen eine Vereinbarung geschlossen. Im Juli 2025 legte Graphano eine erste Ressourcenschätzung mit 1,64 Mio. t Cg in der Kategorie indicated und 1,58 Mio. t in der Kategorie inferred. Die Gehalte betragen jeweils 7 %, was als hochgradig gilt. Das Graphit liegt nahe der Oberfläche und bietet gute Abbaumöglichkeiten. CEO Luisa Moreno betont, dass die Ergebnisse der Ressourcenschätzung das Potenzial der Lagerstätte unterstreichen und das Unternehmen in seinen Plänen bestärken, das Projekt zügig in Richtung Produktion zu entwickeln.

    Graphano will eine voll integrierte Wertschöpfung für Batteriegraphit aufbauen - von Aufbereitung bis hin zu veredelten Endprodukten. In Kooperation mit Nachbar Northern Graphite arbeitet Graphano etwa am gemeinsamen Ressourcenausbau und wird zudem Zugriff auf die Verarbeitungsanlage der Nachbarn haben. Northern-CEO Hugues Jacquemin nennt die Zusammenarbeit „Win-Win", da die Kombination aus Northerns Verarbeitungskapazitäten und Graphanos vielversprechenden Lagerstätten die Erfolgschancen beider Unternehmen erhöhen und den Entwicklungszeitraum verkürzen könnte. Graphano-CEO Moreno bestätigt, dass die Kooperation den Entwicklungsplan beschleunigt und Kosten senkt: „Dieses Abkommen hilft, unseren Zeitplan zu verkürzen und die Investitionskosten zu reduzieren. Außerdem stärkt die Zusammenarbeit Kanadas Fähigkeit, der wachsenden globalen Nachfrage nach sauberem, nachhaltigem Graphit gerecht zu werden."

    Erst die Lieferkette, dann die Investitionen?

    Die Chancen stehen gut, dass Graphano wie auch Nouveau Monde Graphite Abnahmeverträge mit künftigen Kunden schließen kann. Die Vorkommen des Unternehmens gelten als hochgradig - teils hat man bereits Cg-Gehalte von 11,3 % über 8,6 m nachgewiesen. Für Industrieunternehmen, die die Batteriefertigung voranbringen wollen, könnte Graphano ein geeigneter Partner sein. Eines dieser Unternehmen ist der belgische Umicore-Konzern. Umicore ist ein belgischer Spezialchemiekonzern und einer der weltweit größten Anbieter von Batterie-Kathodenmaterialien sowie von Recycling-Lösungen für Akkus. Das Unternehmen liefert Nickel-, Kobalt- und Mangan-haltige Kathoden an Autohersteller und engagierte sich auch im Aufbau neuer Kapazitäten in Nordamerika. Allerdings trifft Umicore die derzeit schwächelnde E‑Auto-Nachfrage: Im Geschäftsjahr 2024 sank der bereinigte Gewinn deutlich. Als Folge dessen hat das Management Investitionen gedrosselt und ein großes Batterie-Recycling-Projekt in Europa verschoben und den Bau der geplanten kanadischen Kathodenfabrik am Standort in Loyalist pausiert.

    Graphano als möglicher Profiteur der Rohstoff-Förderung

    Das Beispiel von Umicore zeigt, dass nicht automatisch die ersten Unternehmen, die einen Markt besetzen wollen, erfolgreich sind. Die große Rohstoffabhängigkeit von China in vielen Bereichen sowie die in den vergangenen Jahren schleppende Transformation zu E-Autos hat gezeigt, dass es ohne heimische Rohstoffe aus sicheren Quellen nicht geht. Diese Rohstoffe werden nach und nach gefördert. Positive Beispiele in Kanada sind Nouveau Monde und auch Graphano Energy. Erst wenn die Versorgung mit Rohstoffen gesichert ist, hat auch die Industrie echte Planungssicherheit. Die Initiative der G7-Energieminister hat die Weichen zuletzt erneut auf stabile Lieferketten für Batteriemetalle gestellt. Das aufstrebende Unternehmen Graphano Energy könnte perfekt positioniert sein, um von diesem neuen Rückenwind zu profitieren. Die Aktie legte während der vergangenen Handelstage bereits zu. Mit einer Marktkapitalisierung im niedrigen einstelligen Bereich bleibt Graphano ein Micro-Cap mit vielversprechendem Geschäftsmodell.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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