18.07.2025 | 04:45
Kaum zu glauben: thyssenkrupp mit IPO? Neue DAX-Hochs mit SAP, ASML und Antimony Resources
Mit jedem neuen Tag sich zuspitzender geopolitischer Spannungen wird deutlicher: Verlässlich sichere Lieferketten für Industrie und Produktion gehören der Vergangenheit an. Insbesondere die deutsche und europäische Industrie spürt die Auswirkungen immer stärker, da sich Beschaffungswege infolge wachsender Sanktionen zunehmend verengen oder sogar vollständig versiegen. An den Kapitalmärkten führt dieses Knappheitsszenario zu erhöhter Sensibilität: Langfristige Zinsen steigen, Risikoparameter schnellen nach oben. Wie reagieren Unternehmen in diesem unsicheren Umfeld, und gibt es noch Hoffnung auf eine Wiederbelebung des globalen Handels? Welche grundlegenden Trends sollten Anleger angesichts dieser Lage besonders beachten? Es gibt einiges zu verdienen!
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
SAP SE O.N. | DE0007164600 , ASML HOLDING EO -_09 | NL0010273215 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , ANTIMONY RESOURCES CORP | CA0369271014
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Antimony Resources – Ein strategisches Metall rückt ins geopolitische Rampenlicht
Angesichts der von China erlassenen Exportbeschränkungen auf bestimmte strategische Metalle geraten westliche Industriekonzerne zunehmend unter Druck, sich alternative und sichere Lieferquellen zu erschließen. Ein besonders prominentes Beispiel ist Antimon (Sb), das in zahlreichen Industrieanwendungen vom Flammschutzmittel für Kunststoffe und Elektronik bis hin zum Katalysator in der PET-Herstellung unverzichtbar ist. Weltweit dominieren China, Russland und Tadschikistan gemeinsam rund 90 % des Antimonmarktes und mit den jüngsten Exportauflagen trifft es seit Frühjahr 2025 nun auch EU-Importe. In den USA gibt es derzeit keinerlei eigene Förderung. Die Nachfrage aus dem Verteidigungssektor steigt rasant, da Antimon zentrale Bestandteile für schusssichere Ausrüstung, elektronische Geräte und Nachtsichttechnologie liefert.
Eine vielversprechende Perspektive eröffnet der Explorer Antimony Resources aus Kanada: Das Unternehmen sicherte sich die volle Option auf das bekannte und hochgradige Bald Hill-Antimonvorkommen von Globex Mining und plant, die Lagerstätte mit ihren erstklassigen Erzgehalten gezielt weiterzuentwickeln. Durch Vorbesitzer wurden seit dem Jahr 2008 bereits 25 Bohrungen durchgeführt, nun veröffentlicht das Unternehmen eigene Untersuchungsergebnisse. Die erste Bohrphase mit über 3.150 Bohrmetern ist erfolgreich abgeschlossen und das mit eindrucksvollen Ergebnissen: In 70 % der Bohrungen wurde antimonhaltiger Stibnit entdeckt, darunter über 20 Meter massive Mineralisierung in Bohrloch BH-25-05. Diese Funde bestätigen das Potenzial einer hochgradigen Lagerstätte in der Tiefe und an der Oberfläche, wo zusätzliche Vorkommen bereits identifiziert wurden.
CEO Jim Atkinson zeigt sich begeistert über den Fortschritt und erwartet in Kürze die ersten Laborergebnisse. Was aber schon jetzt vermutet wird: Die geologische Struktur lässt auf eine robuste und weit verzweigte Erzader schließen, ideal für eine langfristige, wirtschaftlich lohnenswerte Förderung. Historische Daten weisen bereits auf Vorkommen von bis zu einer Million Tonnen mit Gehalten zwischen 4 % und 5,3 % Antimon hin. Mit hervorragender Infrastruktur und ganzjähriger Bohrbarkeit ist Bald Hill ein strategisch perfekt positioniertes Projekt. Antimony Resources positioniert sich dort als attraktives, westlich orientiertes Explorationsunternehmen mit Pionierpotenzial. Die jüngst verteilten Aktienoptionen mit Ausübung bei 0,15 CAD zeigen das Vertrauen der Führung in die Zukunft. Noch liegt Marktkapitalisierung bei niedrigen 4,6 Mio. EUR. Ein Blick auf andere Rohstofftitel im Segment “Kritisch“ zeigte in den letzten Tagen teils dramatische Kursaufschläge z. B. bei Almonty Industries oder Critical Metals. Die Zeit drängt!
thyssenkrupp – Kommen die U-Boote nun an die Börse?
Die Gerüchteküche kocht mal wieder! Denn die geplante Notierung von thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) ist derzeit Gegenstand intensiver Diskussionen. Sie soll noch im Herbst 2025 an der Frankfurter Börse erfolgen, zentraler Punkt ist aber ein Sicherheitsabkommen mit der Bundesregierung. Die Berliner Schaltzentrale erhält Kontrollrechte, wenn künftig 25 % oder mehr der TKMS-Anteile veräußert werden. Zudem behält sie ein Bezugsrecht, falls thyssenkrupp einen Teilverkauf von 5 % oder mehr plant, und kann einen Sitz im Aufsichtsrat besetzen. Der bisherige Übernahme-Interessent Carlyle ist im Oktober 2024 ausgestiegen. thyssenkrupp setzt seither auf alternative Wege, wie einen IPO oder einen strategischen Partner. Ein Verkauf an einen Industriekonzern wird geprüft, ist jedoch von der thyssenkrupp-Stiftung nicht favorisiert.
CEO Oliver Burkhard bezeichnet einen Börsengang als bevorzugte Finanzierungsoption für zukünftiges Wachstum, wenn auch aufwendiger als eine Ausgliederung durch Verkauf. Die aktuell diskutierte Szenarien umfassen klassische Private-Equity-Beteiligungen, eine staatliche Minderheitsbeteiligung über die KfW oder mögliche Kommanditstrukturmodelle zur Risikoabsicherung. Letztlich zielt Thyssenkrupp auf eine kontrollierte Eigenständigkeit von TKMS ab mit verbleibender Mehrheit der Mutter und strategischer Unterstützung durch Staat oder Partner. Die volle rechtliche Vereinbarung soll bis Ende September finalisiert werden. Analysten schätzen den TKMS-Wert auf bis zu 2,3 Mrd. EUR, basierend auf dem starken Auftragsbestand von ca. 18 Mrd. EUR und Wachstumschancen im globalen Marineschiffbau insbesondere innerhalb der NATO. Glaubt man den Experten auf der Plattform LSEG, dann ist bei rund 9 EUR eine faire Bewertung erreicht. Der aktuelle Kurs liegt aber schon 20 % darüber!
ASML und SAP – Die Berichtssaison mit Licht und Schatten
Derzeit gibt es viel Bewegung im HighTech-Sektor. In der laufenden Woche erwischte es den Publikumsliebling ASML. Der Chip-Zulieferer lieferte in Q2 zwar starke Zahlen, mit einem Umsatz von 7,7 Mrd. EUR und einem Gewinn von 2,3 Mrd. EUR. Die Bruttomarge lag mit bei 53,7 % deutlich über den Erwartungen, denn der Absatz von High-NA- und EUV-Systemen zeigt die anhaltend hohe Nachfrage aus dem AI- und Logik-Segment. ASML dürfte mit seinen Produkten weiterhin führende Positionen innehaben. Trotzdem wurde der Kurs abgestraft, denn das Management konnte keine weiteren Verbesserungen für 2026 ankündigen. Vielmehr verwies man auf mögliche Zölle, höhere Investitionen und makroökomische Risiken. Bei einem Kurs von 648 EUR liegt das KGV 2025e bei 27, es sinkt bis 2028 auf bis zu 18 ab. 24 von 36 Analysten auf der Plattform LSEG votieren mit „Buy“ und messen dem HighTech-Unternehmen ein durchschnittliches Kursziel von 759 EUR bei.
SAP steht vor der Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal 2025 am 22.Juni. Der Markt erwartet weiterhin starke Impulse aus dem Cloud-Geschäft, das Ergebnis je Aktie wird im Schnitt mit 1,44 EUR erwartet. Besonders im Fokus stehen die Auftragseingänge und wie weit der aktuelle Cloud-Auftragsbestand noch über die 18,2 Mrd. EUR klettern kann. Der Konzern profitiert dauerhaft von der wachsenden Nachfrage nach cloudbasierten ERP- und KI-Lösungen und baut seine Marktposition als führender europäischer Softwareanbieter konsequent aus. Der Ausblick bleibt vielversprechend, auch dank steigender Margen, zunehmender Resilienz gegenüber dem Wettbewerb und einem starken Partnernetzwerk. Nach 15 % Aufschlag seit dem April-Einbruch nimmt der Kurs wieder das alte Hoch bei 283 EUR ins Visier. Mit einer Übererfüllung in Q2 könnte das sehr schnell gehen.

Die anhaltenden Herausforderungen in den globalen Lieferketten führen zu einer kontinuierlichen Verteuerung strategischer Rohstoffe, was wiederum die Margen vieler Industrieunternehmen belastet. Im Gegenzug eröffnen sich Chancen für Unternehmen wie Antimony Resources: Insbesondere beim kritischen Metall Antimon gibt es derzeit in Nordamerika nahezu keine Produktionsstätte, die Potenzial für einen schnellen Minenstart zeigt. Unter den Abnehmern herrscht Nervosität, Investoren reiben sich die Hände.
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