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03.09.2026 | 05:30

KI braucht Chips, Strom und Server-Racks: AMD, NU E Power und Super Micro Computer

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Bildquelle: Pixabay

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power Corp.

Die Künstliche Intelligenz scheitert nicht an komplexen Algorithmen, sondern an fehlenden hochleistungsfähigen Chips, ausreichend Strom und effizienten Server-Racks. Während die Nachfrage explodiert, kämpfen Hersteller teilweise mit langen Lieferzeiten, außerdem werden flüssigkeitsgekühlte Rack-Systeme und GPUs ebenso knapp. Big-Tech-Konzerne investieren Billionen, doch die physische Energieinfrastruktur hinkt hinterher. Genau hier entstehen außergewöhnliche Gewinnchancen für Anleger, die die gesamte Wertschöpfungskette im Blick haben. Wir sehen uns mit AMD, NU E Power und Super Micro Computer drei Unternehmen an, die diese Nadelöhre nutzen wollen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ADVANCED MIC.DEV. DL-_01 | US0079031078 , NU E POWER CORP | CA6699882065 | CSE: NUE , SUPER MICRO COMPUTER INC | US86800U3023 | NASDAQ: SMCI

Inhaltsverzeichnis:


    AMD – mit neuer Rolle

    Advanced Micro Devices (AMD) positioniert sich nicht mehr nur als Produzent einzelner Prozessoren, sondern als ganzheitlicher Anbieter von KI-Infrastruktur. Mit der Helios-Plattform bündelt AMD eigene GPUs, CPUs, Netzwerktechnik und Software zu einem kompletten Rack-System. Die jüngsten Vereinbarungen mit OpenAI, Meta, Anthropic und Microsoft untermauern diesen Strategiewechsel. Alle vier Technologiegiganten haben sich verpflichtet, erhebliche Rechenkapazitäten auf AMD-Hardware aufzubauen. CEO Lisa Su deutete an, dass die tatsächlichen Bestellungen für 2027 die bisherigen Schätzungen übertreffen dürften. Die Nachfrage nach der neuen Plattform scheint also strukturell höher zu liegen als von vielen Marktbeobachtern angenommen.

    Während die öffentliche Diskussion oft um die Instinct-Beschleuniger kreist, entwickelt sich das EPYC-Servergeschäft zum stillen Wachstumstreiber. Die Erlöse in diesem Bereich legten im zweiten Quartal um über 70 % zu, wobei sowohl Absatzmenge als auch die Durchschnittspreise deutlich anzogen. Entgegen mancher Befürchtung werden Server-CPUs nicht von KI-Workloads verdrängt, sondern sind essenzieller Bestandteil der wachsenden Infrastruktur. Agentische KI-Systeme benötigen leistungsfähige Host-Knoten und allgemeine Rechenressourcen. AMD hat seine Marktprognose für Server-CPUs bis 2030 auf 220 Mrd. USD angehoben und rechnet mit einem Umsatzplus von über 80 % in der zweiten Jahreshälfte.

    Die Aktie hat sich nach dem kräftigen Anstieg zu Jahresbeginn in eine Seitwärtsbewegung begeben – ein typisches Muster nach einer starken Rallye. Anleger warten nun auf handfeste Umsatzbestätigungen, die die optimistischen Erwartungen untermauern. Die größten Risiken liegen in möglichen Lieferkettenproblemen bei TSMC, insbesondere bei Substraten und Verpackungskapazitäten. Zudem bleibt der Wettbewerb mit Intel intensiv, auch wenn AMD aktuell die Nase vorne hat. Sollten die Großkunden ihre Kapazitäten wie geplant hochfahren, wäre das Fundament für weiteres Wachstum gelegt. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, nun muss die Produktion mithalten.

    NU E Power - Entwicklungsplattform mit eigenem Dreh

    NU E Power hat sich als spezialisierte Entwicklungsplattform positioniert, die Energieprojekte bereits in der frühesten Phase übernimmt, sie durch den Genehmigungsprozess bis zum Netzanschluss begleitet und sie anschließend an große Infrastrukturinvestoren weitervermittelt. Zusätzlich zu den Verkaufserlösen behält das Unternehmen eine Minderheitsbeteiligung oder Lizenzerträge an seinem Portfolio. Im August unterzeichnete das Unternehmen eine unverbindliche Absichtserklärung zum Erwerb des 145-MWac-Solarprojekts Hays und dessen 61,5-MW- bzw. 123-MWh-Batteriespeicheranlage in Alberta. Nach Abschluss der Hays-Transaktion wäre dies das erste Projekt im vollständigen Besitz des Unternehmens. Der Abschluss der Übernahme steht weiterhin unter dem Vorbehalt von sieben aufschiebenden Bedingungen. Für Hays liegen weder ein unterzeichneter Netzanschlussvertrag noch ein Stromabnahmevertrag oder eine Abnahmevereinbarung vor. Am 25. August wurde John Windsor zum COO ernannt. Er bringt operative Erfahrung aus Unternehmen wie Algonquin Power & Utilities und Northland Power mit. Die Privatplatzierung wurde von 3,0 Mio. CAD auf 3,8 Mio. CAD aufgestockt und am 12. August mit einem Bruttoerlös von insgesamt 3.860.053 CAD abgeschlossen, um die Projektentwicklung zu beschleunigen.

    Darüber hinaus hat NU E Power eine unverbindliche Absichtserklärung zum Kauf eines 29,44 Acre großen Grundstücks in Saskatchewan für 2,7 Millionen CAD unterzeichnet. Allerdings ist das Grundstück derzeit weder für industrielle Nutzung ausgewiesen noch erschlossen. Das Grundstück ist Teil eines größeren Areals in Saskatchewan, für das das Unternehmen bereits Entwicklungsrechte besitzt. Eine Zusammenarbeit mit Luxxfolio zur Bewertung der Energieinfrastruktur für Hosting-, Mining- und Rechenzentrumsanlagen unterstreicht die Fokussierung auf Kunden mit hohem Strombedarf. Die Zusammenarbeit mit Luxxfolio ist eine Vereinbarung zur Bewertung, und jede konkrete Vereinbarung unterliegt einer weiteren Due-Diligence-Prüfung. Das Gesamtportfolio von NU E Power umfasst derzeit 1.112,25 MW brutto und 613,94 MW netto. Nach Abschluss der Übernahme von Hays würde sich das Portfolio auf etwa 1.258 MW Brutto und 760 MW Netto erhöhen. Die Entwicklungsstrategie basiert auf einem schrittweisen Vorgehen und einer meilensteinbasierten Kapitalzuweisung mit klar definierten Phasen von der Machbarkeitsstudie bis zur Baureife.

    Die weltweite Elektrifizierung und die steigende Nachfrage durch KI-Rechenzentren treiben den Bedarf an zuverlässiger Energie voran. NU E Power bedient diesen Markt, indem es Projekte bis zur Baubeschlussphase entwickelt und an langfristige Investoren übergibt, während die Lizenzgebühr pro Kilowattstunde als wiederkehrende Einnahmequelle dient. Die jüngste Einstellung neuer Mitarbeiter und die erweiterte Finanzierung sollen die Umsetzung der Projektpipeline unterstützen. Für Investoren steht in den kommenden Monaten weiterhin das Tempo der Fortschritte bei den einzelnen Projekten im Mittelpunkt.

    Super Micro Computer – zwischen Rekordaufträgen und Cash-Burn

    Der KI-Server-Spezialist hat im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 gezeigt, was in ihm steckt. Die Bruttogewinnmarge stieg auf 17,5 %, nach rund 10 % im Vorquartal. Der bereinigte Gewinn pro Aktie von 1,70 USD lag mehr als doppelt so hoch wie die eigene Prognose. Allerdings stammen rund 75 % dieser Verbesserung aus einem einmaligen Mix aus Kunden- und Produktstruktur. Das Management selbst erwartet für das 1. Quartal 2027 einen Rückgang der Marge auf 10,4 bis 10,8 %. Die Zahlen belegen, dass das Unternehmen profitabel arbeiten kann, aber noch fehlt die Beständigkeit. Für Anleger bleibt die entscheidende Frage, ob Super Micro die Margen langfristig stabil oben halten kann.

    Während der Umsatz im Gesamtjahr um 78 % auf 39 Mrd. USD anzog, verbrannte das Unternehmen im operativen Geschäft 6,8 Mrd. USD an Barmitteln. Die Lagerbestände schossen auf 12,9 Mrd. USD hoch, die Forderungen auf 6,1 Mrd. USD. Beide Positionen wuchsen deutlich schneller als der Umsatz. Das könnte ein cleverer Schachzug gewesen sein, da die Speicherpreise zuletzt immer weiter gestiegen sind. Der operative Cashflow verbesserte sich im 4. Quartal auf plus 747 Mio. USD, doch das ändert nichts am Negativtrend über zwölf Monate. Das Unternehmen finanziert sein Wachstum weiterhin über Kapitalerhöhungen und Schulden, was den Wert für Aktionäre verwässert.

    Die Aussichten für 2027 sind trotzdem positiv. Das Management erwartet einen Umsatz zwischen 65 und 72 Mrd. USD, was einem Wachstum von bis zu 84 % entspricht. Gestützt wird diese Prognose durch Neubestellungen im Wert von über 60 Mrd. USD im 4. Quartal, davon rund 70 % aus KI-Anwendungen. Die jüngste Partnerschaft mit Cisco erweitert zudem den Vertriebsweg für flüssigkeitsgekühlte Systeme, die ab Oktober verfügbar sein sollen. Auch der Abschluss der internen Untersuchung zu mutmaßlichen Exportverstößen sorgt für Klarheit. Das Senior Management wurde teilweise entlastet, der Prozess im November bleibt jedoch ein Risikofaktor. Die Aktie ist derzeit deutlich günstiger als der Branchendurchschnitt bewertet.


    Die KI-Revolution scheitert nicht an Algorithmen, sondern an der physischen Infrastruktur. AMD adressiert dieses Nadelöhr mit der Helios-Plattform als ganzheitlichem Rack-System und profitiert von strukturell steigender Nachfrage, während NU E Power mit seiner Royalty-basierten Entwicklungsplattform die wachsende Stromnachfrage von Rechenzentren monetarisieren will. Super Micro Computer hingegen liefert beeindruckende Umsatzphantasien, verbrennt jedoch weiterhin Milliarden und kämpft mit Margen-Rücksetzern.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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