16.01.2026 | 04:15
KI, Rüstung und Energiekrise - hier geht´s aufwärts mit Schmackes! E.ON, Char Technologies, DroneShield und BayWa
Es geht so weiter, wie es in 2025 aufgehört hat. Der schillernde US-Präsident Trump droht nun Grönland und dem Iran gleichzeitig, Rohstoffe sind weiterhin gefragt und die westliche Industriewelt bangt um ihre Lieferketten. Dass mit stärkerer Nutzung von Künstlicher Intelligenz immer wieder Energiediskussionen auf den Plan kommen, bringt neben etablierten Energieversorgern auch alternative Erzeuger in den Vordergrund der Diskussion. Mit ausgefeilten Geschäftsmodellen lassen sich für Investoren gute Ansätze finden, die in einer fragilen Welt ihre Rechtfertigung erhalten. Wir haben einige Beispiele herausgesucht.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
CHAR Technologies Ltd. | CA15957L1040 , E.ON SE NA O.N. | DE000ENAG999 , DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2 , BAYWA AG VINK.NA. O.N. | DE0005194062
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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E.ON – Mit guten Nachrichten ins neue Jahr
In Sachen Energiewende ganz vorne dabei ist der deutsche Energiedienstleister E.ON. Der DAX-Konzern positioniert sich zunehmend als zentraler Infrastruktur- und Netzbetreiber der Energiewende. Das Geschäftsmodell konzentriert sich klar auf den Ausbau und die Effizienz von Strom- und Gasnetzen, während klassische Erzeugung und Kernenergie keine operative Rolle mehr spielen. Ziel ist es, ein stark von erneuerbaren Energien geprägtes System langfristig tragfähig und stabil zu machen, wobei das Management betont, dass die Transformation nur mit strikter Kostenkontrolle und marktwirtschaftlicher Ausrichtung gelingen kann.
Vorstandschef Leonhard Birnbaum erwartet für 2026 zunächst eine spürbare Entlastung der Endkunden bei Strom- und Gaspreisen. Staatliche Eingriffe bei den Netzentgelten sowie Nachwirkungen der Energiekrise von 2022 dürften dazu beitragen, dass ein Drei-Personen-Haushalt in der Grundversorgung merklich weniger zahlt als im Vorjahr. Diese Phase sinkender Preise sieht das Management jedoch als Übergang, da ab 2027 erneut mit steigenden Kosten gerechnet wird. Auch im Gasbereich dürften die Preise steigen, da fixe Netzkosten auf weniger Nutzer verteilt werden.
Mit rund 1,6 Millionen Kilometern Leitungsnetz nimmt E.ON eine Schlüsselrolle im europäischen Umbau der Energieversorgung ein. Aus Investorensicht steht E.ON für stabile, regulierte Erträge und hohe, langfristig planbare Investitionen. Die jüngste Anleiheemission über 1,6 Mrd. EUR mit langen Laufzeiten und Coupons zwischen 3,4 und 3,9 % unterstreicht den guten Zugang zu den Kapitalmärkten und schafft finanziellen Spielraum für den weiteren Netzausbau. Aber auch die Dividende kann sich mit 4,8 % sehen lassen. Technisch ist der Titel mit Überschreitung der 16,80 EUR nun ausgebrochen. Die Analysten auf der Plattform LSEG erwarten ein durchschnittliches 12-Monats-Kursziel von 16,95 EUR. Sie haben die jüngsten Entwicklungen wohl noch nicht ausreichend kalkuliert. Langfristig ist E.ON ein stabiler und konservativer Depotanker.
Char Technologies - Saubere Energie aus Biomasse auf dem Weg
Wenn es um innovative Ideen für moderne Energie-Konzepte geht, ist das kanadische Cleantechunternehmen Char Technologies sehr gut aufgestellt. Der Newcomer am Markt positioniert sich mit einem integrierten Lösungsansatz für Abfallverwertung, Energieerzeugung und industrielle Dekarbonisierung und adressiert damit mehrere strukturelle Zukunftsmärkte gleichzeitig. Im Zentrum steht die firmeneigene Hochtemperatur-Pyrolyse-Technologie, mit der nicht vermarktungsfähige Holzreste und organische Abfälle in erneuerbares Gas sowie festen Biokohlenstoff umgewandelt werden. Dieser Biokohlenstoff dient als CO2-arme Substitute für Kohle in emissionsintensiven Industrien, während gleichzeitig Abfälle von Deponien ferngehalten werden.
Mit der Inbetriebnahme der ersten kommerziellen Anlage in Thorold erreicht das Unternehmen den Übergang vom Entwicklungs- zum Produktionsstadium. Dort soll kurzfristig eine Jahreskapazität von rund 5.000 Tonnen Biokohlenstoff erreicht werden, was als Proof-of-Concept für die industrielle Skalierbarkeit gilt. Die modulare Anlagenarchitektur ermöglicht einen dezentralen Ausbau, senkt Logistikkosten und erhöht die Attraktivität für regionale Wertschöpfungspartnerschaften. Zur Absicherung der Umsetzung setzt CHAR konsequent auf industrielle Kooperationen, unter anderem mit großen Stahl- und Forstakteuren. Ein zentraler Wachstumstreiber ist das Projekt in Espanola, für das der Infrastrukturpartner BMI bereits eine Finanzierungszusage über 10 Mio. CAD abgegeben hat. Die geplante Anlage soll mit bis zu 50.000 Tonnen Jahreskapazität ein Vielfaches der bisherigen Produktion erreichen und damit den Technologiesprung in den industriellen Maßstab markieren. Der Standort profitiert von vorhandener Infrastruktur und umfangreichen forstwirtschaftlichen Reststoffquellen, was eine schnelle Skalierung begünstigt. Parallel wird die Engineering- und Designphase vorangetrieben, welche die Grundlage für den Übergang in den Bau legen soll.
Ergänzend erschließt das Unternehmen mit der Zerstörung von PFAS-Schadstoffen ein weiteres regulatorisch getriebenes Marktsegment mit hohem Margenpotenzial. Die erfolgreiche Demonstration dieser Technologie unterstreicht die Flexibilität der HTP-Plattform über den Energiesektor hinaus. Finanzierungsseitig stärkt eine kürzlich durchgeführte Privatplatzierung die Liquiditätsbasis für die laufende Projektentwicklung. Weiterer politischer Rückenwind entsteht durch die kanadischen Klimaziele bis 2050, die CO2-arme industrielle Lösungen begünstigen. Vor dem Hintergrund der moderaten Marktbewertung und einer klar sichtbaren Projektpipeline, bietet Char Technologies ein asymmetrisches Chancenprofil für Investoren mit Fokus auf skalierbare Dekarbonisierungs-Lösungen. Seit Januar 2025 hat sich der Marktwert auf über 40 Mio. CAD verdoppelt. Die Story läuft aber gerade erst an!
IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit CEO Andrew White über die Vorhaben in 2026.
https://youtu.be/NM6RiILMS-k?si=w8rN1wpgE_-6stTG
DroneShield und BayWa – Hohe Volatilität freut alle Trader
Der australische Defense-Titel DroneShield zeigt sich in den letzten 3 Monaten sehr volatil. Aufregend gestalteten sich die Querelen um massive Insider- und Mitarbeiterverkäufe als die Umsatzhürde von 200 Mio. AUD erreicht wurde. Bis auf 0,80 EUR fiel der Kurs, nachdem im Oktober noch Kurse von etwa 3,80 EUR an der Tafel zu lesen waren. Doch wie geht es hier nun weiter? Getrieben von Investitionsgedanken für die Verteidigung im Sektor „unbemannte Luftfahrt“ kommt es in der EU und der NATO zu einigen Auftragsvergaben, die das Unternehmen DroneShield zu Jahresbeginn wieder recht gut aussehen lässt. Recht schnell konnte sich die Aktie daher bei massiven Umsätzen vom Tief wieder knapp verdreifachen. Die Skepsis über die nächsten Bonusaktien bleibt jedoch erhalten und auch die Bewertung mit fast 10-fachem Umsatz-Multiplikator lässt Fundamental-Analysten schaudern. Nur für Momentum-Trader interessant!
Bei der BayWa AG kam es im Jahr 2025 zum Schwur. Eine katastrophale Bilanz hat der frühere CEO Klaus Josef Lutz hinterlassen, die nachfolgenden Vorstände müssen sich nun mit womöglich fehlerhafter Bilanzierung herumschlagen. Derzeit kommt es zu staatsanwaltlichen Durchsuchungen und Ermittlungen. Offenbar finden die neuen Aktionäre, die das Sanierungsprogramm mittragen, aber die konsequente Aufarbeitung sehr positiv und kaufen den um über 80 % gestürzten Titel zurück. In nur wenigen Tagen haben Mutige immerhin 40 % Plus seit Jahresbeginn verdienen können. Weiterhin sehr spekulativ!

So eine Volatilität sieht man selten. Während ausgewählte Spezialwerte wie DroneShield und BayWa noch mit den jüngsten Abstürzen zu kämpfen haben, entwickeln sich E.ON und Char Technologies vehement nach oben. Die Reise dürfte hier noch weiter gehen. Wie immer gilt: Eine gute Streuung bewahrt vor größeren Portfoliobewegungen.
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