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11.04.2022 | 04:44

Lithium-Explosion: BYD, Standard Lithium, Edison Lithium – Sprengstoff für die E-Mobilität!

  • Lithium
  • E-Mobilität
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Ob E-Mobilität, Flugzeugtechnologie oder Erneuerbare Energien, so gut wie alle Hightech-Segmente suchen nach dem geeigneten Energiespeicher. Treiber der Entwicklung ist der Klimaschutz, der die Mobilität und Energieerzeugung sowie Verteilung in der Zukunft auf neue Beine stellen wird. Um die E-Mobilität in einen Wirkungsgrad ähnlich der modernsten Diesel-Technologie zu bringen, bedarf es zum einen deutlich umweltschonenderer Verfahren der Batterieproduktion sowie einer massiven Leistungssteigerung. Der Elektroboom sorgt so für einen unfassbaren Sog bei Batteriemetallen allen voran Lithium. Der Preis des weißen Metalls erreichte mit 500% Plus in 24 Monaten zuletzt wieder einen Höchststand. Aber die Produzenten sind rar!

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Edison Lithium Corp | CA28103Q1090 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , BYD CO. LTD ADR/2 YC 1 | US05606L1008

Inhaltsverzeichnis:


    Lithium wird zum Engpassfaktor

    Vor dem Hintergrund der anhaltend hohen globalen Nachfrage nach E-Autos werden viele leistungsfähige Batterien benötigt. Daher plant so gut wie jeder Automobilhersteller mit eigenen Vorgaben, wie mit der Batteriebeschaffung umgegangen wird. BYD, VW, Daimler und Tesla haben bereits eigene Gigafabriken oder planen sie gerade. Lithium ist neben Nickel, Kobalt, Graphit und Kupfer einer der wichtigsten Rohstoff-Bestandteile einer Batterie. Die verfügbaren Produktionsmengen an den Märkten sind jedoch begrenzt. Laut Benchmark Mineral Intelligence dürfte das Defizit von aktuell 26.000 Tonnen Lithiumcarbonat auf über 80.000 Tonnen im Jahr 2024 steigen. Das bedeutet, dass die Preise für das weiße Metall weiterhin hoch bleiben werden und die Suche nach neuen Ressourcen beschleunigt werden muss.

    Standard Lithium – Hier könnte es bald losgehen

    Die Platzhirsche unter den Produzenten können durch die Erweiterung ihrer Bergbaustätten einen Teil der aktuellen Zusatznachfrage befriedigen und verdienen damit prächtig. Weitere Lücken könnte künftig der noch im Aufbau befindliche Explorer Standard Lithium (SLI) schließen, er setzt ein bedeutendes Lithium-Projekt im US-Bundesstaat Arkansas um. Die wesentlichen Investitionen in die Anlage laufen seit 2021 und der Produktionsstart ist für 2023/24 geplant. Das Vorzeigeprojekt der Kanadier trägt den Namen „Smackover“. Hier wird im Süden Arkansas seit über 60 Jahren Sole abgebaut, um Brom und andere Mineralien zu gewinnen. Standard Lithium konzentriert sich unter Mithilfe der deutschen Lanxess-Gruppe nun auf Lithium. Mit der Technologie der direkten Lithiumextraktion (DLE) ist man aktuell ein weltweit führendes Unternehmen.

    Nach der beeindruckenden Rallye und der nachfolgenden Korrektur hat die SLI-Aktie nach 12 Monaten immer noch 185% Kursgewinn auf der Uhr, die Kapitalisierung liegt aktuell bei hohen 1,17 Mrd. EUR. Die Vorschusslorbeeren sind gewaltig, ebenso die Reaktionen auf Zweifel und Gerüchte wie zuletzt in einigen Shortattacken gegen das Unternehmen. Negative Berichterstattung kam zuletzt von Hindenburg Research und schickte die Aktie auf ein vorübergehendes Tief von 4,80 EUR. Nach erfolgreichem Dementi des Managements explodierte der Kurs dann wieder auf knapp 8,20 EUR. Stifel Research votiert mit „Buy“ und einem Kursziel von 13 CAD oder 9,48 EUR. Kaufen sie nur in Schwäche!

    Edison Lithium – Weitere Fortschritte in Argentinien

    Die größten Lithium-Vorkommen auf der Erde finden sich in Südamerika und Australien. Hier tummeln sich auch die großen Produzenten wie Albemarle, Livent, SQM oder Allkem. Um der Rohstoffknappheit zu begegnen, benötigt die Hightech-Branche aber noch weitere Vorkommen, denn Lithium bleibt neben Kupfer einer der wichtigsten Rohstoffe der Mobilitätswende.

    Beim Lithium- und Kobalt Explorer Edison Lithium Corp. (EDDY) gibt es Neuigkeiten zu den Lithiumkonzessionen Salar Antofalla und Salar Pipanaco in Argentinien. Im November 2021 wurde den Bergbaubehörden in Catamarca, Argentinien, ein Bericht über die Umweltverträglichkeitsprüfung für die Prospektionsphase der Exploration vorgelegt. Es handelt sich in Summe um 24 Claims mit einer Fläche von etwa 100.000 Hektar. Der Arbeitsplan umfasst Topografie, Kartierung, geophysikalische Untersuchungen mittels TEM-Methode und Probeentnahmen. Die Ergebnisse der Untersuchungen für die Claims #29 und #30 deuten auf das Vorhandensein einer potenziellen Solezone mit einer Mächtigkeit von mindestens 300 Metern hin. Diese muss nun erbohrt werden, um die Gehalte und Qualitäten zu bestimmen.

    Bergbauministerin Maria Fernanda Avila erklärte jüngst gegenüber Fastmarkets in London: "Präsident Alberto Fernández und die Provinzregierungen sind sich über ihr Engagement im Klaren, die Entwicklung der Lithiumressourcen des Landes zu beschleunigen. Nathan Rotstein, CEO von EDDY, kommentierte: "Argentinien steht derzeit im Rampenlicht, was die Entdeckung von Lithium betrifft, und wir arbeiten rasch und effektiv an einer Identifizierung potenzieller Lithiumressourcen, um von der wachsenden Nachfrage nach Lithiumchemie im Zusammenhang mit dem dynamischen EV-Sektor profitieren zu können."

    Neben der Investition in Argentinien besitzt das Unternehmen auch ein historisches Kobalt-Projekt im kanadischen Ontario, mit Lagerstätten von Gold, Nickel, Kupfer, Blei und Zink. Die EDDY-Aktie steht in Kanada bei 0,13 CAD und wird auch in Deutschland notiert. Mit einer Marktkapitalisierung von nur 11 Mio. EUR kann der Investor hier noch günstig in den Zukunftsmarkt „Batteriemetalle“ investieren.

    BYD – Die Zeichen stehen weiterhin auf Expansion

    „Build your Dreams“ (BYD) gibt weiter Gas! Dies belegen die Absatzahlen für den Monat März, in dem der chinesische Hersteller erstmals mehr als 100.000 E-Fahrzeuge inklusive Plugin Hybride verkauft hat. Das entspricht knapp einer Vervierfachung im Vergleich zum Vorjahr.

    Die Zeichen stehen weiterhin auf Expansion. So wird das nun schon fünfte Werk des chinesischen Elektroautoherstellers am 15. April im Industriepark von Fuzhou offiziell eröffnet. Die neue Fabrik für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben hat eine Gesamtinvestition von knapp 2,2 Mrd. EUR verschlungen und erstreckt sich über eine Fläche von etwa 2 Mio. Quadratmetern, wobei eine jährliche Produktion von 200.000 Fahrzeugen geplant ist. Darüber hinaus kündigte BYD bereits im Dezember an, dass es 1,2 Mrd. EUR in den Bau eines Batterieprojekts für neue Energiefahrzeuge in der Hightech-Zone von Fuzhou investieren wird. Bereits die Jahresproduktion in 2021 kann sich mit einer Steigerung von 218% auf über 604.000 E-Fahrzeuge sehen lassen.

    Aus dem Protokoll des letzten BYD-Investorentreffens ging kürzlich hervor, dass der kumulierte Auftragsbestand des Unternehmens 400.000 Fahrzeuge erreicht hat und jeden Monat stark zunimmt. Der neue Industriepark in Fuzhou wird die Schwierigkeiten des Unternehmens, die Nachfrage zu befriedigen, etwas abmildern können. Die BYD-Aktie hat den Ukraine-Schock mit einem 30% Anstieg unmittelbar wettgemacht, muss aber nun technisch über 30 EUR steigen, um mittelfristige Kaufsignale zu generieren. Die australische Bank Macquarie senkt ihr Kursziel derweil um 16% auf 32,40 EUR.


    Die Verteuerung bei fossilen Rohstoffen wirkt wie ein Katalysator für die E-Mobilität. Das setzt den Lithium-Markt weiter unter Starkstrom. BYD und Standard Lithium sind bekannte Big Caps im Sektor, Edison Lithium schreitet mit seinem Explorationsprogramm voran und ist günstig.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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