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21.05.2024 | 05:10

Lynas, Almonty Industries, General Motors - Eskaliert der Handelskrieg?

  • Handelskrieg
  • China
  • Kritische Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Die Aktienmärkte befinden sich weiterhin auf Rekordjagd. Der Dow Jones Industrial erklomm zum ersten Mal in seiner Geschichte die Marke von 40.000 Punkten, der DAX steht ebenfalls vor dem Bruch der 19.000er Schallmauer. So weit so gut, könnte man sagen. Doch im Hintergrund braut sich in Bezug auf den Handelskrieg zwischen den USA und China etwas zusammen, was zukünftig enorm auf die Margen der Unternehmen drücken könnte. Dadurch dürften vor allem kritische Rohstoffe vor dem Beginn eines starken Aufwärtsimpulses stehen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , LYNAS CORP. LTD | AU000000LYC6 , GENERAL MOTORS DL-_01 | US37045V1008

Inhaltsverzeichnis:


    Biden erhöht Druck auf Chinas E-Autoindustrie

    Der Wahlkampf für die US-Präsidentschaftswahl im November hat längst begonnen und der amtierende Amtsträger Joe Biden versucht alles, um seine zweite Amtszeit zu sichern. Langfristig dürfte die angekündigte Aktion, die Zölle auf alle Arten von Waren, von Elektrofahrzeugen über Solarzellen bis hin zu Halbleitern und Medizinartikeln zu erhöhen, nach hinten los gehen.

    Denn, nachdem die Nachricht, dass die Sonderzölle auf chinesische Elektroautos von 25 % auf 100 % erhöht werden sollen, über den Äther geschickt wurde, drohte das Reich der Mitte bereits mit Konsequenzen. Laut einer Mitteilung des Pekinger Handelsministeriums hieß es: „Die USA sollten ihre falschen Praktiken sofort korrigieren und die gegen China verhängten Zusatzzölle aufheben.“ China werde „entschlossene Maßnahmen ergreifen, um seine eigenen Rechte und Interessen zu verteidigen“.

    Kurzfristig dürften die Schritte greifen und die heimische US-Autoindustrie stützen. Neben dem Marktführer Tesla, das vier Gigafactories zur Produktion seiner Elektroautomobile in den USA unterhält, dürften die von Morgan Stanley auf „Übergewichten“ gesetzten US-Autobauer Ford und General Motors profitieren.

    Druckmittel Rohstoffe

    Eine Trumpfkarte, welche die chinesische Regierung im Rahmen des Handelskrieges mit den Vereinigten Staaten spielen könnte, ist der Exportstopp von Rohstoffen, die von strategischer Bedeutung für die wirtschaftliche und militärische Sicherheit des Westens sind. So besitzt das Reich der Mitte ein Quasi-Monopol auf die Wertschöpfungskette bei seltenen Erdmetallen, die als „technologische Gewürzmetalle“ in Katalysatoren, Legierungen, Magneten, Solaranlagen und Computern verbaut werden. Neben weitere Rohstoffe wie Kobalt, Lithium und Wolfram sind Seltene Erden elementar für die Zukunft der Energiewende. Ohne diese Stoffe würden zum heutigen Stand keine vollelektrischen Autos, Batterien und vernetzte Industrie 4.0-Anwendungen funktionieren.

    Noch dramatischer ist die Lage, wenn man einen Sektor hinzunimmt, der sich seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine in den Mittelpunkt geschoben hat. Denn die oben erwähnten Technologien besitzen auch in der Rüstungsindustrie eine enorme Wichtigkeit in Bezug auf den Aufbau moderner und vernetzter Hightech-Armeen.

    Hier ist der Bedarf an seltenen Erdmetallen enorm. Beispiele dafür: In einem amerikanischen Unterseeboot der Virginia-Klasse sind rund 4 t verbaut, ein Kampfjet des Typs F-35 benötigt immerhin 400 kg des kritischen Rohstoffs. Seit Jahren versucht die westliche Welt, die Abhängigkeit zu drosseln. Zwar sind aktuell neben der Mountain Pass-Mine in Kalifornien auch die australischen Minen von Lynas in Betrieb. Die Wertschöpfungskette vom Abbau zur Aufbereitung bis zur Raffination und Produktion von Seltenerdmetallen und -legierungen liegt jedoch weiterhin zu über 90 % in China.

    Almonty Industries – Entspannung aus dem Westen

    Ähnlich dramatisch wie bei Seltenen Erden ist die Lage bei Wolfram, das aufgrund seiner ultra-harten und hitzebeständige Oberflächen als Schwungmasse, Gegengewicht oder Schwingungsdämpfung in Luftfahrt-, Automobil-, Sport- und Telekommunikationstechnik genutzt wird. Deutlich über 80 % des Wolframs werden ebenfalls in China geschürft, wodurch auch hier eine enorme Abhängigkeit besteht.
    Mit dem Wiederaufbau seiner Mine in Südkorea schafft Almonty Industries jedoch eine deutliche Entspannung am Weltmarkt.

    Die Sangdong-Mine soll bei Vollauslastung nämlich 30 % der weltweiten Versorgung außerhalb Chinas tragen. Bereits zum Ende des laufenden Jahres soll der Produktionsstart erfolgen, mit einer jährlichen Produktion von 2,3 Mio. t Wolframoxid, die Schritt für Schritt auf 4,8 Mio. t ausgebaut werden soll. Die Lebensdauer der Mine wird auf 90 Jahre taxiert. Für die ersten 15 Jahre liegt zudem ein Abnahmevertrag mit der Plansee-Gruppe vor, einem der global führenden Wolframanbieter, der Almonty Industries einen Cashflow in Höhe von 590 Mio. USD sichert. Zudem ist die Plansee-Gruppe der größte Einzelaktionär. Zu den Beteiligten zählt auch die Deutsche Rohstoff AG.

    Neben Südkorea betreibt das kanadische Unternehmen Liegenschaften in Spanien und Portugal. Bei den Zahlen zum ersten Quartal konnte vermeldet werden, dass die Panasqueira-Mine in Portugal ein durchgehend positives EBITDA erzielte. Insgesamt setzen die Kanadier die Bereinigung ihrer Bilanz fort, indem langfristige Schulden in Höhe von über 9 Mio. CAD in Aktien des Unternehmens umgewandelt werden und die Fälligkeit weiterer langfristiger Schulden in Höhe von 21,2 Mio. CAD auf März 2027 vorverlegt werden.

    Je näher sich der Abschluss der Bauarbeiten nähert, desto interessanter dürfte der mit 182,09 Mio. CAD bewertete Rohstoffproduzent werden. Dass Almonty Industries auf Spur ist, zeigt die Tatsache, dass die Inanspruchnahme der Kreditfazilität der KfW IPEX-Bank in Höhe von 75,1 Mio. USD pünktlich und wie geplant erfolgen soll und die siebte und achte Inanspruchnahme in Kürze geplant ist.


    Der Handelskrieg zwischen den USA und China dürfte mit der Anhebung der Zölle auf Elektroautos eine neue Stufe erreichen. China könnte mit einem Exportstopp auf seltene Erdmetalle und Wolfram reagieren. Profiteure sind dabei die Produzenten der westlichen Welt. Mit Produktionsstart der Mine in Südkorea durch Almonty Industries sollte sich die Abhängigkeit zu China beim Asset Wolfram deutlich entspannen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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