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30.09.2026 | 05:30

Micron, Kobo Resources, MP Materials – Aktien mit anstehenden Katalysatoren aus den Bereichen KI, Gold und Seltenen Erden

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Bildquelle: Pixabay

Die Börse handelt Erwartungen. Bis zum Jahreswechsel stehen bei drei Unternehmen aus unterschiedlichen Ecken des Marktes Termine an, die die Erwartungen neu setzen können. Künstliche Intelligenz hat die Nachfrage nach Speicherchips kräftig angeheizt. Die Quartalszahlen am 30. September zeigen, wie viel davon hängen bleibt. Bei einem Goldexplorer steht die erste Mineralressourcenschätzung an mit der Frage wie viel Edelmetall im Boden steckt. Und zum 1. Januar werden die Einkaufsregeln des Pentagons für Magnete strenger, was Herstellern mit einer Lieferkette außerhalb Chinas in die Karten spielen könnte. Wir sehen uns daher Micron Technology, Kobo Resources und MP Materials genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: MICRON TECHN. INC. DL-_10 | US5951121038 , KOBO RESOURCES INC | CA49990B1040 | TSXV: KRI , MP MATERIALS CORP | US5533681012 | NYSE: MP

Inhaltsverzeichnis:


    Micron Technology – Rekordausblick vor dem 30. September

    Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz gewinnt Speicher an strategischem Wert. Das zeigt sich bei Micron Technology. Im 3. Geschäftsquartal kam der Konzern aus Boise auf einen Umsatz von 41,46 Mrd. USD. Im Vorjahresquartal waren es zum Vergleich lediglich 9,30 Mrd. USD. Für das 4. Quartal stellte das Management 50,0 Mrd. USD in Aussicht, plus oder minus 1,0 Mrd. USD, bei einer Bruttomarge von etwa 86 %. Hochleistungsspeicher der Generation HBM4 liefert man für die Plattform von einem der wichtigsten Kunden bereits in großen Stückzahlen aus. Der Umsatz ist dementsprechend durch die Decke geschossen.

    Zugleich treibt Micron neue Vorhaben voran. Am 13. August legte die Investmentsparte Micron Ventures einen neuen Fonds über 250 Mio. USD auf, der in Startups und andere Unternehmen rund um künstliche Intelligenz investiert. Eine Woche später kündigte der Konzern die Micron Research Labs an. In das Forschungszentrum mit Kernstandort in Boise, Partnerschaften und weitere Labore sollen über die nächsten zehn Jahre 10 Mrd. USD fließen. Am 15. September folgte ein Speichermodul mit 512 GB für Server, das AMD und Intel derzeit validieren. In Serie gehen soll es im zweiten Halbjahr 2027.

    Am 30. September legt Micron die Zahlen zum 4. Quartal vor. Dann zeigt sich, ob der eigene Ausblick hält. Erreichen die Amerikaner die angepeilten 50,0 Mrd. USD, übertreffen sie den Rekordumsatz aus dem 3. Quartal deutlich. Wichtig wird auch, was das Management zum neuen Geschäftsjahr sagt. Allerdings hat Micron zusätzlich zu den Research Labs Investitionen von mehr als 250 Mrd. USD in Fertigung und Forschung in den USA zugesagt. Solche Summen müssen sich erst über Jahre auszahlen. Die Messlatte liegt daher hoch.

    Kobo Resources – hochgradige Treffer vor der ersten Ressourcenschätzung

    Für einen Goldexplorer zählt zuerst die Lage. Kobo Resources bohrt in der Elfenbeinküste direkt neben einer der größten Goldminen der Region, die bereits über Verarbeitungsanlagen verfügt. Das Projekt Kossou liegt etwa 20 km nordwestlich von Yamoussoukro und gehört den Kanadiern zu 100 %. Auf mehr als 9 km Streichlänge deuten Bodenuntersuchungen auf erhöhte Goldwerte hin. Bislang hat man dort mehr als 51.000 m gebohrt. Aktuell sind zwei Bohrgeräte im Einsatz. Auch die Metallurgie stimmt. In Tests von SGS Canada Inc. lag die Goldausbeute im Schnitt bei etwa 97 %.

    Am 3. September hat Kobo neue Ergebnisse aus dem Norden der Road Cut Zone veröffentlicht. Vor allem ein Wert springt ins Auge. Ein Bohrloch lieferte 1,0 m mit 68,60 g/t Gold. Dasselbe Loch brachte 5,0 m mit 4,55 g/t, darin 1,0 m mit 17,60 g/t. In anderen Löchern kamen 2,0 m mit 7,75 g/t und 7,0 m mit 2,25 g/t hinzu. Die Bohrungen verteilen sich auf etwa 200 m Streichlänge, die Vererzung ist nach Norden und in der Tiefe weiter offen. Laut CEO Edward Gosselin zeigen die Treffer, wo die Zone noch wachsen kann.

    Im 4. Quartal soll die erste Ressourcenschätzung für Kossou folgen. Das ist ein Meilenstein, denn aus vielen einzelnen Bohrergebnissen wird dann eine belastbare Zahl. Dann lässt sich erstmals beziffern, wie viel Gold im Boden steckt. Was bisher auf dem Tisch liegt, stimmt zuversichtlich. Die hochgradigen Treffer, die gute Goldausbeute in den Tests und die Nähe zu einer großen Mine sprechen für das Projekt. Gelingt den Kanadiern eine überzeugende Mineralressourcenschätzung, könnte das den Blick auf das Unternehmen ziehen. Die Schätzung könnte der große Wurf werden.

    MP Materials – mehr Seltene Erden, kleinerer Verlust

    Das Pentagon verschärft seine Regeln für Magnete aus Seltenen Erden. Ab dem 1. Januar 2027 schließt es bei bestimmten Typen China, Russland, Nordkorea und Iran auf der gesamten Lieferkette aus, von der Mine bis zum fertigen Magneten. MP Materials aus Las Vegas fördert und verarbeitet die Rohstoffe in Mountain Pass in Kalifornien und beginnt, in Fort Worth in Texas Magnete herzustellen. Über Project Swarm bündelt man die Nachfrage der Drohnenindustrie und hat Verträge mit mehreren Kunden aus den USA und verbündeten Ländern geschlossen. Hinzu kam ein langfristiger Abnahmevertrag für Gadolinium mit einem neuen amerikanischen Kunden aus Luftfahrt und Verteidigung.

    Am 6. August legte MP Materials die Zahlen zum 2. Quartal vor. Der Umsatz stieg auf 108,49 Mio. USD, nach lediglich 57,39 Mio. USD im Vorjahresquartal. Produziert wurden 840 t NdPr nach 597 t, verkauft sogar 1.006 t nach 443 t. Das bereinigte EBITDA drehte mit gut 28,49 Mio. USD ins Plus, nachdem ein Jahr zuvor ein Minus von knapp 12,54 Mio. USD angefallen war. Unter dem Strich blieb ein Verlust von rund 20,3 Mio. USD nach 30,87 Mio. USD. Operativ ist das Unternehmen auf dem richtigen Weg.

    Doch nicht alles lief rund. Im Magnetgeschäft sank der Umsatz um 17 % auf 16,5 Mio. USD. Finanziell steht der Konzern mit Barmitteln und kurzfristigen Anlagen von 1.452,64 Mio. USD zum 30. Juni solide da. Gelingt es MP Materials, die Magnetfertigung hochzufahren, könnte die strengere Regel des Pentagons dem Konzern Aufträge bringen. Ein Risiko bleibt China. Laut Reuters verhandelt die staatliche China Rare Earth Group über eine Übernahme von Shenghe Resources, das an MP beteiligt ist. Shenghe dementierte, dass der Hauptaktionär seine Anteile übertragen wolle. Ein chinesischer Staatskonzern im Aktionärskreis wäre ein Unsicherheitsfaktor.


    Die kommenden Monate liefern bei allen drei Unternehmen neue Anhaltspunkte. Micron Technology hat sich mit Speicher für künstliche Intelligenz eine starke Stellung erarbeitet und muss am 30. September zeigen, dass der eigene Rekordausblick hält. Kobo Resources hat mit hochgradigen Treffern und einer guten Goldausbeute vorgelegt. Mit der ersten Ressourcenschätzung im 4. Quartal könnte Kossou den nächsten großen Schritt machen. MP Materials hat operativ die Wende geschafft, im Magnetgeschäft fehlt aber noch Schwung. Die strengere Regel des Pentagons könnte den Amerikanern zusätzlichen Rückenwind geben. Alle drei haben etwas vorzuweisen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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