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03.01.2022 | 05:10

Nel Asa, dynaCERT, Plug Power – Die Wiederauferstehung der Wasserstoff-Aktien

  • Wasserstoff
  • Brennstoffzelle
Bildquelle: pixabay.com

Das vergangene Jahr 2021 war alles andere als ein Erfolgreiches für Aktien aus dem Wasserstoff- und Brennstoffzellensektor. Die Zeichen standen nach einem fulminanten Boom im ersten Jahr des Jahrzehnts auf Korrektur. Im Hinblick auf die Energiewende und der Wichtigkeit der Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie könnte jedoch gerade diese Branche im neuen Jahr eine Wiederauferstehung erleben. Erst kürzlich gab das von dem Grünen-Politiker Robert Habeck geleitete Bundeswirtschaftsministerium 900 Mio. EUR für das Förderinstrument „H2Global“ frei.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT – Wann kommt der Roll-out?

    Ja, Sie haben Recht. Oft haben wir im vergangenen Jahr auf die Chancen der höchstinnovativen und patentierten Technologie von dynaCERT und den Chancen aufgrund der Restriktionen zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Transportverkehr hingewiesen. Die Aktie des kanadischen Unternehmens kannte hingegen besonders im zweiten Halbjahr nur den Gang Richtung Süden. Aktuell liegt der Börsenwert von dynaCERT bei 55,78 Mio. EUR, der Kurs hat sich seit dem Zwischenhoch bei 0,28 EUR noch einmal halbiert.

    Dabei sind die Zukunftsaussichten im Hinblick auf den Gesamtmarkt als auch der Technolgie weiterhin gegeben. Allein in Deutschland müssten bis zum Jahr 2030 ca. 250.000 der ca. 340.000 zugelassenen LKW klimaneutral sein, sofern die Logistikbranche die gesetzlichen CO2-Reduktionsziele erreichen will, in Europa sind es 2,3 Mio. Einheiten.

    dynaCERT dagegen verfügt mit der Carbon Emission Reduction Technology, kurz CERT, mit 5 global gesicherten Patentfamilien den Schlüssel. Eingesetzt wird das daraus entstandene Produkt HydraGEN in Verbrennungsmotoren, vornehmlich noch in schweren Fahrzeugen. Dabei produziert die Elektrolyseeinheit Wasser- und Sauerstoff und optimiert so die Kraftstoffverbrennung, wodurch sowohl eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs, und was noch wichtiger ist, eine drastische Reduzierung der Emissionen von bis zu 19% zur Folge hat.

    Zudem wurde mit HydraLytica eine intelligente Software entwickelt, die den Verbrauch aufzeichnet und analysiert. Das eingesparte CO2 können die Fuhrparkunternehmen in entsprechende Zertifikate umwandeln und verkaufen. Dadurch, dass der Vertrieb inzwischen weltweit auf knapp 40 Länder erweitert wurde, könnte dynaCERT 2022 positiv überraschen und der Kurs zurück in Nordrichtung finden.

    Nel Asa – Der Massenmarkt ruft

    Die Politik, nicht nur die deutsche Bundesregierung, sieht in grünem Wasserstoff das fehlende Puzzleteil für die Energiewende. Die neue Regierung will schnell eine Wasserstoff-Industrie mit einer Elektrolyse-Leistung von zehn Gigawatt bis 2030 aufbauen. Vorrangig soll er mit Hilfe von erneuerbaren Energien als grüner Wasserstoff erzeugt werden. Die Größte zu bewältigende Aufgabe ist der hohe Preis von Wasserstoff, dem Gas, das mit einem Massenanteil von etwa 70% das häufigste chemische Element im Universum ist.

    Die Lösung für eine drastische Preissenkung ist die Produktion von grünem Wasserstoff. Dieser wird durch Elektrolyse von Wasser hergestellt, wobei für die Elektrolyse ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien zum Einsatz kommt. In Verbindung mit dem Ausbau der Wind- und Solarenergie könnten die Gewinnungskosten dadurch in den nächsten Jahren massiv gedrückt werden, und das CO2-neutrale Gas wäre auf lange Sicht noch günstiger als fossile Energieträger wie Benzin oder Diesel.

    Das norwegische Unternehmen Nel Asa ist in diesem Gebiet einer der herausragenden Player am Markt. Nel Asa realisiert seine Anlagen in Kooperation mit zahlreichen Unternehmen. Dazu gehören unter anderem der US-Lastwagenbauer Nikola Motor und der Düngemittelhersteller Yara International, auch Hyundai gehört zur Klientel der Norweger.

    Die Marktkapitalisierung liegt trotz einer scharfen Korrektur von über 50% immer noch bei ambitionierten 1,46 Mrd. EUR. Das Großprojekt in Heroya könnte der Aktie im nächsten Jahr deutlich Rückenwind verschaffen. Durch die Ausweitung der Elektrolyseur-Kapazität sollen nach Fertigstellung anstatt aktuell 40 MW dann im ersten Schritt bis zu 500 MW grüner Wasserstoff pro Jahr produziert werden können. Zusätzlich soll es in Heroya so viel Raum geben, dass die Elektrolyseur-Kapazität Nel Asas in Norwegen auf 2 GW pro Jahr erweitert werden könnte.

    Plug Power in Asien fündig

    Im Bereich der Brennstoff-Zellentechnologie ist Plug Power eines der global führenden Unternehmen und entstand bereist 1997 aus einem Joint Venture zwischen dem Energieversorger DTE Energy und dem Messtechnikhersteller Mechanical Technology. Der Konzern entwickelt und fertigt Brennstoffzellen für Anwendungen in der Elektromobilität, dem Betrieb von Flurfördergeräten und den stationären Einsatz in Notstromanlagen.

    Um die Expansion in die asiatischen Märkte zu beschleunigen, gaben die US-Amerikaner vor kurzen eine Kooperation mit dem südkoreanischen Unternehmen Edison Motors bekanntgegeben, um gemeinsam Brennstoffzellen- Stadtbusse zu entwickeln. Dabei soll der 125-kW-ProGen-Brennstoffzellenmotor von Plug Power die Elektrobus-Plattform von Edison Motors mit Strom versorgen.

    Obwohl der aktuelle Aktienkurs aus technischer Sicht noch nicht zum Einstieg reicht, sind die langfristigen Aussichten für Plug Power als positiv zu werten. Gerade im Transportverkehr dürfte sich die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie gegenüber den Stromern durchsetzen. Wasserstoff besitzt eine hohe Energiedichte von 33,33 kWh/kg und verfügt damit über fast so viel Energie wie 3kg Benzin. Die Lithium-Ionen-Batterie im Vergleich kommt auf maximal 0,5 bis 0,6 kWh/kg. Dadurch ermöglicht die Brennstoffzelle höhere Reichweiten und kürzere Tankzeiten. Zudem ist der Umstieg auf mit Batterie-betriebene Schwerlastfahrzeuge für den Betreiber unrentabel.


    Grüner Wasserstoff könnte das fehlende Puzzleteil für die Energiewende werden. Obwohl sich sowohl Nel Asa als auch Plug Power noch in der Korrektur befinden, besitzen beide Unternehmen langfristig großes Potenzial. Bei dynaCERT könnten positive Nachrichten im Hinblick auf den lange erwarteten Roll-out den Kurs zum Laufen bringen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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