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19.01.2023 | 04:45

NEL nach dem ITM Power-Schock: Besser auf BioNTech und Alpina Holdings setzen?

  • Wasserstoff
  • Immobilien
  • Dividende
  • Biotechnologie
Bildquelle: Nel ASA

Das Jahr 2022 war nicht das Jahr der Wachstumsaktien. Ändert sich dies 2023? Der positive Start in das laufende Jahr zeigt, das die Chancen dafür durchaus gut stehen. Allerdings nicht im Wasserstoff-Bereich. Die erneute Warnung von ITM Power belastet den gesamten Sektor und schürt die Angst, dass NEL, Plug Power & Co. auch in 2023 die vollen Auftragsbücher nicht abarbeiten können. Da kann sich ein Blick auf andere Branchen lohnen. Beispiel: Alpina Holdings aus Singapur. Das Unternehmen wächst zweistellig und die Bewertung ist sensationell günstig. Auch BioNTech will weiter expandieren. Goldman Sachs erwartet für 2023 einen starken Newsflow aus der Krebs-Pipeline.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , ITM POWER PLC LS-_05 | GB00B0130H42 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , ALPINA HOLDINGS LIMITED | SGXE21011833

Inhaltsverzeichnis:


    Alpina Holdings: Börsenneuling mit sensationell günstiger Bewertung

    Unternehmen die neu an der Börse sind müssen sich nicht über einen bekannten Markennamen oder ein spektakuläres Geschäftsmodell verfügen, müssen sich die Aufmerksamkeit durch Anleger erarbeiten. Dies braucht manchmal mehr Zeit als gedacht. Nur so ist eigentlich der Kurs und die Bewertung der Alpina Holdings zu erklären. Das Unternehmen ist seit 2022 an der Singapore Exchange notiert und inzwischen auch an der Börse Frankfurt. Das Geschäftsmodell ist alles andere als neu, sondern seit Jahren bewährt und profitabel.

    So ist man seit 17 Jahren als Immobilien- und Baudienstleistungs-Unternehmen in Singapur aktiv und damit in einem der attraktivsten Immobilienmärkte der Welt. Das Geschäftsmodell ist rund um Immobilien diversifiziert und umfasst integrierte Gebäudedienstleistungen (IBS), mechanische und elektrische (M&E) Ingenieurdienstleistungen sowie Umbau- und Ergänzungsarbeiten (A&A) für Projekte des öffentlichen und privaten Sektors. Der Großteil der Kunden kommt aus dem öffentlichen Sektor. Insbesondere der Bereich IBS zeichnet sich durch Wachstum und mehrjährige Verträge aus. Im Jahr 2021 hat Alpina 36,4 Mio. EUR umgesetzt und dabei einen Gewinn von 6,5 Mio. EUR erwirtschaftet. Bei einem aktuellen Kurs von 0,12 EUR liegt die Marktkapitalisierung bei rund 20 Mio. EUR und zum 30. Juni 2022 verfügte die Gesellschaft über liquide Mittel in Höhe von rund 9 Mio. Euro. Auch wenn für 2022 ein deutlicher Gewinnrückgang – unter anderem aufgrund der IPO Kosten – zu erwarten ist, ist die Bewertung dennoch sensationell günstig. Darüber hinaus hat das Management bereits angekündigt, dass für 2022 und 2023 mindestens 50% der Gewinne in Form einer Dividende an Aktionäre ausgeschüttet werden sollen.

    Alpina-CEO Low Siong Yong: "Für die Zukunft sind wir weiterhin von der Stärke unseres Geschäftsmodells als integrierter Facility-Spezialist überzeugt. In Verbindung mit unserer starken finanziellen Position haben wir auch die geschäftliche Flexibilität, um attraktive Wachstumschancen mit differenzierten Angeboten zu verfolgen, wie zum Beispiel unser Projekt im Bereich der erneuerbaren Energien."

    NEL: Ist ITM Power die Ausnahme?

    Die Warnung von ITM Power zum Wochenbeginn hat den gesamten Wasserstoff-Sektor belastet. Zwar leidet das britische Unternehmen unter vielen hausgemachten Problemen, dennoch kommen Anleger die Befürchtung, dass die gesamte Branche das Wachtumschancen nicht auf die Straße bekommt. Es erinnert an 2022, als die Branche von einem Förderungspaket nach dem anderen profitierte. Wasserstoff – insbesondere grüner – gilt praktisch weltweit als eine wichtige Säule für den Energiemix der Zukunft. Doch die operative Entwicklung, auch von Branchenführern wie NEL und Plug Power, hat mit niedrigem Umsatzwachstum und hohen Verlusten enttäuscht. Dies soll sich 2023 ändern.

    Hier die Situation bei ITM Power: Der Elektrolyse-Spezialisten aus Großbritannien hat eine Umsatz- und Gewinnwarnung für das Geschäftsjahr 2022/23 (Ende 30.04.) veröffentlicht. Der Umsatz soll niedriger und der EBITDA-Verlust höher als erwartet ausfallen. Gründe seien bisher nicht berücksichtigten Lieferverzögerungen bei Kundenverträgen, zusätzlichen Kosten und Abschreibungen auf Vorräte. Alle Probleme sein "überwindbar", so das Unternehmen. "Das ist die Herausforderung, die ich erwartet habe, als ich zu ITM kam", sagte der neue CEO Dennis Schulz. "Damit sich das Unternehmen von einem F&E- und Prototyping-Unternehmen zu einer ausgereiften Lieferorganisation entwickeln kann, benötigen wir ein solideres Fundament." Die Analysten von Berenberg zeigten sich von dieser jüngsten Hiobsbotschaft enttäuscht. Der Wechsel des CEOs sei richtig, um das Unternehmen neu auszurichten und verlorenes Vertrauen zurück zu gewinnen, werde jedoch Zeit brauchen. Als Hintergrund: Bereits in 2022 hatten die Briten mehrfach die Prognosen gesenkt.

    Entsprechend verunsichert sind Anleger bei anderen Wasserstoff-Unternehmen wie NEL ASA. Auch NEL hatte im Jahr mit Problemen in den Lieferketten und niedriger als erwarteten Umsätzen zu kämpfen. Auch die hohen operativen Verluste muss man endlich in den Griff bekommen. Offizielle Zahlen zum Q4 2022 sollen am 28. Februar veröffentlicht werden. Nach dem jüngsten Branchenschock hat sich noch kein Analysten zu NEL zu Wort gemeldet. Zuletzt hatte Jefferies hat das Kursziel für die Aktie nach Norweger nach von 19 auf 20 NOK angehoben. Die Auftragsbücher für 2023 seien voll. Aber man muss sie halt auch effizient abarbeiten.

    BioNTech: Goldman Sachs nennt Kursziel von 177 USD

    An BioNTech ist die Neujahrsrallye bisher vorbeigegangen. Dabei dürfen sich Anleger im laufenden Jahr auf einen regen Newsflow freuen. Dass sieht auch Goldman Sachs so und hat das Kursziel von 177 USD erneuert. Derzeit notiert die Aktie bei knapp unter 143 USD. Allerdings stehen für die Analysten die Einnahmen durch den COVID-19-Impstoff noch im Fokus und diese sind eher Rückläufig. Dennoch weisen sie auf die zahlreichen anstehenden Studienergebnisse zu andere Infektionskrankheiten und Krebs hin. Der Fokus von BioNTech selber liegt auf der Krebsforschung. Die Pipeline der Mainzer umfasst 19 Produktkandidaten in 24 laufenden klinischen Studien. Dennoch steht BioNTech derzeit etwas im Schatten von Moderna. Der US-Wettbewerber will noch im ersten Halbjahr 2023 für einen RSV-Impfstoff die Zulassung beantragen. Die Phase-3-Studie sei vielversprechend. Untersucht wurde die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen RSV-bedingte Erkrankungen der unteren Atemwege mit zwei oder mehr Symptomen. Das Sicherheitsprofil sei ebenfalls sehr gut gewesen. An der Studie nahmen etwa 37 000 Menschen ab 60 Jahren aus 22 Ländern teil. Auf solche News warten nun auch BioNTech-Aktionäre.


    Im Wasserstoffsektor wird sich im laufenden Jahr die Spreu vom Weizen trennen. Für steigende Aktienkurs braucht es bei NEL & Co. steigende Umsätze und zumindest – wenn schon keine Gewinne – sinkende Verluste. Bei Börsenneuling Alpina kann sich ein Einstieg lohnen. Das Geschäftsmodell ist etabliert und das Unternehmen könnte sich zur Dividendenperle entwickeln. Bei BioNTech warten Aktionäre auf die ersten Studienergebnisse.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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