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30.09.2026 | 05:20

Newmont, DRC Gold, Agnico Eagle – Chinas Goldimporte übertreffen schon jetzt das ganze Vorjahr

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Bildquelle: Pixabay

Mehr als 1.000 Tonnen Gold hat China von Januar bis August eingeführt. Das ist mehr als im gesamten Jahr 2025, wie jüngste chinesische Zolldaten zeigen. Auch die Zentralbank in Peking stockt ihre Goldreserven seit 22 Monaten in Folge auf. Die Nachfrage aus Fernost spielt vor allem den großen Produzenten in die Karten. Den Nachschub von morgen suchen Explorer etwa im Nordosten der DR Kongo, wo mit Kibali eine der größten Goldminen Afrikas läuft. Wer wachsen will, braucht eigene Projekte in der Pipeline. Wir sehen uns daher mit Newmont, DRC Gold und Agnico Eagle drei Goldunternehmen an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066 , DRC GOLD CORP. | CA23347H1064 | CSE: DRC , AGNICO EAGLE MINES LTD. | CA0084741085

Inhaltsverzeichnis:


    Newmont – Frieden in Nevada für 1,95 Mrd. USD

    Newmont bezeichnet sich selbst als weltweit führendes Goldunternehmen. Der Konzern wurde 1921 gegründet, ist seit 1925 börsennotiert und bis heute der einzige Goldproduzent im S&P 500. Neben Gold holt man auch Kupfer, Zink, Blei, Silber und Molybdän aus der Erde. Gold bleibt dabei der Kern des Geschäfts. Bleibt die Nachfrage aus Fernost so hoch wie zuletzt, könnte der Branchenriese zu den ersten Adressen gehören, die davon profitieren. Größe allein reicht allerdings nicht. Entscheidend ist, wie viel vom Goldpreis am Ende hängen bleibt.

    Am 10. August haben Newmont und Barrick alle offenen Streitigkeiten um ihr Gemeinschaftsunternehmen in Nevada beigelegt. Gemeinsam betreiben beide dort die Nevada Gold Mines. Nun bringen sie weitere Projekte ein. Newmont steuert Fiberline und Mike bei, Barrick das Projekt Fourmile. Zum Ausgleich zahlt Newmont 1,95 Mrd. USD an den Partner. Zugleich wurde der Vertrag modernisiert und die Mitsprache neu geregelt. Außerdem stimmte Newmont dem geplanten Börsengang von Barricks nordamerikanischen Minen zu. Beide Seiten wollen so den Wert des Gemeinschaftsunternehmens voll ausschöpfen. Der Weg ist damit für Barrick Mining frei, es bleibt allerdings fraglich, ob man den Börsengang wirklich noch dieses Jahr umsetzen kann.

    Personell hat man sich ebenfalls verstärkt. Seit dem 1. September sitzt Peter Beaven, von 2015 bis 2021 Finanzchef von BHP, im Verwaltungsrat. Konzernchefin Natascha Viljoen zufolge ist seine Expertise wertvoll, um das Portfolio weiter diszipliniert zu steuern. Am 28. September floss zudem die Quartalsdividende von 0,26 USD je Aktie an die Anteilseigner. Die Zahlung an Barrick Mining belastet allerdings die Kasse. Gelingt es, die zusätzlichen Projekte in Nevada zügig voranzubringen, könnte sich der Preis lohnen. Mehr Klarheit bringen die Zahlen zum 3. Quartal am 22. Oktober nach Börsenschluss.

    DRC Gold – Explorer in der Nachbarschaft von Kibali

    Wo liegen die Goldvorkommen von morgen? Eine Antwort findet sich im Nordosten der DR Kongo. Dort, im Grünsteingürtel Kilo Moto, hat sich DRC Gold aus Vancouver in Stellung gebracht. Das Goldprojekt Giro liegt rund 35 km westlich der Mine Kibali und umfasst zwei Abbaulizenzen auf etwa 497 km². Für die Lagerstätte Kebigada weist eine historische Schätzung 4,10 Mio. Unzen Gold aus. Hinzu kommt die Lagerstätte Douze Match, deren Vererzung nach Angaben des Unternehmens der von Kibali ähnelt. Die Nähe zu der Mine, die über 600.000 Unzen pro Jahr produziert, springt sofort ins Auge.

    Am 1. September meldete DRC Gold den nächsten Schritt. Die Due Diligence ist abgeschlossen, und die Beteiligten haben einen ausführlichen Optionsvertrag unterzeichnet, der die bisherigen Vereinbarungen ablöst. Damit kann sich DRC Gold gegen Ausgabe neuer Aktien zunächst 55 % an der Projektgesellschaft Giro Goldfields sichern. Weitere Rechte erlauben es, den Anteil später aufzustocken. Mit 35 % bleibt die kongolesische Bergbaugesellschaft SOKIMO beteiligt. Für den Abschluss holt DRC Gold nun die Zustimmung der Aktionäre und der Börse CSE ein. Damit würde man sich ein Projekt von beachtlicher Größe sichern.

    Hinzu kommt das Projekt Nizi, dessen Lizenz über 113 qkm auf Giro Goldfields übertragen werden soll. Dort liegt die historische Untertagemine King Leopold, die zwischen 1913 und 1931 zeitweise Gold förderte. Berichten zufolge wurden von den bekannten Hauptgängen nur zwei abgebaut. An der Spitze von DRC Gold steht der Geologe Klaus Eckhof. Er gründete einst Moto Goldmines, die im Projekt Moto über 20 Mio. Unzen nachwies, bevor Randgold die Gesellschaft übernahm. Aus dem Projekt wurde später Kibali. Nun will Eckhof weitere Goldprojekte im Nordosten der DR Kongo erwerben. Die Erfahrung dafür bringt er mit, und die dürfte im Kongo Gold wert sein.

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    Agnico Eagle – Einstieg bei einem Explorer in Québec

    Agnico Eagle ist nach eigenen Angaben das größte Bergbauunternehmen Kanadas und einer der größten Goldproduzenten der Welt. Der Konzern aus Toronto betreibt Minen in Kanada, Australien, Finnland und Mexiko. Am 15. September zahlte Agnico eine Quartalsdividende von 0,45 USD je Aktie aus. Die Zahlen zum 3. Quartal folgen am 28. Oktober nach Börsenschluss, die Telefonkonferenz dazu am Tag darauf. Dann zeigt sich, ob die hohe Goldnachfrage auch in den Zahlen der Kanadier deutliche Spuren hinterlässt. Als großer Produzent sitzt man jedenfalls in der ersten Reihe.

    Am 24. August kündigte Agnico Eagle den Einstieg bei Radisson Mining an, am 1. September folgte der Abschluss. Für 57.159.400 CAD übernahm Agnico 53.420.000 Einheiten zu je 1,07 CAD. Damit hält man unverwässert rund 10,45 % an dem Explorer und darf einen Direktor nominieren. Das Geld fließt in die Erkundung unter Tage am Goldprojekt O'Brien in Abitibi, Québec. Nach eigenen Angaben beteiligt sich Agnico gezielt an Projekten mit hohem geologischem Potenzial. So hat man früh einen Fuß in der Tür. Ob sich das auszahlt, hängt vom Erfolg der Exploration ab.

    Beim Wachstum setzt Agnico vor allem auf eigene Projekte. Auf einer Branchenkonferenz am 9. September betonte das Management, bei Zukäufen sehr wählerisch zu sein. Auf der Konferenz ging es auch um die Grubenwand, die im Juli an der Grube Barnat in Canadian Malartic in Bewegung geraten war. Den Tagebau dort wollte man ohnehin Anfang 2029 beenden. Ein Teil der geplanten Fördermenge aus der Grube fällt damit aber weg. Gelingt es, die Projekte in der Pipeline planmäßig umzusetzen, könnte Agnico weiter aus eigener Kraft wachsen.


    Die Goldnachfrage aus China hält die Branche in Bewegung. Newmont hat den Streit in Nevada mit Barrick beigelegt und dafür 1,95 Mrd. USD auf den Tisch gelegt. Nun muss der Konzern zeigen, dass sich der Preis lohnt. DRC Gold hat mit dem Optionsvertrag für Giro einen Meilenstein erreicht und arbeitet in der Nachbarschaft einer der größten Goldminen Afrikas. An der Spitze steht mit Klaus Eckhof ein Geologe, der in dieser Region schon einmal fündig geworden ist. Agnico Eagle setzt auf eigene Projekte und sichert sich mit Radisson früh einen Anteil an einem Explorer. Gold bleibt gefragt.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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