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11.12.2025 | 05:00

Pasinex, thyssenkrupp, Umicore: Wie Industrie und Smart-Mining vom Zink-Comeback profitieren

  • Zink
  • Nachfrage
  • Direct Shipping Ore
  • Industrie
Bildquelle: KI

In den Portfolios vieler Investoren führt Zink ein Schattendasein - zu Unrecht. Während Lithium, Seltene Erden und Kupfer oft als die einzigen Rohstoffe der Zukunft gefeiert werden, vollzieht sich am Zinkmarkt eine stille, aber deutliche Verschiebung. Zink ist für moderne Infrastruktur essenziell, unverzichtbar für die Energiewende und die Veredelung von Stahl. Wir beleuchten, warum Zink jetzt wieder auf die Watchlist gehört und wie die drei völlig unterschiedlichen Akteure thyssenkrupp, Umicore und Pasinex Resources diese Dynamik begleiten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: PASINEX RESOURCES LTD. | CA70260R1082 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , UMICORE S.A. | BE0974320526

Inhaltsverzeichnis:


    Ohne Zink keine Energiewende

    Die Logik hinter dem Zink-Comeback ist einfach, aber eingängig: Langlebigkeit bedeutet Nachhaltigkeit. Jede Tonne Stahl, die nicht rostet und ersetzt werden muss, spart CO2. Hier kommt thyssenkrupp ins Spiel. Der Stahlkonzern ist nicht nur einer der größten Abnehmer von Zink, sondern treibt mit Produkten wie „ZM Ecoprotect®“ die technologische Entwicklung voran. Diese Zink-Magnesium-Beschichtungen sind nicht nur wichtig für die Automobilindustrie, sondern auch für Unterkonstruktionen von Solarparks, die jahrzehntelang Wind und Wetter trotzen müssen.

    Für Investoren ist thyssenkrupp der Indikator für die industrielle Nachfrage. Wenn in Duisburg die Zinkbäder laufen, brummt die europäische Industrie. Der Konzern zeigt, dass „grüner Stahl“ nicht nur Wasserstoff in der Herstellung bedeutet, sondern auch maximalen Korrosionsschutz in der Anwendung. Ohne Zink keine langlebige Energiewende – so einfach ist die Rechnung für die Nachfrageseite.

    Umicore: Der Kreis schließt sich

    Während thyssenkrupp das Metall verbraucht, zeigt Umicore, wie moderne Versorgungsketten aussehen müssen. Der belgische Materialtechnologie-Konzern hat sich längst vom reinen Bergbau verabschiedet und positioniert sich als Weltmarktführer in den Bereichen Recycling und Veredelung. Bei Zink fokussiert sich Umicore auf Spezialchemikalien und die Wiederverwertung von zinkhaltigen Rückständen aus der Industrie.

    In einer Welt, in der ESG-Kriterien über Kapitalflüsse entscheiden, ist Umicores Ansatz der Goldstandard. Die Belgier schließen den Kreislauf, indem sie Zink aus Schrott und Rückständen zurückgewinnen und in hochwertige Anwendungen zurückführen. Für Anleger ist Umicore damit das defensive „Hacke-und-Schaufel-Investment“, das weniger vom volatilen Zinkpreis an der Börse abhängt, sondern vom strukturellen Trend zur Kreislaufwirtschaft profitiert.

    Pasinex Resources: Das perfekte Geschäftsmodell für volatile Märkte

    Doch woher kommt das neu geförderte Zink, das der Markt braucht? Hier wird es für chancenorientierte Investoren spannend. Der Bergbau leidet weltweit unter sinkenden Erzgehalten – viele Minen fördern Gestein mit nur 4 bis 6 % Zinkanteil. Das macht sie extrem anfällig für Preisschwankungen und hohe Energiekosten. Pasinex Resources bricht aus diesem Muster aus und besetzt eine lukrative Nische.

    Das kanadische Unternehmen übernahm im November 2025 die vollständige Kontrolle über die Pinargozu-Mine in der Türkei, nachdem die türkischen Behörden die Aktienübertragung genehmigten. Zuvor war Pasinex über ein 50/50 Joint Venture beteiligt. Das Alleinstellungsmerkmal des Projekts ist der spektakulär hohe Erzgehalt, der oft bei über 30 %, in Spitzen sogar bei 50 % liegt. Das ermöglicht das sogenannte „Direct Shipping Ore-Verfahren“: Das Erz ist so reichhaltig vorhanden, dass es direkt aus der Mine an die Schmelzen verkauft werden kann - ohne teure und energieintensive Aufbereitungsanlagen vor Ort.

    Dieses Geschäftsmodell ist gegenüber der am Zinkmarkt üblichen Volatilität sehr robust: Während herkömmliche Minen bei fallenden Zinkpreisen schnell in die Verlustzone rutschen, sorgt der extrem hohe Erzgehalt bei Pasinex für Betriebsmargen zwischen 30 und 50 %, da eine Tonne hochgradiges Erz bis zu 1.300 USD Metallwert enthält, während die Abbaukosten bei 200 bis 300 USD je t konstant bleiben. Steigt der Zinkpreis jedoch, wirkt der Hebel bei Pasinex direkt auf den Gewinn. Weitere aktuelle Unternehmensmeldungen unterstreichen, dass es bei Pasinex vorangeht: Im November 2025 genehmigten die türkischen Behörden die Übertragung der Horzum-Anteile an Pasinex Arama, womit Pasinex auch die Kontrolle über das Lizenzgebiet Akkaya erhielt. Diese Lizenz gilt als vielversprechend.

    Die Aktie von Pasinex gehört zu den Gewinnern des Jahres 2025.

    Pasinex dank innovativem Geschäftsmodell vielversprechend

    Schon vor der Akkaya-Übernahme sicherte sich Pasinex im September die vollständige Kontrolle über das Sarikaya-Zinkprojekt, das ebenfalls in der Türkei rund 300 km von Pinargozu entfernt liegt. Sarikaya weist hochgradige Zinkgehalte von 30–50 % auf und folgt demselben hochgradigen Direct-Shipping-Ore-Konzept. Die Förderung soll im ersten Halbjahr 2026 starten. Das bedeutet, dass Pasinex sein Portfolio in kurzer Zeit deutlich erweitern kann. Weiterhin einzigartig ist, dass das Unternehmen die Cashflows aus der Produktion dazu nutzt, um organisch zu wachsen. Im Junior-Mining-Sektor ist das eine Seltenheit.

    Wer auf Unternehmen rund um Zink setzen will, hat verschiedene Möglichkeiten. thyssenkrupp ist klassischer Verbraucher – das Unternehmen schrumpft sich gerade gesund und könnte an der Börse mittelfristig zu einer Comeback-Story werden. Wer Nachhaltigkeit und Recycling bevorzugt, wählt Umicore. Wer jedoch den direkten Hebel auf den Rohstoff sucht und dabei auf ein Geschäftsmodell mit eingebautem „Margen-Airbag“ setzen will, kommt an Pasinex Resources nicht vorbei. Die Kombination aus extrem hohen Graden und niedrigen Investitionskosten macht die Kanadier zur spannenden Alternative in einem Markt, der aus verschiedenen Gründen vor einem strukturellen Aufschwung steht. Diese Einschätzung deckt sich mit den Daten: Marktforschungsunternehmen wie Future Market Insights prognostizieren für den Zinkmarkt bis 2035 ein Wachstum von durchschnittlich 6,4 % jährlich – getrieben durch die Nachfrage aus Bauwirtschaft, Automobilindustrie und erneuerbarer Energieinfrastruktur.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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