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03.05.2022 | 07:00

secunet, CeoTronics, sdm, artec: Aktien für innere Sicherheit

  • Sicherheit
  • Cybersicherheit
  • Rüstungsindustrie
  • Technologie
Bildquelle: pixabay.com

Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat eine Zeitenwende in Deutschland und Europa eingeläutet. In den kommenden Jahren soll massiv in Sicherheit investiert werden. Bei den Profiteuren denkt man zunächst an Rüstungskonzerne wie Rheinmetall und Hensoldt. Doch es werden auch Milliarden in die innere Sicherheit fließen. Beispielsweise in Cybersicherheit und Digitalisierung. Aber auch den Schutz von Gebäuden. Für Anleger lohnt sicher daher ein Blick auf die Aktien von secunet, CeoTronics, sdm und artec technologies. Sie sind teilweise schon gut gelaufen, aber teilweise auch sehr günstig und die Wachstumsperspektiven sind alles andere als schlecht. Auch Analysten raten zum Kauf.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Mario Hose
ISIN: ARTEC TECHNOLOGIES O.N. | DE0005209589 , SECUNET SECURITY AG O.N. | DE0007276503 , CEOTRONICS AG O.N. | DE0005407407 , SDM SE | DE000A3CM708

Inhaltsverzeichnis:


    sdm: Deutliches Wachstum und attraktive Dividende

    Bei der sdm SE ist von Krise keine Spur. Einer der führenden Sicherheitsdienstleister in der Metropolregion München arbeitet derzeit an der Kapazitätsgrenze. Kerngeschäft ist der Werk- und Objektschutz von Behörden, öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen. Das Unternehmen hat Ende 2021 den Sprung aufs Börsenparkett geschafft und seitdem mit starken Zahlen überzeugt. In den ersten drei Monaten 2022 stieg der Umsatz um rund 40% auf 4,15 Mio. EUR. Das EBIT legte um rund 48% auf 0,59 Mio. EUR zu. Da sdm praktisch schuldenfrei ist und es keine wesentlichen Abschreibungen gab, entsprachen EBITDA und EBT dem Niveau des EBIT. Ein Rückgang der Nachfrage sei derzeit nicht absehbar, daher erwartet der Sicherheitsdientleister für 2022 erneut ein zweistelliges organisches Wachstum und plant die eine oder andere Übernahme. Damit schließt sdm an die dynamische Entwicklung des Vorjahres an. Im Jahr 2021 hatte sdm auf Basis vorläufiger Berechnungen den Umsatz um 25% auf 12,99 Mio. EUR gesteigert. Das EBIT legte um 58% auf 1,36 Mio. EUR zu. Auf der kommenden Hauptversammlung (voraussichtlich Ende Juni) soll über die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 8 Eurocent je Aktie abgestimmt werden. Dies entspricht einer Dividendenrendite von immerhin 2%.

    Im Anschluss an die Q1 Zahlen hat GBC die Kaufempfehlung für die sdm-Aktie erneuert. Die Analysten erwarten, dass sdm in diesem Jahr rund 16 Mio. EUR umsetzen wird. In 2023 sollen es dann 20 Mio. EUR sein und in 2024 23 Mio. EUR. In dieser Zeit soll der Gewinn pro Aktie auf 0,44 EUR steigen. Derzeit notiert die sdm-Aktie bei 3,90 EUR. Das Kursziel von GBC liegt bei 4,65 EUR.

    secunet: Highflyer weiter auf Wachstumskurs

    Die Aktie von secunet Securities Networks gehörte schon in den vergangenen Jahren zu den absoluten Highflyern. Im Jahr 2021 hat das Cybersecurity-Unternehmen den Umsatz von 286 Mio. EUR auf 338 Mio. EUR gesteigert. Das EBIT legte von 51,6 Mio. EUR auf 63,9 Mio. EUR zu. Dies war das achte Rekordjahr in Folge. Und es soll so weiter gehen. Der Auftragsbestand kletterte um rund 25% auf 185 Mio. EUR. Vorstandsvorsitzender Deininger: „Das Produktgeschäft mit der gesamten SINA Familie hat sich weiterhin sehr positiv entwickelt. Im Gesundheitsmarkt konnten wir die marktführende Position bei der Ausstattung von medizinischen Leistungserbringern mit Gesundheitskonnektoren behaupten. Zudem haben wir im industriellen Bereich zahlreiche strategische Pfeiler gesetzt, mit denen wir dort mittelfristig stärkeres Wachstum erzielen wollen.“ Warburg Research hatte zuletzt das Kursziel für die secunet-Aktie von 540 auf 650 EUR angehoben und die Einstufung "Buy" bestätigt. Die Analysten erwarten, dass der IT-Sicherheitsdienstleister von den steigenden Rüstungsausgaben Deutschlands profitieren wird. Sie schätzen, dass das Unternehmen bis zu rund einem Fünftel seines Umsatzes mit der Bundeswehr macht.

    artec: Setzen mehr Sicherheitsbehörden auf das Managementsystem?

    Die artec technologies AG wiederum macht rund 80% ihrer Umsätze mit Videosicherheitstechnik für zivile Kunden und Sicherheitsbehörden (BOS). Und auf diesen Bereich setzt der Mittelständler aus Niedersachsen auch in der Zukunft. So hat artec in den vergangenen Jahren cloudbasierte Software und Systemlösungen zur Kriminalitätsbekämpfung und Terrorabwehr entwickelt. Seit 2020 setzt unter anderem die größte deutsche Sicherheitsbehörde die artec-Plattform als zentrales Managementsystem für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbearbeitung von klassischen Observierungseinsätzen ein. Im laufenden Jahr soll der Vertrieb in Deutschland und dem europäischen Ausland ausgebaut werden und in die Erweiterung des Leistungsspektrums investiert werden.

    Zur Wachstumsfinanzierung – insbesondere im BOS-Geschäft – begibt artec derzeit eine Krypto-Unternehmenswandelanleihe mit einem Volumen von rund 2 Mio. EUR. Das elektronische Wertpapier hat eine Laufzeit von drei Jahren und einen Zinssatz von 3% p.a. Der Wandlungspreis liegt bei 2,80 EUR. Die Analysten von SMC sehen ein Kursziel von 4,50 EUR. Der Kauf ist über die Plattform tradias.de möglich. artec-Vorstand Thomas Hoffmann: "Unsere cloudbasierte Software und Systemlösung zur Kriminalitätsbekämpfung und Terrorabwehr hat sich bei Sicherheitsbehörden in der Praxis bewährt. Behörden setzen derzeit oftmals noch veraltete Insellösungen ein. Daher ist das Interesse an unseren modernen Systemen für die Planungen von Einsätzen bis hin zur Analyse von Social Media groß. In den kommenden Jahren sehen wir in diesem Bereich erhebliche Wachstumschancen in Deutschland und dem europäischen Ausland. Die dafür notwendige Finanzierung wollen wir mit dem Krypto-Wertpapier weiter diversifizieren. Die Emission passt auch zur technologischen Weiterentwicklung von artec, da die Verschlüsselung von Videoaufnahmen in der Blockchain Teil unserer Forschungs- und Entwicklung-Arbeit ist. Beispielsweise sollen im Rahmen der Überwachung und Observierung aufgenommene Videoclips und Snapshots fälschungssicher gespeichert werden.“

    CeoTronics ist auf große Stückzahlen vorbereitet

    Ceotronics liefert Kommunikationslösungen für die Polizei und das Militär. Die BankM empfiehlt die Aktie zum Kauf: Der Krieg in der Ukraine habe bei den europäischen NATO-Staaten ein Umdenken bei den Landesverteidigung-Budgets bewirkt. Aufgrund der langjährigen Geschäftsbeziehung und der bereits eingeführten, kompatiblen Kommunikationssysteme sei es aus Sicht der Analysten naheliegend, dass CeoTronics an dem Budget partizipieren wird - auch wenn die Ausschreibungsprozesse seitens der Bundeswehr noch nicht eingeleitet wurden. Der Bewertungsansatz für CeoTronics wird aus Gründen der Vorsicht das neue Budget noch nicht unberücksichtigten. Daher belassen die Analysten ihr Kursziel noch bei 6,76 EUR (aktueller Kurs 5,42 EUR). Vergangene Woche meldete CeoTronics die Lieferung eines Kommunikationssystems bestehend aus einer abgesetzten Funkgeräte-Steuerungseinheit sowie Headsets und Zubehören. "Aus verschiedenen Gründen können wir leider keine detaillierteren Informationen z.B. zur Systemstückzahl oder zum Auftraggeber veröffentlichen. CeoTronics hat sich auf noch weit größere Aufträge/Stückzahlen vorbereitet - wir stehen bereit mit unseren Produkten unseren Anteil zur Stärkung der inneren und äußeren Sicherheit zu leisten", sagte CeoTronics-Vorstand Thomas H. Günther.


    Beim Thema Sicherheitsausgaben spielt die Musik nicht nur bei Rüstungskonzernen. Es lohnt sich ein Blick auf Unternehmen wie secunet, sdm, artec und CeoTronics.


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    Der Autor

    Mario Hose

    In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

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