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28.01.2026 | 04:00

Silber bald bei 200 USD? Teuer einkaufen oder Chance nutzen bei CSG, American Atomics und Carl Zeiss Meditec

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Bildquelle: pixabay.com

Nach einem nervösen Jahresstart rücken Rohstoffe und Energiefragen wieder klar in den Fokus der Kapitalmärkte. Die jüngsten Diskussionen um Handelszölle und geopolitische Abhängigkeiten, die auch das Weltwirtschaftsforum in Davos dominiert haben, sorgen für deutliche Schwankungen. Gleichzeitig eröffnet hohe Volatilität aber auch Chancen. Ob Silber, Kupfer, Nickel, Lithium oder Uran. Diese Metalle sind essenziell für Industrie, Energiewende und Elektromobilität. Ihre wachsende strategische Bedeutung treibt die Preise ordentlich an und wirkt zunehmend als Inflationstreiber in westlichen Volkswirtschaften. Hintergrund sind gestörte Lieferketten, exportpolitische Unsicherheiten und ein angespanntes Angebotsdefizit. In China etwa sollen Solarmodulhersteller begonnen haben, Silbervorräte aufzubauen, da physische Ware kaum noch zu bekommen ist. Die Folge: Der Silberpreis hat sich binnen eines Jahres vervielfacht, die physische Nachfrage übersteigt inzwischen die globale Jahresproduktion deutlich. Anleger sollten hellhörig werden.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 , CARL ZEISS MEDITEC AG | DE0005313704 , CSG NV | NL0015073TS8

Inhaltsverzeichnis:


    American Atomics – Brennstoff für das KI-Zeitalter

    Klar im Fokus der Investoren steht seit dem Amtsantritt von Donald Trump der Rohstoff Uran. Denn die Wiederbelebung der Kernenergie vollzieht sich in einem Umfeld enorm steigender Energiebedarfe, bei dem KI-Rechenzentren, globale Bevölkerungszunahme und Industrieausbau die vorhandenen Netze an ihre Grenzen bringen. Studien wie z. B. dem World Nuclear Outlook Report sehen eine erhebliche Ausweitung der globalen Atomkapazität bis 2050, was den Brennstoffbedarf strukturell neu definiert und die Rolle von Uran als Grundlastbrennstoff betont. Parallel prognostiziert der Nuclear Fuel Report der World Nuclear Association (WNA) einen Anstieg der weltweiten Urannachfrage um nahezu 30 % bis 2030, da immer mehr Staaten Kernenergie zur Erreichung von CO2-Zielen einsetzen.

    Dieses Nachfragewachstum trifft auf ein Angebot, das nur schwer kurzfristig expandiert, da neue Minen und Aufbereitungsanlagen lange Vorlaufzeiten brauchen. In der Folge haben sich die Uranpreise in den letzten Jahren deutlich nach oben bewegt, mit Spotkursen im Bereich von etwa 70 bis 95 USD pro Pfund und langfristigen Prognosen, die auf weiter steigende Niveaus hindeuten. In diesem fundamentalen Kontext positioniert sich American Atomics als potenzieller Value-Hebel im Kernbrennstoffsektor durch die konsequente Vertikalisierung seiner Wertschöpfung. Statt lediglich Ressourcen zu explorieren, baut das Unternehmen eine integrierte Wertschöpfungskette vom Abbau über Verarbeitung bis hin zu innovativen Brennstofftechnologien auf.
    Geografisch liegt der Fokus auf historisch produktiven Uranbecken wie dem Lisbon-Valley-District in Utah, was eine Beschleunigung des Übergangs von Exploration zu Produktion begünstigen könnte. Die Nähe zu bestehenden Infrastrukturen wie etwa lizenzierten Aufbereitungsanlagen, reduziert operative Hürden und logistische Risiken. Vor allem der Zeitfaktor kommt hier für Investoren enorm zum Tragen, denn die Märkte verlangen eine zügige und konsequente Hinwendung zum Thema Ressourcensicherung. Absichtserklärungen helfen hier wenig, gefragt ist ein strukturierter Plan bis hin zur Ressourcenschätzung, PEA und dem nachfolgenden Minenaufbau.

    Die Aktie von American Atomics zeigt seit Oktober einen ausgeprägten Seitwärtstrend zwischen 0,27 und 0,40 CAD. Aktuell befindet sich der Wert am unteren Ende dieser Range. Quelle: LSEG vom 26.01.2026

    Zu diesem Zweck treibt American Atomics technologische Initiativen voran, um in den typischen Verarbeitungsschritten von Urankapazitäten greifbare Fortschritte zu erzielen, die von vielen anderen Juniorminen vernachlässigt werden. Die Teilnahme an politischen Konsortien zur Stärkung heimischer Versorgungsketten signalisiert dabei ein strategisches Alignment mit staatlichen Prioritäten. Angesichts der strukturellen Angebotslücke und der politischen Unterstützung für nukleare Grundlasten, bietet ein sich für risikobewusste Investoren in dieser Nische ein attraktives Chance-Risiko-Profil. Noch ist die Bewertung mit rund 12 Mio. CAD überschaubar, das kann sich aber rapide ändern!

    IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk interviewte Mitgründer Connor Lynch zur strategischen Ausrichtung von American Atomics.

    https://www.youtube.com/watch?v=NZEQ7_2MUgA

    CSG N.V. – Ein neuer Rüstungswert auf dem Kurszettel

    Neben der Sicherung langfristiger Basislasten hat sich im aktuellen geopolitischen Umfeld die Notwendigkeit eigener militärischer Schlagkraft als Meinungskonsens etabliert. Anleger begrüßen diesen Umschwung nach 75 Jahren Frieden in Europa, denn von heute auf morgen haben Rüstungswerte keinen ESG-Malus mehr zu ertragen. Ganz im Gegenteil, europäische wie internationale Defense-Aktien gehörten zu den Bestperformern im Jahr 2025. Ausgenutzt hat dies ein tschechischer Industriekonzern mit mehrheitlicher Rüstungsausrichtung namens CSG N.V. In Amsterdam ging der Titel am Freitag an die Börse, es gelang ein bravouröses Marktdebüt. Mit rund 30 Mrd. EUR Bewertung und knapp 4 Mrd. EUR platziertem Kapital erreichte die Erstnotiz seit dem Börsengang von Porsche sogar neue Rekordmarken. Die Czechoslovak Group (CSG) um den Mehrheitseigner Michal Strnad platzierte Aktien im Gesamtvolumen von erstaunlichen 3,8 Mrd. EUR. Insbesondere die institutionelle Nachfrage war riesig. Zum Handelsbeginn schoss der Kurs unmittelbar um 32 % über den Ausgabepreis von 25 EUR, erreichte tags darauf kurzzeitig 36,70 EUR, ehe er sich zur Wochenmitte Richtung bis 32 EUR ermäßigte. Die Vola ist hoch, da ein fairer Marktwert wohl erst gefunden werden muss.

    Investor Strnad selbst realisierte durch den Verkauf ein Volumen von etwa 2,55 Mrd. EUR; zusätzlich fließen dem Unternehmen 750 Mio. EUR frisches Kapital für weitere Expansionen zu. Die Nachfrage zum Erstaufschlag war zwar beeindruckend, wie stark die Börse dem Papier künftig aber noch Luft nach oben einräumt, bleibt offen, denn immerhin erreicht der Titel bereits Kurs-Umsatz-Relationen 2026e von über 4. Anleger sollten genau beobachten, wie die nächsten Tage verlaufen, mit knapp 37 EUR sind immerhin schon knapp 50 % Gewinn für die Erstzeichner entstanden.

    Carl Zeiss Meditec – Wenn Erwartungen nicht erfüllt werden

    Ein weiteres Hochtechnologie-Unternehmen ist Carl Zeiss Meditec. Der TecDAX-Wert musste im Januar einen herben Absturz über sich ergehen lassen. Der starke Kurseinbruch ist das Ergebnis einer Kette belastender Ereignisse, die das Vertrauen des Marktes nachhaltig erschüttert haben. Auslöser war eine Gewinnwarnung, die zeitlich ungewöhnlich früh nach dem zuvor bestätigten Ausblick kam und Zweifel an der Prognosequalität des Managements nährte. Verschärft wurde die Situation durch das bereits bekannte Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden Maximilian Foerst, das die Unsicherheit über die strategische Kontinuität zusätzlich erhöhte. In der Folge senkten mehrere Analystenhäuser ihre Kursziele teils deutlich und stellten insbesondere die Annahme einer raschen Margenerholung infrage. Während einige Institute ihre grundsätzlich positiven Langfristthesen beibehielten, verwiesen sie zugleich auf die schwächere Nachfrage in den Kernmärkten USA und China sowie auf rückläufige interne Absatzannahmen. Im Ergebnis sank die Aktie von Carl Zeiss Meditec von 45 EUR auf unter 30 EUR in nur 15 Handelstagen. Nach etwas veralteten Schätzungen auf der Plattform LSEG beträgt das KGV 2026e nun ca. 15 und sinkt bis 2029e auf etwa 8,8. mwb Research reduziert auf „Hold“ und Kursziel 31 EUR, drastisch auch Bernstein mit „Market Perform“ und ebenso 31 EUR nach 50,55 EUR. Manche Experten sehen den Margenverfall als nachhaltig an, eine schnelle Kurserholung ist daher eher unwahrscheinlich.


    Die Neuordnung der Energiemärkte verläuft zunehmend regional unterschiedlich, insbesondere zwischen den USA und Europa. In Nordamerika gewinnt Versorgungssicherheit an Priorität, wodurch grundlastfähige Technologien wie die Kernenergie politisch und strategisch aufgewertet werden. Der Ausbau von SMRs verstärkt zugleich die Nachfrage nach verlässlichen Uranlieferketten. Davon profitieren Unternehmen, die sich frühzeitig in eine westlich kontrollierte nukleare Wertschöpfung einbinden. American Atomics positioniert sich weniger als reine Explorationsstory, sondern als Hebel auf die Rückkehr der Kernkraft als strategische Energiequelle. CSG und Carl Zeiss Meditec sehen wir derzeit als kein dringendes Investment an.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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