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10.03.2026 | 04:00

Iran und das verflixte Öl – Alternativen auf dem Vormarsch! CHAR Technologies, Nordex und Siemens Energy im Fokus

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Bildquelle: pixabay.com

Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten hat die Rohstoffmärkte mit voller Wucht erfasst. Der Ölpreis ist Anfang der Woche infolge der Iran-Krise über 115 USD je Barrel gesprungen, fiel aber schnell wieder auf rund 105 USD zurück. Trotzdem ist es ein Niveau, das zuletzt vor mehreren Jahren erreicht wurde. Auslöser sind massive Störungen der Lieferketten rund um den Persischen Golf und der Straße von Hormus, über die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird. Damit ist Öl erneut zum Symbol eines klassischen geopolitischen Schocks geworden: Physische Knappheit trifft auf panische Absicherung an den Terminmärkten. Für dynamische Anleger drängen sich Alternativen in den Vordergrund. Was kann Öl langfristig substituieren oder zumindest in Teilen ersetzen? Char Technologies, Nordex und Siemens Energy liefern geeignete Antworten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CHAR Technologies Ltd. | CA15957L1040 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0

Inhaltsverzeichnis:


    Ölkrise adé - CHAR Technologies trumpft auf mit Biokohlenstoff und alternativem Gas

    Die jüngste Eskalation um den Ölpreis hat die Energiemärkte erneut erschüttert und zeigt, wie stark geopolitische Risiken fossile Rohstoffe verteuern können. Für Investoren rückt damit verstärkt die Frage in den Fokus, welche Technologien langfristig als Ersatz für klassische Energieträger dienen können. Genau in diesem Spannungsfeld positioniert sich CHAR Technologies, ein kanadisches Cleantech-Unternehmen, das industrielle Dekarbonisierung mit einem skalierbaren Geschäftsmodell verbindet. Kern der Strategie ist eine firmeneigene Hochtemperatur-Pyrolyse, die Holzreste und organische Abfälle unter Sauerstoffausschluss in zwei verwertbare Produkte umwandelt. Dabei entsteht zum einen ein fester Biokohlenstoff, der fossile Kohle etwa in der Stahlindustrie ersetzen kann, und zum anderen ein energiereiches Gas, das zu erneuerbarem Erdgas oder sogar grünem Wasserstoff aufbereitet werden kann.

    Dieses doppelte Erlösmodell erhöht die wirtschaftliche Attraktivität der Anlagen, da Einnahmen sowohl aus industriellen Materialmärkten als auch aus Energieverträgen generiert werden können. Besonders wichtig ist dabei die modulare Bauweise der Anlagen, die nicht auf Einzelprojekte, sondern auf eine reproduzierbare Pipeline ausgelegt ist. Ein erster Meilenstein ist die Anlage im kanadischen Thorold, die derzeit in die kommerzielle Betriebsphase übergeht und künftig mehrere tausend Tonnen Biokohlenstoff jährlich liefern soll. Das Projekt fungiert als Referenzanlage und liefert operative Daten, die für den Ausbau größerer Produktionsstandorte entscheidend sind. Der nächste Schritt ist das deutlich größere Vorhaben in Espanola in Ontario, wo eine Anlage mit rund 50.000 Tonnen Jahreskapazität entstehen soll.

    CEO Andrew White gab Einblicke in die langfristige Strategie des Unternehmens auf dem 18. International Investment Forum. Hier geht´s zum Vortragsvideo.

    https://youtu.be/4_F7RYyqCVE

    Strategische Partner spielen beim Firmenaufbau eine zentrale Rolle. Im Fall von CHAR Technologies beteiligt sich die BMI Group sowohl auf Unternehmensebene als auch direkt an Projekten und hat zuletzt zusätzliche Finanzierungsmittel zugesagt. Parallel dazu wurde Anfang März eine überzeichnete Privatplatzierung auf rund 3,97 Mio. CAD aufgestockt, an der sich institutionelle Investoren und bestehende Anteilseigner beteiligten. Das frische Kapital soll in die Weiterentwicklung der Projektpipeline sowie in den Ausbau der Unternehmensstruktur fließen. Auch operativ hat das Unternehmen einen wichtigen Übergang vollzogen, denn erstmals wurde kommerzieller Biokohlenstoff produziert und damit der Schritt von der Technologiephase zur Erlösgenerierung erreicht. Stark macht sich CHAR auch in neuen Technologien, etwa bei der thermischen Zerstörung von PFAS-Chemikalien, die weltweit zunehmend reguliert werden. Wichtig in diesem Zusammenhang sind langfristige Abnahmeverträge, teilweise mit Laufzeiten von bis zu zwei Jahrzehnten. Sie sichern stabile Einnahmen und erleichtern die Finanzierung neuer Anlagen. Unterstützt wird das Geschäftsmodell durch industrielle Partner wie ArcelorMittal, die Biokohlenstoff als klimafreundlichen Ersatz für metallurgische Kohle prüfen oder bereits einsetzen.

    Mit einer aktuellen Börsenbewertung von nur rund 38 Mio. CAD befindet sich CHAR Technologies noch in einer frühen Phase der Kapitalmarktbewertung. Gelingt die geplante Skalierung der Anlagen, könnte sich das Unternehmen zu einem interessanten Substitutionsvehikel entwickeln. Einsammeln!

    Derzeit schwankt der Chart von CHAR Technologies zwischen 0,20 und 0,40 CAD. Nach gelungener Refinanzierung bieten sich in der Gegend um 0,25 CAD gute Einstiegschancen. Quelle: LSEG vom 09.03.2026

    Nordex – Neue Hochs in einem fragilen Umfeld

    Die Aktie von Nordex konnte nach den Jahreszahlen 2025 um ganze 12 % auf knapp 45 EUR zulegen. War´s das jetzt? Der Hamburger Windturbinenbauer ist im letzten Jahr stark gewachsen und hat seinen Gewinn sogar vervielfachen können. Auch die Prognose fällt optimistisch aus. Der Umsatz erhöhte sich zum Vorjahr um 3,5 % auf 7,6 Mrd. EUR, mit neuen 10,2 GW in den Büchern erzielte der Konzern zudem einen neuen Rekord beim Auftragseingang. Das EBITDA konnte sich mit 631 Mio. EUR mehr als verdoppeln, auch die Erwartungen der Analysten wurden übertroffen. Die EBITDA-Marge stieg wie zuvor prognostiziert von 4,1 auf 8,4 %. Damit erreichte der Konzern auch sein mittelfristiges Margenziel. Die Analysten zeigten sich begeistert, passten ihre Kursziele aber nicht mehr signifikant nach oben an. Deutsche Bank erwartet 34 EUR, Bernstein startet mit „Neutral“ und Kursziel 40 EUR. Technisch geht es zu Wochenanfang bergab, die Bewertung ist mit Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,3 auf die geschätzten Umsätze von ca. 8,6 Mrd. EUR in 2026e nun durchaus angemessen. Aktuell gibt es daher wenig Phantasie für mehr!

    Siemens Energy – Irgendwann nützen höhere Kursziele auch nichts mehr

    Auch bei der glänzend gelaufenen Siemens Energy-Aktie bewirken höhere Kursziele anscheinend keinen direkten Preisaufschlag mehr. Im Gegenteil: J.P. Morgan hatte in den letzten Tagen mit einem neuen Kursziel von 200 EUR Furore gemacht. Auf der Plattform LSEG stehen 21 Kaufempfehlungen von insgesamt 30 Analysen im Raum, hier beträgt das 12-Monats-Kurszielmittel aktuell 162,50 EUR. Wie verschreckt reagierte die Aktie zum März-Anfang mit einem Abschlag von über 30 EUR nach einem Februar-Hoch von 171,50 EUR auf unter 140 EUR. Gestern gab es dann einzelne Stabilisierungsversuche bis auf 145 EUR. Ob das schon ein Trendbruch ist – fraglich? Zumindest wurden die Haussiers kalt erwischt und können sich jetzt mittelfristig neu positionieren. Das JP Morgan Kursziel liefert auch wieder ein erkleckliches Potenzial von 37 %. Stützend dürfte der angekündigte Aktienrückkauf über 2 Mrd. EUR sein. Werfen sie eine Münze, der Preis ist heiß!


    Hohe Schwankungen bei Energie- und Rohstoffpreisen haben sich 2026 zur neuen Marktwirklichkeit entwickelt. In diesem Umfeld verbessern sich die Aussichten für Energie-Dienstleister und GreenTech-Anbieter nahezu kontinuierlich, weil teure fossile Energieträger schrittweise durch effizientere Technologien ersetzt werden müssen. Davon profitieren nicht nur Spezialisten wie CHAR Technologies, sondern auch etablierte EnergyTech-Werte wie Nordex und Siemens Energy, die mit ihren laufenden Projekten direkt an der Modernisierung der globalen Energieinfrastruktur mitverdienen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 06.03.2026 | 04:45

    Jetzt schlägt´s 13 – Iran feuert aus allen Rohren! Investoren setzen auf Antimony Resources

    • Kritische Rohstoffe
    • Antimon
    • Iran-Konflikt
    • Strategische Metalle
    • Knappheit
    • Lieferketten

    Wer hätte das gedacht? US-Präsident Donald Trump bereinigt das Thema Iran zusammen mit Israel. Dass die islamische Welt das nicht gutheißen wird, war Auguren längst klar. Nun wird spekuliert, wie viel Kriegsmaterial auf beiden Seiten zur Verfügung steht, um den vermeintlichen Gegner in die Knie zu zwingen. Für Investoren ist das ebenso wie für alle Zaungäste ein humanitärer Wahnsinn, doch die Militärstrategen ticken anders. Sie denken in Nachschub, Produktion und Beschaffung. Dass hierbei die eh schon knappen Ressourcen der letzten Monate nochmals einen Lieferketten-Ritt durchmachen, ist in einem solchen Umfeld normal. Seit Montag gab es drei Ölpreis-Schocks hintereinander. Auf dem Radar haben sollten Investoren neben Öl aber auch strategische Metalle allen voran Antimon. Das kanadische Unternehmen Antimony Resources hat seit dem Jahreswechsel ein Plus von 100 % auf der Uhr – darf es noch ein Nachschlag sein, Herr Oberst?

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 06.03.2026 | 04:00

    Krieg – Knappheit – Kapitulation! Nel ASA, American Atomics, Oklo und Siemens Energy im Fokus

    • Nuklearenergie
    • Uran
    • Brennstoffe
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    • Wasserstoff

    In einem Umfeld mit eh schon sehr angespannten Kapitalmärkten gesellt sich Anfang März der nächste Nahost-Kriegskonflikt, diesmal zwischen Israel, USA und dem Iran. Natürlich ist auch die Hisbollah im Libanon Gewehr bei Fuß, die Finanziers des persischen Staates zu unterstützen. Alles Tropfen auf den heißen Stein, der wegen globaler Knappheiten in Energie, Waffen und Rohstoffen eh nicht mehr abkühlen kann. Für Börsianer birgt dieses Umfeld Chancen und Risiken, denn wo Verlierer stecken, gibt es auch immer Gewinner. Bei 15 % höheren Öl- und Gaspreisen rücken schnell wieder die alternativen Energiequellen in den Fokus. Aktien wie Nel ASA, die schon in Vergessenheit geraten waren, bekommen so wieder Flügel. Ein spezielles Licht fällt auf die Atom-Industrie, denn sie ist jetzt wichtiger denn je! Risikobewusste Anleger sollten noch auf den fahrenden Zug aufspringen!

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    Kommentar von Tarik Dede vom 25.02.2026 | 04:45

    KI treibt die Nachfrage: Drei Kupferaktien für den Boom: Freeport McMoran, Power Metallic Mines und Aurubis!

    • Kupfer
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    Vor einigen Jahren war Kupfer eines der langweiligsten Metalle. Die Nachfrage wuchs stetig, aber nicht gewaltig. Das rote Metall wurde zwar überall eingesetzt, vom Bau bis zu Stromleitungen, doch Sex-Appeal war nicht da. Und der Preis dümpelte auf solch niedrigem Niveau vor sich hin, dass es in der vergangenen Dekade kaum Investments in die Entwicklung neuer Vorkommen gab. Mit der KI-Revolution und der globalen Elektrifizierung hat sich dies massiv geändert. Kupfer ist der effizienteste elektrische Leiter nach Silber und spielt nun eine große Rolle. So benötigt ein Elektroauto drei- bis viermal mehr Kupfer als ein Verbrenner. Hinzu kommen Windräder, Solarparks und der massive Ausbau und die Modernisierung der Stromnetze. Analysten schätzen, dass die Welt bis 2040 mehr Kupfer fördern muss, als die Menschheit bisher in ihrer gesamten Geschichte verbraucht hat. Nach den Elektroautos hat die Künstliche Intelligenz aufgrund des enormen Strombedarfs der Datacenter die nächste Nachfragewelle ausgelöst. Für die riesigen Serverfarmen von NVIDIA, Google, Amazon und Co. werden kilometerweise Kupferkabel und massive Kupferschienen zur Stromverteilung benötigt. Dementsprechend gibt es nun wieder verstärkt Investitionen in neue Kupfervorkommen. Anleger sollten sich breit aufstellen, um langfristig von dieser Entwicklung zu profitieren.

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